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Stalking. Ursachen, Auswirkungen auf Opfer sowie Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung

Title: Stalking. Ursachen, Auswirkungen auf Opfer sowie Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jenny Schöler (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Es ist dunkel, das Licht der Straßenlaternen scheint in ihr Schlafzimmer hinein. Plötzlich klingelt das Telefon; sie fängt an zu zittern. Die Nummer auf dem Display ihres Handys ist unterdrückt, wie so oft in den letzen Wochen. Ist er es wieder, der so spät anruft?
Sie nimmt das Handy, steht auf und geht zum Fenster, während sie den Anruf annimmt. „Hallo?“ fragt sie mit leiser, zitternder Stimme.
Sie bekommt keine Antwort, nur ein Rauschen, doch dann hört sie eine ihr sehr vertraute Stimme: „Du hast einen Fehler gemacht!“. Sie schmeißt das Handy in die Ecke des Schlafzimmers und schaut verängstigt aus dem Fenster. Steht da abseits des Lichtkegels der Straßenlaterne eine Person? Sie schaut genauer hin, doch sie sieht nichts.
Wann hört das alles bloß auf?

So ähnlich wie oben geschildert ergeht es vielen Stalkingopfern, sowohl Frauen als auch Männern, in Deutschland.Sie leben in Angst, sind verunsichert und fühlen sich ihrem Peiniger hilflos ausgesetzt. Die Opfer wissen in vielen Fällen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Oft handelt es sich bei dem Stalker um einen Menschen, mit dem zuvor eine Beziehung eingegangen wurde, deren Ende jedoch vom Stalker nicht akzeptiert wird. Manchmal kennen die Opfer den mysteriösen Anrufer oder Briefeschreiber noch nicht einmal, der jeden Schritt von ihnen beobachtet und weiß, wo die Opfer sich aufhalten und was sie gerade im Moment machen.

Diese Hausarbeit behandelt das Phänomen Stalking (zu Deutsch: Nachstellung). Hierbei stelle ich mir die Frage, ob es einen typischen Stalker gibt. Wenn ja, woran kann man diesen erkennen? Außerdem: Wie hat sich Stalking zu einer Straftat entwickelt? Wie wirkt sich Stalking auf die Opfer aus und wie kann ihnen geholfen werden? Zu guter Letzt möchte ich klären, welche Möglichkeiten die Polizei hat, um gegen Stalker vorzugehen und wie effektiv diese sind.

In der folgenden Hausarbeit werden nur männliche Formen (u.a. Stalker, Täter, Peiniger, usw.) verwendet. Dies dient nur der Verbesserung der Lesbarkeit und hat auf keinen Fall etwas damit zu tun, dass Frauen als Täterinnen nicht in Frage kommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Stalking?

3 Stalking als Straftat

3.1 Rückgang der Anzeigen trotz des neuen Gesetzes

4 Die Typologie des Stalkers

4.1 Obsessive Verfolgung

4.2 Obsessive Verliebtheit

4.3 Erotomanie

4.4 Vorgetäuschte Viktimisierung

5 Auswirkungen auf die Opfer

6 Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen Stalking, um zu klären, ob es ein typisches Stalker-Profil gibt und wie sich das Verhalten zur Straftat entwickelt hat. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Tätertypen, den tiefgreifenden psychischen und sozialen Auswirkungen auf die Opfer sowie der Bewertung polizeilicher Interventionsstrategien im Rahmen des geltenden Stalking-Paragraphen.

  • Psychologische und soziale Hintergründe der Stalking-Phänomene
  • Klassifikation von Stalker-Typologien nach Zona
  • Analyse der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und des §238 StGB
  • Untersuchung der psychischen Belastungsfolgen für Betroffene
  • Evaluierung von Präventions- und Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

4.2 Obsessive Verliebtheit

Bei der obsessiven Verliebtheit hat vorher keine Beziehung zwischen Opfer und Täter vorgelegen. Meistens handelt es sich hierbei um Männer, die sich spontan in eine Frau verlieben und wollen so auf sich aufmerksam machen. Häufig handelt es sich bei diesen Frauen um Prominente oder Frauen, die für den Täter unerreichbar scheinen.

Viele von diesen Männern scheinen „unteren Gesellschaftsschichten anzugehören und hatten bis dahin, wenn überhaupt, nur selten eine bedeutungsvolle intime Beziehung zu einem anderen Menschen.“ Außerdem erfüllen viele von diesen „Verliebtheits-Stalkern“ Kriterien psychischer Störungen, z.B. bipolare Störungen oder Schizophrenie, bei denen das Stalking als Symptom dieser Störungen gesehen werden kann. Bei dieser Gruppe gehören Telefonanrufe oder Kontaktaufnahme über Briefe zu den verbreitetsten Methoden.

Bei der oben bereits angesprochenen Umfrage von Zona macht diese Gruppe einen Anteil von 26 Prozent der Stalking-Fällen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Stalking ein, illustriert die psychische Belastung der Betroffenen durch ein Fallbeispiel und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.

2 Was ist Stalking?: Dieses Kapitel definiert Stalking als wiederholtes, unerwünschtes Verhalten, das Drohungen enthält und beim Opfer Angstzustände auslöst, und grenzt normales Verhalten von problematischen Mustern ab.

3 Stalking als Straftat: Es wird die historische Entwicklung des Stalking-Verständnisses sowie die Einführung des §238 StGB (Nachstellung) beleuchtet und der Rückgang der Anzeigen statistisch hinterfragt.

3.1 Rückgang der Anzeigen trotz des neuen Gesetzes: Hier wird diskutiert, ob die hohe Hürde des Erfolgstatbestandes im Gesetz zu einer Stigmatisierung führt und warum Betroffene von einer Anzeige absehen könnten.

4 Die Typologie des Stalkers: Dieses Kapitel erläutert, dass es keinen "typischen" Stalker gibt, beleuchtet jedoch gemeinsame Merkmale wie soziale Isolation und gescheiterte Intimbeziehungen.

4.1 Obsessive Verfolgung: Beschreibt Täter, die aus einer vorangegangenen Beziehung heraus agieren und das Ende derselben nicht akzeptieren können.

4.2 Obsessive Verliebtheit: Analysiert Fälle ohne vorherige Beziehung, in denen oft psychische Störungen und soziale Defizite eine Rolle spielen.

4.3 Erotomanie: Betrachtet seltene Fälle, in denen der Täter wahnhaft von einer gegenseitigen Liebe überzeugt ist, wobei meist eine paranoide Schizophrenie vorliegt.

4.4 Vorgetäuschte Viktimisierung: Beleuchtet den Sonderfall, in dem sich Personen selbst als Stalking-Opfer inszenieren, oft um zerbrechende Beziehungen zu retten.

5 Auswirkungen auf die Opfer: Dieses Kapitel verdeutlicht die drastischen Folgen von Stalking für das Leben der Opfer, von sozialem Rückzug bis hin zu paranoiden Störungen.

6 Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung: Es werden effektive polizeiliche Strategien wie Gefährderansprachen und die Bedeutung der Beweisdokumentation für die Strafverfolgung aufgezeigt.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Gesetzesverschärfung hin zum Eignungsdelikt notwendig ist, um die polizeiliche Handhabe zu verbessern und Opfern mehr Sicherheit zu bieten.

Schlüsselwörter

Stalking, Nachstellung, §238 StGB, Stalker-Typologie, Opferpsychologie, Erotomanie, Obsessive Verfolgung, Polizeiliche Kriminalstatistik, Gefährderansprache, psychische Störung, soziale Isolation, Opferschutz, Interventionsstrategien, häusliche Gewalt, Prävention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition, den Ursachen und den rechtlichen sowie sozialen Rahmenbedingungen des Phänomens Stalking in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Täterprofile, die psychischen Folgen für Opfer, die rechtliche Einordnung durch den §238 StGB und polizeiliche Bekämpfungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob es typische Stalkermerkmale gibt und wie die rechtliche sowie polizeiliche Praxis verbessert werden kann, um den Betroffenen effektiver zu helfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten aus der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), um das Phänomen ganzheitlich zu durchleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Stalking, die rechtliche Entwicklung zur Straftat, die Typisierung von Tätern nach Zona und eine detaillierte Betrachtung der Folgen für Opfer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nachstellung, Stalker-Typologie, §238 StGB, Opfer-Auswirkungen und polizeiliche Präventionsmaßnahmen.

Warum geht die Zahl der Anzeigen laut PKS zurück?

Die Arbeit diskutiert, dass Opfer sich von der Justiz bei der Anwendung des Erfolgsdelikts im Stich gelassen fühlen könnten, was zu einer hohen Dunkelziffer und Anzeigenverzicht führt.

Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Erotomanie?

Die primäre Erotomanie tritt plötzlich und chronisch auf, während die sekundäre Form meist in Verbindung mit einer psychiatrischen Grunderkrankung wie paranoider Schizophrenie steht.

Wie unterscheidet sich die "vorgetäuschte Viktimisierung" von anderen Formen?

In diesem Fall existiert kein realer Stalker; die betroffene Person inszeniert selbst ein Szenario, meist als verzweifelter Versuch, eine bröckelnde Beziehung zu retten.

Warum wird eine Änderung des §238 StGB empfohlen?

Um die Strafverfolgung zu erleichtern, plädiert die Autorin für eine Umstellung vom Erfolgsdelikt zum Eignungsdelikt, damit nicht erst eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Opfers eingetreten sein muss, bevor die Polizei eingreifen kann.

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Details

Title
Stalking. Ursachen, Auswirkungen auf Opfer sowie Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung
College
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Duisburg
Grade
1,3
Author
Jenny Schöler (Author)
Publication Year
2014
Pages
15
Catalog Number
V301548
ISBN (eBook)
9783956872259
ISBN (Book)
9783668003552
Language
German
Tags
stalking ursachen auswirkungen opfer möglichkeiten polizei bekämpfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Schöler (Author), 2014, Stalking. Ursachen, Auswirkungen auf Opfer sowie Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301548
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