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Was ist "Masse" und wie entsteht sie? Grundzüge der freud'schen Massenpsychologie

Title: Was ist "Masse" und wie entsteht sie? Grundzüge der freud'schen Massenpsychologie

Essay , 2015 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michael Knief (Author)

Social Studies (General)
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In der folgenden Arbeit wird der Begriff der „Masse“ anhand von Freuds Theorie zur Massenpsychologie behandelt. Insbesondere wird hierbei auf die Entstehung einer „Masse“, und die verschiedenen Arten jener eingegangen. Sigmund Freud setzt sich in seiner 1921 erstmals veröffentlichen Schrift „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ mit dem Phänomen der Massenerscheinungen auseinander; hierbei bezieht er sich anfangs auf Le Bons Schilderung der „Massenseele“, die dieser in seinem 1895 erschienenen Werk „Psychologie der Massen“ behandelte. Freud wendet hierbei zudem sein individualpsychologisches Wissen auf Kollektivphenomäne an. In der Einführung seiner Studie stellt er von vornherein den Gegensatz zwischen Individual- und Sozialpsychologie in Frage (vgl. Freud 1921, S. 1).
Die zeitliche Einordnung seines Werkes spiegelt eine Epoche wider, die durch die Erschütterungen des ersten Weltkrieges und die daraus resultierenden politischen Umbrüche geprägt war. Bernd Widdig schreibt dazu:
„Der Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ist sowohl aus Freuds Gesamtwerk wie auch aus der historischen Situation heraus verständlich. Freuds Interesse wendet sich zunehmend von der individuellen therapeutischen Theorie und Praxis hin zu makrogesellschaftlichen Strukturen: Kulturkritik, Ethnologie und Religion werden die beherrschenden Themen seines Spätwerkes. Nicht zu unterschätzen ist auch die Erfahrung des Ersten Weltkrieges als eines Massenkrieges und damit die sich verschärfende Frage nach der Beziehung zwischen Individuum und Masse. Außerdem sah sich Freud schon seit Beginn des Jahrhunderts mit einer zunehmenden antisemitischen Massenbewegung in Wien konfrontiert, die etwa in der Übernahme des Bürgermeisteramtes von Wien durch Karl Lueger ihren Ausdruck fand“
(Widdig 1992, S.102f.).

Im Folgenden sollen die Grundlagen der Freud‘schen Theorie verdeutlicht werden und in einem Sinnzusammenhang mit einem aktuellen Massenphänomen anhand einer Subkultur dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Masse

3. Die psychoanalytische Deutung der Massenpsychologie

4. Die Bedeutung des Führers und die libidinöse Bindung

5. Subkultur als Massenphänomen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Begriff der „Masse“ und dessen Entstehung auf Basis der psychoanalytischen Theorie von Sigmund Freud, um die Anwendbarkeit dieser klassischen Konzepte auf zeitgenössische soziale Strukturen wie Subkulturen kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen der Freud’schen Massenpsychologie
  • Abgrenzung von Individual- und Sozialpsychologie
  • Die Rolle des Führers und libidinöse Bindungen
  • Empirische Anwendung am Beispiel der „Gothic“-Subkultur

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des Führers und die libidinöse Bindung

Eine psychologische Masse bedarf eines „Führers“; Le Bons Ausführungen, dass ein „Führer“ über einen starken Glauben - an eine Idee - beseelt ist und über ein „Prestige“ verfügt, dass in der Masse eine subalterne Haltung auslöst, gehen Freud jedoch nicht weit genug (vgl. Freud 1921, S. 22ff.).

Freud erkennt in seiner eigenen Untersuchung, dass Menschen durch ihr Einbeziehung in institutionelle Gemeinschaften „kulturisiert“ werden, differenziert aber anhand der Theorie von William McDougall, dass es auf den „Organisationsgrad“ der Masse zur Aufhebung der psychischen Kehrseite der Massenbildung ankommt (vgl. Freud 1921, S.25-36), hierzu führt er aus:

„Die Aufgabe besteht darin, der Masse gerade jene Eigenschaften zu verschaffen, die für das Individuum charakteristisch waren und die bei ihm durch die Massenbildung ausgelöscht wurden. Denn das Individuum hatte - außerhalb der primitiven Masse – seine Kontinuität, sein Selbstbewußtsein , seine Traditionen und Gewohnheiten, seine besondere Arbeitsleistung und Einreihung und hielt sich von anderen gesondert, mit denen es rivalisierte. Diese Eigenart hatte es durch seinen Eintritt in die nicht „organisierte“ Masse für eine Zeit verloren.“ (ebd., S. 35)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Massenpsychologie im Kontext von Freuds 1921 erschienenem Werk und die historische Einordnung in die Nachkriegszeit.

2. Der Begriff der Masse: Theoretische Herleitung des Massebegriffs unter Bezugnahme auf Gustave Le Bon und die Diskussion der massenpsychologischen Merkmale.

3. Die psychoanalytische Deutung der Massenpsychologie: Darstellung der Freud’schen Perspektive auf soziale Triebe und die Kategorisierung von Massenarten.

4. Die Bedeutung des Führers und die libidinöse Bindung: Analyse der Rolle von Führungspersonen und der libidinösen Struktur innerhalb künstlicher Massen wie Kirche und Heer.

5. Subkultur als Massenphänomen: Kritische Überprüfung der Freud’schen Thesen am Beispiel der „Gothic“-Subkultur und deren Differenzierung.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Freud’schen Theorie und deren Grenzen im Hinblick auf moderne, globale Gesellschaftsstrukturen.

Schlüsselwörter

Massenpsychologie, Sigmund Freud, Gustave Le Bon, Masse, Massenseele, Ich-Ideal, Libido, Trieblehre, Subkultur, Gothic-Szene, Soziale Triebe, Gruppenpsychologie, Individuum, Organisation, Suggestion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition und der Entstehung von „Massen“ aus der Sicht der psychoanalytischen Sozialpsychologie von Sigmund Freud.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Freud’sche Massenpsychologie, die Rolle des Individuums in der Gruppe, libidinöse Bindungen und die Anwendbarkeit dieser Theorien auf heutige Subkulturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Grundlagen der Massentheorie Freuds zu erläutern und durch einen Vergleich mit der aktuellen „Gothic“-Subkultur auf ihre heutige Gültigkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Fachliteratur aus der Psychologie und Soziologie synthetisiert und auf ein konkretes Subkultur-Beispiel anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien von Freud und Le Bon dargelegt, insbesondere Konzepte wie die „Massenseele“, der „Führer“ und die Identifikation über ein gemeinsames Ich-Ideal.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Massenpsychologie, Ich-Ideal, Libido, Subkultur und die Abgrenzung von primären zu sekundären Massen.

Kann Freuds Theorie die „Gothic“-Szene vollständig erklären?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass Freuds Theorie bei der „Gothic“-Szene sowohl bezüglich des Herdentriebs als auch der Einheitsbildung an ihre Grenzen stößt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Massen eine Rolle?

Sie dient dazu, Massen mit einem starken Führer (primär) von organisierten Gruppen (sekundär) zu unterscheiden, in denen das Individuum seine Eigenheiten teilweise bewahrt.

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Details

Title
Was ist "Masse" und wie entsteht sie? Grundzüge der freud'schen Massenpsychologie
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie)
Course
Individuum und Gesellschaft
Grade
1,7
Author
Michael Knief (Author)
Publication Year
2015
Pages
8
Catalog Number
V301910
ISBN (eBook)
9783956875960
ISBN (Book)
9783668005532
Language
German
Tags
Freud Massenpsychologie Le Bon Gothic Masse psychologische Masse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Knief (Author), 2015, Was ist "Masse" und wie entsteht sie? Grundzüge der freud'schen Massenpsychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301910
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