Bildschirmarbeitsplätze. Grundlagen und Herausforderungen aus arbeitswissenschaftlicher Sicht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
23 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielstellung
1.3 Methodisches Vorgehen

2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Arbeit und Arbeitswissenschaft
2.2 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
2.3 Bildschirmarbeitsplätze (BAP)

3 Auswirkungen von Bildschirmarbeitsplätzen
3.1 Vorteile und Ziele
3.2 Nachteile und Probleme

4 Aspekte der Bildschirmarbeit
4.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
4.2 Arbeitsmittel
4.2.1 Bildschirm
4.2.2 Maus und Tastatur
4.3 Sonstige Arbeitsmittel
4.3.1 Bürostuhl
4.3.2 Schreibtisch
4.4 Arbeitsumgebung
4.4.1 Raum
4.4.2 Licht
4.4.3 Klima
4.4.4 Akustik und Lärm
4.5 Arbeitsbedingungen
4.5.1 Pausen
4.5.2 Augenvorsorgeuntersuchung

5 Zusammenfassung und Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Sehrichtungsklassen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: CRT-Bildschirme

Tabelle 2: LCD-Bildschirme

Tabelle 3: OLED-Bildschirme

Tabelle 4: Sehrichtungsbereiche

Tabelle 5: Anforderungen Bildschirm

Tabelle 6: Curved-Displays

Tabelle 7: Fluchtwegbreite

Tabelle 8: Nennbeleuchtung

Tabelle 9: Arbeitsform

Tabelle 10: Lautstärke

Diagrammverzeichnis

Diagramm 1: Konzentration

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Arbeitstätigkeit hat sich in den letzten Jahrzehnten von vorwiegend körperlicher Arbeit zu geistiger Arbeit verschoben. Das liegt vor allem an der Automatisierung der Arbeitsvorgänge. Somit hat sich der Aufgabenbereich für die wichtigste Ressource im Unternehmen geändert. Im Vordergrund stehen die Steuerung der Maschinen sowie Verwaltungs- und Planungsarbeiten.

Um diese umsetzten zu können, wird in Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) investiert. Auch die Wandlung von Papier zu digitalen Medien sorgt für einen erhöhten Bildschirmeinsatz. In Deutschland ist die Tendenz der Bildschirmarbeit stetig steigend und hat 2006 zwischen 14 und 16 Millionen erreicht.[1] 5 Jahre später waren es bereits 21 Millionen.[2]

Diese rasanten Entwicklungen, sind aber im Vergleich zur USA noch relativ gering. Dort wird mehr als doppelt so viel pro Mitarbeiter für Informations- und Kommunikationstechnologien ausgegeben.[3]

Somit ist davon auszugehen das der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in Zukunft weiter steigt und damit auch zwangsläufig die Anzahl von Bildschirmarbeitsplätzen. Die meist sitzende, geistige Arbeit die dort ausgeführt wird, ändern das Krankheitsbild der Arbeitnehmer.[4]

Diese neuen Herausforderungen sind Aufgaben die es zu lösen gilt. Unternehmungen aller Art sind davon betroffen.

Hier stellt sich die Frage: Was muss beachtet werden, damit die Zunahme von Bildschirmarbeitsplätzen, die in Zukunft für Arbeitserleichterung sorgen soll, nicht zu Problemen durch erhöhte Krankheiten führt?

1.1 Problemstellung

Die neuen Arbeitsverhältnisse, die die Bildschirmarbeit mit sich bringt, führen zu einer vorwiegend sitzenden Arbeit, mit weniger Unterbrechung und weniger Haltungswechsel.[5] Daraus folgt bei Beschäftigten ein Anstieg an Beschwerden.[6] Diese sind anders ausgeprägt, als die gewohnten Beschwerden durch körperliche Arbeit. Hinzu kommen die Belastungen durch eine erhöhte Reizaufnahme der Sinnesorgane.

1.2 Zielstellung

Im Vordergrund dieser Arbeit stehen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die damit verbundene Leistungsfähigkeit. Durch die Sensibilisierung des Themas Arbeitsschutz und deren Konsequenzen, soll dazu angeregt werden die bisherigen Bildschirmarbeitsplätze zu optimieren und bei Neueinrichtungen von Bildschirmarbeitsplätzen eventuelle Fehlerquellen bei der Planung zu vermeiden. Anhand des Umfanges des vorliegenden Themas, ist diese Arbeit Einstiegslektüre und soll zum Umdenken anregen.

1.3 Methodisches Vorgehen

Nachfolgend werden nach einer kurzen Begriffserklärung, Aspekte und Einflussfaktoren für die Arbeit an Bildschirmarbeitsplätzen gezeigt. Dabei wird anhand von gesetzlichen Bestimmungen und der Auswahl verschiedener Komponenten aufgezeigt, wie die Arbeit am Bildschirm verbessert werden kann und was die nicht Einhaltung für Folgen haben können.

2 Grundlagen und Definitionen

2.1 Arbeit und Arbeitswissenschaft

Die Arbeitswissenschaft behandelt alle Fragen die sich mit der

- Planung,
- Gestaltung,
- Leitung,
- Durchführung

von Tätigkeiten der menschlichen Arbeit befassen.[7] Die Definition der Arbeit wird hier nicht nur auf körperliche oder geistige Tätigkeit bezogen, sondern auch das diese für ein wirtschaftliches Ziel eingesetzt werden. Das bedeutet sie ist entweder Teil des Wertschöpfungsprozesses, oder gehört zur Verwaltung bzw. Vermarktung eines Gutes oder einer Dienstleistung.[8]

Die wesentlichen Ziele der Arbeitswissenschaft sind die Humanisierung und die Rationalisierung.[9] Arbeit soll sowohl menschengerecht, als auch effektiv gestaltet werden.[10]

2.2 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist eine „Abteilung“ im Unternehmen, die dafür sorgt, dass die Arbeitswissenschaftlichen Aspekte für die Mitarbeiter umgesetzt werden.[11] Die Kernaufgaben beziehen sich auf den Erhalt und die Steigerung von:

- Gesundheit
- Wohlbefinden
- Leistungsfähigkeit
- Leistungsbereitschaft

Um diese zu realisieren, werden Programme zur Steuerung der Aktivitäten unter Beachtung gesetzlicher Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter erstellt. Diese Programme werden für jeden Tätigkeitsbereich im Unternehmen erarbeitet (Lager, Produktion, Büro).

2.3 Bildschirmarbeitsplätze (BAP)

„Unter einem BAP versteht man den räumlichen Bereich eines Arbeitssystems einschließlich der Arbeitsumgebung, der mit Bildschirmgeräten und gegebenenfalls mit Zusatzgeräten und anderen Arbeitsmitteln ausgerüstet ist.“[12]

Im Allgemeinen zählt also jeder Arbeitsplatz mit Bildschirm als BAP. Somit auch Maschinen und Kontrollräume die mit Bildschirmen versehen sind. Ob diese Arbeit stehend oder sitzend vollbracht wird, spielt dabei keine Rolle.[13] Doch im Weiteren werden als BAP nur Büroräume angesehen, die mit einen Bildschirm ausgestattet sind und an dem sitzend gearbeitet wird.

Paragraph 2 Absatz 2 der Bildschirmverordnung besagt:

„Ein Bildschirmarbeitsplatz im Sinne dieser Verordnung ist ein Arbeitsplatz mit einem Bildschirmgerät, der ausgestattet sein kann mit

1. Einrichtungen zur Erfassung von Daten,
2. Software, die den Beschäftigten bei der Ausführung ihrer Arbeitsaufgaben zur Verfügung steht,
3. Zusatzgeräten und Elementen, die zum Betreiben oder Benutzen des Bildschirmgeräts gehören, oder sonstigen Arbeitsmitteln, sowie die unmittelbare Arbeitsumgebung.“

3 Auswirkungen von Bildschirmarbeitsplätzen

3.1 Vorteile und Ziele

Das Ziel jedes Unternehmens ist es wettbewerbsfähig zu sein. Damit das verwirklicht werden kann, ist es heutzutage wichtig, dass das Unternehmen schnell anpassungsfähig ist.[14] Dies bedeutet man benötigt eine Belegschaft, die akkurat und konzentriert arbeitet. Somit sind körperliche und geistige Beschwerden des Arbeitnehmers zu vermeiden, da diese mögliche Ausfälle verursachen.

Dieser Punkt wird umso wichtiger, wenn man berücksichtigt, dass es einen Fachkräftemangel gibt.[15] Daraus folgt, das die vorhandene Belegschaft länger im Unternehmen ist, was auch die gesetzlichen Regelungen der Rente beinhaltet. Gerade ältere Menschen leiden schneller unter den Folgen von falschen Arbeitsbedingungen.

Rein wirtschaftlich gesehen, führen Ausfälle zu hohen Kosten für das Unternehmen. Diese ausfälle müssen durch andere Fachkräfte ersetzt, oder die Arbeit an andere Mitarbeiter verteilt werden. Eine solche Verteilung führt zu einer höheren Arbeitsintensität und einem steigendem Stresslevel, der wiederum zu neuen Ausfällen führen kann. Somit ist dies ein Teufelskreis den es zu vermeiden gilt.

Die arbeitswissenschaftliche Sicht, mit dem Aspekt menschengerecht, wird durch die Vorgaben vom Gesetzgeber für die Einrichtung der Bildschirmarbeitsplätze realisiert. Diese sind in zahlreichen Verordnungen, Richtlinien, Normen und Gesetzen niedergeschrieben. Unter anderem findet man sie in:

- ArbStättV
- ASR
- DIN
- UVV
- GewO

Diese schaffen eine Grundvoraussetzung, dass jeder Arbeitnehmer sicher und geschützt am Arbeitsplatz ist. Trotz dieser Vorgaben gibt es potentielle Gefährdungen am Arbeitsplatz und seiner Einrichtung. Durch eine nicht Einhaltung der Richtlinien wird fahrlässig mit der Gesundheit des Arbeitnehmers gespielt. Diese können als Straftat oder Ordnungswidrigkeit nach Paragraph 9 der Arbeitsstättenverordnung geahndet werden.

3.2 Nachteile und Probleme

Schäden die am Arbeitsplatz entstehen können, haben eine Vielzahl von Gründen zur Folge. Die Tätigkeit im Büro an einem Bildschirmarbeitsplatz ist da nicht ausgeschlossen. Wie bereits erwähnt, ist ein Wandel der Krankheiten durch den Einsatz von BAP zusehen.

Die Verschlechterung des Sehvermögens ist nicht nur eine Erscheinung im Alterungsprozess des Menschen, sondern sie kann auch ein Ergebnis von schlechten Arbeitsbedingungen sein. Gerade bei Bildschirmarbeit, kann die nicht Einhaltung von bestimmten Richtlinien zu solchen Verschlechterungen führen. Probleme sind Blendung, Spiegelung und Reflexion von einem Bildschirm oder einer anderen glatten Oberfläche, diese führen zur Belastung und/oder langfristigen Schädigung des Sehvermögens.[16] Des Weiteren kann es zu körperlichen Zwangshaltungen kommen, um z.B. einer Blendung auszuweichen.[17] Auch das Konzentrationsvermögen leidet unter diesen Bedingungen, durch die psychischen Belastungen.[18]

Die Konzentration hat einen großen Einfluss auf die Ausführung einer Arbeit. Neben der Schnelligkeit wie eine Aufgabe durch eine hohe Konzentration erledigt werden kann, ist sie genauso für die Sauberkeit der Ausführung verantwortlich. Somit wirkt sie sich direkt auf die Produktivität aus und ist ein wichtiges Kriterium für den Arbeitgeber.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass bei unsachgemäßer Verlegung von Anschlussleitungen und/oder Kabelmaterial es zu Gefährdungen für den Arbeitnehmer kommt.[19]

Diese können z.B. zu Stolperfallen führen und/oder bei Stromkabeln für elektrische Gefahren sorgen.[20] Des Weiteren sind körperliche Zwangshaltungen und entsprechende Folgeschädigungen durch zu kurze Kabel ein Problem.[21] Sie können aber auch durch unergonomische Arbeitsmittel, oder einer unergonomischen Anordnung dieser entstehen.[22]

Die daraus entstehenden Kosten durch Ausfälle der Arbeitskraft, sind meist höher, als die Kosten um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

4 Aspekte der Bildschirmarbeit

4.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine Beurteilung über den Bildschirmarbeitsplatz und den Arbeitsbedingungen für den Arbeitnehmer vorzunehmen.[23] Im Besonderen ist darauf zu achten, dass die anfallenden Arbeiten am Arbeitsplatz, keine Sicherheitsrisiken sowie gesundheitliche Gefährdungen darstellen.[24] Hier sind alle Aspekte zu behandeln, die eine Gefährdung für das Sehvermögen, körperliche Belastung und psychische Belastung darstellen können. Hierfür hat der Gesetzgeber im Paragraph 4 der Arbeitsstättenverordnung Gestaltungsvorschriften erstellt. Eine Einhaltung dieser ist notwendig, aber sie sind nicht ausreichend um die Gefahren am BAP zu minimieren.

4.2 Arbeitsmittel

Arbeitsmittel die zur Aufgabenerfüllung für den Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt werden, sollten sorgfältig hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Leistungsfähigkeit ausgewählt werden. Hier ist zu beachten, dass die ausgewählten Komponenten auch zueinander passen müssen.

Zu Verdeutlichung ein Beispiel:

Ein Bildschirm von 24 Zoll (rund 61 cm) mit einem Seitenverhältnis von 16:9, ist hervorragend für Arbeiten mit mehreren Windows-Fenstern zur gleichen Zeit geeignet. Jedoch wenn bei der Auswahl des Schreibtisches eine zu geringe Arbeitstiefe (unter 1 m) gewählt wurde, leidet die Sitzposition darunter. Dies kann zu Nackenproblemen führen (durch die ständigen Kopfbewegungen).[25] Eine andere Möglichkeit ist, durch die geringe Entfernung zum Bildschirm eine falsche Sitzposition und daraus entstehendes Rückenleiden hervorzurufen.

Neben der richtigen Auswahl der Komponenten, gehört weiterhin dazu, dass diese auch richtig angeordnet sind.[26] Die Anordnung sollte so erfolgen, dass keine Überbelastung durch ständiges drehen des Körpers und/ oder des Kopfes zu Muskulatur Beschwerden führen.

4.2.1 Bildschirm

Durch die rasanten Entwicklungen in der Technik, werden auch im Bereich der Bildschirme ständig neue Verfahren zur Darstellung verwendet. Aktuell gibt es 3 Arten von Bildschirmanzeigetechniken die im Einsatz sind.

[...]


[1] Vgl. aerzteblatt.de 2006.

[2] Vgl. sehen.de 2015.

[3] Vgl. ebenda.

[4] Vgl. Ertel 1997, S. 7.

[5] Vgl. Schmid 1995.

[6] Vgl. ebenda.

[7] Vgl. Hardenacke et al. 1985, S. 29.

[8] Vgl. Luczak und Frädrich 1993, S. 2.

[9] Vgl. ebenda, S. 5.

[10] Vgl. ebenda.

[11] Vgl. Corina Würkner 2010, S. 4.

[12] Corina Würkner 2010, S. 5.

[13] Vgl. ebenda, S. 5.

[14] Vgl. Corina Würkner 2010, S. 7.

[15] Vgl. ebenda.

[16] Vgl. Arbeitsschutz 2012.

[17] Vgl. ebenda.

[18] Vgl. ebenda.

[19] Vgl. ebenda.

[20] Vgl. ebenda.

[21] Vgl. ebenda.

[22] Vgl. ebenda.

[23] Vgl. ArbstättV § 3.

[24] Vgl. ebenda.

[25] Vgl. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2012, S. 35 ff.

[26] Vgl. Corina Würkner 2010, S. 38.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Bildschirmarbeitsplätze. Grundlagen und Herausforderungen aus arbeitswissenschaftlicher Sicht
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
2.0
Autor
Jahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V302161
ISBN (eBook)
9783668008663
ISBN (Buch)
9783668008670
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildschirmarbeitsplätze, grundlagen, herausforderungen, sicht
Arbeit zitieren
Ronny Siegel (Autor), 2015, Bildschirmarbeitsplätze. Grundlagen und Herausforderungen aus arbeitswissenschaftlicher Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302161

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