Sozial Software als Möglichkeit des Wissenstransfers und Instrument der Personalentwicklung


Hausarbeit, 2015

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 AUSGANGSSITUATION
1.1 Problemstellung und Relevanz von Wissensmanagement
1.2 Zielsetzung und methodische Herangehensweise

2. SOCIAL SOFTWARE
2.1 Begriffliche Abgrenzung - Web 2.0, Enterprise 2.0 und Social Software
2.2 Formen
2.2.1 Wiki und Gruppeneditor
2.2.2 Social Tagging Service
2.2.3 Social Networking Service
2.2.4 Weblog
2.2.5 Instant Messaging Service

3. SOCIAL SOFTWARE IM UNTERNEHMENSKONTEXT
3.1 Neue Rolle der Personalentwicklung - Personalentwicklung 2.0
3.2 Chancen und Risiken im Hinblick auf die Implementierung von Social Software
3.3 Erfolgsfaktoren für die Implementierung und Nutzung von Social Software
3.4 Verbreitung von Social Software und Praxis-Beispiel

4. FAZIT ZUR EIGNUNG VON SOCIAL SOFTWARE IM UNTERNEHMENS­KONTEXT

5. KÜNFTIGE BEDEUTUNG VON SOCIAL SOFTWARE ALS PERSONALENTWICKLUNGSINSTRUMENT

Literaturverzeichnis

Allgemeiner Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in der Regel die männliche Schreibweise verwendet. An dieser Stelle wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sowohl die männliche als auch die weibliche Schreibweise für die entsprechenden Beiträge gemeint ist.

1. Ausqanqssituation

In den vergangenen Jahren lässt sich ein Wandel der Arbeitswelt feststellen. Grundla­ge hierfür sind digitale Technologien, der Bedarf nach Flexibilität, aber auch die Her­ausforderungen die mit dem demografischen Wandel einhergehen.1 All diese Entwick­lungen haben Auswirkungen auf das Arbeitsleben und machen eine nachhaltige Stra­tegie zum Wissenstransfer und -management erforderlich.

Im Folgenden wird näher auf die Ursachen der steigenden Relevanz von Wissensma­nagement und begünstigende Faktoren, wie der technologische Wandel oder die Ge­neration Y eingegangen. Zusätzlich wird die Zielsetzung sowie methodische Herange­hensweise dieser Hausarbeit dargestellt.

1.1 Problemstellunq und Relevanz von Wissensmanaqement

Die wohl bedeutendste Ursache für die Forcierung eines Wissensmanagement inner­halb einer Organisation, liegt in den zu erwartenden demografischen Entwicklungen begründet. Zukünftig wird das Arbeitskräftepotential sinken. Laut Demografiebericht des Bundesministeriums des Innern wird sich die Erwerbsbevölkerung im Alter von 20 und 64 Jahren in der Anzahl rückläufig entwickeln. Heute leben in Deutschland circa 50 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter, 2030 werden es Hochrechnungen zufolge lediglich 42 Millionen sein.2 Organisationen sind daher aufgefordert, unterrepräsentier­te Erwerbsgruppen stärker zu fördern. Zudem wird das Durchschnittalter der Arbeit­nehmer stark steigen. Aus Arbeitgebersicht ist es daher erforderlich, die Leistungsfä­higkeit der Organisation über ein künftig längeres Erwerbsleben zu erhalten und zu entwickeln. Hierfür ist es erforderlich eine Strategie zu entwickeln, die Wissen inner­halb der Organisation zugänglich und transportabel macht.3

Neben den Herausforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, resultiert aufgrund der Globalisierung, der immer kürzer werdenden Produktionszyklen oder den technologischen Entwicklungen eine steigende Komplexität der Umwelt. Dies führt auch zu einem unaufhaltsamen Wachstum an Informationen, welche die Grundla­ge für Wissen darstellen. Dieses Wachstum wird als Information Overload bezeichnet und beschreibt die Überforderung eines Menschen durch eine Informationsmenge, die er selbstständig nicht mehr in der Lage ist zu verarbeiten.4 Im Hinblick auf die Wis­senserfassung und -Weitergabe ist es daher erforderlich, das Risiko des Information Overloads zu kennen und entsprechende Strategien zu entwickeln, die dieses Phäno­men umgehen.5 6

Die Bewertung von Wissen, durch die kontinuierliche Überprüfung sowie das Ausson­dern veralteter, unrichtig gewordener Information sind essentiell für die Qualität des Wissensmanagements. Technologische Entwicklungen und Werkzeuge aus dem Web 2.0 begünstigen den Umgang mit hohem Informationsaufkommen und ermöglichen eine effiziente Informations- und Kommunikationsstrategie.7 8 Der Einsatz moderner Softwarewerkzeuge kann demnach ein nützliches Hilfsmittel im Sinne eines nachhalti­gen Wissensmanagements sein. Dabei muss Software hingegen stets als Unterstüt­zungsinstrument des Menschen verstanden werden und an dessen Bedürfnisse ange­passt sein.

Zusätzlich ist eine Gesellschaft erforderlich, die sich modernen Technologien gegen­über offen zeigt. Die sogenannte Generation Y oder Digital Natives scheinen diese Anforderung zu erfüllen und prägen in den vergangenen Jahren ein neuartiges Ver­ständnis von Kommunikationswegen und -mitteln. Meist genügt bereits ein Smartphone sowie ein internetfähiges Laptop um via E-Mail, Chats, sozialen Netzwerken oder dem Telefon, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Dabei entsteht eine zeitliche, wie auch örtliche Unabhängigkeit.9

Ob Social Software und jüngste Entwicklungen im Web 2.0 den Anforderungen, welche sich aus dem demografischen Wandel, dem Risiko von Information Overload und dem Nutzungsverhalten der Generation Y ergeben, entsprechen, zeigt die folgende Arbeit.

1.2 Zielsetzung und methodische Herangehensweise

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Trend der Implementierung von Social Software im Unternehmenskontext zu validieren. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Be­wertung der Eignung von Social Software als Instrument der Personalentwicklung. Im Einzelnen werden die unterschiedlichen Formen von Social Software Anwendungen darstellt und wesentliche Unterscheidungsmerkmale herausgearbeitet. Weiterführend werden die Rolle der Personalentwicklung, Risiken sowie Voraussetzungen für die Im­plementierung und Nutzung von Social Software im Rahmen einer Wissensmanage­mentstrategie beschrieben. Abschließend werden die aktuelle Verbreitung von Social Software im Unternehmenskontext und die zu erwartende zukünftige Relevanz darge­stellt.

2. Social Software

Der folgende Abschnitt beinhaltet eine begriffliche Grundlegung, beschreibt die Basis­Funktionen anhand des Social Software Dreiecks sowie der SLATES-Charakteristika und gibt einen Überblick über ausgewählte Formen von Social Software.

2.1 Begriffliche Abgrenzung - Web 2.0, Enterprise 2.0 und Social Software

Die neuartige Nutzung des Internets, bei der dessen Möglichkeiten konsequent genutzt und weiterentwickelt werden, fasst man unter dem Begriff Web 2.0 zusammen. Dabei findet eine Evolution hinsichtlich des Angebotes und der Nutzung des Internets statt. Ziel ist es nicht mehr die reine Verbreitung von Informationen beziehungsweise den Verkauf von Produkt durch Websitebetreiber zu forcieren, sondern die Beteiligung der Anwender am Web und die Generierung weiteren Zusatznutzens zu erwirken. Der Ge­danke der Kollaboration kann im Web 2.0 auf verschiedene Arten realisiert werden. In den vergangenen Jahren haben sich besonders Wikis für die gemeinsamen Arbeiten an Inhalten bewährt. Diese Art der Zusammenarbeit ermöglicht es jedem Anwender Beiträge zu verfassen, zu editieren oder zu löschen.10

Neben der neuartigen Nutzung des Internets (Web 2.0), wird der Begriff Enterprise 2.0 verwendet. Enterprise 2.0 bezeichnet den Einsatz von Social Software zur Koordinati­on von Projekten, zur privaten, wie auch öffentlichen Kommunikation und zur Steue­rung des Wissensmanagements. Werkzeuge (im weitesten Sinne: Social Software), welche im Rahmen der Enterprise 2.0 verwendet werden, haben das Ziel des freien Wissensaustauschs zwischen verschiedenen Anwendern, machen diesen aber auch erforderlich um funktionsfähig zu sein.11

Neben dem Einsatz von Werkzeugen umfasst der Begriff Enterprise 2.0 im Unterneh­menskontext auch die Tendenz sowie das Ziel der Entwicklung einer Organisationskul­tur, weg von der hierarchischen und zentralen Steuerung, hin zur autonomen Selbst­steuerung von Mitarbeitern oder Teams, welche von Führungskräften eher moderiert als geführt werden.12

Unter Social Software versteht man Anwendungen, welche die menschliche Kommuni­kation, Interaktion und Zusammenarbeit unterstützen.13 Die Anwendungsbereiche von Social Software sind vielschichtig. Um die Auswahl der passenden Social Software zu erleichtern, wird im Folgenden ein Überblick über grundlegende Funktionen und Cha­rakteristika gegeben, um anschließend konkrete Beispiele von Social Software darstel­len und einordnen zu können.

Nach Schmidt (2006) lassen sich drei Basis-Funktionen14 15 klassifizieren:

- Das Identitäts- und Netzwerkmanagement beschreibt die Darstellung individuel­ler Interessen, Erlebnisse, Meinungen, oder Kompetenzen.
- Im Beziehungsmanagement (auch: Kommunikationsunterstützung) steht die Pflege von bestehenden und das Knüpfen von neuen Beziehungen im Mittel­punkt.
- Das Informationsmanagement stellt die Selektion und Weiterverbreitung von re­levanten Informationen und Wissen dar.

Das Social Software Dreieck ordnet die gängigen Formen von Social Software ihren Basis-Funktionen zu:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neben der Klassifizierung anhand von Basis-Funktionen kann man Social Software auch anhand der Möglichkeiten charakterisieren, welche die Anwendungen im Detail bereitstellen. Laut Harvard Professor und MIT-Forscher Andrew P. McAfee können diese Charakteristika unter dem Begriff SLATES (search, links, authoring, tags, exten¬sions signals) zusammengefasst werden.16 Nach Richter und Koch lassen sich die SLATES-Charakteristika von McAfee wie folgt interpretieren: 17

[...]


1 Vgl. Koch, M./ Bullinger-Hoffmann, A. C.; Löffler, T. 2014: 26 und 97.

2 Vgl. Bundesministerium des Innern 2011: 36

3 Vgl. Bullinger-Hoffmann, A. C.; Löffler, T. 2014: 97.

4 Vgl. Back, A.; Gronau, N.; Tochtermann, K. 2012: 202.

5 Vgl. ebd.

6 Eine Definition ist in Kapitel 2.1 zu finden.

7 Vgl. Koch, M. 2014: 26.

8 Angehörige der Generation Y gelten als technisch affin und sind mit dem Internet sowie der mobilen Kommunikation aufgewachsen. Details: Vgl. Parment, A. 2009: 16 f..

9 Vgl. Kaiser, S.; Kozica, A. 2014: 7 f..

10 Vgl. Komus, A.; Wauch, F. 2008: 1 f..

11 Vgl. Koch, M.; Richter, A. 2007: 15 f..

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. Back, A.; Gronau, N.; Tochtermann, K. 2012: 4.

14 Vgl. Koch, M.; Richter, A. 2007: 12.

15 Vgl. Koch, M.; Bullinger A. C.; Möslein, K. M. 2009: 164.

16 Vgl. McAfee, A. P. 2006: 23 ff..

17 Vgl. Koch, M.; Richter, A. 2007: 14.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Sozial Software als Möglichkeit des Wissenstransfers und Instrument der Personalentwicklung
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V302202
ISBN (eBook)
9783668008762
ISBN (Buch)
9783668008779
Dateigröße
874 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement, Personalentwicklung, Social Software, Social Media, Lernende Organisation, autonomes Lernen, vernetzte Organisation
Arbeit zitieren
Elisa Wicke (Autor), 2015, Sozial Software als Möglichkeit des Wissenstransfers und Instrument der Personalentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302202

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