Risikokonzentrationen. Regulatorische Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement


Seminararbeit, 2015

17 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anforderungen der MaRisk mit der Beachtung von Risikokonzen-trationen
2.1 Übergeordnete Anforderungen der MaRisk
2.2 Darstellung von Risikokonzentrationen in den MaRisk
2.3 Management von Konzentrationsrisiken

3 Umsetzung der Anforderungen der MaRisk in der Santander Consumer Bank AG in Bezug auf die Kfz-Branche
3.1 Umsetzung des Risikoprozesses
3.2 Szenarioanalysen und Risikokommunikation

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel für eine Gliederung typischer Risiken

Abbildung 2: Risikomanagement-Prozesskette

Abbildung 3: Unterabschnitte der Identifizierung

Abbildung 4: Portfolioausschnitt der Santander Consumer Bank AG

Abbildung 5: Portfolioanteile der Händlereinkaufsfinanzierung

1 Einleitung

Die Bankenschieflagen sind fast immer mit den Risikokonzentrationen verbunden. Beispielweise stellt die Kreditvergabe für nur eine gewisse Zielgruppe ein erhöhtes Risiko dar. Infolgedessen haben die Kreditinstitute wichtige Aufgaben, die konzen- trationsbedingten Risiken zu identifizieren, sie zu kontrollieren und zu steuern. Da- mit ist die Verstärkung und Entwicklung der Bedeutung von der Risikokonzen- tration durch die Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) vom 14. August 2009 verbunden.1 Durch die Anforderungen der MaRisk sollen die Risikokonzentrationen kritisch analysiert werden, jedoch soll das kein „Zwang zur Diversifizierung bedeuten“2.

Das Ziel der Arbeit ist die Erläuterung des Begriffes „Risikokonzentration“ und die Darstellung der Schwierigkeiten bei der Umsetzung in die Praxis. Die Begriffe Kon- zentrationsrisiken und Risikokonzentrationen sind Synonyme. Zunächst werden in der vorliegenden Arbeit die relevanten Anforderungen der MaRisk erläutert. Da- nach wird der Risikoprozess bei der Risikokonzentration dargestellt. Die Um- setzung der einzelnen Prozessschritte in der Praxis ist im weiteren Teil der Arbeit am Beispiel der Santander Consumer Bank AG veranschaulicht. Aufgrund der in- ternen Zahlen wird die Branchenkonzentration im Kfz-Markt dargestellt. Abschlie- ßend wird in einer Szenarioanalyse deutlich, welche Berücksichtigung der Ausfall eines für die Bank signifikanten Kfz-Herstellers mit sich bringt. An vielen Stellen der Seminararbeit wird die große Bedeutung der Beachtung von Risikokonzentrationen erkennbar, um den Fortbestand des Instituts nicht zu gefährden.

2 Anforderungen der MaRisk mit der Beachtung von Risikokonzen- trationen

2.1 Übergeordnete Anforderungen der MaRisk

Die MaRisk fordern von jedem Kreditinstitut das Management der für den Betrieb wesentlichen Risiken sowie damit verbundener Risikokonzentrationen.3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beispiel für eine Gliederung typischer Risiken4

Der Begriff der wesentlichen Risiken spielt eine besondere Rolle, um einem ange- brachten Risikomanagement gerecht werden zu können.5 Die Beurteilung der We- sentlichkeit hat regelmäßig und anlassbezogen im Rahmen einer Risikoinventur zu erfolgen. Im Rahmen der Risikoinventur hat das Institut zu prüfen, welche Risiken die Vermögens-,Ertrags- und Liquiditätslage wesentlichen beeinträchtigen können.

„In den MaRisk werden Adressrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken und ope- rationelle Risiken als wesentlich angenommen und mit Anforderungen an die Risi- kosteuerungs- und Controllingsprozesse unterlegt“6. Bei der Santander Consumer Bank AG werden die Kredit-, Marktpreis-,Liquiditäts-, und operationelle Risiken als wesentliche Risiken klassifiziert.7 Da das Hauptaugenmerk der Seminararbeit je- doch auf der Erläuterung des Begriffs „Risikokonzentration“, sowie der Schwierig- keit in ihrer Darstellung liegt, wird im Folgenden nicht weiter auf die wesentlichen

Risiken eingegangen. Es ist jedoch zu beachten, dass die oben genannten wesent- lichen Risiken zusätzlich in Form einer Risikoüberlappung auftreten können und somit in ihrem Effekt maßgeblich eine erhöhte Gefahr für das Kreditinstitut darstel- len.8

2.2 Darstellung von Risikokonzentrationen in den MaRisk

Bei der Einführung in das Thema der Risikokonzentration wird zunächst die Tren- nung von zwei Begriffen - „Risiko“ und „Konzentration“ erläutert. Die Konzentration betrachtet man als eine Spezialisierung beispielweise auf bestimmte Geschäftsbe- reiche. Betrifft eine Konzentration einen gewissen Sektor, dann handelt es sich um eine Sektorkonzentration. Die Spezialisierung kann vorteilhaft sein, da ein Informa- tionsvorsprung gegenüber Wettbewerbern erlangt werden kann, aufgrund von bes- seren Kenntnissen der Branchen oder Geschäftspartnern. Infolge der Sektorkon- zentration erhöhen sich die Marktchancen.9 Die Verbindung der Begriffe Konzent- ration und Risiko wird kritisch angesehen. Bei den Banken werden die Risikokon- zentrationen als allgemeine Risiken definiert.10 Diese entstehen beispielweise bei der ungleichmäßigen Verteilung der Geschäftspartner oder wenn die Schwerpunktsetzung sektoralen beziehungsweise geographischen Ursprungs ist.11 Diese Umstände können einen hohen Verlust bewirken, da das Unternehmen unter Umständen nicht ausreichend diversifiziert ist und somit in seinem Fortbestand gefährdet ist.12

Um den Verlust so gering wie möglich zu halten oder sogar zu vermeiden, will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit den neuen Anforde- rungen zum Umgang mit Risikokonzentrationen die Institute dahingegen sensibili- sieren, dass sie bestehende Risiken in angemessener Weise in ihr Risikomanage- ment integrieren.13

2.3 Management von Konzentrationsrisiken

Bei genauerer Betrachtung des Risikomanagements stellt sich eine Darstellung anhand eines Prozesses als sinnvoll heraus. Aus den MaRisk gehen die einzelnen Prozessschritte hervor, welche in Abbildung 1 dargestellt sind.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Risikomanagement-Prozesskette15

Die erste Phase stellt die Identifizierung der Konzentrationen beziehungsweise Risikokonzentrationen vor. Die Konzentrationen können sowohl in verschiedenen Formen, als auch an unterschiedlichen Stellen eines Instituts auftreten. Deshalb ist es von Bedeutung, die Konzentrationen und die damit verbundenen Risiken anfänglich zu erkennen und zu identifizieren, damit die Institute ein geeignetes Risikokonzentrationsmanagement gewährleisten können. Falls die Risiken unzeitgemäß oder gar nicht erkannt werden, kann dies die Existenz des Unternehmens gefährden.16 Anhand der Abbildung 2. wird die erste Phase der Identifizierung, welche sich aus vier Untersektionen zusammensetzt, dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Unterabschnitte der Identifizierung17

Der erste Schritt ist die Identifizierung der Konzentration. In diesem Unterabschnitt unterscheidet man zwischen Intrakonzentrationsrisiken und Interkonzentrationsrisi- ken. Die Intrakonzentrationsrisiken erfassen Konzentrationen innerhalb einer Risi- koart und bei Interkonzentrationsrisiken entstehen Konzentrationen durch gemein- same Risikotreiber in verschiedenen Risikoarten.18 Risikotreiber sind interne oder externe Faktoren, die die Entstehung oder das Ausmaß der identifizierten Risiken wesentlich beeinflussen.19 Im zweiten Unterabschnitt werden diese dann kategori- siert. Dies geschieht zum Beispiel anhand von unterschiedlichen Kriterien wie bei- spielsweise beabsichtig/unbeabsichtigt oder vermeidbar/unvermeidbar. Im weiteren Schritt findet eine Identifizierung der Konzentrationsrisiken und -chancen statt. Hierbei steht die Feststellung im Vordergrund, welche der identifizierten Konzentra- tionen risikoverstärkend wirken und es folgt eine Ermittlung der betroffenen Risiko- arten. Im letzten Abschnitt folgt dann eine Kategorisierung der Konzentrationsrisi- ken und -chancen.20

Die identifizierten Risiken werden in Qualität und Quantität beurteilt.21 Handelt es sich um eine qualitative Beurteilung, erzielt das Unternehmen die Trennung von wesentlichen und unwesentlichen Konzentrationsrisiken. Unter den wesentlichen Risiken versteht man Risiken, die sich auf weitere Tätigkeit des Unternehmens ne- gativ auswirken können.22 Dabei sind wesentliche Risiken in der Risikotragfähig- keitsrechnung einzukalkulieren und unwesentliche Risiken können außer Acht ge- lassen werden. Die Messbarkeit von Risikokonzentration befindet sich im Vorder- grund bei der quantitativen Beurteilung. Die verschiedenen Risiken sind mit unter- schiedlichem Analyseaufwand verbunden. Demzufolge ist zum Beispiel die Bran- chenkonzentration im Vergleich zu der Adresskonzentration aufgrund der Komple- xität der Messverfahren schwieriger zu ermitteln.23

Nachdem die Risikokonzentrationen identifiziert wurden, kommt die Phase der Steuerung, um künftige Verluste zu minimieren. Zur Steuerung der Risikokonzent- rationen dienen verschiedene Strategien wie zum Beispiel Risikoverminderung, -vermeidung, -akzeptanz, -steuerung und -begrenzung.24 In weiteren Kapiteln wer- den die zwei zuletzt genannten Strategien dargestellt, da diese später Anwendung im Praxisteil finden. Die Risikobegrenzung impliziert ein Limit, das in meisten Fällen von dem Management festgestellt wird und nicht überstritten werden darf. Bei- spielsweise ist eine Grenze vorgegeben, über welche die Portfolioanteile einer einzelnen Zielgruppe nicht steigen dürfen. Es existieren unterschiedliche Arten von Limite, auf welche an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen wird.25 Die Risi- kosteuerung bedeutet die Teilung eines großen Risikos auf mehrere kleine Risiken. Damit wird eine Häufung der Risiken vermieden und die Diversifizierung des Port- folios erzielt.26

Ziel einer permanenten Überwachung ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen um dementsprechend schnellstmöglich reagieren zu können und den möglicherweise entstehenden Schaden abzuwenden. Des Weiteren dient aber auch die Risiko- überwachung dazu, Eintrittswahrscheinlichkeiten zu ermitteln, bevor die Risiken auftreten und somit diesen entgegenzuwirken.27 Um die Geschäftsleitung und das Aufsichtsorgan über Risikokonzentration im Unternehmen zu informieren, wird vier Mal jährlich in regelmäßigen Abständen schriftlich ein Bericht erstattet. „Die Risiko- berichtserstattung ist in nachvollziehbarer, aussagefähiger Art und Weise zu erfas- sen.“28 Sollten jedoch unter Risikogesichtspunkten relevante Informationen vorlie- gen, ist dies unverzüglich zu melden.29

[...]


1 Vgl. BaFin (2009a)

2 BaFin (2009b)

3 Everling, u.a. (2012), S.58

4 Abbildung in Anlehnung an: Everling, u.a. (2012), S.58, (Quelle: eigene Darstellung)

5 Vgl. Everling, u.a. (2012), S.58

6 Everling, u.a. (2012), S.58

7 Vgl. Santander Consumer Bank AG (2014), S.51

8 Vgl. Santander Consumer Bank Ag (2014), S.57

9 Vgl. Santander Consumer Bank AG (2013a), S. 5.

10 Vgl. Everling, u.a. (2012), S.59

11 Vgl. Everling, u.a. (2012), S.59

12 Vgl. Deutsche Bundesbank (2006), S. 36.

13 Vgl. BaFin (2009c), S. 12.

14 Vgl. BaFin (2012), S. 9.

15 Abbildung in Anlehnung an: Ernst & Young (o.J), S.29, (Quelle: eigene Darstellung)

16 Vgl. Diederichs (2012), S. 50.

17 Abbildung in Anlehnung an: Ernst & Young (o.J), S.29, (Quelle: eigene Darstellung)

18 Vgl. Santander Consumer Bank AG (2013a), S. 6.

19 Vgl. Zybarth (2010), S. 30.

20 Vgl. Ernst & Young (o. J.), S. 29 f.

21 Vgl. BaFin (2012), S. 30.

22 Vgl. BaFin (2012), S. 5.

23 Vgl. Ernst & Young (o. J.), S. 52 ff.

24 Vgl. Diederichs (2012), S. 124

25 Vgl. Wolke (2013), S. 81.

26 Vgl. Ziegenbein (2012), S. 94

27 Vgl. Ziegenbein (2012), S.99; BaFin (2012), S.25

28 BaFin(2012), S.10

29 Vgl. BaFin (2012), S. 10.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Risikokonzentrationen. Regulatorische Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule  (FOM)
Note
1,0
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V301908
ISBN (eBook)
9783668013162
ISBN (Buch)
9783668013179
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
risikokonzentrationen, regulatorische, anforderungen, mindestanforderungen, risikomanagement
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Risikokonzentrationen. Regulatorische Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301908

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