Im ersten Kapitel wird die Regulationstheorie erläutert, welche ein geeignet Instrument darstellt, um wirtschaftlichen Wandel unter Beibehaltung einer kapitalistischen Grundordnung zu erklären. Es wird aufgezeigt, was den Kapitalismus so anpassungsfähig und damit auch erfolgreich macht.
Anschließend wird auf die Krise des Fordismus Anfang der 1970er eingegangen und wie institutioneller Wandel auf verschiedenen Ebenen für eine veränderte Wirtschaftsordnung sorgte.
Die Arbeit hilft zu verstehen, was die Unterschiede zwischen Fordismus und Postfordismus sind und wie und warum diese Transformation zustande kam.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Regulationstheorie als Erklärungsmodell wirtschaftlicher Veränderungen
3 Die Entstehung des Postfordismus
3.1 Der Fordismus als Ausgangssystem
3.2 Die Krise des Fordismus
3.3 Die Globalisierung als Kennzeichen des Postfordismus
3.4 Das postfordistische Akkumulationsregime
3.5 Der postfordistische Regulationsmodus
4 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Regulationstheorie den fundamentalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel vom Fordismus zum Postfordismus, der durch die Krisenerscheinungen in den 1970er Jahren eingeleitet wurde, und analysiert die dabei entstandenen neuen Akkumulations- und Regulationsformen.
- Grundlagen der Regulationstheorie als Analysewerkzeug
- Die fordistische Wirtschaftsweise und ihre innere Kohärenz
- Ursachen und Auswirkungen der Krise des Fordismus
- Die Rolle der Globalisierung im postfordistischen Wandel
- Transformation des Akkumulationsregimes und des Regulationsmodus
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Fordismus als Ausgangssystem
Der Fordismus bildet den Ausgangspunkt für die Regulationstheorie. Allgemein wird unter Fordismus die Wirtschaftsform verstanden, die in einer engen zeitlichen Definition zwischen dem Ende des 2. Weltkriegs und 1975 die westlichen Industrienationen vorherrschte (Lipietz 1998: 13). Das Akkumulationsregime des Fordismus war durch eine Arbeitsorganisation und Produktionsweise geprägt, die Alain Lipietz als "Taylorisierung plus Mechanisierung"(ebd.) beschreibt. Selbige zeichnet sich durch die Massenfertigung aus, welche idealtypischerweise am Fließband erfolgt (Kohlmorgen 2004: 115). Des weiteren durch einen hohen Grad der Rationalisierung und Standardisierung. Hierbei waren Planung und Ausführung streng voneinander getrennt (Kohlmorgen 2004: 114; Koch 2003: 46).
Es wurde eine instrumentelle Arbeitshaltung durchgesetzt, in welcher die Arbeit einzig und allein der Finanzierung von Freizeit und Konsum diente, ohne einen inhärenten Sinn zu erfüllen oder auf die Eigeninitiative der Arbeiter zu bauen. Eine hohe Qualifizierung wurde deshalb nicht benötigt und es kam zu einer Entprofessionalisierung der Arbeiter. (Kohlmorgen 2004: 116f.; Koch 2003: 46f.). Der Arbeiter wurde zu einem auswechselbaren "tayloristischen Massenarbeiter"(Kohlmorgen 2004: 117). In diesem Zusammenhang steht auch die streng hierarchisch gegliederte Unternehmensstruktur im Fordismus.
Ziel der Produktion war es, durch einen möglichst hohen Grad der Mechanisierung und Arbeitsteilung, Produktionszuwächse aufgrund einer hohen Effizienz zu erzielen (Kohlmorgen 2004: 115). Die aus den Produktivitätszuwächsen stammenden Lohn- und Profitsteigerungen wuchsen parallel zueinander. Dahinter steckte die Logik, dass die steigenden Reallöhne zu einer wachsenden Nachfrage führen, was den Absatz für die produzierten Güter garantiert und somit auch zu steigenden Profiten führt (Liepetz 1998: 13). Dadurch konnte ein beständiges Wirtschaftswachstum, eine kontinuierlich höher werdendes individuelles Wohlstandsniveau, und eine niedrige Arbeitslosenquote erzielt werden (Kohlmorgen 2004: 135).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die krisenhafte Natur des Kapitalismus ein und begründet die Relevanz der Regulationstheorie zur Erklärung der Transformationsprozesse seit den 1970er Jahren.
2 Die Regulationstheorie als Erklärungsmodell wirtschaftlicher Veränderungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Regulationstheorie, welche die Stabilisierung kapitalistischer Produktionsweisen durch gesellschaftliche Kompromisse und Regulationsmodi untersucht.
3 Die Entstehung des Postfordismus: Dieses Kapitel analysiert detailliert den Übergang vom fordistischen System hin zu postfordistischen Strukturen durch eine tiefgehende Untersuchung von Krise, Globalisierung, Akkumulationsregime und Regulationsmodus.
3.1 Der Fordismus als Ausgangssystem: Es wird die fordistische Wirtschaftsweise als ein durch Massenproduktion, Taylorismus und einen wohlfahrtsstaatlichen Kompromiss geprägtes System definiert.
3.2 Die Krise des Fordismus: Hier werden die Faktoren für den Zusammenbruch der fordistischen Stabilität beleuchtet, insbesondere Marktsättigung, nachlassende Produktivitätsgewinne und veränderte Konsummuster.
3.3 Die Globalisierung als Kennzeichen des Postfordismus: Das Kapitel beschreibt, wie die Internationalisierung der Märkte und die Deregulierung als Antwort auf die nationale Marktsättigung den Postfordismus einläuteten.
3.4 Das postfordistische Akkumulationsregime: Hier wird der Wandel der Produktionsweise hin zu flexiblen, individualisierten und wissensbasierten Strukturen sowie die Finanzialisierung der Ökonomie erörtert.
3.5 Der postfordistische Regulationsmodus: Es wird der Übergang von einer nachfrageorientierten zu einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik und die Machtverschiebung zugunsten des Kapitals analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Stabilitätsniveau des Fordismus bisher nicht wieder erreicht wurde und wir uns in einer Transformationsphase befinden.
Schlüsselwörter
Regulationstheorie, Postfordismus, Fordismus, Kapitalismus, Krisenhaftigkeit, Akkumulationsregime, Regulationsmodus, Globalisierung, Keynesianismus, Taylorismus, Finanzialisierung, Neoliberalismus, Wirtschaftspolitik, Strukturwandel, Standortwettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Übergang des kapitalistischen Wirtschaftssystems vom sogenannten Fordismus hin zum Postfordismus unter Anwendung der regulationstheoretischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Analyse der Stabilität und Krise kapitalistischer Systeme, die Transformation von Produktionsweisen, der Einfluss von Globalisierungsprozessen sowie die Veränderung staatlicher Regulierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie kapitalistische Systeme ihre Krisenhaftigkeit durch fundamentale Transformationen der Akkumulations- und Regulationsmodi zu überwinden suchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Regulationstheorie als theoretisches Erklärungsmodell, um historische Phasen wirtschaftlicher Formationen und deren Stabilitätsbedingungen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des fordistischen Ausgangssystems, die Ursachen seiner Krise, die Rolle der Globalisierung sowie die Ausgestaltung des postfordistischen Akkumulationsregimes und Regulationsmodus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Regulationstheorie, Fordismus, Postfordismus, Akkumulationsregime, Krisenhaftigkeit und Globalisierung geprägt.
Was war der "Fordistische Kompromiss"?
Dies bezeichnet eine Ära der sozialen Stabilität, in der hohe Produktivitätszuwächse durch steigende Löhne an die Arbeitnehmer weitergegeben wurden, was den Massenkonsum stützte.
Wie hat sich die Rolle des Staates im Postfordismus verändert?
Der Staat hat sich von einer intervenierenden Kraft, die den Konsum stützte, hin zu einer Institution entwickelt, die den Marktmechanismen den Vorzug gibt und unter dem Druck der Globalisierung zunehmend Steuerungsmacht an das Kapital verliert.
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- Sebastian Steidle (Author), 2013, Die Entstehung des Postfordismus aus regulationstheoretischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302072