Seit vielen Jahren ist die deutsche Musikwirtschaft hinsichtlich ihres Wachstums und ihres Marktvolumens angeschlagen. Die Musikindustrie hat sich erst spät den Herausforderungen des digitalen Wandels gestellt. Die stetig sinkenden Verkaufszahlen des physischen Absatzes drängen die Industrie in eine Richtung die sich digitalen Distributionswegen weiter öffnet. Die Not langjährige Umsatzeinbrüche zu kompensieren, ebnete den Weg für das neue Geschäftsmodell Musik-Streaming.
Services wie Spotify oder Pandora sind aktuell ein vielfältig diskutiertes Thema in der Musikwirtschaft. Eine monatliche Gebühr und der Zugang zu Millionen von Songs, statt dem Einzelkauf eines Albums ist das Geschäftsmodell, dass sich dahinter verbirgt. Viele stellen das Geschäftsmodell noch immer in Frage, erste Anzeichen deuten aber daraufhin, dass das Konzept sehr gut funktionieren kann.
Ziel dieser Arbeit ist es darzustellen, ob Musik-Streaming ein geeignetes Geschäftsmodell ist um die deutsche Musikwirtschaft wiederzubeleben. Die ökonomische Analyse der Musikwirtschaft bildet hierfür die Basis, um im späteren Verlauf der Arbeit, anhand der Einflussfaktoren der Services auf bestehende Marktstrukturen, das Zukunftspotenzial zu charakterisieren.
Die Recherche hat ergeben, dass das Geschäftsmodell Musik-Streaming durchaus das Potenzial hat langfristig zu Wachstum und Stabilität in der deutschen Musikwirtschaft beizutragen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 ABGRENZUNG UND BEGRIFFSDEFINITION
2. DER DEUTSCHE MUSIKMARKT
2.1 DIE MUSIKWIRTSCHAFT
2.1.1 Musikrechteinhaber
2.1.2 Verwertungsgesellschaften
2.1.3 Musikverwerter
2.1.4 Musiklabels
2.2 BRANCHENSTRUKTURANALYSE (PORTER'S FIVE FORCES)
2.2.1 Lieferanten
2.2.2 Abnehmer
2.2.3 Potenzielle neue Konkurrenten
2.2.4 Ersatzprodukte
2.2.5 Rivalität
2.3 ÖKONOMISCHE ASPEKTE
2.3.1 Allgemeine ökonomische Aspekte
2.3.2 Konsumgut Musik
3. DAS NEUE GESCHÄFTSMODELL MUSIK-STREAMING
3.1 ERLÖSE
3.1.1. Abonnement-Varianten
3.1.2 Werbung
3.2. KOSTEN
3.3 INTEGRATION
4. MUSIK-STREAMING IM DEUTSCHEN MUSIKMARKT
4.1. EINFLUSS AUF BESTEHENDE STRUKTUREN
4.1.1 Verwertung
4.1.2 Distribution
4.1.3 Wertschöpfungsprozess und Wertschöpfungskette
4.1.4 Piraterie
4.2 BEWERTUNG
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Geschäftsmodell des Musik-Streamings geeignet ist, um dem deutschen Musikmarkt langfristig Stabilität und Wachstum zu sichern, wobei insbesondere der Einfluss auf bestehende Branchenstrukturen und das Zukunftspotenzial der Services analysiert wird.
- Analyse der ökonomischen Marktstruktur und Teilnehmer der deutschen Musikwirtschaft.
- Untersuchung der Erlös- und Kostenstrukturen von Musik-Streaming-Diensten.
- Bewertung des Einflusses von Streaming auf Verwertung, Distribution und den Wertschöpfungsprozess.
- Evaluation des Potenzials von Musik-Streaming zur Eindämmung von Piraterie und Revitalisierung des Marktes.
- SWOT-Analyse zur Identifikation von Chancen und Risiken für die Musikindustrie.
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Distribution
Die Distribution ist ganz im Gegenteil zu den Verwertungsstrukturen ein Bereich der sich der digitalen Transformation schon vollkommen unterzogen hat. Bei den Distributionsmöglichkeiten ist eine klare Tendenz in Richtung digital festzustellen. Groß- und Einzelhandel haben in den letzten Jahren mit einem steigenden Verlust ihres Marktanteils zu kämpfen. Die Bedeutung moderner Distributionswege wie Download und Streaming-Services hat erheblich zugenommen. Selbst etablierte Einzelhändler, wie z.B. Saturn, bieten bereits Musik in ihren Online-Shops zum Versand und Download an oder verweisen sogar auf eigene Streaming-Dienste (Juke). Der kontinuierliche Abschwung der CD machte so manch einem kleinen, spezialisierten Einzelhändler Schwierigkeiten die Tätigkeit aufrecht zu erhalten. Allerdings erfreuen sich Einzelhändler die sich auf den Verkauf von Schallplatten spezialisiert haben, einer immerzu steigenden Beliebtheit, da die Schallplatte mit einem Wachstum von 43,1% und 1,4 Millionen verkauften Exemplaren in 2013, einen wiederbelebenden Trend feiert. Während sich in 2013 Download-Services mit einem negativen Wachstum von -2,8% auch zum ersten mal rückläufig entwickelt haben, verzeichnen Streaming Services stets ein positives Wachstum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die digitale Transformation der Musikindustrie ein, stellt die Problemstellung der Umsatzeinbrüche dar und definiert die Zielsetzung sowie die zentralen Begriffe der Arbeit.
2. DER DEUTSCHE MUSIKMARKT: Es werden die Akteure der Musikwirtschaft, die Branchenstruktur nach Porter sowie allgemeine ökonomische Aspekte und die Veränderung des Konsumguts Musik analysiert.
3. DAS NEUE GESCHÄFTSMODELL MUSIK-STREAMING: Dieses Kapitel beleuchtet die Rentabilität der Streaming-Services, indem Erlösmodelle, Kostenstrukturen und die technologische Integration in den Alltag analysiert werden.
4. MUSIK-STREAMING IM DEUTSCHEN MUSIKMARKT: Hier wird der Einfluss von Streaming auf Verwertung, Distribution, den Wertschöpfungsprozess sowie die Piraterie untersucht und mittels SWOT-Analyse bewertet.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Streaming ein bedeutender Beitrag zum Aufschwung ist, jedoch Stabilität und Rentabilität langfristig noch unter Beweis gestellt werden müssen.
Schlüsselwörter
Musik-Streaming, Musikwirtschaft, Digitalisierung, Geschäftsmodell, Musiklabels, Abonnement, Spotify, Wertschöpfungskette, Musikpiraterie, Marktstrukturen, Online-Distribution, Konsumgut, Premium-Modell, Freemium, Musikmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Geschäftsmodell "Musik-Streaming" und dessen Eignung als Instrument zur Revitalisierung und Stabilisierung des deutschen Musikmarktes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Neben der ökonomischen Analyse der Musikwirtschaft stehen insbesondere die Branchenstrukturen, Erlös- und Kostenmodelle von Streaming-Diensten sowie deren Einfluss auf die Distribution und Wertschöpfung im Vordergrund.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Hauptziel ist es, zu klären, ob Musik-Streaming ein geeignetes Modell ist, um den durch Digitalisierung und Piraterie angeschlagenen deutschen Musikmarkt langfristig wiederzubeleben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt unter anderem die Branchenstrukturanalyse nach Porter (Five Forces) sowie eine SWOT-Analyse zur Identifikation von Chancen und Risiken für die Musikindustrie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Betrachtung des Musikmarktes, die Analyse der Streaming-Geschäftsmodelle sowie die Untersuchung der Auswirkungen von Streaming auf bestehende Marktstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Musik-Streaming, Digitalisierung, Musiklabels, Wertschöpfungskette, Freemium-Modell und Musikpiraterie definiert.
Wie bewertet der Autor das Freemium-Modell von Streaming-Diensten?
Er sieht es als attraktives Mittel zur Kundengewinnung, weist jedoch auf die Problematik der bisher fehlenden nachhaltigen Monetarisierung und die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen hin.
Welche Rolle spielt die Integration von Streaming in moderne Fahrzeuge?
Die Integration, etwa durch Systeme wie BMW ConnectedDrive, wird als eine neue, zukunftsweisende Form der Nutzung beschrieben, welche die Barrieren für den Konsum weiter senkt.
- Citar trabajo
- Nando Knodel (Autor), 2015, Geschäftsmodell Musikstreaming. Eine kritische Analyse für den deutschen Musikmarkt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302246