1. EINLEITUNG
1.1 Aufbau der Arbeit
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit entstanden die Kapitel wie folgt:
Das einführende 1. Kapitel gibt eine Einführung in die Problemstellung sowie einen Überblick über die Situation in der Türkei.
Das 2. Kapitel gibt einen ersten Überblick über die Verschuldung. Es werden Entstehungsgründe für die Aufnahme von Auslandskrediten erläutert und welche Kapitalarten zur Verschuldung führen bzw. wie die Veschuldung der Entwicklungsländer entsteht.
Im 3. Kapitel werden die externen und internen Ursachen der Verschuldungskrisen behandelt.
Gegenstand vom 4. Kapitel ist die Rolle des IWF bei der Lösung der
internationalen Verschuldungskrise, wobei auch die Gründung sowie Aufgaben und Ziele des IWF dargestellt werden.
Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit Lösungsansätzen zur Verschuldungskrise. Dabei werden die bisher diskutierten Lösungsansätze, das Krisenmanagement des IWF sowie neuere Lösungsansätze, vorgestellt.
Ausführlich wird im 6. Kapitel die internationale Verschuldungskrise am Beispiel der Türkei erläutert. Dabei wird dieser anhand von drei Zeitabschnitten dargestellt. Der Zeitraum von 1946-1960 beschreibt die Entwicklung der Verschuldung sowie die Rolle des IWF und der USA im Hinblick auf dei Türkei. Anschließend werden die Jahre 1960-1979 mit der größten sozialen und wirtschaftlichen Krise der Türkei dargestellt. Die Wirtschaftspolitik der Türkei nach den Beschlüssen vom 24.01.1980 mit ihren Lösungversuchen wird im letzten Abschnitt dieses Kapitels diskutiert.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. AUFBAU DER ARBEIT
1.2. EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMATIK
2. VERSCHULDUNG
2.1. GRÜNDE DER KREDITAUFNAHME IM AUSLAND
2.2. ZUR VERSCHULDUNG FÜHRENDE ARTEN DES KAPITALS
2.3. EMPIRISCHER ÜBERBLICK
3. URSACHEN DER VERSCHULDUNGSKRISE
3.1. EXTERNE URSACHEN
3.1.1. Ölpreisschocks und Rezession
3.1.2. Zinsanstieg und verkürztze Kreditlaufzeiten
3.1.3 Der Verfall der Rohstoffpreise
3.1.4. Verhalten der Gläubiger bzw. der Banken
3.1.5. Verhalten der Industrieländer
3.2. INTERNE URSACHEN
3.2.1. Verschuldete Industrialisierung
3.2.2. Kapitalflucht und Korruption
3.2.3. Militärausgaben und fehlende Agrarreformen
3.2.4. Sozialreformen
4. DIE ROLLE DES IWF IN DER INTERNATIONALEN VERSCHULDUNGSKRISE
4.1. GRÜNDUNG DES IWF UND DER WELTBANK
4.2. AUFGABEN UND ZIELE DES IWF
4.3. BISHERIGE MAßNAHMEN DES IWF
4.3.1. Auflagenpolitik des IWF und der Weltbank
4.3.2. Umschuldungsverhandlungen (Pariser Club, Londoner Club)
4.3.3. Strukturanpassungsprogramme
5. LÖSUNGSANSÄTZE
5.1. BISHER DISKUTIERTE LÖSUNGSANSÄTZE
5.1.1. Baker-Plan
5.1.2. Brady-Plan
5.1.3. Schuldenerlaß - Schuldenerleichterungen
5.1.3.1. Die Determinanten der Transferfähigkeit
5.1.3.2. Determinanten der internen Aufbringungsfähigkeit
5.1.4. Bewertung marktorientierter Lösungsansätze privater Gläubiger
5.2. DAS KRISENMANAGEMENT DES IWF
5.2.1. Krisenmanagement
5.2.2. Vom Krisenmanagement zu dauerhaften Lösungen
5.3. BEWERTUNG NEUERER LÖSUNGSVORSCHLÄGE
5.4. SONSTIGE LÖSUNGSANSÄTZE
5.4.1. Die Rolle der Direktinvestitionen
5.4.2. Die Aufgabe des Staates
5.5. SCHLUßFOLGERUNGEN ZU DEN LÖSUNGSANSÄTZEN
6. INTERNATIONALE VERSCHULDUNGSKRISE AM BEISPIEL DER TÜRKEI
6.1. VERSCHULDUNGSPROBLEME VON 1946-1960
6.1.1. Die zur Wirtschaftskrise von 1954-1960 führenden Entwicklungen
6.1.1.1. Agrarische Exportökonomie
6.1.1.2. Importsubstituierende Industrialisierung
6.1.1.2.1. Die Theorie der importsubstituierende Industrialisierung
6.1.1.2.2. Importsubstituierende Industrialisierung und die Wirtschaftskrise von 1954-1960
6.1.2. Sanierungsprogramm des IWF von 1958
6.1.3. Beurteilung der Eingriffe des IWF
6.2. VERSCHULDUNGSPROBLEME VON 1960-1979
6.2.1. Planmäßige (bewußte) Durchführung der Importsubstitution
6.2.1.1. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Militärregierungen
6.2.1.2. Durch die Importsubstitution verursachte Krise
6.2.1.3. Entwicklung der Industrie
6.2.1.4. Entwicklung des inländischen Preisniveaus
6.2.1.5. Struktur des Außenhandels
6.2.1.5.1. Struktur des Imports
6.2.1.5.2. Struktur des Exports
6.2.2. Ausländische Kreditaufnahme und die Entwicklung der Auslandsschulden
6.3. WIRTSCHAFTSPOLITIK DER TÜRKEI NACH 24.01.1980
6.3.1. Die Beschlüsse von 24.01.1980
6.3.2. Die Exportdiversifikation nach 1980
6.3.2.1. Landwirtschaftliche Produktion
6.3.2.2. Industrielle Produktion
6.3.3. Entwicklung der Außenverschuldung
7. SCHLUßFOLGERUNG
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Bewältigung internationaler Verschuldungsprobleme, mit besonderem Fokus auf die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei seit 1946. Dabei wird untersucht, inwieweit die durch internationale Finanzinstitutionen implementierten Strukturanpassungsprogramme tatsächlich zur langfristigen Schuldentilgung beitragen oder ob sie das Verschuldungsproblem verschärfen.
- Analyse der Ursachen für die internationale Verschuldungskrise der Entwicklungsländer.
- Untersuchung der Mechanismen und Auswirkungen von IWF-Auflagenpolitik und Strukturanpassungsprogrammen.
- Detaillierte Fallstudie zur türkischen Wirtschaftspolitik in drei Zeitabschnitten (1946-1960, 1960-1979, nach 1980).
- Bewertung verschiedener Lösungsansätze wie dem Baker-Plan und dem Brady-Plan.
- Diskussion über die Relevanz von Direktinvestitionen und die Rolle staatlicher Eingriffe im Kontext der Verschuldung.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Zinsanstieg und verkürzte Kreditlaufzeiten
Die Entwicklung der Zinsen zwischen 1973 und 1982 ist eine wesentliche Ursache für den starken Anstieg der Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer. Wegen der expansiven Geldpolitik der Vereinigten Staaten stiegen die Inflationsraten der USA. Bis Ende der 70er Jahre sind auch die Nominalzinsen in den USA angestiegen. Die Realzinsen befanden sich zeitweise im negativen Bereich. Im Jahre 1975 erreichte der Realzinssatz das Minimum. Die negative Realverzinsung stellte einen Anreiz dar, verstärkt internationale Kredite aufzunehmen.
Westliche Industrieländer (insbesondere auch die USA) wollten Ende 1979 nach den beiden Ölkrisen gegen die inflationären Tendenzen mit Zinsanstieg reagieren. Das führte dazu, daß die Zinsen weltweit anstiegen. Danach, seit 1979/80, änderte sich die amerikanische Geldpolitik. Sie war nun geldmengenorientiert. Durch diese Politik wurde die Liquidität knapper, so daß die Zinsen weiterstiegen. Der Zinsanstieg des Dollarkurses spielt eine große Rolle. Durch ihn wurde der Schuldendienst für die Entwicklungsländer zusätzlich vergrößert. Die höheren realen Zinssätze, die kürzeren Laufzeiten und die variable Verzinsung der privaten Kredite führten dazu, daß die Last der Schuldendienstzahlungen problematisch wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung der internationalen Verschuldung und Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. VERSCHULDUNG: Definition von Auslandsschulden und Erläuterung der Gründe für die Kreditaufnahme im Ausland sowie der verschiedenen Kapitalarten.
3. URSACHEN DER VERSCHULDUNGSKRISE: Detaillierte Analyse sowohl externer Faktoren (Ölkrisen, Zinspolitik) als auch interner struktureller Probleme der Schuldnerländer.
4. DIE ROLLE DES IWF IN DER INTERNATIONALEN VERSCHULDUNGSKRISE: Untersuchung der Gründung, Ziele und der praktischen Maßnahmen des IWF, inklusive seiner Auflagenpolitik.
5. LÖSUNGSANSÄTZE: Kritische Bewertung bisheriger Instrumente wie dem Baker- und Brady-Plan sowie sonstiger Ansätze zur Krisenbewältigung.
6. INTERNATIONALE VERSCHULDUNGSKRISE AM BEISPIEL DER TÜRKEI: Tiefgehende Analyse der türkischen Wirtschaftsentwicklung und Verschuldungsproblematik in drei historischen Zeitabschnitten.
7. SCHLUßFOLGERUNG: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen und Ausblick auf notwendige politische Reformen.
Schlüsselwörter
Internationaler Währungsfonds, IWF, Auslandsverschuldung, Entwicklungsländer, Türkei, Strukturanpassungsprogramme, Weltbank, Baker-Plan, Brady-Plan, Terms-of-Trade, Kapitalflucht, Zahlungsbilanz, Inflation, Importsubstitution, Exportdiversifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Lösungsstrategien der internationalen Verschuldungskrise, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle internationaler Finanzinstitutionen wie des IWF am Beispiel der Türkei.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung von Staatsverschuldung, die Auswirkungen von IWF-Programmen, externe und interne Schuldenursachen sowie spezifische Anpassungsprozesse in der türkischen Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die vom IWF initiierten Strategien zur Schuldenbewältigung tatsächlich nachhaltig wirken oder ob sie negative soziale und wirtschaftliche Konsequenzen für die betroffenen Länder nach sich ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Literaturanalyse sowie eine empirische Untersuchung anhand von Wirtschaftsdaten und Tabellen zur Entwicklung der türkischen Verschuldung vorgenommen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Ursachen der Verschuldungskrise, die Rolle von IWF und Weltbank, bisherige Lösungsansätze wie den Baker- und Brady-Plan sowie eine ausführliche Fallstudie zur Türkei zwischen 1946 und 1994.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Verschuldungskrise, Strukturanpassung, IWF, Türkei, Importsubstitution, Exportdiversifikation, Zahlungsbilanz und internationale Finanzmärkte.
Warum ist das GAP-Projekt für die Verschuldung der Türkei relevant?
Das GAP-Projekt wird als Beispiel für ineffiziente Großprojekte angeführt, deren enorme Finanzierungskosten durch öffentliche Defizite zu einem Anstieg der Inflationsrate und der Staatsverschuldung beitrugen.
Wie bewertet die Arbeit den Einfluss des IWF auf die Türkei?
Der IWF wird als Instrument wahrgenommen, das zwar Liquiditätsengpässe überbrücken konnte, dessen strikte Auflagenpolitik jedoch die langfristige wirtschaftliche Unabhängigkeit einschränkte und die soziale Stabilität durch Sparmaßnahmen unter Druck setzte.
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- Davut Cizer (Author), Ahmet Özbeg (Author), 1994, Die Rolle des IWF bei der Lösung des Verschuldungsproblems am Beispiel der Türkei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301