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Entwicklungsökonomische Perspektiven auf die Liberalisierung der Finanzmärkte

Title: Entwicklungsökonomische Perspektiven auf die Liberalisierung der Finanzmärkte

Term Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Rukiye Hamza (Author)

Business economics - Economic Policy
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Der internationale Finanzmarkt birgt zwar die Chance zu wirtschaftlichem Wachstum, ist jedoch aufgrund der Volatilität der Kapitalströme und eines fehlenden institutionellen Rahmens durch diverse Risiken gekennzeichnet. Davon sind insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer betroffen, die durch unterentwickelte Finanzsysteme geprägt sind.
Inwieweit die Vorteile des freien Kapitalverkehrs tatsächlich genutzt und die mit diesen verbundenen Gefahren eingegrenzt werden können, hängt nicht nur von externen Faktoren ab, sondern auch von der inländischen Wirtschaftspolitik und dem Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ab.

Heute sind sich die Ökonomen darüber einig, dass die Liberalisierung der Finanzmärkte, die zu schnell und ohne die Schaffung institutioneller Rahmenbedingungen vorangetrieben wurde, die Hauptursache für die heutigen Krisen ist. Die jüngsten Finanzkrisen in Mexiko 1994/95, Südostasien (1997/98), Russland (1998) und Brasilien (1999) haben erhebliche Schwachstellen im internationalen Finanzsystem offen gelegt. Selbst Länder mit solider Wirtschaftspolitik und gesundem Kapitalmarkt blieben nicht von den Wirtschaftskrisen verschont.

Diese Umstände führen uns zu der Fragestellung, welche Effekte von der Liberalisierung der Kapitalbilanz ausgehen.
1. Wie kann der deregulierte Finanzmarkt zu Entwicklung beitragen und welche Risiken birgt er?
2. Wie kann eine bessere Integration der Entwicklungsländer in den Weltmarkt erreicht werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Neoklassische Theorie und die Entwicklungs- und Schwellenländer im internationalen Finanzsystem

1. Das Mundell-Trilemma und Finanzmarktglobalisierung

2. Neoklassische Theorie

3. Lukas-Paradox

4. Internationale Kapitalströme in den 1990er Jahren

III. Die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Wirtschaftswachstum

1. Liberale Finanzmärkte und wirtschaftliche Entwicklung

2. Gesamtwirtschaftliche Effekte der Kapitalkonvertibilität

3. Auswirkungen auf die Effizienz der Finanzmärkte

IV. Die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Instabilität

1. Risiken deregulierter Finanzmärkte

2. Makroökonomische Risiken

3. Leistungsbilanz und Verschuldung

4. Der Anstieg der Realzinsen

V. Bilanz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Liberalisierung von Finanz- und Kapitalmärkten auf Entwicklungs- und Schwellenländer, insbesondere im Hinblick auf die Chancen auf Wirtschaftswachstum versus die Risiken von Finanzkrisen und makroökonomischer Instabilität.

  • Analyse der neoklassischen Wachstumstheorie im Kontext der Kapitalmarktintegration.
  • Untersuchung der Ursachen für das Lukas-Paradox in globalen Kapitalströmen.
  • Bewertung der Stabilitätseffekte bei der Liberalisierung des Kapitalverkehrs.
  • Diskussion von Zusammenhängen zwischen Leistungsbilanzdefiziten, Verschuldung und Finanzmarktvolatilität.
  • Diskussion von Reformoptionen für eine entwicklungsförderliche Weltmarktintegration.

Auszug aus dem Buch

1. Risiken deregulierter Finanzmärkte

Das klassische Argument für liberalen Kapitalverkehr ist die Annahme effizienter Ressourcenallokation. Unter der alternativen Annahme, dass Informationen auf unvollkommenen Märkten asymmetrisch sind, ergeben sich Ineffizienzen aufgrund von unvollständiger Information, Moral Hazard und Herdentrieb. In einem Markt mit mangelnder Transparenz können die Qualität und die Risiken von Krediten nicht richtig eingeschätzt werden. Infolgedessen werden viele Projekte mit einem positiven Net Present Value (NPV) nicht durchgeführt, während solche, deren NPV geringer ausfällt, als die Opportunitätskosten (NPV<0) finanziert werden. Unter solchen Umständen bietet ein liberaler Kapitalverkehr keine effiziente Ressourcenallokation.

Destabilisierende Wirkungen können von einem Herdentrieb ausgehen, wenn unvollständig informierte Anleger infolge eines Vertrauensverlustes ihr Kapital abziehen, weil sie meinen, dass die Qualität der Sicherheit zu niedrig sei. Infolgedessen kommt es zu starken Preisschwankungen. Gerade in Schwellenländern, deren Finanzsektor relativ klein ist, bilden exzessive Umschwünge im Anlageverhalten ein großes Risiko für das Finanzsystem. Das größte Problem ist die Schaffung von Moral Hazard durch die staatliche Absicherung von riskanten Investitionen ohne die Etablierung adäquater Sicherheitsnetze gegen das Risikoverhalten von Anlegern. Ein besseres Informationsnetz über die Anhäufung von Risiken und Schulden sollte dem Herdentrieb und Moral Hazard entgegensteuern.

Selbst bei vollständiger Marktinformation wären internationale Kapitalströme angesichts bestehender marktwirtschaftlicher Verzerrungen nicht wohlstandsfördernd. Erhöhte Kapitalimporte können durch die Ausweitung kapitalintensiver Sektoren und den Rückgang arbeitsintensiver Branchen zu Missallokation von Ressourcen führen. Cooper schließt daraus: „Free Movement is likely to be-come allocationally efficient only after trade barriers have come down substantially, particularly on capital-intensive activities in countries well endowed with labour“ (Cooper 1999, 105).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung internationaler Kapitalströme dar und thematisiert die Diskrepanz zwischen erhofftem Wachstum und realen Finanzkrisen in Schwellenländern.

II. Neoklassische Theorie und die Entwicklungs- und Schwellenländer im internationalen Finanzsystem: Das Kapitel erläutert das Mundell-Trilemma und die neoklassischen Argumente für Kapitalmarktliberalisierung, während es gleichzeitig das Lukas-Paradox der Kapitalflüsse vorstellt.

III. Die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Wirtschaftswachstum: Hier wird der kritische Zusammenhang zwischen liberalisierten Finanzmärkten und tatsächlicher wirtschaftlicher Entwicklung sowie die Rolle der Kapitalkonvertibilität analysiert.

IV. Die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Instabilität: Das Kapitel untersucht die Risiken deregulierter Finanzmärkte, insbesondere im Hinblick auf makroökonomische Stabilität, Verschuldung und die Auswirkungen steigender Realzinsen.

V. Bilanz: Die Bilanz fasst zusammen, dass die neoklassische Theorie sich empirisch nicht bestätigen lässt und betont den Bedarf für Regulierungen, um Risiken für Entwicklungsländer zu minimieren.

Schlüsselwörter

Liberalisierung, Finanzmärkte, Kapitalverkehr, Entwicklungsökonomie, Schwellenländer, Wirtschaftswachstum, Lukas-Paradox, Kapitalströme, Finanzkrisen, Makroökonomie, Risiko, Verschuldung, Kapitalkonvertibilität, Ressourcenallokation, Weltmarktintegration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die entwicklungskonomenischen Auswirkungen der Liberalisierung von Finanz- und Kapitalmärkten auf Entwicklungs- und Schwellenländer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die neoklassische Theorie, internationale Kapitalströme, die Beziehung zwischen Kapitalmarktöffnung und Wirtschaftswachstum sowie die daraus resultierenden Stabilitätsrisiken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Liberalisierung der Kapitalbilanz auswirkt und wie Entwicklungsländer in den Weltmarkt integriert werden können, ohne dabei destabilisierenden Finanzkrisen ausgesetzt zu sein.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Analyse auf Basis der neoklassischen Wachstumstheorie in Verbindung mit einer Auswertung statistischer Daten und empirischer Untersuchungen zu Finanzmarktentwicklungen und Krisen der 1990er Jahre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Chancen und Risiken der Liberalisierung, diskutiert das Lukas-Paradox, die Effekte der Kapitalkonvertibilität, makroökonomische Risiken wie Leistungsbilanzdefizite und den Anstieg der Realzinsen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Finanzmarktliberalisierung, Kapitalverkehr, Entwicklungsökonomie, Finanzkrisen, makroökonomische Instabilität und das Lukas-Paradox.

Was besagt das Lukas-Paradox in der vorliegenden Untersuchung?

Das Lukas-Paradox beschreibt die Beobachtung, dass Kapital entgegen der neoklassischen Theorie nicht in kapitalarme Länder mit hoher marginaler Kapitalproduktivität fließt, sondern verstärkt in kapitalreiche Länder.

Warum wird die totale Öffnung des Kapitalverkehrs in der Arbeit kritisch gesehen?

Aufgrund empirischer Belege über hohe Risiken kurzfristiger Kapitalströme und das Ausbleiben wachstumsfördernder Effekte kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass eine totale Öffnung ohne vorherige institutionelle Absicherung zu Instabilität führt.

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Details

Title
Entwicklungsökonomische Perspektiven auf die Liberalisierung der Finanzmärkte
College
Free University of Berlin  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,7
Author
Rukiye Hamza (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V301360
ISBN (eBook)
9783668078222
ISBN (Book)
9783668078239
Language
German
Tags
entwicklungsökonomische perspektiven liberalisierung finanzmärkte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rukiye Hamza (Author), 2004, Entwicklungsökonomische Perspektiven auf die Liberalisierung der Finanzmärkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301360
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