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Vergleich zwischen den Teufelsdarstellungen in der "Historia von D. Johann Fausten" und Goethes "Faust I"

Titel: Vergleich zwischen den Teufelsdarstellungen in der "Historia von D. Johann Fausten" und Goethes "Faust I"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sabrina Rutner (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch welche unterschiedlichen Gestalten ist der Mephistopheles in der "Historia" und in Goethes "Faust I" repräsentiert und welche Funktion nimmt die Zurschaustellung der Verwandlungskunst des Teufels ein? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für das Verständnis des Teufels ziehen und welchem Wandel ist die Teufelsdarstellung bei Goethe unterworfen?
Um diese Fragen beantworten zu können, werden die beiden Werke in der vorliegenden Arbeit vergleichend analysiert werden. In einem ersten Schritt kurz der religiöse Kontext aufgezeigt werden, in den die Teufelsdarstellung der "Historia" eingebettet ist. Anschließend werden die verschiedenen Gestalten untersucht, die Mephistopheles – insbesondere bei seiner Beschwörung – annimmt. Auch die Funktion der teuflischen Verwandlungskunst soll an dieser Stelle thematisiert werden. Es wird sich herausstellen, dass Mephistopheles am häufigsten als Affe erscheint, sodass diese Gestalt einer ausführlichen Analyse unterzogen wird. Neben Mephistopheles treten in der "Historia" auch zahlreiche andere höllische Geister auf, die verschiedenste tierische Gestalten annehmen und Teil der teuflischen Inszenierung sind. Aus diesem Grund bedürfen auch die vielfältigen Erscheinungs- und Verwandlungsformen dieser Teufel einer genaueren Untersuchung.
Der zweite Teil der Arbeit wird sich mit Goethes "Faust I" beschäftigen. Hier soll zunächst erläutert werden, wie sich die Vorstellung von Hölle und Teufel in der Epoche der Aufklärung gewandelt hat. Anschließend soll herausgearbeitet werden, welche verschiedenen Gestalten Mephistopheles in Goethes "Faust I" annimmt und warum er nicht mehr in seiner traditionellen Teufelsgestalt auftritt. Die anschließende Schlussbetrachtung soll die erarbeiteten Ergebnisse kurz zusammenfassen und klären, ob die gestellten Fragen beantwortet werden konnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Teuflische Erscheinungsformen in der Historia von D. Johann Fausten

2.1. Die Erscheinungsformen und Verwandlungskünste Mephistopheles

2.2. Die Gestalten der höllischen Geister

2.3. Der Teufel als Affe

3. Die Teufelsgestalt des Mephistopheles in Goethes Faust I

3.1. „Des Pudels Kern“

3.2. Mephistopheles traditionelle Teufelsgestalt

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

5.1. Primärliteratur

5.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend den Wandel der Teufelsdarstellung von der „Historia von D. Johann Fausten“ (1587) bis zu Goethes „Faust I“ (1808). Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die unterschiedlichen Gestalten und Funktionen der Figur des Mephistopheles im Kontext der jeweiligen Epochen – vom christlich-allegorischen Mittelalter bis zur aufklärerischen Säkularisierung – verändert haben.

  • Vergleichende Analyse der teuflischen Erscheinungsformen in beiden Werken
  • Funktion der Verwandlungskunst und theatralischen Inszenierung des Teufels
  • Bedeutung von Tierallegorien und dem Symbol des Affen in der Historia
  • Der Wandel vom traditionellen Teufelsbild zur Vermenschlichung bei Goethe
  • Einfluss des historischen Kontextes auf das Verständnis von Gut und Böse

Auszug aus dem Buch

Die Gestalten der höllischen Geister

Es ist bereits gezeigt worden, dass Mephistopheles Verwandlungskünste einerseits dazu dienen Faust zu erfreuen aber andererseits auch zu blenden. Doch auch die Erscheinungsformen der anderen höllischen Geister in der Historia tragen dazu bei, Fausts Faszination am Bösen zu stärken. So inszenieren die höllischen Teufel in Kapitel 23 ein großes theatralisches und illusionäres Schauspiel und ziehen Faust damit in ihren Bann.

Faust erscheinen alle höllischen Geister in ihrer teuflischen Gestalt und die sieben höchsten Teufel werden ihm mit Namen vorgestellt. Neben dem Teufel Belial, der Faust das Erscheinen der Geister ankündigt, trifft Faust auf Luzifer, Beelzebub, Asteroth, Satan, Anubis, Dythicanus und Drachus. Günther Mahal zufolge gehen die Namen zum einen auf die biblischen Teufelsnamen Beelzebub, Satan und Drachus zurück, zum anderen sind sie abgewandelte oder übernommene Götternamen unterschiedlicher Mythologien. Die Gestalt der höchsten Teufel ist entweder eine Metamorphose aus Tier und Mensch oder eine Mischform verschiedener Tiere. Durch die tierischen Attribute wird eine Wildheit und Unbeherrschtheit suggeriert, die in der mittelalterlichen Vorstellung die Angst vor dem Teuflischen evoziert und schürt. Das schimärische Aussehen der Teufel ist abschreckend und faszinierend zugleich, sodass eine spannende Wechselwirkung entsteht.

So taucht Belial als zotteliger Bär auf, der einen Rüssel und drei Flügel am Hals hat. Luzifer erschein in Gestalt eines großen Mannes mit einem Eichhörnchenschwanz während Beelzebub durch einen Ochsenkopf, zwei Flügel und einem Kuhschwanz gekennzeichnet ist. Asteroth nimmt die Gestalt eines Wurms mit spitzen Stacheln und Borsten an, Satan taucht mit einem Eselskopf, Katzenschwanz und langen Krallen auf und Anubis erscheint mit dem Kopf eines Hundes. Dythicanus gleicht einem Vogel und einem Rebhun und der Teufel Drachus hat vier kurze Füße (Vgl. 49, 25-30 / 50, 1-31). Auffällig ist auch die Farbenpracht der höchsten höllischen Geister, die sehr detailliert beschrieben wird: „Der letzte war Drachus / mit vier kurtzen Fussen / Gelb vnd Grun / der Leib oben Braun / wie blaw Fewr / vnd der Schwantz rotlicht.“ (50, 27ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Faustthematik ein, skizziert den historischen Wandel der Figur des Mephistopheles und stellt die Forschungsfragen sowie das methodische Vorgehen der vergleichenden Analyse dar.

2. Teuflische Erscheinungsformen in der Historia von D. Johann Fausten: Dieses Kapitel erläutert, wie das Verständnis von Teufel und Hölle in der Historia des 16. Jahrhunderts tief in der christlich-theologischen Tradition und Allegorese verwurzelt ist.

2.1. Die Erscheinungsformen und Verwandlungskünste Mephistopheles: Der Abschnitt untersucht die vielfältigen, theatralisch inszenierten Gestalten, in denen Mephistopheles in der Historia auftritt, um Faust zu verführen und zu blenden.

2.2. Die Gestalten der höllischen Geister: Hier wird die beeindruckende und zugleich abschreckende Vielfalt der höllischen Geister analysiert, deren tierische Mischwesen als Symbole für menschliche Laster und Todsünden dienen.

2.3. Der Teufel als Affe: Dieser Teil widmet sich dem Affen als zentralem Leittier der Historia, das einerseits als Inbegriff für Täuschung fungiert, andererseits eine Bedeutungswandlung erfährt.

3. Die Teufelsgestalt des Mephistopheles in Goethes Faust I: Kapitel 3 beleuchtet die Säkularisierung und Entdämonisierung des Teufels im Zeitalter der Aufklärung und deren Einfluss auf die Konzeption der Figur bei Goethe.

3.1. „Des Pudels Kern“: Dieser Abschnitt analysiert das Erscheinen Mephistopheles als schwarzer Pudel, der als Ausgangspunkt für die spätere Entlarvung seiner menschlichen Gestalt dient.

3.2. Mephistopheles traditionelle Teufelsgestalt: Hier wird untersucht, wie Mephistopheles bei Goethe seine klassische Teufelsgestalt weitgehend ablegt und stattdessen durch verschiedene gesellschaftliche Rollen und Verkleidungen agiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt den deutlichen Bedeutungswandel des Teufels von einem machtvollen, allegorischen Wesen des Mittelalters zu einem zivilisierten, rollenspielenden Akteur der Aufklärung.

5. Literaturverzeichnis: Dies ist eine systematische Auflistung aller verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

5.1. Primärliteratur: Aufzählung der verwendeten Primärtexte, einschließlich der Historia von 1587 und Goethes Faust I.

5.2. Sekundärliteratur: Aufzählung der herangezogenen wissenschaftlichen Fachliteratur und Forschungsbeiträge.

Schlüsselwörter

Mephistopheles, Faust, Historia von D. Johann Fausten, Teufel, Teufelsdarstellung, Verwandlungskunst, Tierallegorese, Säkularisierung, Aufklärung, Mittelalter, Allegorie, literarischer Wandel, Pakt, Maskerade, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem literarischen Wandel der Figur des Mephistopheles in zwei zentralen Faust-Werken und untersucht, wie sich die Darstellung des Teufels über die Jahrhunderte verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die teuflische Verwandlungskunst, die Funktion von Tiergestalten im Mittelalter, die Säkularisierung der Teufelsvorstellung sowie der Rollenwechsel der Figur Mephistopheles.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch einen direkten Vergleich zwischen der „Historia von D. Johann Fausten“ und Goethes „Faust I“ aufzuzeigen, wie sich das Verständnis und die Darstellung des Bösen von der mittelalterlichen Allegorese hin zur aufklärerischen Vermenschlichung gewandelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den religiösen Kontext als auch die spezifischen Funktionen der Teufelsgestalten in den jeweiligen Epochen untersucht.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen teuflischen Erscheinungsformen in der Historia, insbesondere die Rolle des Affen, und kontrastiert diese mit Mephistopheles’ Auftreten in Goethes Faust I, wo er als Pudel und in verschiedenen menschlichen Maskeraden erscheint.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Mephistopheles, Faust, Teufelsdarstellung, Verwandlungskunst, Säkularisierung, Tierallegorese und Aufklärung.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Affen in der „Historia“ von anderen Tieren?

Der Affe fungiert als „Leittier“ der Historia und dient primär als Symbol für Täuschung und Illusion, erfährt jedoch am Ende der Erzählung eine paradoxe Aufwertung zum Helfer bei der authentischen Aufzeichnung der Lebensgeschichte Fausts.

Warum tritt Mephistopheles in Goethes „Faust I“ kaum noch in seiner klassischen Form auf?

Aufgrund der Säkularisierung im 18. Jahrhundert hat der Teufel seine Bedrohlichkeit und damit seine traditionellen Attribute wie Hörner oder Pferdefuß eingebüßt; er passt sich der modernen, „kultivierten“ Welt an, um unentdeckt zu bleiben.

Wie deutet Faust das Schauspiel der höllischen Geister?

Faust ist weniger von den Teufeln eingeschüchtert, sondern vielmehr von ihrer Vielfalt und Erscheinung fasziniert; er nimmt in den Szenen sogar die Rolle eines „magischen Zirkusdirektors“ ein, um die Geschehnisse selbst zu beeinflussen.

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Details

Titel
Vergleich zwischen den Teufelsdarstellungen in der "Historia von D. Johann Fausten" und Goethes "Faust I"
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik – Ältere Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Das Faustbuch und seine Rezension
Note
1,0
Autor
Sabrina Rutner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V301733
ISBN (eBook)
9783956873669
ISBN (Buch)
9783668004825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
teufelsgestalten faustbuch vergleich teufelsdarstellungen historia johann fausten goethes faust
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabrina Rutner (Autor:in), 2014, Vergleich zwischen den Teufelsdarstellungen in der "Historia von D. Johann Fausten" und Goethes "Faust I", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301733
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Leseprobe aus  23  Seiten
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