Diese Arbeit will einen prägnanten Überblick über die Migration von Iraner/innen in Deutschland liefern. Dabei wird zunächst auf die Migrationsgeschichte von Iraner/innen in Deutschland eingegangen sowie eine Einteilung in verschiedene Migrationstypen vorgenommen. Im zweiten Teil behandelt die Arbeit die Frage, wie sich die Lebenswirklichkeit der genannten Migrationsgruppe in Deutschland gestaltet und zieht schlussendlich ein Fazit, ob die Integration der iranischstämmigen Minderheit in Deutschland geglückt ist.
Trotz der Größe der iranischstämmigen Minderheit bleibt sie in Deutschland unauffällig und findet kaum Beachtung in verschiedenen Integrationsdebatten, obwohl sie historisch wie auch quantitativ zweifellos zu den bedeutendsten Migrationsgruppen in der Bundesrepublik Deutschland gezählt werden muss. So lässt sich die iranische Migration nach Deutschland bis in die Zeit der Weimarer Republik zurückverfolgen.
Heutzutage wirken bedeutende Persönlichkeiten mit iranischem Migrationshintergrund in allen Belangen des öffentlichen Lebens der Bundesrepublik Deutschland. Darunter befinden sich u. a. die stellvertretende Parteivor-sitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht, der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour, der bekannte Neurochirurg Madjid Samii oder auch die erfolgreichen Schriftsteller Navid Kermani und Bahman Nirumand.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die iranische Emigration nach Deutschland im historischen Kontext
2.1 Die iranische politische Exilgemeinde in Deutschland
2.1.1 Persische Exilanten im Kaiserreich, der Weimarer Republik und im 3. Reich
2.1.2 Die iranische politische Exilgemeinde in Deutschland 1945 – 1979
2.1.3 Die iranische politische Exilgemeinde in Deutschland nach 1979
2.2 Die iranische Bildungsmigration nach Deutschland
2.3 Zur Aufstiegsmigration
2.4 Die iranische Minderheitenmigration nach Deutschland
2.5 Kinder-, Frauen- und Familienmigration als neue Migrationstypen
3. Lebenssituation und Integration der Iraner in Deutschland
3.1 Wirtschaftliche Aspekte
3.2 Rechtliche Aspekte
3.3 Kulturelle Aspekte
4. Die Integration iranischer Migranten in Deutschland – ein Erfolg?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Migrationsprozess von Iranern nach Deutschland sowie den Verlauf ihrer gesellschaftlichen Integration. Dabei wird insbesondere der historische Kontext beleuchtet, um zu bewerten, inwieweit die Integration der iranischen Minderheit als erfolgreich betrachtet werden kann.
- Historische Entwicklung der iranischen Exilgemeinde in Deutschland
- Differenzierung verschiedener Migrationstypen wie Bildungs-, Aufstiegs- und Fluchtmigration
- Analyse der sozioökonomischen Lebenssituation iranischer Migranten
- Diskussion rechtlicher und kultureller Integrationsaspekte
- Bewertung des Integrationserfolgs vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Persische Exilanten im Kaiserreich, der Weimarer Republik und im 3. Reich
Die Flucht und Exilsuche iranischer Intellektueller und Gegner der verschiedenen, seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts herrschenden Regime kann auf eine circa 150jährige Geschichte zurückblicken. In Deutschland bildete sich im Zuge des sogenannten Tabakaufstandes von 1891, der konstitutionellen Revolution in den Jahren 1905 – 1911 und zehn Jahre später mit dem Beginn der Herrschaft von Shah Reza Pahlavi im Jahre 1921 allmählich eine größere Exilgemeinde. Diese bestand hauptsächlich aus iranischen Intellektuellen, bei denen es sich vorwiegend um Marxisten und Demokraten handelte. Die deutlichen Tendenzen dieser akademischen Elite zur Emigration ins europäische und amerikanische Ausland erklären sich einerseits mit der Verfolgung durch das monarchistische Regime und andererseits damit, dass die iranischen Intellektuellen, von denen viele durch Auslandsstudien mit fortschrittlichen, westlichen Konzepten in Berührung gekommen waren, eine zu große Distanz zum Volk hatten und ihre Vision von einer konstitutionellen Monarchie kaum durchsetzen konnten. Gegen die Geistlichkeit büßten sie so immer mehr an Einfluss ein. Die Attraktivität der Weimarer Republik für intellektuelle Exilanten, die ab 1921 aus, nun von Shah Reza Pahlavi regierten, Persien flohen, hatte mehrere Gründe. Zum einen genoss das deutsche Volk in Persien ein hohes Ansehen, das sich unter anderem aus der deutschen Feindschaft zum in Persien zutiefst verhassten British Empire speiste. Zum anderen bot die Weimarer Republik iranischen Exilanten lange Zeit gute Möglichkeiten zur oppositionellen Arbeit.
Im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Staaten genossen die Iraner in der jungen Weimarer Demokratie mehr Freiheit und bessere Möglichkeiten, sich politisch zu betätigen als andernorts.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Brain Drain im Iran ein und erläutert die Bedeutung Deutschlands als Migrationsziel für iranische Akademiker sowie die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit.
2. Die iranische Emigration nach Deutschland im historischen Kontext: In diesem Kapitel wird die historische Entwicklung der iranischen Migration in Deutschland von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart anhand verschiedener Migrationsgruppen und ihrer Hintergründe detailliert nachgezeichnet.
3. Lebenssituation und Integration der Iraner in Deutschland: Das Kapitel analysiert die aktuelle Lage der Iraner in Deutschland, wobei insbesondere das hohe Bildungsniveau, berufliche Erfolge sowie rechtliche und kulturelle Faktoren der Integration im Vordergrund stehen.
4. Die Integration iranischer Migranten in Deutschland – ein Erfolg?: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über den Erfolg der Integration der iranischen Minderheit, indem die objektiv erfolgreiche Eingliederung gegen verbleibende gesellschaftliche Herausforderungen und Diskriminierungserfahrungen abgewogen wird.
Schlüsselwörter
Iran, Deutschland, Migration, Integration, Exil, Brain Drain, Akademiker, Bildungsstand, Politik, Minderheiten, Flucht, Asyl, Sozialstruktur, Kultur, Islamische Republik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Integrationsverlauf der iranischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die historische Migration, die Gründe für die Auswanderung aus dem Iran, die sozioökonomische Situation sowie die kulturelle und rechtliche Integration in die deutsche Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Frage zu beantworten, inwieweit die Migration und Integration iranischer Migranten in Deutschland als erfolgreich betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literaturrecherche und der Analyse historischer sowie statistischer Daten basierende Untersuchung.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil beleuchtet die historischen Phasen der iranischen Migration, die Unterschiede zwischen Bildungs- und Flüchtlingsmigration sowie die Lebensrealität der Iraner in Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Begriffe sind Migration, Integration, Exil, Bildungsstand und die verschiedenen historischen Migrationswellen.
Welche Rolle spielt die doppelte Staatsbürgerschaft für die Integration?
Die doppelte Staatsbürgerschaft war ein wesentlicher Faktor, da sie vor dem Jahr 2000 den Einbürgerungsprozess durch rechtliche Hürden erschwerte, deren spätere Lockerung die Integration jedoch begünstigte.
Warum haben sich iranische Migranten historisch oft politisch engagiert?
Viele der nach Deutschland gekommenen Iraner waren Intellektuelle oder Oppositionelle, die aufgrund politischer Repressionen und der ideologischen Unterdrückung im Iran flohen oder zum Exil gezwungen wurden.
Wie unterscheidet sich die iranische Minderheit in Deutschland von anderen Migrantengruppen?
Sie zeichnet sich durch ein besonders hohes Bildungsniveau, eine hohe Erwerbsquote und eine oft schwach ausgeprägte Religiosität aus, was sie in der Integrationsdebatte häufig als „Positivbeispiel“ erscheinen lässt.
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- David Norali Ghasemi (Autor), 2013, Iraner in Deutschland. Migrationsprozess und Integration, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301538