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Gottesbeweis oder Gottes Beweis? Lässt sich der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs beweisen? Untersuchungen zur Vereinbarkeit von Hebräischer Bibel und Gottesbeweisen

Title: Gottesbeweis oder Gottes Beweis? Lässt sich der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs beweisen? Untersuchungen zur Vereinbarkeit von Hebräischer Bibel und Gottesbeweisen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 80 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Hendrik Münz (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Die Säkularisierungsprozesse der letzten Jahrzehnte haben dazu geführt, dass der gesellschaftliche Einfluss der Kirchen stark abgenommen hat, die christliche Position in politischen Debatten immer schwächer beachtet und als eine neben zahlreichen anderen Positionen gesehen wird. So wird in unseren pluralistischen Gesellschaften Christsein nur noch als private Entscheidung angesehen.
„Wo aber Christsein auf eine private Entscheidung reduziert wird, haben Christen keine Basis mehr, die Gesellschaft zum Beispiel in ethischen Fragen auf Gottes Ordnung hinzuweisen.“ Es stellt sich aus kirchlicher Sicht also die Frage, wie man das Fortschreiten des Autoritätsverlustes der Kirche einschränken und die Relevanz der eigenen Position für die Gesellschaft begründen kann, wie man es legitimieren kann, in einer vielstimmigen Zeit von Gott zu reden. Heutzutage sind bei Gläubigen apologetische Fähigkeiten sehr gefragt. Dieses gestiegene Bedürfnis nach Apologetik führte in den letzten dreißig Jahren vor allem im angelsächsischen Raum zu einer Renaissance der Gottesbeweise.
Diese Beobachtungen und die Tatsache, dass ich mich in meinem gemeindlichen Alltag immer häufiger mit der Frage nach Gottes Existenz konfrontiert sah, veranlassten mich zu einer intensiven Beschäftigung mit einzelnen Gottesbeweisen.
Im Rahmen dieser Studien begegneten mir wiederholt in den einzelnen Beweisgängen Passagen, die es mir schwierig erscheinen ließen, das Wesen, dessen Existenz dort nachgewiesen werden sollte, mit dem Gott der Bibel zu identifizieren. Zudem entstanden immer größere Bedenken im Blick auf die Art und Weise, in der Aussagen über Gott gemacht wurden, zumal ich den diesen Aussagen zugrunde liegenden Prozess des Erkenntnisgewinns für theologisch zweifelhaft hielt. Daher erschien es mir sinnvoll, an die Bibel die Frage zu stellen, ob und – wenn ja – wie der Gott, von dem sie erzählt, beweisbar ist.
Den Abschluss des ersten Teils meiner Untersuchungen, auf den ein zweiter sich mit dem Neuen Testament befassender folgen soll, bildet diese Arbeit zur Hebräischen Bibel, die prüfen soll, ob diese Urkunde Gottesbeweise zulässt oder gar enthält.
Ein zweites Ziel dieser Arbeit ist es, einige Kriterien zu entwickeln, mit deren Hilfe neue apologetische Versuche daraufhin untersucht werden können, ob sie mit der Hebräischen Bibel vereinbar sind. So könnte es möglich werden, eine zeitgemäße Apologetik zu entwickeln, die der Theologie der Hebräischen Bibel gerecht wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Popularität und Relevanz der Gottesbeweise

2 Die klassischen Gottesbeweise

2.1 Genese und Rezeption der klassischen Gottesbeweise

2.1.1 Der ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury (1033 bis 1109) als erster vollständiger christlicher Gottesbeweis

2.1.2 Reaktionen auf Anselms Beweis und Gegenentwürfe

2.2 Differenzierung der drei Gottesbeweise gemäß ihrer Vorgehensweise: Narrativ-argumentative vs. kontemplativ-argumentative Methode

3 Argumente wider und für die Vereinbarkeit der angeführten Gottesbeweise und der hebräischen Bibel

3.1 Argumente gegen die Billigung von Gottesbeweisen

3.1.1 Karl Barths Bedenken gegenüber nahezu allen formalen Gottesbeweisen

3.1.2 Warum Barths These nicht zum Argument gegen Gottesbeweise ausgebaut werden darf

3.1.2.1 Formal-logischer Einwand

3.1.2.2 Kein Bedarf für Gottesbeweise in der hebräischen Bibel

3.2 Argumente für die Billigung von Gottesbeweisen

3.2.1 DtJes. 4021-26: Ein Gottesbeweis in der hebräischen Bibel?

3.2.2 Weitere Vorformen von Gottesbeweisen in der hebräischen Bibel

3.2.2.1 Jer. 3320-25: Gottes Bundestreue als Trost für Bedrängte

3.2.2.2 Prov. 829: Die Nähe der Weisheit zum Schöpfer

3.2.3 Kein ausdrückliches Verbot von Gottesbeweisen in der hebräischen Bibel

3.2.3.1 Gottesbeweise und das Fremdgötterverbot (Ex. 203, Dtn. 57)

3.2.3.2 Gottesbeweise und das Bilderverbot (Ex. 204-6, Dtn. 58-10)

3.2.3.3 Gottesbweise und das Verbot des Namensmissbrauches (Ex. 207, Dtn. 511)

3.3 Vereinbarkeit von Hebräischer Bibel und Gottesbeweisen unter Wahrung bestimmter Kriterien

4 Anforderungen an Gottesbeweise und Apologetik von Seiten der Hebräischen Bibel

4.1 Das Verhüllungskriterium

4.2 Das Selbsterschließungskriterium

4.3 Das Autonomiekriterium

5 Die adäquate Vorgehensweise im Blick auf Gottesbeweise und Apologetik

5.1 Gottes Beweis statt Gottesbeweis: Der ontologische Gottesbeweis als der hebräischen Bibel am nächsten stehender Gottesbeweis

5.2 Kriterien für eine der hebräischen Bibel gerecht werdende Apologetik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische und theologische Vereinbarkeit der klassischen Gottesbeweise mit dem Gottesverständnis der Hebräischen Bibel. Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob die Hebräische Bibel Raum für solche Beweisführungen lässt, Kriterien für eine bibelgerechte Apologetik zu entwickeln und zu prüfen, ob und in welcher Form eine Argumentation für die Existenz Gottes im Kontext der hebräischen Tradition legitim ist.

  • Analyse klassischer Gottesbeweise (ontologisch, kosmologisch, physikotheologisch).
  • Untersuchung der biblischen Haltung zu Rationalität, Gottesbegegnung und Beweisen.
  • Reflexion des Einflusses der Umweltreligionen auf das israelitische Gottesbild.
  • Entwicklung von Kriterien (Verhüllung, Selbsterschließung, Autonomie) für eine zeitgemäße Apologetik.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 DtJes. 4021-26: Ein Gottesbeweis in der Hebräischen Bibel?

Wenngleich die Hebräische Bibel also keine Gottesbeweise zu führen braucht, findet sich in ihr eine Perikope, in der scheinbar ein Gottesbeweis geführt wird: In DtJes. 4021-26 ist scheinbar ein physikotheologischer Gottesbeweis zu finden. Daher ist die Passage genauer zu untersuchen. Ich verdeutsche die Passage folgendermaßen:

21 Erkennt ihr denn nicht? Habt ihr denn kein Verständnis dafür? Ist es euch nicht vom Anfang an erzählt ? nicht von der Gründung der Erde bescheid gewusst?

22 Er wohnt über dem Kreis <über> der Erde und diejenigen, die auf ihr [= der Erde] wohnen wie Heuschrecken. Er spannt den Himmel aus feinen Stoff und dehnt wie ein zum Wohnen Zelt.

23 Er macht die Würdenträger zu nichts. die Richter der Erde macht er zu nichts.

24 sie noch nicht gepflanzt , sie noch nicht gesät , ihr Stamm noch nicht in der Erde eingewurzelt ist, bläst doch über sie und sie vertrocknen. Und ein Sturm trägt sie wie Strohhalme .

25 „Und mit wem vergleicht ihr mich und bin ich ähnlich?“ spricht der Heilige.

Zusammenfassung der Kapitel

Popularität und Relevanz der Gottesbeweise: Diese Einleitung skizziert die Säkularisierung und den religiösen Pluralismus, die das Bedürfnis nach apologetischen Fähigkeiten in der Moderne verstärkt haben.

Die klassischen Gottesbeweise: Hier werden die Grundformen der Gottesbeweise (ontologisch, kosmologisch, physikotheologisch) definiert und nach ihrer narrativen oder kontemplativen Methode unterschieden.

Argumente wider und für die Vereinbarkeit der angeführten Gottesbeweise und der hebräischen Bibel: Dieser Hauptteil diskutiert kritisch die Ablehnung durch Karl Barth und untersucht biblische Texte auf deren Eignung als Gottesbeweise sowie die Legitimität solcher Unternehmungen angesichts zentraler Verbote.

Anforderungen an Gottesbeweise und Apologetik von Seiten der Hebräischen Bibel: Es werden drei zentrale Kriterien – das Verhüllungs-, Selbsterschließungs- und Autonomiekriterium – definiert, die eine bibelkonforme Apologetik erfüllen muss.

Die adäquate Vorgehensweise im Blick auf Gottesbeweise und Apologetik: Das Fazit bewertet den ontologischen Beweis als den biblischen Vorstellungen am nächsten stehend und fasst die Anforderungen an eine verantwortungsvolle, bibelgerechte Apologetik zusammen.

Schlüsselwörter

Gottesbeweise, Hebräische Bibel, Apologetik, ontologischer Gottesbeweis, Adonai, Gottesbegegnung, Offenbarung, Bilderverbot, Namensmissbrauch, Karl Barth, Theologie, Gotteserkenntnis, Transzendenz, Autonomie, Synkretismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit die klassischen Gottesbeweise mit dem spezifischen Gottesverständnis der Hebräischen Bibel vereinbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Systematik der Gottesbeweise, die Analyse biblischer Texte auf ihre Beweisbarkeit und die Untersuchung theologischer Grenzen wie das Bilderverbot.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, Kriterien für eine Apologetik zu entwickeln, die dem besonderen Charakter der Hebräischen Bibel gerecht wird und nicht in eine blasphemische Götzenpolemik verfällt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert exegetische Analysen biblischer Passagen mit religionsphilosophischen und dogmengeschichtlichen Reflexionen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil widmet sich der Debatte um Karl Barths Thesen, der Untersuchung biblischer Perikopen (z.B. DtJes 40) und der Ableitung spezifischer Kriterien für theologische Aussagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gottesbeweis, Apologetik, Hebräische Bibel, Unverfügbarkeit Gottes und Offenbarung.

Warum ist das "Verhüllungskriterium" so wichtig?

Es verdeutlicht, dass Gott sich in der hebräischen Tradition seinem Wesen nach entzieht und somit nicht einfach als Objekt innerhalb einer logischen Kette begriffen werden kann.

Wie bewertet die Arbeit den ontologischen Gottesbeweis?

Der ontologische Beweis nach Anselm wird aufgrund seines kontemplativen Ansatzes und der Einbindung des Gebetes als dem biblischen Gottesbild am ehesten gerecht, sofern er nicht rein apologetisch zweckentfremdet wird.

Ist die Verwendung des Gottesnamens "Adonai" in der Apologetik problematisch?

Die Arbeit mahnt zur Vorsicht, da die Festlegung Gottes auf einen Namen oder Begriff die Gefahr der Instrumentalisierung oder der falschen Bildersprache birgt.

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Details

Title
Gottesbeweis oder Gottes Beweis? Lässt sich der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs beweisen? Untersuchungen zur Vereinbarkeit von Hebräischer Bibel und Gottesbeweisen
College
Ruhr-University of Bochum  (Evangelisch-theologische Fakultät)
Course
Hauptseminar "Die Josefsgeschichte"
Grade
1,7
Author
Hendrik Münz (Author)
Publication Year
2004
Pages
80
Catalog Number
V30173
ISBN (eBook)
9783638314947
ISBN (Book)
9783640101528
Language
German
Tags
Gottesbeweis Gottes Beweis Lässt Gott Abrahams Isaaks Jakobs Untersuchungen Vereinbarkeit Hebräischer Bibel Gottesbeweisen Hauptseminar Josefsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Münz (Author), 2004, Gottesbeweis oder Gottes Beweis? Lässt sich der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs beweisen? Untersuchungen zur Vereinbarkeit von Hebräischer Bibel und Gottesbeweisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30173
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