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Landesherrliche Territorialpolitik. Laichingen im 14. Jahrhundert in der Konvergenzzone zur Reichsstadt Ulm

Titel: Landesherrliche Territorialpolitik. Laichingen im 14. Jahrhundert in der Konvergenzzone zur Reichsstadt Ulm

Hausarbeit , 2015 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kristian Kaiser (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Situation zwischen den Grafen von Württemberg und der Reichsstadt Ulm, stellt einen reichspolitischen Kontext her und versucht plausibel zu machen, dass nach dem Landfrieden von Eger 1389 ein Ausbau Laichingens nicht mehr notwendig war, da die Konflikte in der Konvergenzzone zur Reichstadt Ulm mithilfe des Landfriedens vorerst so befriedet worden sind, dass ein Ausbau zunächst nicht unterlassen werden konnte. Laichingens Stadtwerdung wird somit als Instrument betrachtet, dessen Voranschreiten und dessen Nichtvoranschreiten jeweils von der territorialpolitischen Logik landesherrlicher Machtentfaltung abhing.

Als zentrale Quelle dient das Stadtrechtsprivileg, zu dessen Schwesternprivileg für Bietigheim an der Enz eine quellenkritische Edition vorliegt. Die Forschung selbst hat sich in einem Fall explizit mit der vorliegenden Fragestellung befasst. Hansmartin Decker-Hauff nimmt 1969 seinerseits ebenfalls territorialpolitische Beweggründe an, sieht als entscheidendes Movens jedoch die württembergische Erwerbung des Klosters Blaubeuren im Jahre 1447 aus der Konkursmasse der Grafen zu Helfenstein. Decker-Hauffs kurzer und kenntnisreicher Aufriss entstand im Nachgang zu seiner Arbeit zum Bietigheimer Privileg anlässlich der 600-Jahrfeier Bietigheims. Man findet jedoch auch die Meinung, dass Laichingen die Stadtrechte, von Kaiser Karl IV. angeboten, ablehnten, da man keine Stadtmauer bauen wollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Laichingen im späten 14. Jahrhundert

3. Politische Rahmenbedingungen

3.1. Die Reichsstadt Ulm – Konflikte in der Konvergenzzone

3.2. Die Luxemburger Karl und Wenzel

3.3. – Der Schwäbische Städtebund von 1376

4. Der Landfrieden von Eger

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die politische Funktion der geplanten Stadtwerdung Laichingens im späten 14. Jahrhundert im Kontext der Spannungen zwischen der Grafschaft Württemberg und der Reichsstadt Ulm. Dabei wird analysiert, inwiefern Laichingen als Instrument landesherrlicher Machtpolitik diente und warum die faktische Ausgestaltung der Stadtgründung letztlich unterblieb.

  • Territorialpolitik der Grafen von Württemberg gegenüber der Reichsstadt Ulm.
  • Bedeutung von Privilegien und landesherrlichen Stadtgründungen im Mittelalter.
  • Die Rolle des Pfahlbürgertums als Konfliktfeld zwischen Stadt und Land.
  • Reichspolitische Auswirkungen des Schwäbischen Städtebundes und des Landfriedens von Eger.

Auszug aus dem Buch

3.3. – Der Schwäbische Städtebund von 1376

Die Verpfändung Donauwörths war für die schwäbischen Reichsstädte der Beweis, dass der Statusverlust als Reichsstadt keine theoretische Option war, sondern dass der Status als Konsequenz der jeweils gegenwärtigen politischen Konstellationen gesehen werden musste; anders gesagt: die Zusicherungen, die der Thronanwärter Karl 1348 gemacht hatte, hielten den aktuellen politischen Überlegungen des Kaisers Karl offenkundig nicht weiter stand. So erging es auch der von württembergischem Territorium umschlossenen Reichstadt Weil; obwohl ihr nach der Wahl Wenzels am 27. Juli 1376 auch das Privileg der Unverpfändbarkeit bestätigt worden war, wurde sie doch trotzdem keine vier Wochen später am 24. August 1376 von Karl an Graf Eberhard II. von Württemberg verpfändet. Weil widersetzte sich jedoch und trat am 3. September 1376 dem schwäbischen Städtebund bei. Daraus ist leicht ersichtlich, dass der Städtebund gegen die Interessen des Kaisers und des Königs gerichtet war; er erschwerte den Zugriff auf die Reichsstädte und deren finanzielle Ressourcen erheblich, er brachte das System der Landfrieden ins Ungleichgewicht und schränkte so die Handlungsfähigkeit der Zentralgewalt merklich ein.

Die schwäbischen Städte kamen der kaiserlichen Aufforderung, ihren Bund aufzulösen und Wenzel als König anzuerkennen, nicht nach, was Karl mit militärischen Mitteln beantworten ließ. Da die Interessen der Grafen von Württemberg gegen die Reichsstädte mit denen des Kaisers hier deckungsgleich waren, fand er dort bereitwillige Unterstützung. Sie zogen gemeinsam im Herbst gegen Ulm, das sie eine Woche lang belagerten, ohne erfolgreich zu sein. Der Erfolg Ulms gegen den Kaiser verschaffte dem Bund weiteren Zulauf: So trat am 23. Oktober 1376 Kempten und am 1. Januar 1377 Esslingen bei. Die kaiserliche Situation verschlechterte sich weiter, als Ulrich von Württemberg in der Schlacht bei Reutlingen am 21. Mai 1377 eine Niederlage gegen ein reichsstädtisches Aufgebot erlitt. Während die Grafen von Württemberg auf etwas verlorenem Posten eine militärische Lösung des Konflikts anstrebten, unternahm der Kaiser einen politischen Versuch, indem er die Reichsstadt Nürnberg mit der Rolle des Vermittlers beauftragte. Die Verhandlungen führte unter seiner Aufsicht sein Sohn Wenzel, dessen erste selbständige politische Tätigkeit von Erfolg gekrönt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der politischen Intention hinter der Stadterhebung Laichingens von 1364 vor und ordnet sie in den territorialpolitischen Kontext zwischen Württemberg und Ulm ein.

2. Laichingen im späten 14. Jahrhundert: Dieses Kapitel beleuchtet die geografische und wirtschaftliche Bedeutung Laichingens als Grenzort und württembergische Besitzung im Spannungsfeld benachbarter Mächte.

3. Politische Rahmenbedingungen: Der Abschnitt analysiert die Konflikte mit Ulm, die Rolle der Luxemburger Kaiser Karl IV. und Wenzel sowie die Entstehung und Bedeutung des Schwäbischen Städtebundes.

3.1. Die Reichsstadt Ulm – Konflikte in der Konvergenzzone: Hier wird das angespannte Verhältnis der Reichsstädte, speziell Ulm, zu den umgebenden Territorialherren sowie das Phänomen der Pfahlbürger als politisches Machtinstrument erläutert.

3.2. Die Luxemburger Karl und Wenzel: Das Kapitel behandelt das kaiserliche Streben nach finanzieller Machtabsicherung und die daraus resultierende Belastung der Beziehung zu den Reichsstädten durch Verpfändungen.

3.3. – Der Schwäbische Städtebund von 1376: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Gründung des Städtebundes als Reaktion auf die kaiserliche Verpfändungspolitik und die militärischen Auseinandersetzungen mit den Territorialfürsten.

4. Der Landfrieden von Eger: Dieses Kapitel beschreibt, wie der Landfrieden von 1389 die Machtverhältnisse zugunsten der Fürsten festigte und das Pfahlbürgerproblem im Sinne der Territorialherren regelte.

5. Fazit: Das Fazit bestätigt die These, dass die Stadtwerdung Laichingens ein bewusstes Instrument der Landesherrschaft war, dessen Ausbau nach der Befriedung der Region durch den Landfrieden von Eger hinfällig wurde.

Schlüsselwörter

Laichingen, Grafschaft Württemberg, Reichsstadt Ulm, Stadtrechtsverleihung, Landfrieden von Eger, Pfahlbürger, Territorialpolitik, Kaiser Karl IV., König Wenzel, Schwäbischer Städtebund, Mittelalter, Stadtgründung, Machtpolitik, Grenzort, Konvergenzzone.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Stadterhebung des württembergischen Ortes Laichingen im Jahr 1364 und analysiert, warum das Privileg zur Stadtgründung faktisch nie umgesetzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Territorialpolitik der Grafen von Württemberg, dem Spannungsverhältnis zur Reichsstadt Ulm und den Auswirkungen reichspolitischer Entscheidungen, wie des Landfriedens von Eger.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Nicht-Ausführung der Stadtwerdung Laichingens als Ergebnis einer rationalen landesherrlichen Machtpolitik zu erklären, anstatt sie auf bloße Bequemlichkeit der Einwohner zurückzuführen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische historische Untersuchung, die sich auf stadtgeschichtliche Urkunden und die politikgeschichtliche Forschung zum späten Mittelalter stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politischen Rahmenbedingungen, das Konfliktpotenzial durch das Pfahlbürgertum, die Rolle des Schwäbischen Städtebundes und die Auswirkungen der kaiserlichen Verpfändungspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind: Laichingen, Württemberg, Reichsstadt Ulm, Stadtgründung, Landfrieden von Eger, Territorialpolitik und Pfahlbürger.

Welche Rolle spielte das Pfahlbürgertum bei den Konflikten zwischen Ulm und Württemberg?

Das Pfahlbürgertum diente den Reichsstädten als Instrument zur Erweiterung ihres Machtbereichs, was die Grafen von Württemberg wirtschaftlich schädigte und zu langwierigen territorialen Konflikten führte.

Warum war der Landfrieden von Eger (1389) für die Entwicklung Laichingens entscheidend?

Durch den Landfrieden von Eger wurden die Konflikte mit den Reichsstädten zugunsten der Fürsten befriedet, wodurch die Notwendigkeit für einen militärischen Ausbau Laichingens zur "gemauerten Stadt" als Schutzwall entfiel.

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Details

Titel
Landesherrliche Territorialpolitik. Laichingen im 14. Jahrhundert in der Konvergenzzone zur Reichsstadt Ulm
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Städteboom im spätmittelalterlichen Reich: Die Bedeutung der Klein- und Mittelstädte
Note
1,3
Autor
Kristian Kaiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V301235
ISBN (eBook)
9783956874260
ISBN (Buch)
9783668004399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
landesherrliche territorialpolitik laichingen jahrhundert konvergenzzone reichsstadt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristian Kaiser (Autor:in), 2015, Landesherrliche Territorialpolitik. Laichingen im 14. Jahrhundert in der Konvergenzzone zur Reichsstadt Ulm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301235
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Leseprobe aus  15  Seiten
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