In den letzten Jahren gingen die Umsätze des stationären Handels drastisch zurück. Ein Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von Onlineshops, die im Gegensatz dazu wachsende einstellige bis niedrige zweistellige Umsatzzuwächse generieren. Der E-Commerce profitiert von der technischen Weiterentwicklung, der Verbreitung des Internets sowie dem stetigen Ausbau von Breitbandzugängen für alle Haushalte, Altersstufen und soziale Schichten.
Mit der Entwicklung von internetfähigen Mobilgeräten wurde das Zeitalter der Smartphones eingeläutet und der Durchbruch für das mobile Shopping geschaffen. Die smarten Begleiter bieten eine breite Fülle an ganz neuen Funktionalitäten wie z. B. der Standortbestimmung durch GPS und Bluetooth, die dem stationären Handel neue Möglichkeiten geben, seine Kunden zurück in die Filialen zu locken.
Location-based Marketing heißt das Schlüsselwort, das es dem Handel ermöglichen soll, die Off- und Onlinewelt in Zukunft stärker zu vereinen und Synergiepotenziale aus der Verknüpfung von standortbezogenen, kontextrelevanten, in Echtzeit versendeten Nachrichten und Angeboten zu schöpfen.
Diese wissenschaftliche Untersuchung soll einen Überblick über den Status-quo von Location-based Marketing in Deutschland geben. Dazu werden im zweiten Kapitel zunächst die Begrifflichkeiten Location-based Marketing und Location-based Service anhand ihrer konzeptionellen Einordnung in den Kontext definiert und erläutert. Anschließend wird das Potenzial des Marktes für LBS hinsichtlich seiner Anbieter und aktueller Tracking-Technologien aufgezeigt, sowie aktuelle Forschungsergebnisse über das Nutzerverhalten der Konsumenten zu LBS-Anwendungen vorgestellt.
Im dritten Teil dieser Arbeit wird der Fokus auf die Branche Handel gerichtet. Als Erstes werden aktuelle Entwicklungen und Trends bezüglich Location-based Marketing erläutert. Weiterführend werden Anbieter von LBM auf dem deutschen Markt analysiert und beschrieben. Anschließend werden erste Anwendungen von LBM beleuchtet und bezüglich ihrer Potenziale bewertet. Abschließend sollen die Chancen und die Relevanz von LBM für den Handel kurz umrissen, und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aktualität der Thematik
1.2 Vorgehensweise der Arbeit
2 Betrachtung des Marktes zu Location-based Marketing
2.1 Konzeptionelle Einordnung der Begrifflichkeiten
2.2 Marktvolumen und Prognosen
2.3 Aktuelle Tracking-Technologien
2.3.1 GPS
2.3.2 iBeacon
2.4 Kundenverhalten zu Location-based Services
3 Anwendung von Location-based Marketing im Handel
3.1 Aktuelle Trends und Entwicklungen im Handel
3.2 Ausgewählte Anbieter von LBM auf dem deutschen Markt
3.2.1 Plattformanbieter mit integrierter Gesamtlösung
3.2.2 App Anbieter mit Location-based Marketing-Service
3.2.3 iBeacon Anbieter für dein Einzelhandel
3.3 Ausgewählte Anwendungsbeispiele für LBM
3.3.1 O2 More Local
3.3.2 MyMüsli-Shop in München
3.3.3 Kaiser’s Tengelmann Filiale in Berlin
4 Fazit
4.1 Potenzial und Relevanz von LBM für den Handel
4.2 Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Status-quo und das Zukunftspotenzial von Location-based Marketing (LBM) im stationären Einzelhandel in Deutschland, um aufzuzeigen, wie Technologien die Verbindung zwischen digitalem und physischem Kaufprozess stärken können.
- Grundlagen und Definitionen von Location-based Marketing und Services.
- Marktentwicklung und Prognosen für LBS in Deutschland.
- Analyse technologischer Tracking-Verfahren wie GPS und iBeacon.
- Untersuchung des Kundenverhaltens und der Akzeptanz ortsbezogener Dienste.
- Bewertung von Anbietermodellen und praktischen Anwendungsbeispielen im Handel.
Auszug aus dem Buch
2.3.2 iBeacon
Die GPS-Technologie ist für die Umsetzung ortsbasierter mobiler Werbung schon längst kein Neuland mehr. Die wesentlich feiner justierbare iBeacon-Technolgie jedoch schon. iBeacons ermöglichen Marketern ihre Angebote nicht mehr nur wahllos zu allen Kunden in ihrer Nähe zu streuen, sondern vielmehr situativ und zielgerichtet Marketingbotschaften auf passende Zielgruppen zu richten. So kann ein Schuhwarengeschäft beispielsweise sein Sonderangebot für Kinderschuhe speziell den Kunden schmackhaft machen, die sich gerade in der Kinderschuhabteilung des Geschäftes aufhalten.
2013 wurde die Technologie unter den Markennamen „iBeacon“ in das mobile Betriebssystem iOS7 eingebunden und gilt seither als Apple Standard. Die auf Bluetooth 4.0 (Low Energy) basierende Technologie ist ein offener Standard und funktioniert auch auf Android-Phones problemlos.
Die Vorteile der Beacons sind vielfältig. Sie haben eine sehr lange Batterielaufzeit (bis zu zwei Jahre), sind günstig in ihrer Anschaffung (15-20 Euro) und sowohl auf langer (bis zu 70 Meter) als auch kurzer Distanz (eineinhalb bis zwei Meter) messbar. Des Weiteren gibt es die Beacons bereits in sehr kleinen Formaten, sodass auch einzelne Produkte mit den messbaren Sensoren ausgestattet werden können. Das Bluetooth stellt eine Verbindung zwischen zwei Geräten über kurze Entfernungen her, sogenannte Ad-hoc-Netze, die nach einem einfachen Sender-Empfänger-Prinzip funktionieren. Der iBeacon als Sender übermittelt Signale an sich in der Nähe befindende Smartphones, erhält ein Gegensignal mit der genauen Standortbestimmung und schickt dann eine individualisierte Push-Nachricht an das mobile Gadget zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Rückgang stationärer Umsätze durch den E-Commerce und definiert LBM als Chance zur synergetischen Verknüpfung beider Welten.
2 Betrachtung des Marktes zu Location-based Marketing: Dieses Kapitel ordnet LBM begrifflich ein, analysiert Marktvolumen und technologische Treiber wie GPS und iBeacon und untersucht das Konsumentenverhalten.
3 Anwendung von Location-based Marketing im Handel: Der Hauptteil beschreibt Trends im Handel, vergleicht verschiedene Anbieterkategorien und evaluiert konkrete Praxisbeispiele wie O2 More Local oder MyMüsli.
4 Fazit: Das Fazit resümiert das hohe Potenzial von LBM zur Kundenbindung, weist jedoch kritisch auf Datenschutzbedenken und die Notwendigkeit von Nutzeraufklärung hin.
Schlüsselwörter
Location-based Marketing, LBM, Location-based Services, LBS, stationärer Handel, iBeacon, GPS, Geofencing, mobiles Marketing, Mobile Couponing, Konsumentenverhalten, Kundenbindung, Digitalisierung, Datenschutz, Omni-Channel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und das Potenzial von Location-based Marketing als Instrument für den deutschen stationären Einzelhandel.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den technologischen Grundlagen (GPS, iBeacon) stehen die Marktentwicklung, das Nutzerverhalten und die Anbieterlandschaft im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Status-quo von LBM in Deutschland aufzuzeigen und zu bewerten, inwieweit diese Marketingform den stationären Handel stärken kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Marktstudien sowie einer Eigenanalyse der App-Angebote großer Retailer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden aktuelle Trends diskutiert, verschiedene Dienstleistertypen klassifiziert und praktische Umsetzungsbeispiele kritisch bewertet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Location-based Marketing, iBeacon, Geofencing, mobiles Endgerät, stationärer Handel und Datenschutz.
Welche Rolle spielt die iBeacon-Technologie laut Autorin?
Die Autorin sieht in iBeacons eine bahnbrechende, präzise Technologie, die das Ladengeschäft eng mit dem Online-Handel verzahnen und Synergiepotenziale schaffen kann.
Warum zögern viele Händler bei der Einführung von LBS?
Laut der Arbeit sind neben technischen Hürden vor allem Datenschutzbedenken der Kunden und die Sorge vor einer negativen Wahrnehmung personalisierter Werbung die Hauptgründe für die Zurückhaltung.
- Citation du texte
- Lisa Hartenstein (Auteur), 2015, Location-based Marketing. Der Status quo in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302279