Antizionismus von Links. Die Berichterstattung über Israel und die Juden in der Zeitschrift „konkret“ zwischen 1961 und 1972


Magisterarbeit, 2014

91 Seiten, Note: 2,20


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Konzeptualisierung und Begriffseingrenzung
1.1. Antisemitismus:
1.2. Sekundärantisemitismus
1.3. Antizionismus:
1.3.1. Die marxistisch-leninistische Ideologie:
1.3.2. Der marxistisch-leninistischer Antiimperialismus
1.3.3. Der antiimperialistische Antizionismus
1.3.4. Antisemitismus- und Faschismusinterpretation innerhalb der marxistisch-leninistische Theorie.
1.4. Kriterien um klassischen und Sekundärantisemitischen Elementen in israelkritischen Argumentationen zu erkennen

2. Die 68er Bewegung
2.1. Der SDS
2.2. Neue Linke
2.3. Die Große Koalition, die Notstandsgesetze, und die APO
2.4. Enteignet-Springer-Kampagne

3. Die 68er Bewegung und ihre Beziehung zu Israel
3.1. Einstellung der Studentenbewegung zu Israel bis zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Israel
3.2. Einstellung der Studentenbewegung zu Israel vor und nach dem Sechstagekrieg
3.3. Die Antispringerkampagne und der Antizionismus
3.4. Das Bedürfnis nach einer „Normalisierung“ der nationalen Identität
3.5. Die Identifikation mit den Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt
3.6. Terroristische Dimension des Antizionismus in der Bundesrepublik

4. Die Zeitschrift „konkret“
4.1. Konkret und die Studentenbewegung der erste hälfte der 60er Jahre
4.2. 1964 Bruch mit der DDR und kapitalistischer Neubeginn
4.3. „konkret“ und die APO
4.4. „konkret“ und die SED
4.5. Radikalisierung von Ulrike Meinhof
4.6. Röhls Abgrenzung von der Radikalen Linke
4.7. Entwicklung zum „Mezzo Porno“

5. Analyse
5.1. Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung
5.2. Auseinandersetzung mit dem aktuellen Antisemitismus der BRD
5.3. Darstellung Israels vor dem Sechstagekrieg
5.4. Darstellung von Israel nach dem Sechstagekrieg bis 1968
5.5. Darstellung Israels ab 1969 bis 1972
5.6. Idealisierte Darstellung Al Fatahs
5.6.1. Identifikation Al-Fatahs als Teil der „Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt“.
5.6.2. Unkritische Darstellung der Waffenausbildung von Minderjährigen
5.6.3. Idealisierung der Gewaltanwendung von Al Fatah
5.6.4. Al Fatah und die Juden
5.7. Auseinandersetzung mit dem antizionistisch motivierten Terror in der BRD
5.8. Die Antispringerkampagne und der Antizionismus in „konkret“
5.8.1. „Springers liebster Jude“

Fazit

Quellenverzeichnis:

Literaturverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

Die vorliegende Arbeit hat die Analyse des Antizionismus in der Berichterstattung der Zeitschrift „konkret“ in dem Zeitraum zwischen dem Eichmannprozess 1961 und dem Olympiaattentat in München 1972 zum Thema. In der Studentenbewegung zeichnete sich innerhalb dieses Zeitraums, genauer zwischen 1967 und 1969, ein Wandel von einer kritischen Solidarität gegenüber Israel hin zu einer dogmatisch antizionistischen Beziehungsweise antiisraelischen Sicht auf den Nahostkonflikt ab. Die antizionistischen Äußerungen innerhalb der bundesrepublikanischen Neuen Linken fungierten nicht selten als ein Ventil für antisemitische Ressentiments.

Die Zeitschrift „konkret“ war seit ihren Anfängen 1958 eng an die Studentenbewegung gebunden und fungierte von Anfang an, aber vor allem während der Zeit um die Studentenrevolte als eine wichtiges Sprachrohr von ihr.

Diese Magisterarbeit wird der Frage nachgehen, ob sich dieser Wandel der Einstellung Israel und den Juden gegenüber auch in der „konkret“-Berichterstattung wiedererkennen lässt, so wie auch die möglichen Ursachen für diesen Wandel beleuchten. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob sich in der Berichterstattung über Israel und die Juden primärantisemitische Stereotype oder sekundärantisemitische Elemente erkennen lassen.

Der Untersuchungszeitraum wurde zwischen den beiden obengenannten Zäsuren bestimmt, weil es sich um zwei Ereignisse handelt, über die in der bundesdeutschen Presse breit berichtet wurde und sie so als zwei günstige Momente erscheinen um die Einstellung der Zeitschrift zu Israel und den Juden zu untersuchen. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt auch der Auschwitzprozess, der zum Teil zu einer Auseinandersetzung mit der Judenverfolgung während der NS-Zeit führte und auch die für die Entwicklung der Einstellung zu Israel in der bundesdeutschen Neuen Linken einschneidenste Zäsur, nämlich der Sechstagekrieg.

Die wissenschaftliche Relevanz des Themas dieser Magisterarbeit liegt unter anderem darin, dass es neben den zahlreichen theoretischen Abhandlungen zu diesen Thema[1], die eher aus politikwissenschaftlicher oder soziologischer Sicht vorgenommen werden, kaum empirisch historische Untersuchungen gibt, und bisher keine historisch empirische Untersuchung des Antizionismus und Antisemitismus in einer linken Zeitschrift, in dem von dieser Arbeit gewählten Zeitraum vorliegt.

Die politische Relevanz dieses Themas zeigt sich in der Aktualität der Frage, wann Israelkritik antisemitisch wird, wie es sich aus den öffentlichen Debatten zum Beispiel um die Veröffentlichung des israelkritischen „Gedichts“ von Günter Grass[2] 2012, in dem Israel als hauptsächliche Gefahr für den Weltfrieden dargestellt wird, sowie in der Debatte um die Indexierung des linken Israelkritikers Jakob Augstein 2013 als einer der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt durch das „Simon Wiesenthal Center“ [3], ablesen lässt.

Um die Ziele dieser Arbeit zu erreichen beziehungsweise die obige Fragestellung zu beantworten soll als erstes in Kapitel 1. eine Konzeptualisierung und Begriffseingrenzung vorgenommen werden. In diesem Abschnitt der Arbeit sollen die für die Analyse notwendigen Begriffe, definiert eingegrenzt und erläutert werden. Unter Ihnen befinden sich die Begriffe klassischer und sekundärer Antisemitismus. Auch eine Darstellung der marxistisch-leninistischen Theorie und ihr Verhältnis zum antiimperialistischen Antizionismus, der von der bundesrepublikanischen Neuen Linken ab 1969 als Erklärungsmuster für den Nahostkonflikt verwendet wurde, soll vorgenommen werden. Darüber hinaus soll ein Katalog erstellt werden mit einer Aufzählung der Kriterien, die auf das Vorhandensein von klassisch oder sekundärantisemitischen Elementen in israelkritischen Äußerungen hinweisen.

Als nächstes soll die bundesrepublikanische Studentenbewegung der sechziger Jahre vorgestellt werden und dabei auch die Begriffe 68er Bewegung, Neue Linke und Außerparlamentarische Opposition (APO) erläutert werden. Dann sollen die Beziehung der Studentenbewegung zu Israel und ihr Wandel beleuchtet werden. Danach werden die Geschichte der Zeitschrift „konkret“ und ihre Beziehung zu der Studentenbewegung untersucht.

Nach dieser theoretischen und inhaltlichen Einführung in das Thema folgt der analytische Teil der Arbeit. Hier sollen in acht verschiedene Bereiche unterteilt alle infrage kommenden Artikel des untersuchten Zeitraums chronologisch analysiert werden. Die chronologische Darstellung hat zum Ziel den Einstellungswandel, der sich in der Zeitschrift vollzog, besser darzustellen.

Die zu untersuchende Bereiche innerhalb der Berichterstattung von „konkret“ sind Folgende.

Als erstes soll die Auseinandersetzung der Zeitschrift mit dem Holocaust untersucht werden. Als nächstes wird die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Antisemitismus der BRD der sechziger Jahre in der Zeitschrift beleuchtet.[4] Dem folgt die Darstellung Israels die in der Zeitschrift vorgenommen wird. Diese wird in drei Teile aufgeteilt, die Darstellung des Sechstagekriegs, die Darstellung nach dem Sechstagekrieg bis 1968 und die Darstellung Israels zwischen 1969 und 1972. Diese Unterteilung erleichtert die Darstellung des Einstellungswandels, der sich abschnittsweise in den oben genannten Zeiträumen ereignete. Auch die zum Teil idealisierte und romantisierte Darstellung der Al Fatah soll dargestellt werden. Weiterhin soll das gemeinsame Auftreten von und die Verbindung zwischen Axel-Springer-kritischen oder -feindlichen Äußerungen und die israelkritischen, antizionistischen oder antisemitischen Äußerungen, die in der Zeitschrift im untersuchten Zeitraum vorkommen thematisiert werden. Anschließend soll die in „konkret“ vorgenommene Auseinandersetzung mit dem Antizionistischen Terror in der BRD analysiert werden. Schließlich sollen in einem Fazit die Ergebnisse zusammengetragen und ein Ausblick gegeben werden.

Über den Antizionismus und Antisemitismus in der bundesrepublikanischen Linken gibt es inzwischen zahlreiche Publikationen. Es handelt sich dabei in der Regel um eher politikwissenschaftliche oder soziologische Abhandlungen als rein geschichtswissenschaftliche Darstellungen. Die Werke aus diesem Bereich, die für diese Arbeit am meisten verwendet wurden, sind „Zwischen Antisemitismus und Israelkritik. Antizionismus in der deutschen Linken“[5] von Timo Stein, der sich ganz ausführlich mit dem Antizionismus in der Neuen Linken ab 1967 beschäftigt, sowie der Sammelband „Exklusive Solidarität, Linker Antisemitismus in Deutschland“[6], der vor allem der Frage nachgeht, wann Israelkritik als antisemitische einzustufen gilt. Ganz besonders hilfreich, um diese und andere für diese Arbeit relevanten Fragen zu beantworten, waren die Beiträge von Phillip Gessler[7], Thomas Haury[8] und Lars Rennsmann[9] in diesem Band. Das 1990 veröffentliche Buch „Israel und die deutsche Linke. Zur Geschichte eines schwierigen Verhältnisses“[10] von Martin Kloke war ebenfalls essentiell für diese Arbeit, denn es enthält die bis heute umfangreichste Darstellung der Geschichte der Nahostrezeption in der bundesrepublikanische Linken[11].

Über die Studentenbewegung der 60er Jahre in der Bundesrepublik gibt es zahlreiche Literatur, die aber mit dem Problem behaftet ist, dass sie in der Regel von ehemaligen Mitgliedern der Bewegung verfasst wurde, deren wissenschaftliche Distanz zum Thema angezweifelt werden muss, vor allem, wenn es um die Frage geht, inwiefern der SDS Sozialistischer Deutsche Studentenbund), Hauptträger der Studentenbewegung, von der SED unterwandert und gelenkt wurde. Seit 1999[12] und 2001[13] liegen Ergebnisse der Untersuchungen von Stasiakten und anderer SED-Dokumente von Seiten des Historikers und ehemaligen Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen Hubertus Knabe vor, in denen ein hohes Maß an Unterwanderung und Lenkung der SDS von Seiten des SED, vor allem am Beispiel der Antispringerkampagne belegt wird.[14]

Knabes Erkenntnisse werden von der SDS Standardforschung entweder bestritten, ausgeblendet oder relativiert. Beispiele dafür sind Tilman Fichter, Siegward Lönnendonker[15] und Bernd Rabehl[16], Autoren, die selbst SDS-Mitglieder gewesen sind. Es liegt nahe zu vermuten, dass diese Autoren wegen ihrer persönlichen Verbundenheit zu der SDS dazu geneigt sind Knabes Erkenntnisse zu bestreiten. Da die SDS Standartforschung von ehemaligen SDS-Mitgliedern und deren Sympathisanten dominiert ist, ist sie in diesem Punkt kritisch zu hinterfragen. So wird sich diese Arbeit im Punkt SDS-Unterwanderung durch die SED auf die Erkenntnisse von Knabes Untersuchungen stützen.

Zur Zeitschrift „konkret“ gibt es neben relativ unwissenschaftlichen Darstellungen der Zeitschrift, von den ehemaligen Herausgebern[17], dem aktuellen Herausgeber[18] und der Tochter des ehemaligen Herausgebers[19] auch einige wissenschaftliche Arbeiten, in denen die Geschichte von „konkret“ behandelt wird. Alexander Gallus schrieb 2001 einen Aufsatz über die Zeitschrift[20], im Buch „Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre“ von Detlef Siegfried wird der Zeitschrift ein ganzes Kapitel gewidmet[21]. Die 2011 erschienene Monografie von Frederik Obermaier „Sex, Kommerz und Revolution. Vom Aufstieg und Untergang der Zeitschrift „konkret“ (1957-1973)[22] “ bietet eine ausführliche Darstellung der Geschichte der Zeitschrift bis 1973.

1. Konzeptualisierung und Begriffseingrenzung

1.1. Antisemitismus:

Für die wissenschaftliche Untersuchung des antisemitischen Gehaltes der israelkritischen Äußerungen der Zeitschrift „konkret“ ist es zunächst notwendig klarzustellen, was in dieser Arbeit unter Antisemitismus verstanden werden soll.

So wird sich diese Arbeit an die wissenschaftlich international anerkannten Antisemitismusdefinitionen[23] von Hellen Fein und Dietz Bering anlehnen.

Hellen Fein beschreibt den Antisemitismus folgendermaßen:

Antisemitismus ist ein dauerhafter latenter Komplex feindseliger Überzeugungen gegenüber Juden als einem Kollektiv. Diese Überzeugungen äußern sich beim Einzelnen als Vorurteil, in der Kultur als Mythen, Ideologie, Folklore und in der Bildsprache, sowie in Form von individuellen oder kollektiven Handlungen – soziale oder gesetzliche Diskriminierung, politische Mobilisierung gegen Juden, und als kollektive oder staatliche Gewalt –, die darauf zielen, sich von Juden als Juden zu distanzieren, sie zu vertreiben oder zu vernichten.[24]

Für eine genauere Darstellung der üblichsten judenfeindlichen Einstellungen, die den Antisemitismus ausmachen, wird die obige Definition häufig durch die Definition von Dietz Bering ergänzt.[25]

Dem Antisemiten gelten Juden ihrer gesamten Natur nach als schlecht und in ihren negativen Eigenschaften als unverbesserlich. Wegen dieser notwendig anwesenden Charaktermerkmale sind Juden immer als Kollektiv zu betrachten, das den Gesellschaften, in denen es lebt, wesensfremd bleibt und einen verdeckten destruktiven Einfluss auf das "Gastvolk" ausübt. Dieser negative Einfluss und die faktische Fremdheit müssen entlarvt werden, um das wahre, unveränderliche Wesen der Juden hervortreten zu lassen.[26]

Nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft erfolgte eine öffentliche Diskreditierung des Antisemitismus.[27] Der Antisemitismusvorwurf gehörte zu einer der schwersten Anschuldigungen, die in einer politischen Auseinandersetzung gemacht werden können.[28]

So spricht sich der Antisemitismus seit 1945 nur im rechtsradikalen Spektrum offen aus. In allen anderen Teilen der Gesellschaft kommt er mehr oder weniger verdeckt per Andeutungen Chiffren und Codes[29] zum Ausdruck. Da ein offener Antisemitismus weitgehend illegitim ist, operieren codierte, verdeckte, latente Formen des Antisemitismus mit impliziten Anspielungen auf tradierte Bedeutungshöfe und Vorurteile, die sich dabei noch im Raum des öffentlich Sagbaren in der Demokratie bewegen.[30] Aber nicht nur in seinen Ausdrucksformen hat sich der Antisemitismus nach 1945 in Deutschland gewandelt. Nach dem Holocaust kommt noch ein neues psychologisches Moment hinzu, das zur Erzeugung antisemitischer Ressentiments beiträgt.

1.2. Sekundärantisemitismus

Der Sekundärantisemitismus kann kurz als „Antisemitismus wegen Auschwitz“[31] beschrieben werden. Er wird in der vielzitierten Formell, des Israelischen Psychoanalytikers Zwi Rex zusammengefasst: „Die Deutschen werden den Juden den Holocaust nie verzeihen“.[32]

Der Begriff entstand 1961 im Umfeld der Frankfurter Schule[33] und wird als Sammelbegriff für jegliche Formen der Erinnerungsabwehr dem Holocaust gegenüber angewandt.

Laut der Kritischen Theorie kann eine positive Identifikation mit einer Nation nur durch die Konstruktion eines positiven Geschichtsnarrativs entstehen[34], also im hier behandelten Fall durch das Schaffen einer positiven Darstellung der deutschen Geschichte, die es dem betroffenen Individuum ermöglicht, sich mit der deutschen Nation zu identifizieren und stolz auf seine nationale Identität zu sein. Diese positive Darstellung der deutschen Geschichte wird durch die Erinnerung an den Holocaust erschwert. So stört das bloße Dasein von Juden die Konstruktion dieses positiven, identifikationswürdigen Bildes der Deutschen Nation, da diese als Verkörperung des Unerwünschten der Erinnerung wahrgenommen werden.

Das Bedürfnis nach einer positiven nationalen Identifikation, also danach, Selbstwertgefühl aus der Zugehörigkeit zu einer als positiv bewerteten nationalen Gemeinschaft zu ziehen, ist die Urmotivation des Sekundärantisemitismus.

Er versucht in allen möglichen Formen die Erinnerung an den Holocaust abzuwehren, „einen Schlussstrich zu ziehen“, den Holocaust zu relativieren, zu bagatellisieren, aufzurechnen, oder sogar zu leugnen, alles jeweils abhängig von der politischen Position des Sprechers. Der Sekundärantisemitismus versucht mit aller Kraft die „deutsche Schuld am Holocaust zu relativieren oder gar den Juden zuzuschreiben“.[35] Projektion und Schuldumkehr, die Verschiebung der Täter-Opfer-Achse sind ihre bevorzugten Werkzeuge.

Der Sekundär-Antisemitismus spielt eine wichtige Rolle als Motivation für manche, wenn auch nicht unbedingt jegliche, deutsche Kritik an Israel. Laut dem Soziologen Thomas Haury sind „Jüdische Täter […] Balsam für das deutsche Nationalbewusstsein.“[36]

Die Trennung zwischen den Primärantisemitismus, antisemitischen Stereotypen und Vorurteilen, die es schon vor Auschwitz gab und dem Sekundärantisemitismus, des oben ausgerührten Antisemitismus wegen Auschwitz, ist nur analytischer Natur. Primär- und Sekundärantisemitismus sind an sich gar nicht zu trennen, da sich sekundärantisemitischer Motive sehr häufig primärantisemitischer Stereotype bedienen.[37]

1.3. Antizionismus:

Um zu erklären, was unter Antizionismus in der Forschung verstanden wird, ist es hilfreich, vorerst eine Definition des Zionismus zu liefern. Grob lässt sich Zionismus definieren als das Bestreben, einen jüdischen Staat in Palästina zu gründen und zu erhalten.[38]

Die Hauptmotivation des Zionismus ist der Glaube, dass ein jüdischer Nationalstaat allen Juden Schutz gegen Verfolgung und Diskriminierung gewähren kann.

Der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz bezeichnet den Antizionismus als „die Ablehnung des Zionismus und der Existenz des Staates Israel, nicht aber jede Kritik an der Politik dieses Staates.“[39] Es hat, laut Benz, verschiedene ideologische Wurzeln und kommt in verschiedenen Formen zum Ausdruck. Ihre wichtigsten Erscheinungsformen sind der inner-jüdische Antizionismus, der rechtsradikale Antizionismus, der islamische Antizionismus sowie der stalinistische und poststalinistische Antizionismus, in dieser Arbeit auch marxistisch-leninistischer, antiimperialistischer Antizionismus oder einfach Antizionismus genannt[40]. Im Folgenden soll die vorletztgenannte Erscheinungsform des Antizionismus dargestellt werden. Der linke Antizionismus, der in dieser Arbeit untersucht wird hat seine Ursprünge in der Sowjetunion kurz nach der israelischen Staatgründung. Seine ideologische Grundlage ist die marxistisch-leninistische Antiimperialismus-Theorie.

Um den von der bundesrepublikanischen Neuen Linken übernommenen antiimperialistischen Antizionismus zu verstehen, ist es sinnvoll zuerst die marxistisch-leninistische Ideologie und den marxistisch-leninistischer Antiimperialismus knapp zu umreißen.

1.3.1. Die marxistisch-leninistische Ideologie:

Die marxistisch-leninistische Ideologie beruht auf Stalins Interpretation der Theorien von Marx und Lenin. Sie wurde entwickelt in Abgrenzung zum Trotzkismus und anderen sozialistischen Strömungen und wurde von Stalin als offizielle Staatsdoktrin der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten etabliert.[41]

Der klassische Marxismus beschreibt ein Freund-Feind-Schema, in dem der Klassenkampf im Mittelpunkt steht. Nach diesem Bild stehen die „bösen Kapitalbesitzer“ dem „guten Proletariat“ gegenüber.

In der marxistisch-leninistischen Ideologie stalinistischer Prägung gewinnt die nationale Komponente dazu eine wichtige Rolle. Sie wird mit dem obengenannten Schema verschmolzen. Als Ergebnis entsteht eine neue Gegenüberstellung zwischen dem „guten, werktätigen, schaffenden Volk“ und den „bösen, anationalen, vaterlandslosen Kapitalisten, die sozusagen eine Art Antivolk darstellen.[42]

1.3.2. Der marxistisch-leninistischer Antiimperialismus

1916 entwickelte Lenin seine Antiimperialismus-Theorie. Darin geht er von der Annahme aus, dass der Kapitalismus sich aggressiv expandieren muss und dass der Imperialismus aus der höchsten Stufe der gewaltsamen Expansion des Kapitalismus entsteht.[43] Der Imperialismus, nach Auffassung Lenins, ist eine Entwicklung, die aus dem Kapitalismus unvermeidlich entstehen müsste. So gelten, nach dem antiimperialistischen Verständnis, alle hoch industrialisierten, kapitalistischen Länder als potentiell imperialistisch oder in einen mehr oder weniger hoch entwickelten Imperialismus-Stadium.

Hierzu kommt in der stalinistischen Version dieser Theorie das nationale Element der „guten Völker“ und der „anationalen Kapitalisten“ dazu. So wird die marxistisch-leninistische Antiimperialismus-Theorie zu einem vereinfachten Deutungsmuster, durch das sich die Konflikte der Dritten Welt auf ein einfaches binäres Schema reduzieren lassen: „Die unterdrückte[n] Völker“ der Trikont[44] und deren „Befreiungsbewegungen“ gegen den „bösen US-Imperialismus“ und seine Verbündeten.[45]

Durch dieses manichäische Schema lassen sich die komplexen Phänomene der dritten Welt monokausal erklären und allein auf den Einfluss böser Finanzkapitalisten zurückführen.[46]

1.3.3. Der antiimperialistische Antizionismus

Der antiimperialistische Antizionismus entstand aus der Anwendung des marxistisch-leninistischen antiimperialistischen Deutungsmusters auf den Nahostkonflikt. Das daraus entstandene Schema sah folgendermaßen aus: Israel wird als einen anationaler, böser Imperialist und kolonialer Aggressor dargestellt, der nur profitorientierte Interessen an seiner Staatsgründung hatte und wegen seiner Habgier aus rein wirtschaftlichen Gründen das reine gute und friedliebende Volk der Araber und Palästinenser zu unterdrücken versucht.[47] Der Holocaust und die Bedürfnisse der Israelis nach Schutz vor weiteren Verfolgungen werden aus diesen Darstellungen ausgeblendet.

So werden die Palästinenser als das rein gute Volk stilisiert, während es den Juden abgesprochen wird überhaupt ein Volk zu sein. Israel wird als „Staatengebilde“ und Fremdkörper im arabischen Gebiet bezeichnet.[48]

Darüber hinaus wird Israel als „Brückenkopf des US-Imperialismus“ bezeichnet, der angeblich nur die Interessen der anationalen Wallstreet-Kapitalisten verfolgt.[49]

Das marxistisch-leninistische antiimperialistische Antizionismus-Schema wurde kurz nach der israelischen Staatsgründung in der Sowjetunion entworfen. Dies geschah, nachdem klar wurde, dass im Zuge des Kalten Krieges Israel im Einflussbereich der USA sich einordnen lassen würde und nicht in der der Sowjetunion[50]

Zwischen 1948 und 1953 führte Stalin eine Kampagne gegen den Zionismus im ganzen Sowjetischen Einflussbereich durch. Mit der Behauptung, es bestehe eine Gefahr durch die Zersetzungsarbeit innerer Feinde, die angeblich Agenten des „Zionismus“ und des „US-Imperialismus“ waren, wurden zahlreiche jüdische Funktionäre von ihren Posten entfernt. Gegen viele von ihnen wurden Schauprozesse geführt und einige anschließend hingerichtet. Einen Höhepunkt dieser Praxis bildete der Slánsky-Prozess, der 1952 in Prag stattfand. In Konsequenz wurden Rudolf Slánsky, Sekretär der tschechoslowakischen KP, und zehn weitere als jüdisch gekennzeichnete sowie zwei nichtjüdische Funktionäre hingerichtet.[51] Die sowjetische antizionistische Rhetorik richtete sich angeblich gegen „Zionisten“, traf aber Juden, die wenig bis gar nichts mit Israel und dem eigentlichen Zionismus zu tun hatten[52]

Ein anderer Höhepunkt der antisemitischen Verfolgung im Ostblock bildet die ab 1968 in Polen durchgeführte Antizionistische Kampagne. Als Folge dieser Agitationskampagne verlassen bis zum Ende des Jahres 1971 12.927 Menschen jüdischer Abstammung Polen, bis Mitte der 70er Jahre hatten die meisten übriggebliebenen polnischen Juden Polen verlassen.[53]

Der Antizionismus hatte eine wichtige Funktion bei dem Transport antisemitischer Inhalte inne. Wegen seinem emanzipatorischen, egalitären, universalistischen und humanitären Anspruch dürfte der Kommunismus an sich gar nicht offen antisemitisch sein. So erfüllte die negative Besetzung des Begriffs Zionismus eine politische Funktion und erlaubte den Transport antijüdischer Stereotype ohne offen antisemitisch zu wirken. Laut dem Antisemitismusforscher Wolfgang Benz ist Antizionismus ein Surrogat für die sonst klassisch antisemitisch ausgedrückte Judenfeindschaft, da es die Funktion hat Nebenwege zu öffnen, „aus denen mit scheinbar rationale[n] Elemente[n] die Abneigung gegen den Juden transportiert werden kann“.[54]

In antizionistischen Kampagnen wurden unter anderem verschwörungstheoretische Zusammenhänge versponnen zwischen den nach Weltherrschaft strebenden Finanzkapitalisten und den zionistischen Monopolkapitalisten.

Der Antizionismus wurde zum sozialistischen Paradigma und diente als Ventil für antijüdische Vorurteile aus der Zarenzeit.[55]

Laut Haury hegte die DDR einen radikaleren Antizionismus als die Sowjetunion und trat als Hardliner gegenüber Israel hervor.[56] Dies hängt mit der innerpolitischen Profilierung der DDR als das bessere „antifaschistische Deutschland“ zusammen. Der Antizionismus wurde in der DDR zum Einfallstor für sekundärantisemitische Ressentiments und wurde zudem instrumentalisiert als Entlastung der Deutschen Nation. Eine positive Identifikation mit der Deutsche Nation sollte erleichtert werden, indem die „Zionisten“ als die Nazis der Gegenwart und das Deutsche Volk als unschuldiges Opfer des „Faschismus“ dargestellt wurden.[57]

1.3.4. Antisemitismus- und Faschismusinterpretation innerhalb der marxistisch-leninistische Theorie.

Ein wichtiger Punkt, der es besser ermöglicht zu verstehen wie judenfeindliche Tendenzen sich im Ostblock unter den Mantel des Zionismus verstecken könnten, ist die marxistisch-leninistische Interpretation des Antisemitismus. Nach diesem Verständnis gilt der Antisemitismus als eine bloße Strategie der Bourgeoisie, die verwendet wird um den „revolutionären Hass“ der Unterdrückten von deren wahren Ursachen, zum Beispiel die Unterdrückung durch die Herrschenden, abzulenken.[58] So wird Antisemitismus als eine von der Bourgeoisie verbreitete Lüge gesehen, die das Ziel hat, die „Revolution des Proletariats“ zu verhindern. Nach dieser Definition kann ein sozialistischer Revolutionär unmöglich ein Antisemit sein, da der Antisemitismus als eine rein bürgerliche Ideologie gilt.

Ein anderer wichtiger Punkt, der es erleichtert zu verstehen unter welchen Bedingungen der Holocaust in antizionistischen Darstellungen ausgeblendet, beziehungsweise wegtheoretisiert wurde ist die Definition des Faschismus. Innerhalb des gesamten Ostblocks sowie auch der bundesrepublikanischen Neuen Linken wird der Faschismus-Begriff von Georgi Dimitrow.[59] übernommen.

Nach der Definition von Dimitrow galt der Faschismus als „die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“,[60] also eine Weiterentwicklung des Imperialismus, die eine Folge einer ultrakapitalistischen Entwicklung war.

Der Nationalsozialismus wurde auf fälschliche und vereinfachende Weise dieser Definition des Faschismus gleichgesetzt und so seiner völkischen und antisemitischen Kernelemente beraubt, die nach dieser Interpretation zur Randerscheinungen wurden. Der Fokus der „Faschismusanalysen“ über die NS-Zeit lag ausschließlich auf den Verwicklungen der Deutschen Industrie und des Nationalsozialismus, mit dem Ziel das kapitalistische System für die Grauen des Nationalsozialismus verantwortlich zu machen. Der Antisemitismus als zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie wurde ausgeblendet und die Verfolgung und Ausrottung der Europäischen Juden an den Rand gedrängt. Im Mittelpunkt stand die NS-Verfolgung der Kommunisten und deren Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

1.4. Kriterien um klassischen und Sekundärantisemitischen Elementen in israelkritischen Argumentationen zu erkennen

Haury kommt zu dem Schluss, dass der antiimperialistische Antizionismus eine ähnliche manichäische Struktur wie das antisemitische Weltbild aufweist und das eine Anwendung des marxistisch-leninistischen, antiimperialistischen Weltbildes auf den Nahost-Konflikt anfällig für antisemitische Inhalte ist und in vielen Fällen sich auch antisemitischer Stereotype bedient.

Dies heißt aber nicht, dass jede Israelkritik oder antizionistische Äußerung per se antisemitisch sein soll.

Um zu erkennen inwiefern in einer antizionistischen Äußerung antisemitische Elemente vorhanden sind, werden in der Forschung[61] die folgenden Kriterien als Indikatoren benutzt:

1) Täter-Opfer-Umkehr beziehungsweise NS-Vergleiche und Nazianalogien

Eine Verkehrung der Täter-Opfer-Achse ist ein typisches sekundärantisemitisches Moment, das psychologisch ermöglicht die deutsche Schuld am Holocaust zu relativieren und das so eine positive nationale Identifikation begünstigt. Die klassischsten Beispiele der Täter-Opfer-Umkehr sind die Vergleiche zwischen dem Nationalsozialismus und der israelischen Politik wie zum Beispiel „Endlösung der palästinensische Frage“, Israel als Produzent eines „neuen Holocaust“ et cetera.

Es besteht ein wissenschaftlicher Konsens darüber NS-Vergleiche, die von Deutschen oder Österreichern verwendet werden als sekundärantisemitisch zu werten.[62] Diese Arbeit soll sich diesem Konsens anschließen.

2) Holocaustverleugnung oder -relativierung

Ist auch als Form der Erinnerungsabwehr und Entlastung der nationalen Identität zu verstehen.

3) Selbstverschuldeter Antisemitismus

Ist ein klassisch antisemitisches Klischee, nach dem Motto „Der Jud ist selbst schuld, dass man ihm nicht mag“[63] Auch ein Mechanismus der Schuldabwehr. Nach dem Motto „ich bin kein böser Antisemit, ich sage nur die Wahrheit über die Juden.“[64]

4) Übertragung klassischer antisemitische Stereotype

Wie zum Beispiel Geldgier oder Rachsucht, dazu gehören auch negative historische Bezüge zur alten jüdischen Geschichte. Wie zum Beispiel das Klischee über einen jüdischen Rachegott, oder Auge um Auge, Zahn um Zahn.[65]

5) Mythos einer jüdischen Weltverschwörung

Dazu gehören die Behauptung, es existiere eine jüdische Lobby, die die amerikanische Politik bestimmt, oder eine zionistische Weltverschwörung sowie die Behauptung Juden hätten zu viel Einfluss auf Deutschland, auf die Medien oder generell auf der Welt.

6) Antisemitische Separation

Geschieht zum Bespiel wenn einem in der Diaspora lebenden Juden, zum Beispiel einem französischen oder deutschen Juden eine Parteilichkeit für Israel zugeschrieben wird und die nationale Zugehörigkeit zu Frankreich oder Deutschland aberkannt wird.

7) Kollektive Haftung

Wenn Beispielsweise alle Juden für politische oder militärische Handlungen Israels verantwortlich gemacht werden, wie zum Beispiel wenn Demonstrationen gegen Israel vor Synagogen statt vor israelischen Botschaften stattfinden.

8) Doppelte Standards

Das Messen mit zweierlei Maß, zum Beispiel wenn palästinensische Attentäter als Partisanen bezeichnet werden, und israelische Militäraktionen als Terrorismus. Oder wenn man sich ausschließlich auf die Bedürfnisse der Palästinenser fokussiert und die Bedürfnisse Israels, zum Beispiel nach Sicherheit und nach nationaler Selbstbestimmung, ausblendet.

9) Delegitimierung des Israelisches Staatswesen

Geschieht zum Beispiel wenn, die pluralistische Demokratie Israels als Militärregime bezeichnet wird, aber auch wenn Israel als imperialistisches oder faschistisches Land bezeichnet wird.

10) Infragestellung des Existenzrechts Israels

Wenn behauptet wird, dass Israel an sich so grundlegend von anderen Staaten unterscheidbar ist, dass die Juden kein „richtiges Volk“ seien und Israel ein „Fremdkörper in der arabischen Welt“ sei, so dass es keine Existenzberechtigung hätte. Dies ist eine klare Diskriminierung Israels gegenüber den restliche Staaten der Welt.

11) Sündenbock Israel/die Juden

Wenn man behauptet, dass Israel, oder die Juden an fast allen Konflikte der Welt die Schuld haben.[66] Nach dem Motto „Gibt immer zuerst Israel oder den Juden die Schuld“.[67]

Bei den oben genannten Kriterien geht es im Kern um verschiedene Formen der Erinnerungsabwehr, Schuldumkehrung und Schuldrelativierung sowie um die Verwendung klassischer antisemitischer Stereotype.

Stein behauptet, dass der antisemitische Gehalt einer antizionistischen Äußerung nie genau messbar sein wird, da die antisemitischen Vorurteile in der Regel nicht offen ausgesprochen werden, sondern suggeriert und angedeutet werden.[68]

Dieser Kriterienkatalog soll für die spätere Analyse angewandt werden, im Wissen, dass es trotz durchdachter Indikatoren Fälle geben wird, bei denen sich der antisemitische Gehalt nicht ganz überprüfen lassen wird, eben weil er sich sehr subtil äußert.

2. Die 68er Bewegung

Bei dem in Deutschland allgemein als 68er Bewegung bekannten Phänomen handelt es sich um eine heterogene soziale Bewegung bestehend aus verschiedenen linksgerichteten Gruppierungen, die sich in manchen Fällen seit Mitte der 50er und in anderen Fällen seit Anfang der 60er Jahre zu formieren begannen.[69] Zu den vielfältigen Strömungen und Gruppen, die sich zusammentaten, gehörten etwa die Antiatombewegung, die Bürgerrechtsbewegung, die Frauenbewegung, linke Sozialdemokraten, Linksliberale, Trotzkisten, Maoisten und Anarchisten.[70]

Trotz der sehr heterogenen Zusammensetzung fingen ab 1966 diese Gruppierungen vermehrt an, sich vor allem in Gestalt der Studentenproteste, die auf internationaler Ebene gegen den Vietnamkrieg stattfanden, gemeinsam zu mobilisieren und auf nationaler bundesrepublikanischer Ebene vor allem gegen die Notstandsgesetze protestierten.

Das Jahr 1968 bildete der Höhepunkt der Mobilisierung, sowohl in der BRD als auch in der USA, Frankreich und Italien.[71] So benutzt man diese Jahreszahl heute im allgemeinen Sprachgebrauch, aber auch zum Teil in der Wissenschaft, um die ganze Bewegung zu benennen, auch wenn die Bewegung an sich früher formiert worden ist und deren Nachwirkungen weiter reichten als bis ins Jahr 1968.[72]

2.1. Der SDS

Der Sozialistischen Deutscher Studentenbund sollte als Hauptträger der obengenannten Bewegung fungieren. Er war von seiner Gründung im Jahr 1946 an bis zum Unvereinbarkeitsbeschluss von 1961 ein SPD-naher Studentenverband. Während in der Standartforschung über den SDS behauptet wird, die SPD hätte den Studentenverband wegen seiner Anlehnung an die Ideen der Neue Linke ausgeschlossen,[73] weist der Geschichtswissenschaftler Hubertus Knabe auf eine Unterwanderung des SDS durch die SED hin, die durch verschiedene Gruppierungen, Organisationen und Parteien (KPD, FDJ und Stasi) erfolgte.[74] Diese Unterwanderung soll laut Knabe seit 1958 Misstrauen in der SPD hervorgerufen haben und schließlich zur Trennung und Aufhebung der Finanzierung der SDS 1961 geführt haben.[75]

Nach der Trennung von der SPD richtete sich der SDS in der Tat nach den Idealen der Neuen Linken und identifizierte sich als ein Teil dieser Bewegung,[76] wurde aber gleichzeitig zu Desinformations- und Destabilisierungszwecken von der DDR instrumentalisiert, ohne, dass dies der Mehrheit ihrer Mitglieder bewusst wurde.[77] Knabe beschreibt den Vorgang der SED in Bezug auf den SDS als eine „Zangenbewegung“. Einerseits wurden durch die FDJ Kontakte und „Aktionsbündnisse“ geknüpft und andererseits wurden parallel MfS-Agenten in die Bewegung eingeschleust.[78] Darüber hinaus wurde allen studentischen Mitgliedern der illegalen KPD von der Partei empfohlen Mitglied des SDS zu werden.[79] Diese drei Ebenen der Infiltration in der SDS sind alle nur punktuell aufgearbeitet worden. Dies hängt damit zusammen, dass die Forschung über die Studentenbewegung überwiegend von ehemaligen Mitgliedern der Bewegung betrieben worden ist, die ein persönliches Interesse daran zu haben scheinen das Maß an Lenkung, das von der SED auf den SDS ausgeübt wurde, auszublenden oder zu relativieren.[80] Die SDS wurde ab Mitte der 60er Jahre zum Hauptträger der Studentenproteste.[81]

2.2. Neue Linke

Die Neue Linke ist eine soziale Bewegung, die im Umfeld der Antiatomkraftbewegung entstand. Sie wurde Neue Linke in Abgrenzung zur „Alten Linke“ genannt. Gemeint waren damit sowohl der sowjetische Kommunismus als auch die Sozialdemokratie. Ihre ideologische Grundlage bildete eine neue Interpretation der marxistischen Theorie. Ihr Fokus richtete sich nicht mehr auf die Ausbeutung des Proletariats, sondern auf den Aspekt der angeblichen Entfremdung von den eigenen Bedürfnissen und des eigenen Seins, der sich als Folge des Lebens innerhalb der westlich-kapitalistischen Ordnung angeblich einstellt.

Die neue Linke hatte als Ziel, eine neue antiautoritäre Gesellschaftsordnung zu schaffen mit Räumen für die Selbstbestimmung des Individuums in allen Teilen der Gesellschaft. Als Teil dieses Projektes war es für die Neue Linke wichtig Subkulturen zu schaffen, die als Gegenmacht innerhalb schon bestehender Institutionen agieren sollten.

Die Neue Linke verstand sich als Massenbewegung, die außerhalb der Parteisysteme durch eine Mobilisierung der Massen von unten gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen wollte. Außerdem ging die Neue Linke weg von dem klassisch-marxistischen Glauben an eine historisch vorgezeichnete Revolution die sich unvermeidlich durchsetzen würde, zum Glauben an die eigene Verantwortung der Neuen Linken, die Revolution selbst durchzuführen.[82]

Das Selbstverständnis der Neuen Linken war antiautoritär, internationalistisch und solidarisch mit den sogenannten Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt.[83]

Unter „Befreiungsbewegungen“ sind politisch-sozial motivierte und in der Regel militärisch organisierte Gruppen mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen zu verstehen, die in Asien, Lateinamerika und Afrika, den sogenannten Trikont, vor allem während des Kalten Krieges entstanden sind[84] Häufig pflegten diese Gruppen eine marxistisch-leninistische antiimperialistische, oder maoistische ideologische Grundhaltung und wurden in höherem oder geringerem Maße von der Sowjetunion oder von China unterstützt.

Beispiele davon sind die „Bewegung des 26. Juli“, die unter Fidel Castro zur Kubanischen Revolution führte, der Vietcong, der während des Vietnamkriegs gegen die USA kämpfte, aber auch Stadtguerillaorganisationen wie die „Tupamaros“ in Uruguay.[85]

2.3. Die Große Koalition, die Notstandsgesetze, und die APO

Am 1. Dezember 1966 trat eine große Koalition aus CDU und SPD mit dem ehemaligen NSDAP-Mitglied Kurt Kiesinger als Bundeskanzler an die Macht. Die Koalition verfügte über die notwendige Mehrheit um die seit 1960 geplanten Notstandsgesetze einzuführen.[86] Die Notstandgesetze sollten die Aufhebung bestimmter Grundrechten im Falle eines Notstands ermöglichen. Ihre Gegner, unter ihnen Vertreter der Studentenbewegung, befürchteten, dass die Notstandsgesetze ähnlich wie das Ermächtigungsgesetzt während der Weimarer Republik, missbraucht werden und die Demokratie gefährden könnten.[87]

Aus dem Gefühl heraus nicht mehr angemessen von den Parteien im Parlament vertreten zu werden, rief Rudi Dutschke am 11. Dezember 1966 die Außerparlamentarische Opposition (APO) aus.[88] Unter ihrem Dach sammelten sich verschiedene Gruppierungen mit gemeinsamem Protest unter anderem gegen die Notstandsgesetze, gegen die Schwäche der parlamentarischen Opposition gegenüber der Regierung der großen Koalition, gegen den Vietnamkrieg[89] und gegen den Axel Springer Verlag.[90]

2.4. Enteignet-Springer-Kampagne

Unter der Antispringerkampagne werden die Forderungen, Aktionen und Maßnahmen, die von der APO zwischen 1967 und 1968 gegen den Axel Springer Verlag vorgenommen wurden, bezeichnet.

Laut Hubertus Knabe hatte die Antispringerkampagne ihren Ursprung in der DDR.[91] Schon ab 1962 hatte es in der DDR eine ständige Agitation gegen Axel Springer und seinen Verlag gegeben.[92] Grund dafür war, dass Springer als entschiedener Gegner des Kommunismus aufgetreten war, der die Freiheitseinschränkungen und undemokratischen Verhältnisse in der DDR stark kritisierte und sich gegen eine politische Anerkennung der DDR durch die BRD einsetzte.[93] Während der erste Teil der Diffamierungskampagne der DDR gegen Springer in der BRD kaum auf Widerhall traf, fand die zweite Welle der Antispringer-Agitation, die ab dem Frühjahr 1966 einsetzte, breite Unterstützung bei der Studentenbewegung, die die SED-Parolen aufgriff, in den Westen trug und sie auch weiter zuspitzte.[94]

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Antispringerkampagne aus der DDR von den Studenten aufgegriffen wurde. Einerseits haben die Studenten tatsächlich an eine Übermacht des Springerkonzerns geglaubt. Sie glaubten, die Springerpresse manipulierte die öffentliche Meinung mit Hilfe eines Presse- und Meinungsmonopols. Außerdem sahen sie die Enteignung Springers als einzigen Weg, die Pressefreiheit in der BRD zu retten.[95]

Andererseits war die negative Berichterstattung über die Studentenbewegung in den Zeitungen des Springer-Verlags wahrscheinlich ein noch prägnanterer Grund, warum die Mitglieder der APO bereit waren den Axel Springer Verlag zu ihrem Feind zu erklären. Ab Ende 1966 erschienen vermehrt Artikel in der Bildzeitung, die die Studentenbewegung scharf kritisierten und als Krawallmacher und Halbstarke bezeichneten. Die Mitglieder der Studentenbewegung fühlten sich von der Springer-Presse diffamiert und verfolgt. Dies verschlimmerte sich nach der Berichterstattung über die Antischah-Demonstration vom 2. Juni 1967, wo der Student und Demonstrant Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde.[96] Auf dem Titelblatt der Berliner Ausgabe der Bildzeitung vom 3. Juni 1967 war unter der Schlagzeile „Blutige Krawalle: 1 Toter!“ ein Foto eines blutenden Polizisten zu sehen, der einen Steinwurf am Kopf abbekommen hatte, aber kein Foto des toten Ohnesorg. Der Zwischenfall wurde als skandalöse Ausschreitung von Seiten der Studenten dargestellt, die von der Polizei korrekt und ordnungsgemäß beendet wurde. Benno Ohnesorg wurde als „Opfer des Krawalls“, den die Studenten angefangen hatten, bezeichnet, womit die Polizei von jeder Verantwortung seinem Tod gegenüber entbunden wurde. [97] Angesichts dieser Art der Berichterstattung war die APO von einer gezielten Hetze und Diskreditierungskampagne von Seiten des Springer-Verlages überzeugt.

Wegen der oben genannten Gründe und der Tatsache, dass der Springer Verlag von der Studentenbewegung als Verkörperung der „konservativen“ Gesellschaft der BRD wahrgenommen wurde, war es für die SED möglich die Studentenbewegung zu instrumentalisieren um die Kampagne gegen Springer in den Westen zu tragen. Um dies zu erreichen, agitierte die SED auf verschiedenen Ebenen. Einerseits schickte sie Abgesandte der SED und FDJ nach Westberlin um die Proteste anzufachen und den Studenten Argumentationshilfen zu liefern[98] andererseits stützte sich die SED auf politische Kader innerhalb des SDS um die Kampagne voranzubringen.[99] Eine wichtige Rolle spielte dabei das DDR-Finanzierte APO-Blatt „Berliner Extra-Dienst“, in dem am 13. Mai 1967 das erste Mal die Enteignung Springers in einer in Westdeutschland veröffentlichte Publikation gefordert wurde. Die gleiche Forderung nach einer Verstaatlichung des Verlags wurde schon 1966 in der DDR von Walter Ulbricht gestellt.[100]

3. Die 68er Bewegung und ihre Beziehung zu Israel

3.1. Einstellung der Studentenbewegung zu Israel bis zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Israel

Bis 1961 SPD naher Verband, folgte der SDS der gleichen proisraelischen Linie wie die SPD und bemühte sich um Kontakt mit israelischen Studentenvertretungen.[101] Nach der Trennung von der Mutterpartei ab 1961 gab es in der SDS eher eine Haltung der kritischen Solidarität gegenüber Israel.[102] Zwar wurde das zionistische Selbstverständnis des Staates bejaht und durch die nationalsozialistische Ausrottung der europäischen Juden als gerechtfertigt gesehen und für eine Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der BRD und Israel plädiert[103], anderseits wurde Kritik an den israelische Atomplänen geübt, sowie an dem Hofieren des CDU Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, der sich durch die Spiegelaffäre bei der Studentenbewegung unbeliebt gemacht hatte.[104]

Nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen die BRD und Israel 1965, breitete sich eine eher proisraelische Haltung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft aus. Das Eintreten für Israel verlor ihr oppositionelles Potential und verlor so auch an Attraktivität für die Studentenbewegung.[105] So engagierte sich der SDS ab 1965 kaum noch proisraelisch. Wenn das Thema Israel überhaupt angesprochen wurde sah es der SDS als seine Aufgabe Kritisches hervorzuheben, was in der Öffentlichkeit kaum beleuchtet wurde, wie die Waffenlieferungen der Bundesrepublik an Israel.[106]

3.2. Einstellung der Studentenbewegung zu Israel vor und nach dem Sechstagekrieg

Ende Mai und Anfang Juni 1967 schloss Ägypten ein Bündnis mit Jordanien und Syrien, setzte den Rückzug der UN-Friedenstruppen von der Sinai Halbinsel durch, initiierte einen Truppenaufmarsch und verhängte eine Seeblockade gegen Israel. Diese Aktionen wurden begleitet von einer eindeutig israelfeindlichen Propaganda und der Drohung die arabischen Staaten würden sich zusammen tun um Israel zu zerstören.[107]

Im Angesicht der als bedrohlich erscheinenden Situation Israels erfolgten einige Solidaritätsaufrufe aus dem Umfeld der SPD, des DGB und von links-protestantischen Kreisen. Zahlreiche Studentenvertretungen, darunter auch vereinzelte SDS Gruppen, waren an den proisraelischen Aktionen, unter anderem Schweigemärsche, Infoveranstaltungen, Spendenaktionen und der Herausgabe von Flugblätter, mitbeteiligt.[108] Aus links-evangelischen Kreisen kam auch ein Apell an junge Deutsche nach Israel zu fahren und dort entweder Aufbau- oder sogar militärische Hilfe zu leisten.[109]

Zu Beginn des Sechstagekrieges ist die offizielle Haltung des SDS sowie der Antiatombewegung neutral,[110] wobei die Positionierung innerhalb des SDS noch nicht ganz einheitlich geklärt war, während vereinzelte Teile noch an einer proisraelischen Haltung festhielten, fingen breite Teile der SDS an den Nahostkonflikt durch eine antiimperialistische Brille zu interpretieren und Israel als Handlanger des US-Imperialismus wahrzunehmen.

Parallel zum Israelischen Sieg und der positive Aufnahme dieses Sieges in breiten Teilen der Presseorgane der BRD[111] fing einen Prozess der Einstellungsänderung bezüglich Israel in der Bundesdeutsche Neuen Linke an, dessen Entwicklung zu einer einheitlichen antizionistischen Einstellung innerhalb der SDS und allen Gruppierungen links von der SPD führen würde.[112]

Laut dem Soziologen und Politikwissenschaftler Martin Kloke erfolgte dieser Wandlungsprozess zu einer antizionistischen Interpretation des Nahostkonfliktes in drei Etappen, die sich grob wie folgt einteilen lassen: eine neutralistische Haltung vor allem vor und während des Sechstagekrieges, eine proarabische Parteinahme nach Ende des Krieges bis 1968 und eine einheitlich, dogmatisch, antizionistische Interpretation des Nahostkonfliktes ab 1969.[113]

Es gibt viele verschieden ineinander verflochtene Gründe, warum diese antizionistische Wende innerhalb der APO erfolgte. Im Folgenden sollen die wichtigsten Faktoren, die zu diesem Wandel führten, dargestellt werden.

3.3. Die Antispringerkampagne und der Antizionismus

Kloke behauptet, dass eine ideologische Orientierung von Teilen der APO an der sowjetischen Nahostpolitik ihre Einstellung zum Staat Israel zum Teil beeinflusste[114]. Nach dieser Aussage bleibt aber die Frage offen, warum diese Beeinflussung erst ab 1967 und nicht vorher sichtbar wurde

Hier gilt es zu berücksichtigen, dass es innerhalb der Bewegung ein starkes Bedürfnis danach gab, sich von der positiven Eistellung der Springerzeitungen abzugrenzen, da Axel Springer im Juni 1967 bereits als Feind galt.[115] In diesen Punkt scheint die von der SED initiierte Antispringerkampagne eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Schon ab Ende der 40er Jahre folgte die DDR dem antizionistischen Wandel der Sowjetunion und interpretierte den Zionismus als eine Spielart „imperialistischer“ Ideologie und Israel als Speerspitze des „Weltimperialismus“. Im Zuge des Sechstagekrieges entfachte die SED-Führung eine Welle antizionistischer Propaganda in den offiziellen Presseorganen der DDR. In der BRD versuchten SED-Reisekader unter sozialdemokratischen Gegnern der Großen Koalition ihre antizionistische Sicht auf den Nahostkonflikt zu verbreiten, was zum Scheitern verurteilt war, da diese, so wie die restliche SPD, zu dieser Zeit fest proisraelisch eingestellt waren.[116]

Was bei der SPD nicht gelang scheint bei der Studentenbewegung gelungen zu sein. Denn es ist zu vermuten, dass die Versuche der SED die antizionistische Sicht in den Westen zu tragen sich nicht auf den linken Flügel der SPD beschränkten, sondern vor allem in der stark unterwanderten APO vorgenommen wurden. So ist es anzunehmen, dass die Mitglieder der APO nicht nur in Sachen Antispringerkampagne Argumentationshilfen aus der DDR bekamen,[117] sondern auch in Sachen Antizionismus.

In der DDR war schon ein Jahr vor dem Sechstagekrieg eine negative Verbindung zwischen Axel Springer und dem Zionismus hergestellt worden. Am 27. Juni 1966 brachte das offizielle Presseorgan der DDR „Neues Deutschland“ ein Foto heraus, das Axel Springer im Gespräch mit Moshe Dayan zeigt. Die Bildunterschrift lautete „Zwei Verschwörer gegen den Frieden der Welt“[118]. Im Artikel dazu wurde Springer angeschuldigt „Lügenpropaganda“ zu betreiben. Es wurde behauptet seine Zeitungen hätte die Okkupation arabischer Gebiete durch Israel trotz weltweiter Empörung gerechtfertigt. [119]

Im Herbst 1967 entstand eine fünfzigseitige „Dokumentation“ der Abteilung für Agitation der MfS, die den Titel trug: „Der Westdeutsche Pressekonzern Axel Springer und die israelische Aggression gegen die arabische Staaten im Juni 1967.“[120]

Im dieser sogenannte Dokumentation wurde Axel Springer vorgeworfen, mit seinen Zeitungen „den militärischen Angriff auf die arabische Staaten propagandistisch“[121] vorbereitet, abgesichert und gerechtfertigt zu haben. [122]

Der Politikwissenschaftler Jochen Staadt und der Historiker Stefan Wolle behaupten, dass die Zuständigen für die Westpolitik der DDR bei ihrer Initiierung und Unterstützung der Antispringer-Kampagne in den Westen innerdeutsche und außenpolitische Ziele verfolgten. Das innerdeutsche Ziel war die Schwächung der antikommunistischen Springerpresse, während das außenpolitische Ziel „die Bekämpfung des proisraelischen Einflusses der Springer Zeitungen in der BRD“[123] war. So ist anzunehmen, dass die antizionistische DDR-Propaganda durch die gleichen Agenten, die die Antispringerkampagne in den Westen trugen, die APO erreichte.

Das proisraelische Engagement Springers wurde auch in dem westdeutschen Teil der Antispringerkampagne kritisiert. Dieses Engagement basierte hauptsächlich auf der proisraelischen Berichterstattung in allen Zeitungen des Springer-Verlag,[124] auf die zahlreichen und hohe Geldspenden, die Axel Springer für Israel betätigte,[125] und auf seinen engen Kontakten und sogar Freundschaften mit verschiedenen israelischen Politikern[126].

An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass Axel Springer kein Nationalsozialist war, wie die SED und APO behaupteten, und dass die Berichterstattung seiner Zeitung sich nicht als rechtsradikal einstufen lässt. Für das Bekenntnis des Springerverlags zur demokratischen Ordnung der Bundesrepublik und zur sozialen Marktwirtschaft zeugen die vier Grundsätze, die Axel Springer im Oktober 1967 für die Redakteure seine Zeitungen stellte:

1. Eintreten für die Wiedervereinigung.
2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen: Hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensreche der des Israelischen Volkes.
3. Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
4. Verteidigung der Freien Sozialen Marktwirtschaft.[127]

3.4. Das Bedürfnis nach einer „Normalisierung“ der nationalen Identität

Der Antizionismus wurde in der bundesrepublikanischen Neuen Linken als willkommene Strategie der nationalen Entlastung begrüßt. Denn er ermöglichte es den Zionismus als eine rassistische, „imperialistische“ und sogar „faschistische“ Ideologie und die Zionisten als die „neuen Nazis“ darzustellen.[128] Dies ermöglichte eine psychologische Umkehrung der Schuld, die zu einer Entlastung der nationalen Identität führte.

Um eine Darstellung des Zionismus als rassistische und „imperialistische“ Ideologie zu erreichen und eine positive Identifikation mit der eigenen Nation zu erleichtern war es für die antizionistische linke notwendig den Holocaust als Teilursache der israelischen Staatsgründung so gut wie möglich auszublenden.[129]

Ein Hilfsmittel um den Holocaust besser zu verdrängen war das „Pathos des doppelten reinen Gewissens“[130]. Darunter ist die Haltung vieler Angehörige der deutschen Neuen Linken zu verstehen, die glaubten, dass sie als Linke und als Nachgeborene der Nazi-Generation nichts mit dem Holocaust zu tun haben konnten beziehungsweise keine besondere Verantwortung Israel oder den Juden gegenüber hatten. Daraus leiteten sie ab, dass sie so argumentieren dürften, als ob es den Holocaust nie gegeben hätte. Sie blendeten dann den Holocaust als Teilursache für die israelische Staatsgründung aus und stellten letztere als ein rein imperialistisches und kolonialistisches Vorhaben dar. Diese Ausblendung des Holocausts ist eine Erinnerungsabwehr, mit dem Ziel das Bild der eigenen nationalen Identität besser zu gestalten. So können es sich Angehörige der Neuen Linken erlauben, Israel besonders hart zu kritisieren, ohne die eigenen Beweggründe für eine besonders harte Kritik nach verinnerlichten primär-antisemitischen Stereotypen oder sekundär-antisemitischen Ressentiments zu überprüfen.[131]

3.5. Die Identifikation mit den Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt

Die Identifikation der APO und deren Ableger mit den sogenannten Befreiungsbewegungen aus der Dritten Welt als Verfechter des gleichen revolutionären Kampfes spielte auch eine wichtige Rolle in der Parteinahme gegen Israel im Nahostkonflikt. Diese Identifikation war für die gesamte Neue Linke international übergreifend und führte auch außerhalb Deutschlands zu einer starken Solidarisierung mit den Palästinensern. Spätestens ab 1968 galten Al Fatah und die anderen Organisationen unter dem Dach der PLO für die APO als Befreiungsbewegungen, zu denen eine Art Pflicht zur Solidarität galt.

In den 70er Jahren war der antizionistisch-propalästinensische Konsens aller Gruppierungen Links von der SPD übergreifend. Ab 1969 entstanden in vielen Universitätsstädten unabhängig voneinander mehrere Palästina-Solidaritätskomitees (PKs), die teilweise eng mit arabischen Organisationen zusammenarbeiteten. Sie stellten eine Art Lobby der palästinensischen „Befreiungsbewegung“ dar und übernahmen ihre Rhetorik und Forderungen.[132] So wurde zum Beispiel in der Arbeitstagung der Europäischen PKs in Wien am 26. März 1971 als gemeinsame Einstellung festgehalten, dass Israel ein „kapitalistischer, kolonialistischer und rassistischer Staat“ sei und dass es mittels eines „bewaffnete[n] Volkskriegs“ zu einer „[v]ollständige[n] Zerschlagung des Zionistischen Staates“ kommen müsse.[133]

3.6. Terroristische Dimension des Antizionismus in der Bundesrepublik

Die antizionistische Rhetorik der bundesrepublikanischen Neuen Linken verschärfte sich ab 1969 deutlich und blieb nicht auf der Ebene der mündlichen und schriftlichen Agitation, sondern wurde auch vereinzelt von terroristischen Taten gefolgt.[134]

So wurde am 9. November 1969, dem 31. Jahrestag der „Reichskristallnacht“, eine Brandbombe im jüdischen Gemeindehaus deponiert. Nach dem Plan der Attentäter hätte die Bombe während der Gedenkveranstaltung anlässlich dieses Jahrestages detonieren sollen, was an einer überalterten Zündkapsel scheiterte. Bei der Gedenkveranstaltung waren 250 Menschen anwesend, unter denen der Vorsitzende der jüdische Gemeinde Heinz Galinsky und der damalige Berliner Bürgermeister Karl Schütz waren. Außerdem wurden am gleichen Tag Denkmäler für NS-Opfer mit den Worten „Schalom und Napalm“ beschmiert.

Der versuchte Brandanschlag wurde von der Gruppe „Tupamaros Westberlin“ unter Führung von Dieter Kunzelmann, Gründungsmitglied der „Kommune 1“ ausgeführt[135]

Am 13. Februar wurde in München ein Brandanschlag auf das Haus der israelischen Kultusgemeinde in der Reichenbachstraße verübt. Dabei kamen sieben Bewohner des dazugehörigen jüdischen Altersheims ums Leben, zwei davon waren KZ-Überlebende. Die Tat konnte nicht komplett aufgeklärt werden. Nach dem letzten Stand der Ermittlungen gelten die Gruppe „Tupamaros München“, die enge Verbindungen zu den „Tupamaros Westberlins“ hatte, sowie die ebenso linksextreme Gruppe „Aktion Südfront München“ als Hauptverdächtige für die Tat.[136]

Am 5. September 1972, während der in München stattfindenden Olympiade, wurden von der palästinensischen terroristischen Organisation Schwarzer September neun Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft als Geiseln genommen. Während eines gescheiterten Befreiungsversuchs von Seiten der Polizei kamen alle Geiseln ums Leben.[137] Diese Aktion wurde von Ulrike Meinhof, damals eine der Anführerinnen der RAF, als beispielhaft für die revolutionäre Strategie des antiimperialistischen Kampfes gewürdigt, „an der die westdeutsche Linke ihre Identität wiederfinden könnte.“[138]

4. Die Zeitschrift „konkret“

Die Zeitschrift „konkret“ ging 1957 aus ihrem Vorgänger, dem „Studienkurier“ (SK) hervor, der im Mai 1955 gegründet wurde.[139] Konkret wurde so wie ihr Vorgänger zum größten Teil von der DDR finanziert. Anders als die meisten DDR-finanzierten Tarnblätter, die eins zu eins in dogmatischer Weise die Parteiprogrammatik der SED wiedergaben, wurden der SK und später der „konkret“ ein undogmatischer linkspluralistischer Anstrich gegeben, der ihre Popularisierung erleichterte und eine besser Tarnung bot.[140] Der Auftrag vom „konkret“ und seinem Vorgänger war es, die Deutschlandpolitischen Ziele der DDR als eigene Sache und in eigener Argumentation wiederzugeben und zu popularisieren.[141] Der (SK) wurde zu einer sehr erfolgreichen Studentenzeitschrift, die in 26 Städten veröffentlicht wurde. Um eine noch breitere, nicht studentische Leserschaft zu erreichen, wurde der SK im September 1957 in „Konkret. Unabhängige Zeitschrift für Kultur und Politik“ umbenannt.[142]

4.1. Konkret und die Studentenbewegung der erste hälfte der 60er Jahre

Ab 1958 wurde „konkret“ zu einer Plattform für die Kampagne gegen die Atomrüstung „Kampf gegen den Atomtod“. Die „konkret“-Redakteure hatten immer mehr Kontakt mit den Antiatomausschüssen, die sich im Umfeld des SDS bildeten.[143] Im Oktober 1958 entschied sich die „konkret“-Redaktion, die bis dahin SPD konforme SDS für die Ziele der KPD zu gewinnen.[144] Dies gelang der „konkret“-Fraktion nur kurzfristig. Zwar schaffte sie es innerhalb der SDS im Mai 1959 eine Resolution durchzubringen, die im Einklang mit den deutschlandpolitischen Zielen der DDR stand, also für Abrüstung, Abschaffung der Wehrpflicht und für die Anerkennung der Oder-Neiße Linie unter anderem.[145] Dennoch wurde die „konkret“-Infiltration von der SPD entlarvt, die Resolution wurde zurückgenommen und die Mitgliedschaft in der SDS und die Mitarbeit in der „konkret“ Redaktion für unvereinbar erklärt.[146] Auch nach dem Ausschluss aus dem SDS blieb „konkret“ der Studentenbewegung nahe und fungierte als ein Sprachrohr für ihre Anliegen.

Es war ein Hauptanliegen der Studentenbewegung die NS-Kontinuitäten in den Führungsschichten der BRD zu enthüllen. Dieser Aufgabe verschreibt sich „konkret“ auch. Seit 1958 fand in „konkret“ eine ständige Aufdeckung von Nazis in den Führungseliten der BRD statt.[147] Das aufdeckende Material wurde in der Regel von der DDR geliefert, die ihrerseits auf eine Diskreditierung der Bonner Regierung hinarbeitete. „Opfer“ dieser Enthüllungen wurden die hohen Funktionäre der Regierung, Justiz und des Militär.[148] Es ist auch überliefert, dass „konkret“ von der SED den Befehl bekommen hatte den Fall Eichmann maximal gegen die BRD Führung zu instrumentalisieren, vor allem gegen Hans Globke, einen Mitverfasser der Kommentare der Nürnberger Rassengesetze, der seit der 50er Jahre als rechte Hand Adenauers fungierte. Ziel der SED war damit die höchstmögliche Delegitimierung der Bonner Demokratie zu erreichen.[149]

Ab Anfang der 60er Jahre berichtete „konkret“ ständig über das Geschehen in der Dritten Welt. Über Themen wie den kolonialen Krieg in Angola, den Apartheidsstaat in Südafrika, den niedergeschlagenen Tibet-Aufstand und die Flucht des Dalai Lamas wurde in „konkret“ engagiert berichtet. Außerdem waren der Algerienkrieg und der arabische Sozialismus ebenfalls Hauptthemen.[150] Im Jahr 1959 wurde eindeutig positiv über die kubanische Revolution berichtet.[151]

Desweiteren kamen eine Reihe prominenter Akteure aus den sogenannten „Befreiungsbewegungen“ der Dritten Welt in der Zeitschrift selbst zu Wort.

Auch über den Vietnamkrieg wird ab 1965 ausführlich berichtet und eine deutliche Solidarität zum Vietcong zum Ausdruck gebracht. Insgesamt sollten 50 Artikel über den Vietnamkrieg bei „konkret“ erscheinen.[152] Über viele andere „Befreiungsbewegungen“ aus dem Trikont wurde in „konkret“ ebenso positiv berichtet. [153]

4.2. 1964 Bruch mit der DDR und kapitalistischer Neubeginn

1962 Wurden die Kontaktpersonen für „konkret“ bei der KPD gewechselt. Davor waren es westdeutsche Funktionäre der illegalen FDJ gewesen.[154] Danach wurden es KPD-Kader der Abteilung „Kultur und Politik“ des Politbüros, die viel dogmatischer eingestellt waren als ihre Vorgänger.[155] Nach jahrelanger Spannung aufgrund der von Röhl veröffentlichten DDR-kritischen Artikel in der Zeitschrift, wurde „konkret“ der antikommunistischen Hetze gegen die DDR beschuldigt.[156] Nachdem die Kader mehr Mitspracherechte bei der Wahl der Inhalte und der Autoren von „konkret“ forderten und Röhl sich demgegenüber verweigerte kam es 1964 zur endgültigen Trennung von der Partei und einer Aufhebung der von der SED bereitgestellte Mittel.[157]

Um die Zeitschrift weiter finanzieren zu können startete Röhl die „SOS-konkret“ Kampagne. Die Leser und Verlage wurden aufgerufen die „letzte unabhängige Kulturzeitschrift“ Deutschlands zu retten. Röhls Maßnahmen waren erfolgreich und in wenigen Tagen hatte „konkret“ die Menge seiner Abonnemente und Werbepartner vervielfacht.[158]

Um die Zeitschrift auf dem Markt behaupten zu können, fügte Röhl einige Änderungen hinzu.

Die bedeutendste Veränderung die die Zeitschrift durchmachte, war die sogenannte „Röhlsche Mischung“ aus Sex und Politik. Um den Markterfolg zu sichern entschied Röhl, auf das Lustprinzip zu setzen.[159] Immer leichter bekleidete junge Frauen eroberten die Titelseiten von „konkret“. Dies war damals eine Neuheit in der sexuell noch sehr konservativen Gesellschaft der BRD der ersten Hälfte der 60er Jahre.[160] Neben den Bildern von attraktiven jungen Frauen in verführerischen Posen wurde seit der Kommerzialisierung auch jeder Ausgabe ein Sexartikel beigefügt. Die hauptsächlich angesprochenen Themen waren unter anderem Sex unter Minderjährigen, die Pille und ihre Unzugänglichkeit für nichtverheiratete Frauen.[161] Obwohl die Titelbilder den Betrachter etwas anderes hätten schließen lassen können, war Sex keineswegs das dominante Thema der Zeitschrift.[162] Gemessen an dem Zeitraum Oktober 1967 bis September 1968 lässt sich feststellen, dass 46,8 Prozent der Artikel politischen Inhalt hatten, 19,9 Prozent gesellschaftlichen Inhalts waren, 22,6 Prozent von Kultur und Literatur handelten und nur 10,7 Prozent Sexartikel waren. Dieses Verhältnis blieb bis 1970 einigermaßen erhalten. Ab 1971 wurde Sex tatsächlich zu einem dominierenden Thema der Zeitschrift.[163]

4.3. „konkret“ und die APO

Wie oben gezeigt, blieb ein Großteil der Berichterstattung in „konkret“ politisch. Die Zeitschrift entwickelte sich zu einem Sprachrohr der APO und griff ihre Themen auf. „konkret“ kritisierte auch die große Koalition[164] und unterstützte von Anfang an die außerparlamentarische Opposition, nachdem sie von Rudi Dutschke ausgerufen wurde.

Auch die Notstandsgesetze, der innenpolitisch zentralste Punkt des Protests der APO, wurde von „konkret“ aufgenommen.[165] In der Zeitschrift wurde auch mehrseitig über den Mord an Benno Ohnesorg berichtet und dieser wurde von Klaus Reiner Röhl als „Notstandsübung“ bezeichnet[166] und so eine Verbindung zwischen der Tötung des Studenten und den geplanten Notstandsgesetze hergestellt, ähnlich wie es in der DDR Berichterstattung geschah.[167]

Mit dem Einzug der Themen der APO bei „konkret“ begann auch ein Einzug seiner Vertreter in der Redaktion.[168] Diese erhofften sich in „konkret“ eine Gegenöffentlichkeit zur Mainstreampresse erschaffen zu können.[169]

Auch bei der von der DDR geführten, „Enteignet Springer Kampagne“ hat „konkret“ tatkräftig mitgewirkt.[170] Ab September 1967 rief Ulrike Meinhof zur Springer-Enteignung auf.[171] Etwa seit dem gleichen Zeitpunkt wurden die halbnackten Frauen aus den „konkret“ Titelbildern mit „Enteignet Springer“-Ansteckern geschmückt.[172]

4.4. „konkret“ und die SED

Nicht nur an der Beteiligung an der „Enteignet Springer Kampagne“ lassen sich noch Verbindungen zwischen Konkret und der SED erkennen. Es gibt viele Hinweise darauf, dass „konkret“ auch nach Ende der KPD Finanzierung 1964 Kontakte und Zusammenarbeit mit der DDR pflegte.[173] Zum Beispiel blieben Ulrike Meinhof und „konkret“ Redakteur Klaus Steffens auch nach dem Bruch 1964 Mitglieder der KPD. „konkret“ nahm ab 1966 an der von der DDR gelenkten Kampagne gegen Bundespräsident Heinrich Lübke teil und verwendete dazu von der DDR geliefertes Material.[174] So ist auch festgestellt worden, dass Ulrike Meinhof 1966 nach Ostberlin fuhr um Anweisungen bezüglich der Kampagne zu erhalten.[175] Laut Obermaier soll der Kontakt zum Osten auch in erheblichem Maße durch den DDR Rechtsanwalt Friedrich Kaul erfolgt sein.[176] Er war, wie bereits deutlich wurde, einer der wenigen Rechtsanwälte, der gleichzeitig in der DDR und der BRD zugelassen war. Auch nach dem Bruch mit der KPD schrieb er weiter für „konkret“ und unterhielt gute Beziehungen zu Röhl, den er regelmäßig als Rechtsanwalt verteidigte.[177] Außerdem waren, vor allen ab 1967, eine zunehmende Zahl von „konkret“ Redakteuren und freie Mitarbeiter im Dienste der Stasi, wie zum Beispiel Carl Guggomos und Walter Barthel, die auch für die von der DDR-gelenkten APO-Blätter „Extrablatt“ und „Berliner Extradienst“ verantwortlich waren.[178] Das genaue Ausmaß der DDR-Infiltration, beziehungsweise der DDR-Lenkung von Konkret nach 1964 lässt sich nicht abschließend überprüfen, die oben genannten Hinweise lassen aber auf ein nicht unerhebliches Ausmaß an Zusammenarbeit schließen.[179]

[...]


[1] siehe die Beschreibung des Forschungstandes S.3-4 dieser Arbeit.

[2] Vgl. Broder, Henryk: Günter Grass – nicht ganz dicht, aber ein Dichter (04.04.12) http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article106152894/Guenter-Grass-Nicht-ganz-dicht-aber-ein-Dichter.html (13.02.14), Vgl. Hammelehle, Sebastian: Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer (04.04.12) Erstschlaghttp://www.spiegel.de/kultur/literatur/kritik-an-israel-gedicht-was-gesagt-werden-muss-von-guenter-grass-a-825669.html (13.02.14)

[3] Vgl. Von Beyer, Susanne und Follath, Erich: Was ist Antisemitismus? (14.01.13) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90535659.html (13.02.14) DER SPIEGEL 3/2013

[4] Auf eine Analyse der Darstellung der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus der Bundesrepublik der 70er Jahre wird verzichtet, da dieser in der Zeitschrift nicht vorkommt.

[5] Vgl. Stein, Timo: Zwischen Antisemitismus und Israelkritik. Antizionismus in der deutschen Linken, Wiesbaden 2011.

[6] Vgl. Brosch, Matthias; u.a. (Hrsg.): Exklusive Solidarität. Linker Antisemitismus in Deutschland. Vom Idealismus zur Antiglobalisierungsbewegung, Berlin 2007.

[7] Vgl. Gessler, Philipp: Antisemitismus und Antizionismus in der bundesrepublikanischen Linken bis 1989/90 und ihr Fortleben bis zur Diskussion über den Libanon-Krieg 2006, In: Brosch, Matthias; u.a. (Hrsg.): Exklusive Solidarität. Linker Antisemitismus in Deutschland. Vom Idealismus zur Antiglobalisierungsbewegung, Berlin 2007, S.347-366.

[8] Vgl. Haury, Thomas: „Das ist Völkermord!“ Das Antifaschistische Deutschland in Kampf gegen den „imperialistischen Brückenkopf Israel“ und gegen die deutsche Vergangenheit. In Brosch, Matthias; u.a. (Hrsg.): Exklusive Solidarität. Linker Antisemitismus in Deutschland. Vom Idealismus zur Antiglobalisierungsbewegung, Berlin 2007, S. 285-300.

[9] Rensmann, Lars: Zwischen Kosmopolitanismus und Ressentiment:: Zum Problem des sekundären Antisemitismus in der deutschen Linken. In: Brosch, Matthias; u.a. (Hrsg.): Exklusive Solidarität. Linker Antisemitismus in Deutschland. Vom Idealismus zur Antiglobalisierungsbewegung, Berlin 2007, S. 165-190.

[10] Vgl. Kloke, Martin: Israel und die deutsche Linke. Zur Geschichte eines schwierigen Verhältnisses, Frankfurt am Main 1990.

[11] Vgl. Ullrich, Peter: Deutsche Linke und der Nahostkonflikt. Politik im Antisemitismus- und Erinnerungsdiskurs, Göttingen 2013, S. 21.

[12] Vgl. Knabe, Hubertus: Die Unterwanderte Republik. Stasi im Westen, Berlin 1999.

[13] Vgl. Knabe, Hubertus: Der Diskrete Charme der DDR. Stasi und Westmedien, Berlin München 2001.

[14] Vgl. Knabe 1999, S.182-233.

[15] Vgl. Fichter, Tilman P; Lönnendonker, Siegward: Kleine Geschichte des SDS. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund von Helmut Schmidt bis Rudi Dutschke, Essen 2007, Vgl. Fichter, Tilman P; Lönnendonker, Siegward: Dutschkes Deutschland. Der Sozialistische Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von Links, Essen 2011.

[16] Rabehl, Bernd: Feindblick. Der SDS im Fadenkreuz des „Kalten Krieges“, Berlin 2000.

[17] Vgl. Rohl, Klaus Reiner: Fünf Finger sind keine Faust, Köln 1974.

[18] Vgl. Gremiliza, Hermann L.: Vorwärts! Nieder! Hoch! Nie wieder! 40 Jahre konkret. Eine linke deutsche Geschichte 1957-1997, Hamburg 1997.

[19] Vgl. Röhl Bettina: So macht Kommunismus Spaß! Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret, Hamburg 2006.

[20] Vgl. Gallus, Alexander: Zeitschriftenporträt: konkret, In: Backes, Uwe; Jesse, Eckard (Hrsg.): Jahrbuch Extremismus & Demokratie, Baden-Baden 2001, S. 227-249.

[21] Vgl. Siegfried, Detlef Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre, Göttingen 2006, S. 294-310.

[22] Vgl. Obermaier, Frederik: Sex, Kommerz und Revolution. Vom Aufstieg und Untergang der Zeitschrift „konkret“ (1957-1973), Marburg 2011.

[23] Vgl. Gessler, Philipp: Der neue Antisemitismus. Hinter den Kulissen der Normalität, Breisgau 2004, S.8-9, Vgl. Gessler, 2007, S.348, Vgl. Schmidt, Holger J: Antizionismus, Israelkritik und “Judenknax“. Antisemitismus in der deutschen Linken nach 1945, Bonn 2010, S. 12.

[24] Zit. nach. Gessler, 2004, S. 9.

[25] Vgl. Ebd.

[26] Zit. nach. Ebd.

[27] Vgl. Stein, 2011, S.25.

[28] Vgl. Benz, Wolfgang: Was ist Antisemitismus?, München 2004, S.10

[29] Vgl. Ebd., Vgl. Gessler, 2007, S. 348; Vgl. Rensmann, Lars Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, Wiesbaden 2004, S.78.

[30] Vgl. Rensmann, 2004, S.78.

[31] Vgl. Ebd. S.91.

[32] Vgl. Broder, Henryk M.: Der Ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls, Frankfurt a.M. 1986, S.125.

[33] Vgl. Rensmann, Lars: Kritische Theorie über den Antisemitismus. Studien zu Struktur, Erklärungspotential und Aktualität, 3., überarbeitete Auflage, Göttingen 2001, S.231-232.

[34] Vgl. Ebd. S.231-235.

[35] Vgl. Stein, 2011, S.26.

[36] Zit. Haury, Thomas: Die ideologischen Grundlagen des Antizionismus in der Linken (ohne Jahr). http://www.d-a-s-h.org/dossier/07/08_grundlagenantizionismus.html (09.02.2014).

[37] Rensmann 2007, S. 173.

[38] Mehr zur Geschichte des Zionismus in: Brenner, Michel: Geschichte des Zionismus, München 2002.

[39] Vgl. Benz, Wolfgang: Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 3: Begriffe, Theorien, Ideologien, Berlin/New York 2010, S. 21.

[40] mehr über die unterschiedlichen Antizionismus Formen Vgl. ebd., S.21-25; Vgl. Stein, 2011, S.27-33.

[41] Vgl. Stein, 2011, S. 66.

[42] Vgl. Ebd.

[43] Vgl. Ebd., S.68.

[44] Afrika, Asien und Lateinamerika.

[45] Vgl. Stein, 2011, S.69.

[46] Vgl. Ebd. S.72.

[47] Vgl. Ebd. S.71.

[48] Vgl. Ebd. S.70-71

[49] Vgl. Ebd.

[50] Vgl. Benz, 2010, S.23.

[51] Vgl. Stein, 2011, S.32

[52] Vgl. Ebd.

[53] Vgl. Frei, Norbert: 1968. Jugendrevolte und globaler Protest, München 2008, S.201.

[54] Vgl. Benz, 2004, S. 203.

[55] Vgl. Stein, 2010, S.31.

[56] Vgl. Haury, 2007, S.286-287.

[57] Vgl. Ebd. S.296-300.

[58] Vgl. Haury, Thomas: Zur Logik des Bundesdeutschen Antizionismus, in: Poliakov, Léon: Von Antizionismus zum Antisemitismus. Freiburg 1992, S.127, S.146.

[59] Vgl. Stein, 2011,74-76.

[60] Vgl. Ebd. S. 75.

[61] Vgl. Stein, 2011, S.33-38; Vgl. Gessler, 2007, S.349-350; Vgl. Ders., 2004, S.10-13; Vgl. Rensmann, 2007, S.171.

[62] Vgl. Stein, 2011, S.25-26; Vgl. Gessler, 2004, S. 11; Rensmann, 2004, S.90-91.

[63] Vgl. Stein, 2011, S.35

[64] Vgl. Ebd.

[65] Vgl. Gessler, 2004, S. 11.

[66] Vgl. Gessler, 2004, S. 349.

[67] Vgl. Kloke, 1999, S.196.

[68] Vgl. Stein, 2011, S.33.

[69] Vgl. Gilcher-Holtey, Ingrid: Die 68er Bewegung. Deutschland – Westeuropa – USA, München 2001, S.11, Vgl. Renner, Jens: 1968, Hamburg 2001, S. 6-9.

[70] Vgl. Renner, 2001, S. 6-9.

[71] Vgl. Gilcher-Hotley, 2001, S. 61-95.

[72] Vgl. Ebd. S. 9, Vgl. Renner, 2001, S.9.

[73] Vgl. Allbrecht, Willy: Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS). Vom parteikonformen Studentenverband zum Repräsentanten der neuen Linken, Bonn 1994, S.414.

[74] Vgl. Knabe, 1999 S.182-196.

[75] Vgl. Ebd.

[76] Vgl. Allbrecht, 1994,S.13-14.

[77] Vgl. Knabe, 1999, S. 182-183.

[78] Vgl. Ebd. S. 183

[79] Vgl. Knabe, 2001, S. 321.

[80] Vgl. Knabe, 1999, S. 182.

[81] Vgl. Langguth, Gerd: Die 68er-Bewegung (2007). http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/49198/die-68er-bewegung (04.02.2014).

[82] Vgl. Gilcher-Holtey, 2001, S. 11-14.

[83] Vgl. Ebd.

[84] Vgl. Schubert, Klaus; Martina, Klein: Das Politiklexikon, 5., aktualisierte Auflage( 2011). http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17164/befreiungsbewegungen (04.02.2014).

[85] Das Wort Befreiungsbewegung soll in diese Arbeit in Anführungsstrichen gesetzt werden, weil die Ziele diese Bewegungen nur innerhalb deren ideologischen Grundlagen als vollkommene Befreiung zu verstehen sind.

[86] Vgl. Renner, 2001, S. 31-32

[87] Vgl. Ebd. S. 42

[88] Vgl. Ebd. S. 31

[89] Vgl. Borowsky, Peter: Außerparlamentarische Opposition und Studentenbewegung (2007). http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/49201/apo-und-studentenproteste?p=all (04.02.2014).

[90] Vgl. Renner, 2001, S. 35

[91] Vgl. Knabe, 2001, S.353.

[92] Vgl.Ebd. S.353-354.

[93] Vgl.Ebd.

[94] Vgl. Ebd. S.358

[95] Vgl. Ebd.

[96] Seit 2009 ist es Bekannt, das Heinz Kurras, der Polizist der Benno Ohnesorg erschoss, zu dieser Zeitpunkt inoffizieller Mitarbeiter der Stasi war. Vgl. Jabs, Cornelia: Ein Zufallsfund? Der besondere Weg zu den Kurras-Akten (2012) http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/139632/ein-zufallsfund (04.02.2014)

[97] O.A.: Blutige Krawalle: 1Toter!. Wasserwerfer eingesetzt. Feuer auf dem Kudamm, in: Bild (Berlin), 03.06.1967.

[98] Vgl. Knabe, 2001, S. 361.

[99] Vgl. Knabe, 2001, S. 361-362.

[100] Vgl. Staadt, Jochen; Voigt, Tobias; Wolle, Stefan: Feind-Bild Springer: Ein Verlag und seine Gegner, Göttingen 2009, S.79.

[101] Vgl. Schmidt, Holger J: Antizionismus, Israelkritik und “Judenknax“. Antisemitismus in der deutschen Linken nach 1945, Bonn 2010, S. 37.

[102] Vgl. Kloke, 1999, S. 54.

[103] Vgl. Kloke, 1999, S. 58.

[104] Vgl. Ebd., für mehr zur Spiegel-Affäre siehe: Renner S. 14-15.

[105] Vgl. Schmidt, 2011, S. 39.

[106] Vgl. Kloke, 1999, S. 63.

[107] Vgl. Schäuble, Martin; Flug, Noah: Die 60er Jahre und der 6-Tage-Krieg (2008). http://www.bpb.de/internationales/asien/israel/45052/sechs-tage-krieg (07.02.2014).

[108] Vgl. Kloke, 1999, S.65.

[109] Vgl. Ebd. S.65-66.

[110] Vgl. Ebd. 68-69.

[111] Vgl. Ebd.Ebd.h, Daniel: Die doppelte Front. Die Bundesrepublik Deutschland und der Nahostkonflikt 1967-1973, Berlin 2006, S. 86-88

[112] Vgl. Kloke, 1999, S.67-81

[113] Vgl. Ebd.

[114] Vgl. Kloke, 1999, S.75.

[115] Vgl. Stein, 2011, S. 46, Vgl. Kloke,1999, S. 70.

[116] Vgl. Staadt, 2009, S.109

[117] Vgl. Knabe, 2001, S. 361.

[118] Zit. nach. Staadt, 2009, S. 110

[119] Vgl. Ebd.

[120] Vgl. Ebd. S.111

[121] Zit. nach.Ebd.

[122] Vgl. Ebd.

[123] Vgl. Staat, Jochen; Wolle Stefan: Die SED, Springer und die „Weltverschwörung des Zionismus“, in Backhaus, Fritz; Belkin, Dmitrij; Gross, Raphael: (Hrsg.): Bild dir dein Volk!. Axel Springer und die Juden, Göttinger 2012, S.174.

[124] Vgl. Halbinger, Monika: Auf Seiten Israels – zu einer grundsätzlichen Position der Springer-Zeitungen, in: Backhaus, Fritz; Belkin, Dmitrij; Gross, Raphael: (Hrsg.): Bild dir dein Volk!. Axel Springer und die Juden, Göttinger 2012, S.100.

[125] Vgl. Kollek, Amos: Axel Springer und Teddy Kollek, in: Backhaus, Fritz; Belkin, Dmitrij; Gross, Raphael: (Hrsg.): Bild dir dein Volk!. Axel Springer und die Juden, Göttinger 2012, S. 110.

[126] Vgl. Ben-Natan, Asher: Brücken bauen aber nicht vergessen. Als erster Botschafter Israels in der Bundesrepublik (1965-1969), Düsseldorf 2005, S. 92-96

[127] Zit. Ebd. S.94.

[128] Vgl. Haury, Thomas.: Die ideologischen Grundlagen des Antizionismus in der Linken (ohne Jahr). http://www.d-a-s-h.org/dossier/07/08_grundlagenantizionismus.html (09.02.2014).

[129] Vgl. Stein 72-73

[130] Zit. nach. Stein, 2011, S.73.

[131] Vgl. Ebd.S. 72-74, Vgl. Haury, Thomas: Zur Logik des Bundesdeutschen Antizionismus, in: Poliakov, Léon: Von Antizionismus zum Antisemitismus. Freiburg 1992, S.125-159, S. 153.

[132] Vgl. Kloke, 1999, S. 82.

[133] Zit. nach. Ebd.S. 82-83.

[134] Vgl. Stein, 2011, S. 49-53

[135] Ausführlich dazu: Kraushaar Wolfgang: Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus, Hamburg 2005.

[136] Ausführlich dazu: Kraushaar Wolfgang: „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die Heilige Kuh Israel?“. München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus, Hamburg 2013.

[137] Vgl. Bundeszentrale für Politische Bildung: Olympia 1972: Geiselnahme der israelischen Olympia-Mannschaft (2012). http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/143786/olympia-1972-geiselnahme (22.01.2014)

[138] Zit. Meinhof, Ulrike: Die Aktion des Schwarzer September in München – Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes, Zit. nach. Aust, Stefan: Der Baader Meinhof Komplex, 4. Auflage, München 2008, S. 272.

[139] Vgl. Obermaier, 2011, S. 47.

[140] Vgl. Ebd. S. 42.

[141] Vgl. Ebd. S. 34.

[142] Vgl. Ebd. S. 40.

[143] Vgl. Ebd. S. 52.

[144] Vgl. Ebd. S. 54.

[145] Vgl. Ebd. S. 56-57.

[146] Vgl. Ebd. S.57.

[147] Vgl. Ebd. S.62.

[148] Vgl. Ebd. S.65.

[149] Vgl. Ebd. S.64.

[150] Vgl. Ebd. S.65-68.

[151] Vgl. Ebd. S.66.

[152] Vgl. Ebd. S.94-95.

[153] Über die Darstellung von AL-Fatah als Teil der „Befreihungsbewgegungen“ aus der Dritten Welt soll im Teil 5.6.dieser Arbeit ab S. 61 ausführlich eingegangen werden.

[154] Vgl. Obermaier, 2011, S. 69.

[155] Vgl. Ebd. S.69.

[156] Vgl. Ebd. S. 70.

[157] Vgl. Ebd. S. 69-70.

[158] Vgl. Ebd. S. 77-78.

[159] Vgl. Ebd. S. 79.

[160] Vgl. Ebd.

[161] Vgl. Ebd.

[162] Vgl. Ebd. S.82.

[163] Vgl. Ebd. S. 128.

[164] Vgl. Ebd. S.92-93.

[165] Vgl. Ebd. S.59-92.

[166] Vgl. Ebd. S.176.

[167] Witkowski, Mareike: Die SED und die APO. Rezeption der Studentenbewegung in der Presse der DDR, Oldenburg 2008, S.53–57.

[168] Vgl. Obermaier, 2011, S. 96.

[169] Vgl. Ebd. S.96-97.

[170] Vgl. Ebd. S.98.

[171] Vgl. Ebd.

[172] Vgl. Ebd. S.100.

[173] Vgl. Obermeier S.111.

[174] Vgl. Ebd. S.85.

[175] Vgl. Ebd. S.86.

[176] Vgl. Ebd. S.111.

[177] Vgl. Ebd.

[178] Vgl. Ebd.

[179] Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Antizionismus von Links. Die Berichterstattung über Israel und die Juden in der Zeitschrift „konkret“ zwischen 1961 und 1972
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,20
Autor
Jahr
2014
Seiten
91
Katalognummer
V301626
ISBN (eBook)
9783656979715
ISBN (Buch)
9783656979722
Dateigröße
898 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
antizionismus, links, eine, analyse, berichterstattung, israel, juden, zeitschrift
Arbeit zitieren
Katya Salomon (Autor), 2014, Antizionismus von Links. Die Berichterstattung über Israel und die Juden in der Zeitschrift „konkret“ zwischen 1961 und 1972, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301626

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