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"Iwein" und die Frauen. Die Rolle der weiblichen Protagonisten in der Doppelwegstruktur

Title: "Iwein" und die Frauen. Die Rolle der weiblichen Protagonisten in der Doppelwegstruktur

Term Paper , 2015 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Cathrin Utesch (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Wie für die Artusromane charakteristisch, findet sich auch im "Iwein" die Doppelwegstruktur des epischen Helden. Im ersten Kursus der Erzählung findet der tapfere Ritter Iwein Ehre, Liebe und Landesherrschaft aufgrund seiner erfolgreichen âventiure – in unserem Fall durch den Sieg über Askalon und die Minne zu Laudine.
Dann kommt es zum Schuldfall und nach einer andauernden Krise mit anschließender Selbstfindung, erkennt der Held im zweiten Kursus schließlich seine wahre Bestimmung und erlangt Ruhm und Buhle zurück. Hier findet sich also der klassische Verlauf eines mittelhochdeutschen Artusromans.

Was sich hier aber von anderen Werken unterscheidet, sind die Märchenelemente, die in den Iweinstoff eingebunden sind. Der Schutz einer verwunschenen Quelle, die gleichzeitig Schutz für Land und seine Herrscherin bietet, kennzeichnet die ungewöhnlichen Naturgesetze, die in dieser Anderswelt herrschen: Riesen leben in dieser Anderswelt, Löwen können sprechen und Salben heilen von geistiger Verwirrung.
Diese Feenerzählung kommt nicht umhin den Frauen in diesem Brunnenland die wichtigsten Funktionen zuzuteilen. So spielt Laudine die Rolle der Brunnenfee, die erst durch eine Freierprobe von Iwein erobert werden kann. Ihre Vetraute Lunete scheint ebenfalls besondere Fähigkeiten zu haben. So ist sie dazu in der Lage durch geschickte Schachzüge Iwein und ihre Herrin zusammenzuführen oder zu entzweien. Ginover, die Königin am Artushof, bringt in gewisser Weise die Handlung in Bewegung, weil sie dafür sorgt, dass Kalogrenants Geschichte erzählt wird. „Der doppelte Konflikt, nämlich zwischen Iwein und Laudine einerseits und den zwei Sphären andererseits, bildet das Movens der Erzählung.“
Um das Geschlechterverhältnis und damit einhergehende Wandlungen in der Erzählung zu analysieren, wird ich zunächst die Beziehungen Iweins zu den zwei wichtigsten Frauen – Laudine und Lunete – analysiert. Später sollen die Funktionen der Abenteuer auf seiner âventiure geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Analyse

2.1 Die Beziehung zu Laudine und ihre Entwicklung

2.2 Anklägerin und Verbündete Lunete

2.3 Iweins Abenteuer

3.Fazit

4.Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der weiblichen Protagonisten in Hartmanns von Aue ‚Iwein‘, um durch eine genderspezifische Analyse blinde Flecken in der Forschung aufzudecken und neue Deutungsansätze zu etablieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie die Interaktionen mit Laudine und Lunete sowie das Handeln der Frauen im Kontext von Herrschaft und Politik die Entwicklung Iweins vom Artusritter zum verantwortungsbewussten Herrscher maßgeblich beeinflussen.

  • Analyse der Doppelwegstruktur des epischen Helden im ‚Iwein‘.
  • Untersuchung der politischen Macht und Handlungsspielräume von Laudine.
  • Die Funktion von Lunete als Verbündete, Anklägerin und Schlüsselfigur der Erzählung.
  • Bedeutung der weiblichen Protagonisten als „Prüfstein“ für Iweins Menschlichkeit.
  • Zusammenhang zwischen ritterlichem Abenteuer und moralischem Reifeprozess.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Beziehung zu Laudine und ihre Entwicklung

„In keinem anderen höfischen Roman werden an derart exponierter Stelle, nämlich an der weiblichen Hauptgestalt, die politischen Zwänge, denen verwitwete Damen des Hochadels ausgesetzt waren, so realitätsnah vorgeführt wie im ‚Iwein‘ des Hartmanns von Aue.“ Laudine, die weibliche Hauptfigur des Romans, tritt zu dem Artusritter Iwein durch ihr ambivalentes Verhalten in Konkurrenz. Sie nutzt Situationen, „um eine Hierarchie innerhalb der Ehe zu gestalten, die sie als nützlich versteht.“ Ihr Handeln ist geprägt von Trauer über ihren verstorben und offensichtlich geliebten Mann, gleichsam von der Zwangssituation für sich und ihr Land einen neuen Herrscher beschaffen zu müssen, um sich vor Überfällen zu schützen. Laudines wahnsinniges Haareraufen am Grab von Askalon zeichnet ein unbeherrschtes Bild von ihr. Sie wirkt, ganz im Gegenteil zu anderen Frauenkonzeptionen Hartmanns, überlegen, berechnend und autoritär. Die zweite Hochzeit, acht Tage nach dem Tod ihrer ersten Mannes, war im Mittelalter keine Seltenheit, so Carne. Der Eheentschluss hat für sie allerdings politische Gründe, während Iwein aus Liebe und Leidenschaft den Bund der Ehe mit ihr eingeht und dabei seine Standeserhöhung durch die Königin völlig vergisst.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der weiblichen Protagonisten im ‚Iwein‘ ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Analyse sowie die gewählte Doppelwegstruktur des Protagonisten.

2.Analyse: Dieser Hauptteil beleuchtet detailliert die Interaktionen Iweins mit den zentralen Frauenfiguren und analysiert, wie diese den Reifeprozess des Helden steuern.

2.1 Die Beziehung zu Laudine und ihre Entwicklung: Dieses Unterkapitel untersucht Laudines politische Rolle, ihre Ambivalenz als Witwe und Regentin sowie die Dynamik ihrer Ehe mit Iwein.

2.2 Anklägerin und Verbündete Lunete: Der Abschnitt fokussiert auf Lunetes Doppelfunktion als Loyalitätsperson gegenüber ihrer Herrin und als entscheidende Unterstützerin für den Ritter Iwein.

2.3 Iweins Abenteuer: Das Kapitel behandelt Iweins Läuterungsprozess und die Bedeutung der verschiedenen Befreiungsabenteuer, in denen er seine neue Identität als Löwenritter festigt.

3.Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Frauenfiguren im Roman als essenzieller Prüfstein für Iweins Charakter fungieren und den Ausschlag für seine persönliche Bewusstseinsreise geben.

4.Literaturverzeichnis: Hier werden die herangezogenen Primär- und Sekundärquellen für die Hausarbeit aufgeführt.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Laudine, Lunete, Artusroman, Doppelwegstruktur, Geschlechterverhältnis, Gender Studies, Ritterlichkeit, höfische Dichtung, minne, âventiure, politische Macht, Läuterung, Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der weiblichen Protagonisten in Hartmanns von Aue Artusroman ‚Iwein‘.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse, die politische Handlungsfähigkeit von Frauen im Mittelalter sowie die moralische Entwicklung des Helden Iwein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine genderspezifische Sichtweise auf das weibliche Personal „blinde Flecken“ der Forschung zu identifizieren und die Erzählung neu zu deuten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf Ansätze der Gender Studies und auf die literaturwissenschaftliche Forschung zur Doppelwegstruktur zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Laudines Rolle als Regentin, Lunetes Funktion als Schlüsselfigur und die Analyse von Iweins Abenteuerreise als Prozess der Selbstfindung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Iwein, Laudine, Lunete, höfische Dichtung, politische Macht, Doppelwegstruktur und Läuterung.

Inwiefern beeinflusst Laudine die Entwicklung von Iwein?

Laudine fungiert als Auslöser für Iweins Bewusstseinsreise; ihr politisches Kalkül und ihre spätere Ablehnung zwingen ihn, seine Rolle als Ritter und Ehemann grundlegend zu hinterfragen.

Warum spielt Lunete eine so bedeutende Rolle für den Verlauf der Geschichte?

Lunete zieht als „Schlüsselfigur“ die Fäden der Erzählung. Ohne ihre Hilfe wäre Iwein in Notsituationen nicht überlebensfähig gewesen und hätte seine zweite Bewährungschance nie erhalten.

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Details

Title
"Iwein" und die Frauen. Die Rolle der weiblichen Protagonisten in der Doppelwegstruktur
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,7
Author
Cathrin Utesch (Author)
Publication Year
2015
Pages
11
Catalog Number
V301564
ISBN (eBook)
9783956872334
ISBN (Book)
9783668003590
Language
German
Tags
iwein frauen rolle protagonisten doppelwegstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cathrin Utesch (Author), 2015, "Iwein" und die Frauen. Die Rolle der weiblichen Protagonisten in der Doppelwegstruktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301564
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