Burnout-Syndrom bei pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen. Erstellung eines Fragebogens


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
25 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Burnout - Syndrom ein Definitionsversuch
1.1. Definition
1.2. Symptome
1.3. Verlauf
1.4. Instrumente zur Erfassung des Burnout – Syndroms

2. Arbeitsanforderung an eine pädagogische Fachkraft bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirk Mittelrhein

3. Konzeption des Fragebogens
3.1. Vorstellung der Module
3.2. Entwicklung des Fragebogens / ;Methoden

4. Anschreiben

5. Fragebogen

6. Fazit

Anhang 1: Tabelle Burnout-Symptomatik (Burisch)

Anhang 2: Vgl. II-2_M8 Muster- Stellenbeschreibung Fachkraft

Anhang 3: Auswertungsmöglichkeiten

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Anlage: Ausgefüllte / Ausgewertete Fragebögen

Einleitung

"Burnout bezeichnet das Ausgebrannt-sein durch zu starke Arbeitsbelastung. Besonders soziale und helfende Berufe sind überproportional davon betroffen und die Häufigkeit eines Burnout bei Pflegekräften nimmt zu." {Roswitha Gembris-Nübel 07/08 2008}

Aussagen wie diese oder ähnliche findet man in vielerlei Schriften über das Burnout-Syndrom. (Burisch, 1989 S.3, S.9).

Im Gesundheitsreport von 2013 wird ausgeführt, dass das Burnout-Syndrom jedes Jahr mehr Beachtung bekommt. Jede 330. Frau bekam im Jahr 2012 eine Krankschreibung wegen Burnout-Syndrom (ICD10 Z73). Die Tendenz ist momentan steigend, da viele Ärzte das Burnout-Syndrom nicht als solches klassifizieren, sondern beispielweise bei Anpassungsstörungen einordnen. Auffällig im DAK Gesundheitsreport 2013 (vgl. DAK Gesundheitsreport 2013, S. 46) ist außerdem, dass psychische Erkrankungen in den Arbeitsbereichen Gesundheitswesen und Öffentliche Verwaltung in Bezug auf Arbeitsunfähigkeitstage über dem DAK-Durchschnitt liegen.

Ziel der Arbeit ist es einen Fragebogen zu erstellen, der hilft herauszufinden, ob sich bei pädagogischen Fachkräften in Kindertagesstätten vermehrt Symptome des sogenannten Burnout-Syndroms wiederfinden und in welcher Intensität diese Symptome gegebenenfalls auftreten. Bei rechtzeitiger Diagnose lässt sich ein Konzept zur Vermeidung des Burnout-Syndroms ableiten.

Im ersten Teil der Arbeit wird ein Versuch einer Begriffsbestimmung und Definition des Begriffes Burnout-Syndrom vorgenommen. Des Weiteren werden Symptome aufgeführt und ein Verlauf des Burnout-Syndroms vorgestellt sowie Instrumente zur Erfassung des Burnout-Syndroms aufgezeigt. Darüber hinaus werden die Arbeitsanforderungen an eine Erzieherin bei der AWO Aachen Land verdeutlicht. Aus diesen Erkenntnissen heraus wird ein speziell auf diese Berufsgruppe bezogener Fragebogen samt Anschreiben erstellt.

1. Burnout-Syndrom ein Definitionsversuch

1.1. Definition

Eine einheitliche Definition zum Burnout-Syndrom gibt es in der Literatur nicht. Auffällig ist jedoch, dass immer wieder von Erschöpfungszuständen gesprochen wird, die an Intensität zunehmen. (Burisch, 1989; Kaschka, Korczak, Broich 2011; Ballweg, Seeher, Tschitsaz, Cattapan 2013)

Besonders bildlich stellt Freudenberger das von ihm als Burnout benannte Syndrom dar: „ Wer je ein ausgebranntes Gebäude gesehen hat, der weiß, wie verheerend so etwas aussieht. Ein Bauwerk, eben noch von pulsierendem Leben erfüllt, ist nun verwüstet. Wo früher Geschäftstätigkeit herrschte, finden sich jetzt nur noch die verkohlten Überreste von Kraft und Leben. Ein paar Ziegel und Zementbrocken mögen stehengeblieben sein, ein paar leere Fensterrahmen. Vielleicht ist sogar die äußere Hülle des Gebäudes noch erhalten. Wer sich jedoch hinein wagt in die Ruine, wird erschüttert vor dem Werk der Vernichtung stehen. “ (Freudenberger c 198, S. 13) Er bezeichnet hiermit einige typische Symptome, die das Burnout-Syndrom beschreiben. Zunächst einmal ist man mit vollem Einsatz und vollkommener Selbstaufgabe bei der Sache. Am Ende seiner Kräfte bleibt nur noch eine leere Hülle des Menschen übrig, der emotional erschöpft ist, mit Distanzierung und Depersonalisation und schließlich mit verringerter Arbeitsleistung mit Konzentrationsstörungen und mangelnder Merkfähigkeit reagiert. (vgl. Ruhwandl, 2007 S.37).

Anders als im allgemeinen angenommen, ist Burnout keine eigenständig anerkannte psychische Erkrankung. Laut ICD 10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) gehört das Burnout-Syndrom zum Kapitel XXI, also lediglich zu den Dingen, die Einfluss auf die Gesundheit haben. (DAK Gesundheitsreport 2013 S.48) Dabei gehört das Burnout-Syndrom als Ausgebrannt sein zu den Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (Z73). Dort steht sie gemeinsam mit Faktoren wie: „ […],Körperliche oder psychische Belastung o.n.A., Mangel an Entspannung oder Freizeit, […], Zustand der totalen Erschöpfung" (Krollner 2014)

1.2. Symptome

Nach neusten Erkenntnissen findet man an die 160 Symptome zur Erkennung der Anzeichen für das Burnout-Syndrom. (Wawrzinek/Schauer 2014, S. 14). Diese gliedern Wawrzinek und Schauer (2014 S. 14) in drei Kategorien: emotionaler Erschöpfungszustand, Distanzierung und Depersonalisation, verringerte Arbeitsleistung mit Konzentrationsstörung und mangelnde Merkfähigkeit.

Die erste Kategorie ist der emotionale Erschöpfungszustand. In diesem Stadium zeigt der Klient verschiedene Anzeichen von Erschöpfung, wie z.B. das Gefühl der Überforderung, Ausgelaugt sein, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Anspannungszustände, Schlafstörungen, psychosomatische Beschwerden, auch das Entspannen in Freizeit und Urlaub erscheint verringert. In der zweiten Kategorie geht es um Distanzierung und Depersonalisation, also darum sich von vielem zurück zu ziehen. Dies erstreckt sich von der Arbeit und den Kollegen bis hin zur eigenen Familie und Freunden. Die Klienten fühlen sich überfordert mit den ihnen gegebenen Aufgaben und erfahren dadurch Frustrationen. Die meisten Klienten fühlen sich in dieser Zeit wie „in Watte gepackt“ (Wawrzinek/Schauer 2014, S. 14) und werden immer mehr unfähig dahingehend, positive Gefühle zu empfinden. Die anfängliche Begeisterungsfähigkeit, für die Arbeit beispielsweise, wird immer mehr zu einer Monotonie und mündet letzten Endes meist in einer Gleichgültigkeit. Bei der dritten Kategorie geht es darum, dass Klienten eine verringerte Arbeitsleistung zeigen, häufig mit Konzentrationsstörungen und einer mangelnden Merkfähigkeit. Den Klienten geht der Überblick verloren, sie sind nicht mehr in der Lage wichtige Erledigungen von unwichtigen zu unterscheiden und dementsprechend die richtigen Prioritäten zu setzen.

Burisch (1989 S. 13) kategorisiert die Symptome für das Burnout-Syndrom in sieben Bereiche: „Warnsymptome der Anfangsphase, Reduziertes Engagement, Emotionale Reaktionen, Schuldzuweisungen, Abbau, Verflachung, Psychosomatische Reaktionen, Verzweiflung“ (siehe Tabelle in Anhang 1). Burisch gesteht eine Unabhängigkeit der Faktoren untereinander ein und beschreibt die Reihenfolge als nicht zwingend aber charakteristisch. (Burisch 1989 S.13)

1.3 Verlauf

Der Verlauf des Burnout-Syndroms ist bei jedem Klienten vollkommen unterschiedlich. Dies liegt nicht zuletzt an den verschiedenen Voraussetzungen, die die Klienten mitbringen. Jeder Mensch besitzt, wie Antonowsky (Unterrichts Mitschrift Beratung und Coachung) es beschreibt, ein anderes Kohärenzgefühl, ein anderes Gefühl dafür, zu den Menschen Vertrauen hegen zu können. Es wird vor allem dadurch beeinflusst, ob der Klient seine Umwelt nachvollziehen kann, eventuell Unterstützung von anderen erfährt, oder ob er die Sinnhaftigkeit seiner Taten nachvollziehen kann. Auch die Resilienzkräfte (Widerstandskräfte) sind bei jedem Menschen anders, da sie bei jedem Menschen unterschiedlich geprägt sind und jeder anders für die Widrigkeiten des Lebens gewappnet ist. (Berndt 2013)

1.4 Instrumente zur Erfassung des Burnout–Syndroms

Die drei wichtigsten in der Literatur genannten Instrumente zur Erfassung des Burnout-Syndroms sind: „1. Der MBI (Maslach Burnout Inventory) Maslach & Jackson 1981

2. Die Überdrussskala, Aaronson, Pines & Kafry,

3. SBS–HP(Staff Burnout scale for Health Professionals) Jones 1981“ (Reiners-Kröncke, Röhrig, Specht, 2010, S. 19)

Sie arbeiten mit Selbsteinschätzungen der Klienten, inhaltlich und in der Art ihrer Fragen und Auswertungen sind sie jedoch nicht miteinander vergleichbar.

Der MBI arbeitet mit Items zu den Themen Emotionale Erschöpfung, (reduzierte) persönliche Leistungsfähigkeit und Verlust der persönlichen Beziehungsfähigkeit

Die Überdrussskala definiert Burnout als „körperliche Erschöpfung, Emotionale Erschöpfung und Geistige Erschöpfung“ (Reiners-Kröncke, Röhrig, Specht, 2010 S. 21).

Der SBS-HP behandelt 30 Fragen, von diesen Fragen sind jedoch nicht alle Bestandteil der Erfassung des Burnouts

Allgemein lässt sich feststellen, dass die Erfassungsinstrumente, wie hier beschrieben, sehr kurz und allgemein gehalten sind. Das SBS-HP geht in Richtung der professionellen Helfer, bleibt jedoch sehr allgemein in seinen Aussagen. Um genaue Aussagen - besonders für pädagogische Mitarbeiter - zu treffen, benötigt es eine genau auf die Aufgaben und Erwartungen zugeschnittene Erfassungsmethode, die gleichzeitig die Symptome des Burnout mit einbezieht und so beide Elemente miteinander vereint.

2. Arbeitsanforderung an eine pädagogische Fachkraft bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Aachen Land im Bezirk Mittelrhein

Der Beruf der pädagogischen Fachkraft ist ein sehr vielseitiger, der verschiedenste Anforderungen an eine Person beinhaltet. Wer also als pädagogische Fachkraft bei der AWO arbeiten möchte, muss eine Reihe an Kompetenzen mitbringen.

Man muss kooperationsfähig sein, das bedeutet sowohl mit den Kindern, deren Eltern, als auch anderen Institutionen, wie Beratungsstellen, Ärzten und Therapeuten, Schulen etc. zusammenarbeiten können und wollen. Die Kooperation mit den Kindern besteht aus vielen Dingen, die die reine Pflege, Sorge und Verantwortung übersteigt. Dazu gehört die Aufsichtsführung, die Auswertung und Erfassung des Entwicklungsstandes des Kindes, Zielsetzungen für Kinder und die Gruppe zu treffen, Methoden diese umzusetzen zu wählen, das passende Material für die Kinder zu finden, die räumliche Gestaltung passend zu den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder zu gestalten, die Vor- und Nachbereitung zu Angeboten für die Kinder, die Leitung des Freispiels, sowie die regelmäßige Selbstreflexion, ob Reaktionen und Verhaltensweisen, die die Fachkraft nutzt, noch adäquat sind.

Mit den Eltern zu arbeiten, bedeutet nicht nur die Kinder in Empfang zu nehmen, sondern auch regelmäßige Elterngespräche, sowie Gestaltung von Elternabenden, Elternaktionen und Elternratssitzungen. Auch der Einbezug der Eltern bei Festgestaltung ist zu beachten.

Konfliktfähigkeit ist eine weitere Fähigkeit, die man benötigt, um Konflikte mit Kindern sinnvoll lösen zu können, aber auch Konflikte mit Eltern, Kollegen und der Leitungsebene.

Zur Weiterbildungsbereitschaft gehört, dass Fachkräfte Fachliteratur bei Fragestellungen und zur Informationssammlung nutzen , aber auch regelmäßig Fortbildungsangebote wahrnehmen, die Beachtung und Information über Sicherheits-, Unfall- und Hygienevorschriften, sowie das Wissen um das KiBiz. Der wichtigste Part, den man bereit sein muss zu erlernen, ist der Umgang mit dem Qualitätsmanagement der AWO und den damit verbundenen Arbeiten, wie das tägliche Führen des Gruppentagebuches, die Mitarbeit an Statistiken und Jahresberichten durch Ausfüllen der im Jahr festgelegten Formulare, das Verwalten des Gruppenetats, Mitgestaltung der Aufnahme und Anmeldeformalitäten.

Die erforderliche Organisationsfähigkeit zeigt sich dadurch, dass man sowohl die beschriebene Arbeit in der Gruppe mit den Kindern und Eltern hat, aber auch gleichzeitig die Arbeit mit dem Team, den Ergänzungskräften und Praktikanten. Zu der Arbeit mit dem Team gehören Dienstbesprechungen, bei denen sowohl die Teilnahme, als auch Mitgestaltung erforderlich ist, als auch der gegenseitige Informationsaustausch auf informellen Wegen. Auch die Arbeit an der einrichtungsspezifischen Konzeption gehört dazu.

Beim Umgang mit Praktikanten gehören die Beobachtung derer, sowie das Schaffen von Übungsmöglichkeiten und die Einweisung in Aufgabengebiete zu den Aufgaben der Fachkräfte. Die Erstellung von Beurteilungen und regelmäßige Reflexionen sind ebenfalls Bestandteil. (Vgl. II-2_M8 Muster- Stellenbeschreibung Fachkraft im Anhang 2)

3. Konzeption des Fragebogens

3.1. Vorstellung der Module

Bei den Modulen erfolgt eine Orientierung an der Tabelle über die Burnout-Symptomatik von Burisch (Anhang). Diese wird in Bezug gebracht mit den beschriebenen Anforderungen für pädagogische Fachkräfte. Somit entstehen die

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

von mir entwickelten Module:

3.2. Entwicklung des Fragebogens / Methoden

Bei der Entwicklung des sozialwissenschaftlichen Fragebogens zu dem vorliegenden Thema werden mehrstufige Skalen genutzt. Anhand derer können die Befragten ihre persönlichen Empfindungen, die nicht messbar sind, frei äußern. Anhand von verbalisierten Skalen sollen die Befragten die Möglichkeit der Einordnung finden, da das Ziel des Fragebogens darin liegt, festzustellen in wieweit bereits Faktoren von Burnout beim Befragten vorhanden sind. Eine Zuordnung erfolgt anhand einer Vierer-Skala. Hierbei entspricht die Bewertung: „Trifft voll und ganz zu, Trifft eher zu, Trifft eher nicht zu, Trifft überhaupt nicht zu“. Somit kann eine genaue Zuordnung stattfinden und der Befragte kann bei der Antwort nicht ausweichen, da es keinen Mittelpunkt gibt. Die Richtung der Skala wird eine Skala „von links nach rechts“ sein und ist somit eine Skala in der links begonnen wird mit „Trifft überhaupt nicht zu“ und rechts mit „Trifft voll und ganz zu“ endet.

Die hier entwickelten Fragen leiten sich von der Tabelle zur Burnout-Symptomatik ab (siehe Anhang 1). Die dort genannten Punkte werden ins Positive umgewandelt, da Burnout meist mit negativen Punkten behaftet ist und die Befragten, die eventuell an der Symptomatik leiden, nicht von vornherein dazu geneigt sind ständig nur Negativangaben zu machen. Nicht alle Punkte der Tabelle werden genutzt, sondern nur auszughaft, da der Fragebogen sonst zu umfangreich wird und so die Möglichkeit besteht die Punkte herauszugreifen, die auf das Berufsbild Erzieherin anwendbar sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Burnout-Syndrom bei pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen. Erstellung eines Fragebogens
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
25
Katalognummer
V301460
ISBN (eBook)
9783668013254
ISBN (Buch)
9783668013247
Dateigröße
19255 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erstellung, fragebogens, burnout-syndrom, fachkräften, kindertageseinrichtungen
Arbeit zitieren
Vanessa Küppers (Autor), 2014, Burnout-Syndrom bei pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen. Erstellung eines Fragebogens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301460

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