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Die Rezeption der lutherischen Theologie durch Nonnen der Reformationszeit: Ursula von Münsterberg

Título: Die Rezeption der lutherischen Theologie durch Nonnen der Reformationszeit: Ursula von Münsterberg

Trabajo Escrito , 2012 , 32 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Ines Bethge-Bonk (Autor)

Teología - Teología histórica, historia eclesiástica
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Im April 1523 erscheint Martin Luthers Schrift „Ursach und Antwort, daß Jungfrauen Klöster göttlich verlassen mögen“, im November 1528 gibt er die Schrift „Christliche Ursachen des verlassenen Klosters zu Freyberg“ von Ursula von Münsterberg, einer geflüchteten Nonne, in den Druck. Beide Texte setzen sich mit der Frage auseinander, wann und inwiefern es für Nonnen gerechtfertigt sei, ihre Gelübde zu brechen und das Kloster zu verlassen.

Die Schrift der Ursula von Münsterberg wurde in der Sekundärliteratur bis jetzt noch nicht sehr ausführlich behandelt . Interessant an Ursulas Text ist, dass sie, die eine offensichtlich sehr gebildete Nonne war, sich mit Luthers neuer Lehre, soweit sie ihr bekannt war, scheinbar über einen längeren Zeitraum und sehr intensiv beschäftigt hat. Die Entscheidung zur Flucht aus dem Kloster traf sie nicht spontan, sondern erst nach langwierigen Überlegungen und inneren Kämpfen, was man unter anderem daran sieht, dass sie ihre auf Luthers Schriften und ihren eigenen Überlegungen basierende, mit 38 Seiten sehr ausführliche, Rechtfertigungsschrift noch im Kloster, also vor der eigentlichen Flucht, verfasste. Ich möchte in dieser Hausarbeit der Frage nachgehen, wie und auf welche Art und Weise Ursula von Münsterberg ihre Klosterflucht mit der lutherischen Theologie begründet. Desweiteren möchte ich kurz darauf ein-gehen, in welchen praktischen Handlungen sich Ursulas neue Überzeugung niederschlug, denn ihr Text berichtet von konkreten Versuchen Ursulas, ihre Mitschwestern mit der neuen Lehre bekannt zu machen und Dinge im Kloster zu verändern und auch darüber, welche Aus-wirkungen das auf die anderen Nonnen und ihr Zusammenleben im Kloster hatte.

Dafür werde ich zuerst, um einen kurzen Einblick in Luthers theologische Begründung der Klosterflucht zu erhalten, auf dessen kurze Flugschrift „Ursach und Antwort, daß Jungfrauen Klöster göttlich verlassen mögen“ eingehen, indem ich kurz die geschichtlichen bzw. biographischen Hintergründe erläutere und eine inhaltliche Zusammenfassung des Textes gebe. Danach wende ich mich dann Ursulas Schrift zu. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Biographie der Ursula von Münsterberg werde ich auch allgemein auf das Leben der Nonnen damals und auf die speziellen Umstände in Ursulas Kloster eingehen. Anschließend befasse ich mich konkret mit ihrem Text und versuche darzulegen, wie dieser von Luthers theologischem Denken geprägt ist und wo sich Unterschiede finden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Ursach und Antwort, daß Jungfrauen Klöster göttlich verlassen mögen“

2.1. Geschichtliche Hintergründe

2.2. Kurze Inhaltsangabe

3. „Christliche Ursachen des verlassenen Klosters zu Freyberg“

3.1. Zur Biographie der Ursula von Münsterberg

3.2. Zum damaligen Leben in den Nonnenklöstern

3.3. Ursulas Agitation im Kloster

3.2.1. Schriftenschmuggel

3.2.2. Lutherische Prediger

3.3.3 Appell an die Fürsten

3.4. Auswirkungen auf das Klosterleben

3.5. Entstehung der Schrift

3.6. Der Text

3.6.1. Einleitung

3.6.2 Freiwilligkeit

3.6.3 „Erdichtetes Menschenwerk“

3.6.4 Berufung auf die Schrift

3.6.5. Öffentliches Bekenntnis

3.6.6 Nächstenliebe

3.6.7 Endzeiterwartungen

3.6.8 Unterschiede zwischen Luthers „Ursach und Antwort“ und Ursulas Text

5. Ursulas persönliche Situation: Anfechtungen und Erkenntnisse

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht, wie Ursula von Münsterberg in ihrer Rechtfertigungsschrift „Christliche Ursachen des verlassenen Klosters zu Freyberg“ (1528) ihre Flucht aus dem Nonnenkloster theologisch begründet und in welchem Ausmaß sie sich dabei auf die Lehren Martin Luthers stützt.

  • Rezeption der lutherischen Theologie durch Nonnen
  • Strukturen des klösterlichen Lebens im späten Mittelalter
  • Der Entstehungsprozess der Rechtfertigungsschrift
  • Ursulas Rolle als Akteurin bei der Verbreitung der neuen Lehre
  • Die Auswirkungen lutherischer Schriften auf das Gemeinschaftsleben in Klöstern

Auszug aus dem Buch

3.6.3 „Erdichtetes Menschenwerk“

Im Kapitel über das Klosterleben wurde geschildert, wie stark bei den Nonnen das Bewusstsein eingeprägt wurde, als Bräute Christi auserwählt und damit etwas Besonderes zu sein. Das traditionsreiche Bild der Gemahlschaft mit Christus findet sich auch bei Luther: „Nit allein gibt der glaub ßoviel, das die seel dem gottlichen wort gleych wirt aller gnaden voll, frey und selig, sondernn voreynigt auch die seele mit Christo, als eyne brawt mit yhrem breudgam. […] So hatt Christus alle gütter und seligkeit, die seyn der seelen eygen. So hatt die seel alle untugent und sund auff yhr, die werden Christi eygen.“ Hier ist diese Gemahlschaft mit Christus allerdings allen Menschen durch den Glauben möglich, so wie alle Menschen durch die Taufe zu Priestern werden: „Demnach werden wir allesamt durch die Taufe zu Priestern geweiht, wie Petrus (1. Petr. 2) sagt: ‚Ihr seid ein königliches Priestertum und ein priesterliches Königreich’, und Offenbarung 5,10: ‚Du hast uns durch dein Blut zu Priestern und Königen gemacht.’“ Ursula übernimmt diesen Gedankengang: In der Taufe, schreibt sie in ihrem Text, gelobe man dem Teufel zu entsagen und werde aufgenommen in das Reich Christi und die christliche Gemeinde, die regiert wird durch das Wort Gottes (S. 137): „Durch welche Gemahlschaft wir haben empfangen unzählige Güter, nämlich die Verdienst Christi, sampt seinem Leiden und Sterben, also daß durch dieselben auch unser Sunden ganz versenkt sind in dem ungründlichen Brunne göttlicher Barmherzigkeit.“ Die Klöster aber separieren sich von der Gemeinde Christi in einer von Menschen erdachten Bruderschaft: „Dagegen, was ist doch Häßlichers auch zu gedenken, denn daß wir zu Schmach und Lästerung unsers Königes Christi ein neu Verbündniß machen mit seinem und unserm entsagten Feinde, und schließen uns aus der Gemeinschaft der Kinder Gottes, und aus der Brüderschaft Christi und seiner Glieder, eine neue und eigene Brüderschaft zu haben, welche von Menschen erdacht, ohn Gottes Wort und demselben entgegen ist“ (S. 137).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Klosterflucht im 16. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Schriften von Martin Luther und Ursula von Münsterberg.

2. „Ursach und Antwort, daß Jungfrauen Klöster göttlich verlassen mögen“: Analyse des historischen Kontextes der Leipziger Disputation sowie der inhaltlichen Begründung Luthers für die Klosterflucht.

3. „Christliche Ursachen des verlassenen Klosters zu Freyberg“: Detaillierte Betrachtung von Ursulas Biographie, ihrem Klosterleben und ihrer aktiven Bemühung, die lutherische Lehre in ihrem Konvent zu etablieren.

5. Ursulas persönliche Situation: Anfechtungen und Erkenntnisse: Untersuchung der persönlichen Motivation Ursulas, ihrer gesundheitlichen Probleme und der psychischen Last, die sie zum Verlassen des Klosters führte.

6. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung von Ursulas Schrift für die Zeitgenossen und deren politisches Nachspiel.

Schlüsselwörter

Reformation, Klosterflucht, Ursula von Münsterberg, Martin Luther, Nonnen, Theologie, Sola Scriptura, Rechtfertigungsschrift, Klosterleben, Glaube, Gewissen, Ordenswesen, Konvent, Freiberg, Reformatorische Lehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rezeption der lutherischen Theologie durch Nonnen während der Reformationszeit, fokussiert auf das Fallbeispiel der Ursula von Münsterberg und ihre Rechtfertigungsschrift.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Verbindung von persönlicher Glaubensüberzeugung und Klosteralltag, die Kritik an den Mönchsgelübden sowie die Rolle der Reformation für die weibliche Emanzipation im religiösen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie stark Ursulas Argumentationsmuster von Luthers Theologie beeinflusst waren und welche Rolle diese bei ihrem bewussten Schritt zur Flucht spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse zeitgenössischer Primärquellen (insbesondere die Schriften von Ursula von Münsterberg und Martin Luther) und vergleicht diese mit aktueller Sekundärliteratur zur Reformationsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Biographie der Autorin, die Agitation im Kloster, die Entstehung ihrer Rechtfertigungsschrift sowie die detaillierte inhaltliche Auseinandersetzung mit Luthers Thesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reformation, Klosterflucht, Sola Scriptura, Rechtfertigung und das Selbstverständnis von Frauen in der Reformationszeit.

Wie unterscheidet sich Ursulas Schrift von Luthers „Ursach und Antwort“?

Während Luthers Text eine kurze, prägnante Flugschrift für Adelige darstellt, ist Ursulas Text ein umfangreiches, persönlich geprägtes Dokument, das tiefgehende Anfechtungen und theologische Reflexionen einer Nonne offenbart.

Welche Rolle spielten die familiären Beziehungen Ursulas bei ihrer Flucht?

Ursula stammte aus dem Hochadel und war verwandt mit Georg von Sachsen, einem entschiedenen Gegner Luthers. Ihr Bekenntnis zur lutherischen Lehre stellte daher auch ein erhebliches politisches Provokationspotenzial dar.

Warum konnte Ursula das Klosterleben nicht länger ertragen?

Der Druck, das als „Gotteslästerung“ empfundene Leben weiterzuführen, das ständige Misstrauen und ihre schwache körperliche Konstitution, die ihr die klösterlichen Pflichten unmöglich machten, führten zu einem unerträglichen seelischen Konflikt.

Final del extracto de 32 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rezeption der lutherischen Theologie durch Nonnen der Reformationszeit: Ursula von Münsterberg
Universidad
University of Osnabrück
Calificación
1,0
Autor
Ines Bethge-Bonk (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
32
No. de catálogo
V301519
ISBN (Ebook)
9783956870620
ISBN (Libro)
9783668003279
Idioma
Alemán
Etiqueta
rezeption theologie nonnen reformationszeit beispiel ursula münsterberg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ines Bethge-Bonk (Autor), 2012, Die Rezeption der lutherischen Theologie durch Nonnen der Reformationszeit: Ursula von Münsterberg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301519
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