Einsatz digitaler Medien im Unterricht an der Berufsschule. Konzeption eines Blended-Learning-Modells für Bautechnische Zeichner


Bachelorarbeit, 2015
55 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABSTRACT

VORWORT

1 Einleitung

2 Zum Berufsbild der Bautechnischen Zeichner und Zeichnerinnen

3 Zur Bildungs- und Lehraufgabe der Berufsschule in der Ausbildung für diesen Lehrberuf
3.1 Zur gegenwärtigen Unterrichtssituation
3.2 Zur Kompetenzorientierung

4 Zu den Elektronischen Medien
4.1 Definition
4.2 Mobiltelefon, Handy, Smartphone
4.3 Laptop, Notebook, Portable
4.4 Tablet
4.5 Internet
4.6 Lernplattformen
4.7 Lernsoftware
4.8 Methoden für elektronische Medien
4.8.1 Grundlagen
4.8.2 Der Vortrag
4.8.3 Das Kurzreferat
4.8.4 Der Lehrfilm
4.8.5 Das Unterrichtsgespräch
4.8.6 Die Diskussion
4.8.7 Die Gruppenarbeit
4.9 Blended Learning

5 Empirischer Teil
5.1 Forschungsdesign
5.2 Forschungsfrage
5.3 Messinstrumente
5.4 Medien und Methoden
5.5 Ergebnisse
5.5.1 Dimension I: Medientechnische Ausstattung der Schülerinnen und Schüler
5.5.2 Dimension II: Anwendbare Methoden
5.5.3 Dimension III: Leistungsmessung
5.5.4 Dimension IV: Akzeptanz

6 Zusammenfassung

7 Resümee und Ausblick

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungsverzeichnis

10 Anhang
10.1 Fragebogen zur persönlichen EDV-Ausstattung
10.2 AMA-Schularbeit vom 09.01.2015
10.3 Fragebogen zur persönlichen Sichtweise der erlebten Unterrichtsmethode

ABSTRACT

Der erste Teil dieser Arbeit betrachtet zu Beginn das Berufsbild eines Bautechnischen Zeichners bzw. einer Bautechnischen Zeichnerin. Weitere Kapitel durchleuchten die Bildungs- und Lehraufgabe der Berufsschule in der Ausbildung für diesen Lehrberuf in Österreich und beschreiben die gegenwärtige Unterrichtssituation.

In weiterer Folge findet sich eine Betrachtung zu den elektronischen Medien, mit einer Definition des Medienbegriffs, einer Beschreibung der Funktionen einzelner digitaler Medien und einem Überblick über ihren möglichen Einsatz im Unterricht.

Der empirische Teil erforscht die Möglichkeiten und die Akzeptanz des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht für den Lehrberuf der Bautechnischen Zeichner und Zeichnerinnen in einer Landesberufsschule. Dafür wurde der AMA-Unterricht gewählt und mit einer Kontrollgruppe ohne definierte digitale Medien verglichen.

Die Schülerinnen und Schüler beider Gruppen wurden nach ihrer Sichtweise über die jeweilige Methode befragt, und ihre Leistungen hinsichtlich einer Schularbeit dokumentiert.

VORWORT

Meine persönliche berufliche Vergangenheit in diversen Architekturbüros, die damalige Zusammenarbeit mit auszubildenden Jugendlichen und meine derzeitige Tätigkeit als Lehrer führten mich immer wieder zu Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen über den Stellenwert und die Einsatzmöglichkeiten der verschiedensten elektronischen Geräte im Unterricht. Diese haben mich dazu bewogen, den Einsatz der digitalen Medien im Unterricht des Fachbereichs der Bautechnischen Zeichner und Zeichnerinnen zu erforschen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Dr. Werner Moriz für die kompetente Betreuung meiner Bachelorarbeit herzlich bedanken. Ein besonderer Dank gebührt auch den Schülerinnen und Schülern der Landesberufsschule für ihre Mitarbeit, die Gespräche und die Zeit, die sie sich dafür genommen haben.

Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie, die mich während meiner Ausbildungszeit sehr unterstützte. Vor allem meine Kinder sind stets das beste Beispiel dafür, dass die Position als Autorität nicht nur aus Verantwortung und Wissensvermittlung besteht. Sie sorgen sich auch um mich und vermitteln mir, zumeist ungeplant, täglich neues Wissen.

1 Einleitung

In den verschiedensten Bildungsdiskussionen wird immer wieder über den schlechten Bildungsstand der österreichischen Schülerinnen und Schüler geklagt. Man ist über das schlechte Abschneiden unserer Jugendlichen bei diversen Studien („PISA“ - Programme for International Student Assessment, „PIRLS“ - Progress in International Reading Literacy Study, „TIMSS“ - Trends in International Mathematics and Science Study, …) besorgt(Pumberger, 2012, S. 2). Hinterfragt man die Ursachen dafür, erhält man mehrheitlich die Antwort, dass der Zeitmangel der Eltern und die Welt der Technik verantwortlich sind. Zu viel Fernsehen, zu viele Computerspiele, zu viel Zeitvertreib mit Handy und dem Internet haben negative Auswirkungen auf die schulische Entwicklung, wird publiziert(Pfeiffer, Mößle, & Kleiman, 2007, S. 10-15).

Gleichzeitig ist der Computer in all seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen (PC, Laptop, Tablet, Handy,…) aber das alltägliche Arbeitswerkzeug der Bautechnischen Zeichnerinnen und Zeichner. Der Arbeitsplatz im Büro ist ein Schreibtisch mit PC, Arbeitsanweisungen kommen vielfach per E-Mail und um bei Außendienstarbeiten alle Projektinformationen verfügbar zu haben, werden Mobiltelefone und Tablets bzw. Laptops benötigt. Es ist daher naheliegend, diese Geräte soweit als möglich auch in die Unterrichtsarbeit der dreijährigen Berufsschulzeit zu integrieren, was die Forschungsfrage dieser Arbeit aufwirft: „ Wie kann ein Unterrichtskonzept für den Lehrberuf Bautechnische Zeichner und Zeichnerinnen an einer Landesberufsschule aussehen, das auf die Verwendung von digitalen Medien aufbaut?“

Die vorliegende Arbeit befasst sich daher mit den Möglichkeiten, die durch den Einsatz von digitalen Medien für den Unterricht an der Berufsschule zur Verfügung stehen und erforscht mit Hilfe des Einsatzes zuvor beschriebener Methoden die Leistungen hinsichtlich einer Schularbeit und mit nachfolgenden Fragebögen die Akzeptanz bei den Schülern und Schülerinnen.

So, wie in der Medizin bekanntlich die Dosis bestimmt, ob etwas gesund oder giftig ist, bedarf es vermutlich auch für die Thematik der digitalen Medien eines sorgsamen Umganges und eines zielgerichteten Einsatzes.

2 Zum Berufsbild der Bautechnischen Zeichner und Zeichnerinnen

Im folgenden Kapitel werden die Tätigkeiten und das Arbeitsumfeld der betrachteten Berufsgruppe dargestellt. Hier zeigt sich die enge Verflechtung mit einer Vielzahl an elektronischen Medien.

„Bautechnischer Zeichner ist ein Angestellter, welcher unter Aufsicht eines bautechnischen Angestellten der Gruppe A3 bis A5 Pläne abzeichnet, Maßskizzen durchzeichnet, Zeichnungen auszieht und anlegt, Pläne beschriftet, Zeichnungen in andere Maßstäbe überträgt, einfache Schalungszeichnungen und einfache grafische Darstellungen anfertigt, Baupläne nach Skizzen ohne besondere Anleitung aufträgt und kotiert.“(ÖGB, 2014, S. 11)

Hinter oben angeführter Beschreibung aus dem Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie steckt ein vielfältiges Betätigungsfeld: Jedes bautechnische Projekt bedarf einer sorgfältigen Planung von einer Vielzahl an einschlägigen Fachleuten: Architekten entwerfen ein Gebäude, Statiker berechnen die Dimensionierungen aller tragenden Bauteile, Haustechnikplaner entwerfen ein Ver- und Entsorgungssystem mit Wasser, Luft, Wärme, Kälte, … etc.

Und je nach Art und Kontext des geplanten Projektes prüfen Akustikplaner die gewünschte bzw. unerwünschte Ausbreitung von Schall, Geologen die Tragfähigkeit und die Versickerungseigenschaften des Untergrundes, Brandschutzplaner die entsprechenden Schutzmaßnahmen, Verkehrsplaner die Situierung der externen Erschließung, Gastroplaner sämtliche Ausstattungsbedürfnisse gastronomischer Einrichtungen, wie zum Beispiel Großküchen, etc.

All diese planenden Fachbereiche bedürfen der Unterstützung durch die Berufsgruppe der Bautechnischen Zeichner: Sie erstellen und adaptieren Pläne, erledigen die Reproduktion und Verteilung dieser Unterlagen und erstellen umfangreiche Dokumente im Zusammenhang mit der jeweiligen Bauaufgabe, wie zum Beispiel die Planung von Schutzmaßnahmen auf den Baustellen(Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, 2015).

Dabei werden Pläne teilweise per Hand erstellt, größtenteils kommen jedoch CAD-Systeme zum Einsatz (CAD = Computer Aided Design, Beispiele: AutoCAD® vom US-amerikanischen Unternehmen Autodesk, ARCHICAD vom ungarischen Unternehmen Graphisoft, oder ABISPLAN vom Grazer Unternehmen Abis).

Auch für die Verteilung der planungsrelevanten Grundlagen und Informationen kommen seit vielen Jahren beinahe nur noch „Computer Aided“ Systeme, wie zum Beispiel E-Mail, oder Projektplattformen zum Einsatz(Beyer, et al., 2003, S. 8). Eine Projektplattform ist in der Regel eine Homepage, die es einem passwortgeschützten Teilnehmerkreis (zum Beispiel alle an einem Projekt beteiligten Planer) ermöglicht, stets die aktuellen Projektdaten zu erhalten. Stellt beispielsweise ein Fachplaner eine neue Version eines Detailplanes online, werden sofort alle übrigen Beteiligten informiert eventuell dadurch und veraltete Planunterlagen vom System automatisch gesperrt. Diese Verwaltung gilt nicht nur für gezeichnete Pläne, sondern für alle im Lauf eines Bauprojektes erforderlichen Dokumente, also auch Berechnungen, Angebote, oder Zeitplanungen. Beispiele: der Münchner Anbieter Conject, oder der Grazer Anbieter datfer.

Bautechnische Zeichnerinnen und Zeichner erstellen und verteilen aber nicht nur Pläne, sie erstellen auch Texte (Baubeschreibungen, Angebotsschreiben,...), führen Rechenoperationen durch (Kubaturen, Kosten, Bauteildimensionierungen,...), verwalten Daten, wie zum Beispiel Adressen und Kosten, in Datenbanken, sie erstellen Projektpräsentationen und erstellen bzw. bearbeiten auch Internetseiten. Hierfür benötigen sie Kenntnisse in der gängigsten Standardsoftware: Word, Excel, Access, Power Point und Frontpage(Kaczmarczyk, Kuhr, Strupp, Schmidt, & Schmidt, 2010, S. 35).

Um all diese erwähnten Fachbereiche abdecken zu können, ist für die Bautechnischen Zeichner und Zeichnerinnen einerseits eine umfangreiche Ausbildung in Grundlagen aller bautechnischen Disziplinen und anderseits eine hohe Selbstorganisationsfähigkeit erforderlich. Der Schüler soll lernen, Probleme eigenständig lösen zu können, oder sich eigenständig an den jeweils richtigen Ansprechpartner (Fachplaner, Internetseite, Firmenvertreter,…) zu wenden.

Auch wenn es sich bei diesen Problemen großteils um unvorhersehbare Situationen handelt, kann man den Umgang damit in der Berufsschule trainieren. Das erfordert jedoch ein Umdenken im Umgang mit herkömmlichen Lehrmaterialien (Schulbücher) und die Einbindung „alltäglicher“ Elektronikkomponenten (PC, Laptop, Tablet, Handy,…).

3 Zur Bildungs- und Lehraufgabe der Berufsschule in der Ausbildung für diesen Lehrberuf

Die Dauer der Lehrausbildung beträgt drei Jahre, somit haben Bautechnische Zeichner und Zeichnerinnen drei Klassen an der Berufsschule zu absolvieren. Eine verkürzte Lehrzeit wäre aufgrund bereits abgeschlossener Berufsausbildungen, oder beispielsweise durch den Abschluss einer Reifeprüfung möglich(Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten, 1997).

Die österreichische Ausbildung in der Lehre wird als „dual“ bezeichnet, da sie zum Teil in einem Betrieb stattfindet und zum Teil in der Schule. Sie ist für rund 40 % der Jugendlichen in Österreich eine gute Option nach ihrem Pflichtschulabschluss einen Beruf zu erlernen, sich berufliche Qualifikationen anzueignen und sich auch in allgemeinbildenden Fächern fortzubilden. Hierfür wird der fachtheoretische Unterricht durch praktische Lehreinheiten unterstützt und durch allgemeinbildende Unterrichtsfächer ergänzt(Bundesministerium für Bildung und Frauen, 2015). Das Berufsausbildungsgesetz (BAG) enthält die diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen.

Die Berufsschule hat laut § 46 und unter Bedachtnahme auf § 2 des Schulorganisationsgesetzes die Aufgabe, die Schüler/innen berufsbegleitend und fachlich einschlägig zu unterrichten und ihnen die grundlegenden theoretischen Kenntnisse zu vermitteln, ihre betriebliche Ausbildung zu fördern und zu ergänzen sowie ihre Allgemeinbildung zu erweitern(Landesschulrat für Steiermark, 2008).

Der Lehrplan für Berufsschulen sieht aber nicht nur die Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten vor, sondern betont auch die erzieherischen Aspekte einer Lehrperson. Die Berufsschule soll den Jugendlichen zu mitmenschlichen Verhaltensweisen, Teamfähigkeit und zur Bereitschaft für verantwortungsbewusste Zusammenarbeit in einem Betrieb, der Gesellschaft und dem Staat erziehen. Die Schüler/innen sollen dazu angeregt werden sich mit der Sinnfrage, mit ethischen und moralischen Werten wie mit der religiösen Dimension des Lebens sowie mit Weltanschauungen und Religionen als notwendiger Erweiterung dieser Kompetenzen auseinanderzusetzen(Landesschulrat für Steiermark, 2008).

Die allgemeinen didaktischen Grundsätze sehen vor, dass sich die Lehrer/innen, aber auch die Auswahl und die Behandlung des Lehrstoffes am neuesten Stand der Technik und Wissenschaft orientieren. Ein fächerübergreifender Unterricht sollte den Schüler/innen dazu dienen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in verschiedenen Situationen anwenden zu können. Unterstützend sollte dazu in den höheren Schulklassen projektorientierter Unterricht stattfinden, um die Zusammenhänge der einzelnen Stoffgebiete und der Unterrichtsgegenstände den Jugendlichen besser verständlich machen zu können(Landesschulrat für Steiermark, 2008, S. 4).

3.1 Zur gegenwärtigen Unterrichtssituation

Die Lehrlinge kommen durchschnittlich einmal pro Kalenderjahr für rund 2 Monate an die Berufsschule um als „Schülerinnen und Schüler“ ergänzende Inhalte zu ihrer Ausbildung im Lehrbetrieb zu erhalten.

Der Unterricht findet mehrheitlich in Klassenzimmern statt, deren Größe in etwa an die Anzahl der Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Klasse angepasst sind. Zugang zu einem PC gibt es in gesonderten Computerräumen, deren Benutzung durch den Stundenplan geregelt und auf den Unterricht der anderen Berufsgruppen an der Landesberufsschule abgestimmt ist.

Die Verwendung eines Handys ist nicht vorgesehen. Die Hausordnung der Landesberufsschule sieht hier vor:

„UNTERRICHT – NEUE MEDIEN

...

Mobiltelefone und Tablets sind im Unterricht nicht erlaubt, auch nicht als Taschenrechner. Diese Geräte dürfen nur im ausgeschalteten Zustand in die Klassen mitgenommen werden und sind in den Schultaschen zu verstauen. Das Aufladen dieser Geräte ist am Stromnetz der Schule untersagt, da es den strafrechtlichen Tatbestand des Stromdiebstahls erfüllt. Das Anfertigen von Fotos und Tonaufnahme, außer in zum Unterricht gehörenden ausschließlich genehmigten Bereichen, als auch das Publizieren in den sozialen Medien ist verboten. Zuwiderhandlungen können neben finanziellen Folgen des Urheberrechts auch kostenpflichtige zivilrechtliche Folgen nach sich ziehen.“(Schulgemeinschaftsausschuss der LBS Graz 5 , 2014)

Die Unterrichtsarbeit findet grundsätzlich nur in den Unterrichtszeiten in den Schulräumen statt. Hausübungen bzw. sonstige außerhalb der Unterrichtszeit zu erledigende Arbeiten sind nicht vorgesehen.

Aufgrund des unter Kapitel 2 beschriebenen weit gefächerten Aufgabengebiets einer Bautechnischen Zeichnerin bzw. eines Bautechnischen Zeichners stehen Lehrende, die beruflichen Erfahrungen der Schüler betreffend, zumeist vor sehr heterogenen Klassen. Beispielsweise gibt es Schülerinnen oder Schüler mit sehr hohen Erfahrungen mit Stiegen, denen aber sämtliche holzbautechnischen Erfahrungen fehlen. Diesem Umstand könnte das in dieser Arbeit beschriebene „Blended Learning“ Rechnung tragen, indem die Schülerinnen und Schüler selbstständig mehr Unterrichtszeit in die ihnen fehlenden Themengebiete investieren können.

3.2 Zur Kompetenzorientierung

Seit 2004 wird in Österreich schultypenübergreifend das Konzept der „Kompetenzorientierung“ schrittweise in die Lehrpläne implementiert(Fritz, 2012, S. 6). Nachfolgend wird diese Vorgabe des Gesetzgebers beschrieben und ihre Bedeutung für die Berufsschule bzw. den Lehrberuf der Bautechnischen Zeichner und Zeichnerinnen betrachtet.

Kompetenzen verbinden Wissen und Können. Unter Kompetenzen versteht man „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“(Weinert, 2014, S. 27-28).

Dabei stehen die selbstständige und eigenverantwortliche Arbeit der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt, das vernetzte (=“fächerübergreifende“) Denken, sowie das Training von Partner- und Teamarbeit. Eine Kompetenz ist somit, vereinfacht gesagt, die Fähigkeit ein (berufsbezogenes) Problem lösen zu können.

Der Gesetzgeber fordert daher, zusätzlich zur Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten, die Entwicklung und das Training folgender Kompetenzen für diesen Lehrberuf:

Sozialkompetenz wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit

Methodenkompetenz wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache

Selbstkompetenz wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit

Kompetenz für das selbstgesteuerte Lernen

wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien

(Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, 2007, S. 4)

Davon erhofft man sich eine Persönlichkeitsbildung des Lehrlings, die ihm die oben angeführten, für eine bautechnische Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen, vermittelt. Zu diesem Zweck sind die Lehrbetriebe und Berufsschulen gefordert, betriebliche Erfordernisse und Vorgaben besonders zu beachten(Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, 2007, S. 4). Der Lehrling soll somit in seiner Ausbildungszeit mit den alltäglichen Situationen der bautechnischen Planungsbereiche konfrontiert werden und lernen selbstständig Probleme zu lösen.

Für den in dieser Arbeit beschriebenen Lehrberuf der Bautechnischen Zeichnerinnen und Zeichner bietet ein Arbeitsplatz in einem Computer-Raum der Berufsschule annähernd die gleichen Bedingungen, wie der Arbeitsplatz in ihrem Lehrbetrieb. Es stehen ein firmeninternes Netzwerk und das Internet zur Verfügung, gearbeitet wird mit sämtlichen gängigen CAD-, Web- und Office-Programmen.

4 Zu den Elektronischen Medien

In diesem Kapitel wird vor allem der Medienbegriff betrachtet, mit einer Fokussierung auf jenen Bereich, der computergestütztes Unterrichten ermöglicht. Nach dem Versuch einer Definition steht die „Hardware“ im Mittelpunkt - jene technischen Hilfsmittel die Lehrenden und Lernenden zur Durchführung von e-learning zur Verfügung stehen. Dem darauffolgenden Blick auf die nötige Infrastruktur des Internets und die Software, die mit diesen Geräten betrieben werden kann, folgt eine Betrachtung von Methoden, die dem abschließend beschriebenen „Blended Learning“ zugrunde liegen.

4.1 Definition

„Eine umfassende und allseits akzeptierte Definition, was Medien eigentlich sind, gibt es nicht“(Petko, 2014, S. 13)

Dieses Kapitel befasst sich mit jenen elektronischen Geräten, die hilfreiche Werkzeuge für den Unterricht sein könnten, da ihr Gebrauch heutzutage in nahezu allen Lebensbereichen möglich ist. Als Lehrer kann man davon ausgehen, dass ihre jeweilige Anwendung den Schülern bekannt ist. Allen gemeinsam ist die Integration eines „Personal Computers“ (PC), der von einem fixen Arbeitsplatz („Desktop-PC“) losgelöst, mobil verwendet wird. Darauf aufbauend wird die Verwendung dieser Geräte für die gängigsten Unterrichtsmethoden betrachtet.

4.2 Mobiltelefon, Handy, Smartphone

Der technische Fortschritt und die Bedürfnisse der digitalen Medienwelt haben bewirkt, dass sich das Mobiltelefon zu einem Multifunktionsgerät und einem interaktiven Tool entwickelt hat. Die fortschreitende Miniaturisierung der Bauteile generierte auch eine neue Benennung für diese Geräte: Die im deutschen Sprachraum übliche Bezeichnung „Handy“ reicht nicht mehr aus, ein multimediales Allround-Gerät zu benennen. Die eingebauten Elemente und das Zubehör machen eine Multimedia-Station daraus, welches fortan als „Smartphone“ bezeichnet wird. Gläser nennt folgende Funktionen:

(a) Kommunikationsinstrument (Messaging): Telefon, Videokonferenz, E-Mail
(b) mobiles Internet
(c) Portables, interaktives TV-Gerät
(d) Digitale Kamera (Standbild, Bewegtbild)
(e) Videorecorder
(f) Sound-Anlage, MP3-Player
(g) Kreditkarte
(h) Spielkonsole
(i) Computer, Organizer, mobiles Büro
(j) Beamer

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Details

Titel
Einsatz digitaler Medien im Unterricht an der Berufsschule. Konzeption eines Blended-Learning-Modells für Bautechnische Zeichner
Hochschule
Pädagogische Akademie des Bundes in der Steiermark  (Institut für Lehramtsstudien der Berufspädagogik)
Veranstaltung
Unterrichtswissenschaften und Fachdidaktik
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
55
Katalognummer
V302133
ISBN (eBook)
9783668049970
ISBN (Buch)
9783668049987
Dateigröße
1258 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blended Learning, E-Learning, Berufsschule, Bautechnische Zeichner, Kompetenzorientierter Unterricht
Arbeit zitieren
Mario Trimmel (Autor), 2015, Einsatz digitaler Medien im Unterricht an der Berufsschule. Konzeption eines Blended-Learning-Modells für Bautechnische Zeichner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302133

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