Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Gegenstand des Subtitlings als Form der interlingualen Übersetzung. Dabei soll unter anderem den Fragen nachgegangen werden, welche Besonderheiten und Restriktionen dabei eine bedeutende Rolle spielen und inwiefern eine solch interlinguale – im Gegensatz zur intralingualen – Untertitelung überhaupt als Form der Übersetzung zu verstehen ist. Anhand der westlichen Methoden und Standards werde ich zunächst eine Einführung in die Gattung und Entstehung von Untertiteln geben, um im weiteren Verlauf meiner Arbeit das Hauptaugenmerk auf den Bereich japanischer Untertitel in ausländischen Filmen zu legen. Dabei sollen ebenso Unterschiede zu den westlichen Konventionen sowie bedeutende Charakteristika der japanischen Sprache und Schrift einer näheren Betrachtung unterzogen werden, um die Inhalte meiner anschließenden Hauptuntersuchung verständlicher darstellen zu können. Am Beispiel eines amerikanischen Films werde ich die wesentlichen Merkmale und Auffälligkeiten einer interlingualen Untertitelübersetzung am Beispiel japanischer Untertitel sowohl auf technische als auch linguistische Weise verdeutlichen und anhand der eingangs genannten gattungsspezifischen Restriktionen und Konventionen zu begründen versuchen. Dabei soll sowohl eine Übersetzung des englischen Originaldialogs wie auch eine Übersetzung und Transkription der japanischen Untertitel nicht fehlen. Auf Grundlage dieser Darstellung erfolgt im Anschluss eine direkte Beurteilung der Untertitelung, um noch einmal die wesentlichsten Übersetzungsauffälligkeiten innerhalb der interlingualen Untertitelung aufgrund standardisierter Vorgehensweise und sprachlicher Mentalitätsunterschiede zu veranschaulichen. Auf dieser Grundlage möchte ich abschließend eine Antwort auf die anfangs erwähnte Frage geben, ob der sprachliche Transfer zwischen mündlichem Original und schriftlichen Untertiteln tatsächlich als gewöhnliche Übersetzung, oder vielmehr als umschreibende Zusammenfassung zu werten ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.0 Die Gattung Untertitel und das Subtitling
1.1 Entwicklungsgeschichte und Herstellungsprozess
1.2 Vorgang und Ablauf des Untertitelns: das Subtitling
1.2.1 Räumliche und zeitliche Restriktionen
1.2.2 Standards des ‚Code of Good Subtitling Practice’
2.0 Umriss der japanischen Sprache und Schrift
2.1 Kurze Einführung in Schrift und Schriftsystem
2.2 Besondere Eigenschaften des Japanischen
2.2.1 Verschiedene Höflichkeitsstufen
2.2.2 Frauensprache vs. Männersprache
2.2.3 Personalpronomen und Anredeformen
3.0 Zum Subtitling ausländischer Filme in Japan
3.1 Entstehungsgeschichte des japanischen Subtitlings
3.2 Unterschiede in Standards und Restriktion
4.0 Interlinguales Subtitling als Form des Übersetzens
4.1 Bedeutung und Beschreibung des Übersetzens
4.2 Schwierigkeiten und Nachteile des Subtitlings
4.3 Subtitling als Brücke des kulturellen Transfers
5.0 Untersuchung: japanische Untertitel im Film „I, Robot“
5.1 Auffälligkeiten im Transfer unter Berücksichtigung der Standards
5.1.1 Höflichkeit, Genderlekt und Personalpronomina
5.2 Nähere Betrachtung weiterer sprachmentaler Transferunterschiede
5.2.1 Beleidigungen, Drohungen und Flüche
5.2.2 Slang und Umgangssprache
5.2.3 Ironie, Sarkasmus und Wortwitz
5.3 Gesamtbeurteilung anhand der wesentlichen Gesichtspunkte
6.0 Fazit: Subtitling – Übersetzung oder Zusammenfassung?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das interlinguale Subtitling, insbesondere den Sprachtransfer von englischen Filmdialogen in japanische Untertitel, unter Berücksichtigung technischer sowie linguistischer Restriktionen. Ziel der Forschungsarbeit ist es zu klären, ob dieser Prozess als klassische Übersetzung oder als umschreibende Zusammenfassung zu werten ist.
- Grundlagen des Subtitlings und internationale Standards
- Charakteristika der japanischen Sprache und Schrift
- Herausforderungen beim Transfer zwischen westlichen und japanischen Konventionen
- Analyse technischer und linguistischer Restriktionen am Beispiel des Films „I, Robot“
- Kulturelle Aspekte des Transfers und deren Auswirkungen auf die Übersetzungsqualität
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Räumliche und zeitliche Restriktionen
Der Untertitler hat während seiner Arbeit mit vielen Einschränkungen zu kämpfen, innerhalb derer er zu agieren und an die er sich zu halten hat. So ist unter anderem eine festgelegte Lesezeit der Zuschauer ausschlaggebend für die Zeichenanzahl, die pro Zeile und Sekunden auf dem Bildschirm eingeblendet werden darf; in den westlichen Ländern beträgt diese zwischen 32 und 41 Zeichen pro Zeile sowie maximal zwei Zeilen innerhalb einer Einblendung (vgl. Diaz Cintas 2007:9). Pro Sekunde sollten dabei nicht mehr als 7 – 8 Zeichen auftreten (vgl. Ivarsson 1992:42). Diese Restriktion hat zur Folge, dass die geschriebenen Untertitel dem gesprochenen Originaldialog des Films nicht 1:1 entsprechen können – schließlich ist die Lesefähigkeit des Menschen längst nicht so schnell wie seine akustische Wahrnehmung (vgl. Shimizu 1992:29).
Darüber hinaus gibt es einige weitere Konventionen und Standards, die für die Erstellung guter Untertitel als essentiell gelten und demnach traditionell eingehalten werden sollten. Dazu gehören unter anderem die Schriftart, die Platzierung und der Satzumbruch der Untertitel. Ivarsson und Caroll haben als Mitglieder der ESIST (European Association for Studies in Screen Translation) mit ihrem „Code of Good Subtitling Practice“ (Ivarsson 1998:157 ff.) eine Zusammenstellung zeitgemäßer Festlegungen zu diesem Bereich erstellt, deren wesentliche Inhalte ich im Folgenden näher beschreiben möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema Subtitling als Form der interlingualen Übersetzung und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
1.0 Die Gattung Untertitel und das Subtitling: Überblick über historische Hintergründe und technisches Vorgehen bei der Erstellung von Untertiteln.
2.0 Umriss der japanischen Sprache und Schrift: Beschreibung der Besonderheiten des Japanischen, darunter Höflichkeitsformen und Genderlekt.
3.0 Zum Subtitling ausländischer Filme in Japan: Betrachtung der Geschichte und spezifischer japanischer Standards in der Untertitelung.
4.0 Interlinguales Subtitling als Form des Übersetzens: Theoretische Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten des interlingualen Transfers.
5.0 Untersuchung: japanische Untertitel im Film „I, Robot“: Empirische Untersuchung anhand des Films "I, Robot" zur Belegung der theoretischen Kriterien.
6.0 Fazit: Subtitling – Übersetzung oder Zusammenfassung?: Abschließende Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Hauptuntersuchung.
Schlüsselwörter
Subtitling, interlinguale Übersetzung, Japanisch, Filmuntertitel, I Robot, Zeichenbegrenzung, Sprachkultur, Höflichkeitssprache, Transkription, Kulturspezifik, Filmuntertitelung, Sprachrhythmus, audiovisuelle Übersetzung, Medienübersetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Praxis des Subtitlings von ausländischen Filmen ins Japanische und untersucht, inwieweit dieser Prozess als Übersetzung bezeichnet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst technische Restriktionen, linguistische Standards, kulturelle Aspekte der japanischen Sprache sowie die praktische Anwendung durch eine Fallstudie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob der Transfer von gesprochener Originalsprache zu schriftlichen Untertiteln eine klassische Übersetzung darstellt oder eher eine umschreibende Zusammenfassung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Basis, kombiniert mit einer praktischen Hauptuntersuchung (Fallstudie) am Film „I, Robot“, um die Anwendung von Standards und Restriktionen zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie japanische Untertitel mit technischen Limits (Zeichenanzahl, Timing) und linguistischen Besonderheiten (Höflichkeit, Genderlekt) umgehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Subtitling, japanische Sprache, Übersetzungstheorie, kulturellen Transfer und audiovisuelle Medien.
Wie unterscheidet sich das japanische Subtitling vom westlichen?
Besonders auffällig ist die horizontale statt vertikale Schreibweise heute, der Verzicht auf herkömmliche Interpunktion und die Notwendigkeit, aufgrund begrenzter Kanji-Verständlichkeit prägnant zu kürzen.
Warum wird im Film „I, Robot“ auf bestimmte Formulierungen verzichtet?
Der Autorin zufolge geschieht dies primär zur Einhaltung der strengen zeitlichen und zeichenbasierten Restriktionen, um die Lesbarkeit für den Zuschauer nicht zu gefährden.
- Citar trabajo
- Andrea Kluge (Autor), 2009, Interlingual Translation. Subtitling als Übersetzungsform am Beispiel japanischer Untertitel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301315