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Die „Entsorgung“ der giftigen Abwässer der Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld. Was geschah bei Petershütte?

Titre: Die „Entsorgung“ der giftigen Abwässer der Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld. Was geschah bei Petershütte?

Etude Scientifique , 2015 , 14 Pages , Note: keine Benotung

Autor:in: Dr. Friedhart Knolle (Auteur), Dr. Michael Braedt (Auteur), Hansjörg Hörseljau (Auteur), Frank Jacobs (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - National-socialisme, La seconde guerre mondiale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die ehemalige Sprengstoffabrik Clausthal, mit ihrem Tarnnamen auch als "Werk Tanne" bezeichnet, liegt am östlichen Ortsrand der Oberharzer Bergstadt Clausthal-Zellerfeld in Niedersachsen (Landkreis Goslar). Hier wurde der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) hergestellt, aber es wurden auch TNT und andere angelieferte Sprengstoffe in Bomben, Minen und Granaten abgefüllt. Ein wichtiger dritter Bereich war die Sprengstoffaufbereitung aus Fehlchargen und Beutemunition. Als besonderes Problem erwies sich die Entsorgung des bei der TNT-Produktion und der Schwefelsäureaufkonzentration anfallenden Abwassers. Diese werden im Detail dargestellt.

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begannen die ersten Planungen für einen massiven Ausbau der Spreng- und Kampfstoffproduktion in Deutschland. Der rechtlich-organisatorische Aufbau und das Zusammenspiel von Großindustrie und militärischer Führung wurde dafür geschickt verschleiert ("Rüstungsviereck").

Als besonderes Problem erwies sich die Entsorgung des bei der TNT-Produktion und der Schwefelsäureaufkonzentration anfallenden Abwassers. Dies führte in der Planungsphase sowie während des Betriebes der unterschiedlichen Entsorgungs"lösungen" zu umfangreichem Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden.

Ursprünglich war geplant, die mit gelöschtem Kalk nur unzureichend neutralisierten Abwässer durch Sickerschächte direkt auf dem Werksgelände zu entsorgen, was aber aufgrund der geologischen Situation nicht durchführbar war. Da die aggressiven Abwässer zudem auch Schäden an der Großvegetation anrichteten, war die für das Werk überaus wichtige natürliche Tarnung gefährdet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Was geschah bei Petershütte? Die „Entsorgung“ der giftigen Abwässer der Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld

2. Standortwahl und Aufbau von „Werk Tanne“

3. Zu den vielfältigen Bemühungen um geeignete „Entsorgungspfade“

4. Heutige Umweltschäden und Sanierungsbemühungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung, die umwelt- und rüstungspolitischen Hintergründe sowie die bis heute nachwirkenden ökologischen Folgen der Sprengstofffabrik „Werk Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld. Im Fokus steht dabei die kritische Aufarbeitung der Abwasserentsorgung und deren Langzeitauswirkungen auf das Grundwasser und die Trinkwasserversorgung im Harz.

  • Historische Rüstungsstruktur und Tarnungsmechanismen des sogenannten „Rüstungsvierecks“.
  • Methoden der Abwasserentsorgung während des Zweiten Weltkriegs und deren behördliche Bewertung.
  • Rechtliche und ökologische Problematik der Hinterlassenschaften von Sprengstofffabriken.
  • Aktuelle Gefährdungspotenziale für die Trinkwasserversorgung durch Altlasten.
  • Stand der Sanierungsbemühungen und kritische Einordnung von Notlösungen.

Auszug aus dem Buch

Zu den vielfältigen Bemühungen um geeignete „Entsorgungspfade“

Als besonderes Problem erwies sich die Entsorgung des bei der TNT-Produktion und der Schwefelsäureaufkonzentration anfallenden Abwassers. Dies führte in der Planungsphase sowie während des Betriebes der unterschiedlichen Entsorgungs"lösungen" zu umfangreichem Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden.

Ursprünglich war geplant, die mit gelöschtem Kalk nur unzureichend neutralisierten Abwässer durch Sickerschächte direkt auf dem Werksgelände zu entsorgen, was aber aufgrund der geologischen Situation nicht durchführbar war. Da die aggressiven Abwässer zudem auch Schäden an der Großvegetation anrichteten, war die für das Werk überaus wichtige natürliche Tarnung gefährdet.

Daraufhin wurde geplant, die mit 300 m3 täglich angenommene Abwassermenge zusammen mit den häuslichen Abwässern in einem nördlich des Werksgeländes im Jagen 32 gelegenen Gelände zwischen dem Großen und dem Kleinen Mönchstal in den Untergrund zu versenken.

Die mit der Begutachtung beauftragte Landesanstalt für Boden-, Wasser- und Lufthygiene brachte gegen diese geplante Abwasserbeseitigung keine Bedenken vor. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch davon ausgegangen, dass die Fabrikabwässer "klar" und nur "schwach rosa gefärbt" sein würden und infolge der Kalkzugabe nur noch schwach sauer wären. Ein weiteres Gutachten der Landesanstalt vom 11.11.1937, das nach Besichtigung der zwischenzeitlich fertiggestellten Abwasserbeseitigungsanlage des Werks erstellt wurde, kam aber dann zu dem Schluss, dass "eine nach den gegebenen örtlichen Verhältnissen praktisch in Betracht kommende bessere Beseitigung der Abwässer nicht möglich ist“. Ausgangspunkt war zu diesem Zeitpunkt bereits eine tägliche Abwassermenge von ca. 400 m3.

Zusammenfassung der Kapitel

Was geschah bei Petershütte? Die „Entsorgung“ der giftigen Abwässer der Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld: Einleitende Darstellung der historischen Hintergründe, der Vernetzung der Großindustrie unter den Nationalsozialisten und der langfristigen rechtlichen Auswirkungen dieser Rüstungsprojekte.

Standortwahl und Aufbau von „Werk Tanne“: Beschreibung der Standortentscheidung im Oberharz, des Aufbaus als sogenanntes "Schlafwerk" und der Inbetriebnahme sowie Produktionskapazitäten der Sprengstofffabrik.

Zu den vielfältigen Bemühungen um geeignete „Entsorgungspfade“: Detaillierte Analyse der gescheiterten Versickerungsversuche, der behördlichen Genehmigungspraxis und der Entscheidung zur Ableitung der hochtoxischen Abwässer in Vorfluter und den Untergrund.

Heutige Umweltschäden und Sanierungsbemühungen: Diskussion der aktuellen Kontamination des Grundwassers und des Oberharzer Stollen-Systems sowie der bisher unzureichenden Sanierungsmaßnahmen angesichts der fortdauernden toxischen Belastung.

Schlüsselwörter

Werk Tanne, Rüstungsaltlast, Sprengstofffabrik, TNT-Produktion, Abwasserentsorgung, Umweltschäden, Grundwasserkontamination, Zwangsarbeit, Clausthal-Zellerfeld, Rüstungsviereck, Trinkwasserversorgung, Sanierung, Nitroaromaten, Neutralisationsschlämme, Industriegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Sprengstofffabrik „Werk Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld und beleuchtet deren Geschichte sowie die massiven, bis heute spürbaren ökologischen Folgen, insbesondere durch die Entsorgung von Produktionsabwässern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verflechtung von Rüstungsindustrie und NS-Behörden, die technische Entsorgungslogistik für hochgiftige Chemikalien sowie die Problematik der nachhaltigen Altlastensanierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die historischen Entscheidungen bei der Entsorgung von Sprengstoffabwässern kritisch zu hinterfragen und die daraus resultierenden langfristigen Gefahren für die Trinkwasserversorgung und Umwelt aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autoren nutzen eine historische Analyse auf Basis von Archivquellen, Betriebsberichten und Gutachten sowie eine umweltwissenschaftliche Auswertung bestehender Kontaminationsdaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Standortwahl, der Aufbau des Werks, die chronologische Abfolge der gescheiterten Abwasserentsorgungskonzepte und die heutige Belastung der Oberharzer Wasserwege detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Rüstungsaltlast, Werk Tanne, Grundwasserkontamination, Sprengstoffproduktion und Sanierungsbemühungen.

Warum konnte die Versickerung der Abwässer nicht erfolgreich umgesetzt werden?

Der Untergrund war aufgrund der geologischen Gegebenheiten nicht aufnahmefähig, was dazu führte, dass die giftigen Abwässer in der Nähe wieder an die Oberfläche traten und angrenzende Wasserläufe verunreinigten.

Welche Rolle spielte Prof. Fritz Dahlgrün bei der Entsorgung?

Als Regierungsgeologe entschied er zugunsten der Rüstungsinteressen und empfahl trotz bekannter ökologischer Bedenken die Versenkung der Abwässer in den Untergrund, da dies als das "kleinere Übel" im Kriegskontext betrachtet wurde.

Warum stellt das "Werk Tanne" heute noch eine Gefahr dar?

Trotz eingeleiteter Sanierungsversuche sind hochtoxische Verbindungen aus der Produktion im Untergrund und in Stollensystemen gebunden, die das Trinkwasser in der Region dauerhaft gefährden können.

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Résumé des informations

Titre
Die „Entsorgung“ der giftigen Abwässer der Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld. Was geschah bei Petershütte?
Note
keine Benotung
Auteurs
Dr. Friedhart Knolle (Auteur), Dr. Michael Braedt (Auteur), Hansjörg Hörseljau (Auteur), Frank Jacobs (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
14
N° de catalogue
V301438
ISBN (ebook)
9783668006744
ISBN (Livre)
9783668006751
Langue
allemand
mots-clé
entsorgung abwässer sprengstofffabrik tanne clausthal-zellerfeld petershütte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. Friedhart Knolle (Auteur), Dr. Michael Braedt (Auteur), Hansjörg Hörseljau (Auteur), Frank Jacobs (Auteur), 2015, Die „Entsorgung“ der giftigen Abwässer der Sprengstofffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld. Was geschah bei Petershütte?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301438
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Extrait de  14  pages
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