Das Leben nach dem Konzentrationslager. "Wir Kinder von Bergen-Belsen" von Hetty Verolme


Seminararbeit, 2007

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Die Politische Situation 1940 in den Niederlanden

2. Einleitung

3.Das Durchgangslager Westerbork

4.Das Konzentrationslager Bergen-Belsen

5. Das Leben im Aufenthaltslager

6. Deportation der Diamantengruppe

7. Das Kinderhaus Bergen-Belsen

9. Literaturliste

1. Die Politische Situation 1940 in den Niederlanden

Im Mai 1940 werden die neutralen Niederlande im Rahmen von Hitlers Westoffensive von deutschen Verbänden angegriffen. Schon am ersten Angriffstag erreicht die deutsche Armee mit schnellen Panzerverbänden die Ijsselmeerstellung sowie die Peel-Stellung im Süden der Niederlande. Die niederländische Armee leistet keinen Widerstand, da man hofft sich aus den Kriegshandlungen wie schon im Ersten Weltkrieg heraus halten zu können und schließt sich deshalb auch nicht den Verteidigungsplänen der Belgier und der Alliierten an.

Das Heer ist klein und schlecht ausgerüstet und ist der modern ausgerüsteten Wehrmacht nicht im Geringsten gewachsen. Am 15. Mai kapitulieren die Niederlande, nachdem am 12. Mai die deutsche Wehrmacht Rotterdam bombardiert und keine Aussicht auf die Unterstützung von den Alliierten besteht. Die niederländische Regierung und das niederländische Königshaus fliehen ins Exil nach England, sodass die Deutschen unter Arthur Seyß- Inquart ein Besatzungsregime errichten. Arthur Seyß-Inquart wird am 29. Mai 1940 zum Reichskommissar für die besetzen Niederlande ernannt.

Kurz nach der Besatzung der Niederlande beginnen die Nationalsozialisten mit der Verfolgung aus politischen, rassistischen und weltanschaulichen Gründen. Die Nürnberger Rassegesetze von 1935, welche die juristische Grundlage für die Verfolgung und Diskriminierung jüdischer Mitmenschen in Deutschland waren, werden nun auch auf die besetzten Niederlande übertragen. Diese Maßnahmen betreffen 160.800 Menschen, „Glaubensjuden“, „Rassejuden“, „Halb- Vierteljuden“, darunter auch etwa 22.000 ausländische Flüchtlinge. Zunächst sind die „Volljuden“ von den Maßnahmen betroffen, jedoch wird das Tragen des gelben Sterns ab dem 15. Juli für alle verpflichtend.

2. Einleitung

Grundlage dieses Quellenkommentars ist das Buch „Wir Kinder von Bergen-Belsen“ verfasst von Hetty E. Verolme, erschienen 2000 in Australien.

Hetty Verolme durchlebt in ihrem Buch noch einmal die schwersten Jahre ihrer Kindheit, die sie im Alter von 13 Jahren zunächst noch gemeinsam mit ihrer Familie, später alleine mit ihren beiden Brüdern, im Konzentrationslager von Bergen-Belsen bis zur Befreiung durch britische Soldaten am 15. April 1945, verbringen muss.

Das Schicksal der Familie Werkendam aus Amsterdam teilen nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht, über 140.000 niederländische Juden. Antisemitische Gesetze wie Berufsverbote, Ausgrenzungen der jüdischen Mitmenschen[1], Arisierung des Vermögens, Ausschluss der jüdischen Kinder aus der allgemeinen Schule und die Errichtung von Wohnvierteln in denen alle Juden leben müssen (Velrome, Hetty: Wir Kinder von Bergen-Belsen. Australien 2000 (Weltbild), S.9:„[…], beschlossen die Deutschen, alle Juden im Osten von Amsterdam zu konzentrieren und das jüdische Viertel abzuriegeln“.) , waren Maßnahmen, die nun auch in den Niederlanden ab 1940 durchgeführt werden, wodurch die niederländischen Juden extrem in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.

Bei der Ausgrenzung der niederländischen Juden sollte es jedoch nicht bleiben: Auf der Wannseekonferenz am 20.01.1942 soll eine Antwort zur Endlösung der Juden gefunden werden.ßGruppenführer und Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich will alle europäische Juden in osteuropäische Konzentrationslager deportieren.[2]

In den Niederlanden werden erstmals im Juli 1942 Juden in das Sammellager nach Westerbork an der niederländischen Grenze deportiert. Hetty’s Vater, ein wohlhabender Textilhändler, kann seine Familie zunächst durch den Erwerb einer Arbeitsbefreiung vor den nächtlichen Razzien der deutschen Besetzer schützen. Am 29. September zerschlägt sich mitten in der Nacht alle Hoffnungen von Hetty und ihrer Familie: Alle in Amsterdam verbliebenen Juden müssen sich am Amsterdamer Hauptbahnhof versammeln und werden dort mit Personenwagen in das Zwischenlager Westerbork, danach in das Konzentrationslager nach Bergen-Belsen deportiert.

Zweifelsohne handelt es sich bei der Deportation um eine Extremsituation für jede Familie, der dieses Schicksal widerfährt, denn die Zukunft in Bergen-Belsen ist ungewiss; tausende von Ängsten schweben durch die Köpfe der Menschen, wird man das Konzentrationslager überleben, wird man von der geliebten Familie getrennt?

An Hand der Geschichte von Hetty Velrome möchte ich in meinem Quellenkommentar genauer darauf eingehen, welche Überlebensstrategien Menschen in Bergen-Belsen entwickelten und inwiefern sich Hetty Velrome innerhalb der zwei Jahre ihres Aufenthalts in dem Konzentrationslager verändert hat.

[...]


[1]Vgl. Verolme, Hetty: Wir Kinder von Bergen-Belsen. Australien 2000 (Weltbild), S.11: „Juden war es nicht erlaubt, Busse oder Straßenbahnen zu benutzen“.

[2]Müller, Helmut M.: Schlaglichter der deutschen Geschichte.²2003, S. 289.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Leben nach dem Konzentrationslager. "Wir Kinder von Bergen-Belsen" von Hetty Verolme
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V301579
ISBN (eBook)
9783668307599
ISBN (Buch)
9783668307605
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzentrationslager, Quellenkommentar, Niederlande, Bergen-Belsen
Arbeit zitieren
Hanna Heun (Autor), 2007, Das Leben nach dem Konzentrationslager. "Wir Kinder von Bergen-Belsen" von Hetty Verolme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301579

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