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Musikalische Erwachsenenbildung als Chance für die moderne Musikpädagogik

Titre: Musikalische Erwachsenenbildung als Chance für die moderne Musikpädagogik

Thèse de Bachelor , 2014 , 112 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jennifer Uhlein-Jansen (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie musicale
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Es wäre schön, wenn Sie mir in ein bis zwei Wochen zeigen könnten, wie das so geht mit dem Gitarrespielen.“
Diese Aussage eines Rentners beim ersten Telefonat mit mir war deutlich. Ergänzend folgte nämlich: „...man weiss ja nicht, wieviel Zeit man noch hat.“
Während seines ersten Besuch bei mir realisierte er, dass das Gitarre spielen in ein bis zwei Wochen wohl doch nicht zu erlernen war. Seine Ungeduld und Eile waren aber auch für mich eine Herausforderung: nach welcher Methode sollte der Unterricht ablaufen? Welches Lehrwerk ist geeignet? Welche Ziele hat er genau, und kann er sie überhaupt erreichen? Ist Instrumentalunterricht bei ihm überhaupt noch sinnvoll?
Dass das Unterrichten nach Methoden, wie es mit Kindern und Jugendlichen stattfindet, hier an seine Grenzen stösst, wurde mir sehr schnell klar.
Bei der Suche nach literarischer Hilfe, stellte ich fest, dass es zwar einige Bücher zum Thema „Musikalische Erwachsenenbildung“ gab, doch waren sie alle sehr allgemein gefasst. Spezielles zum Thema Gitarre fand ich immer nur vereinzelt und unübersichtlich auf viele Bücher verteilt. Was ich aber suchte war ein Werk, das mir – ganz praktisch – bei meinem Gitarrenunterricht behilflich war. Wie gehe ich mit den Besonderheiten erwachsener Schüler um? Wie gestalte ich den Unterricht?
Ebenso suchte ich eine Vorauswahl geeigneter Spielstücke und Schulen, praktische Tips speziell zum Thema Gitarre in der musikalischen Erwachsenenbildung usw., doch war ein zusammenhängendes, konkret helfendes Buch nicht zu finden.
Ziel meiner Arbeit ist daher, zuerst einmal die musikalische Erwachsenenbildung und ihre Bedeutung und gesellschaftliche Stellung darzulegen. Die hohe Lebenserwartung in den Industrieländern und der im Vergleich zur ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts steigende Anteil der Freizeit, führen zu Möglichkeiten, die es historisch gesehen so für mittlere und ältere Erwachsene noch nie gegeben hat. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wer ist der erwachsene Schüler?

2.1. Zahlen und Fakten

2.2. Die Gitarre an den Musikschulen

3. Die Motivation zum Instrumentalunterricht

3.1. Allgemeine Motive

3.2. Die Lerntypen

4. Die Besonderheiten im Musiklernen Erwachsener

4.1. Ist es sinnvoll noch im Erwachsenenalter ein Instrument zu erlernen?

4.2. Grundlagen der Neurologie bei Erwachsenen

4.3. Der Einfluss der Lebensbiographie

5. Die Gestaltung des Unterrichts mit Erwachsenen

5.1. Der Lehrer und die erforderlichen Kompetenzen

5.2. Wie zeigt sich das konkret im Unterricht?

6. Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

6.1. Die drei Ebenen der Kommunikation

6.1.1 Die verbale Ebene

6.1.2 Die nonverbale Ebene

6.1.3 Der musikalische Dialog

7. Methoden und Verfahren

7.1. Der personenzentrierte Ansatz

7.2. Unterrichtsmethoden nach dem personenzentrierten Ansatz

8. Das Üben üben

9. Körperliche Komponente des Instrumentallernens Erwachsener

9.1. Das Finden einer gesunden Haltung

9.2. Warm-Ups und Bewegungsübungen

9.3. Praktische Tips

10. Liste geeigneter Lehrwerke und Spielliteratur

10.1. Lehrwerke

10.2. Spielstücke/Zusammenstellungen

11. Verwandte Disziplinen und ihre Bedeutung für die Musikpädagogik

11.1. Musikgeragogik und die Gitarre

11.2. Musiktherapie und die Gitarre

12. Welche Schlüsse lassen sich daraus für das Unterrichtsangebot ziehen?

13. Zusammenfassung und Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der musikalischen Erwachsenenbildung mit dem Fokus auf den Gitarrenunterricht. Ziel ist es, spezifische methodische Ansätze und didaktische Strategien aufzuzeigen, die den Bedürfnissen erwachsener Lernender gerecht werden und Musikschulen Impulse für eine zeitgemäße Unterrichtsgestaltung geben.

  • Psychologische und neurologische Voraussetzungen beim Musiklernen im Erwachsenenalter
  • Motivationale Faktoren und Lerntypen bei Erwachsenen
  • Kommunikation und Lehrer-Schüler-Beziehung im personenzentrierten Ansatz
  • Physiologische Aspekte und körperliche Komponente des Übens
  • Anpassung von Unterrichtsangeboten und Zielgruppenorientierung

Auszug aus dem Buch

4.2. Grundlagen der Neurologie bei Erwachsenen

Neurologisch betrachtet ist das Gehirn grob in zwei Hälften unterteilt: Die linke Hirnhälfte ist im Allgemeinen für sachliche, analytische und sprachliche Verarbeitung verantwortlich. Sprache und Schrift, das Bewusste sind hier gespeichert. Dazu gehören auch Notenschrift und Rhythmik.

Die rechte Hemisphäre wird dagegen oft die nonverbale Hemisphäre genannt, da hier Kreativität und Fantasie, das Gefühl verankert ist. Deshalb bezeichnet man sie als musische bzw. musikalische Hirnhälfte. Sie ist beim Musiklernen besonders wichtig.

So werden hier Melodien gespeichert und die Koordination der unterschiedlichen Gehirnareale veranlasst. Gemeint ist damit z.B. die Ohr-Hand-Koordination (Greifkorrektur nach Intonationskontrolle) oder auch Motorikkontrolle von linker und rechter Hand beim Spielen einer Gitarre.

Die Verbindung der Hirnhälften in Bezug zur Musik kann nach einem Unfall, bei dem die linke Hirnhälfte geschädigt wurde, sehr deutlich werden: Beim Hören von bekannten Melodien können Betroffene oft spontan anfangen zu singen, ohne dass sie den Inhalt des Liedes verstehen. Ein Impuls, das Anspielen einer bestimmten Melodie, reicht also aus, Sprache in Gang zu bringen, die bewusst von der linken Gehirnhälfte nicht mehr verarbeitet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und definiert das Ziel, die musikalische Erwachsenenbildung als Chance für die moderne Musikpädagogik zu etablieren.

2. Wer ist der erwachsene Schüler?: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten und die demografische Entwicklung, um die Relevanz der Zielgruppe "Erwachsene" für Musikschulen zu unterstreichen.

3. Die Motivation zum Instrumentalunterricht: Es werden die verschiedenen Beweggründe erwachsener Schüler, von der Lebenshilfe bis zur Selbstverwirklichung, sowie unterschiedliche Lerntypen kategorisiert.

4. Die Besonderheiten im Musiklernen Erwachsener: Dieses Kapitel behandelt die neurologischen und biografischen Voraussetzungen, die den Lernprozess bei Erwachsenen maßgeblich beeinflussen.

5. Die Gestaltung des Unterrichts mit Erwachsenen: Hier werden die notwendigen Kompetenzen des Lehrers sowie die praktische Umsetzung des Unterrichts unter Berücksichtigung von Partnerschaftlichkeit beleuchtet.

6. Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg: Die Bedeutung der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie der musikalische Dialog zwischen Lehrer und Schüler werden als zentraler Erfolgsfaktor dargestellt.

7. Methoden und Verfahren: Der Fokus liegt auf dem personenzentrierten Ansatz nach Carl Rogers und der Abgrenzung von direkten und indirekten Unterrichtsmethoden.

8. Das Üben üben: Dieses Kapitel gibt praktische Anleitungen, wie man Erwachsenen effektive Übestrategien vermittelt und die Dualität der Verantwortung betont.

9. Körperliche Komponente des Instrumentallernens Erwachsener: Die Bedeutung der Körperhaltung, Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung und gesundheitsfördernde Methoden werden erläutert.

10. Liste geeigneter Lehrwerke und Spielliteratur: Eine praxisorientierte Zusammenstellung von Lehrwerken und Literatur, die speziell auf die Bedürfnisse von erwachsenen Schülern zugeschnitten ist.

11. Verwandte Disziplinen und ihre Bedeutung für die Musikpädagogik: Ein Überblick über die Schnittstellen zu Musikgeragogik und Musiktherapie und wie diese das pädagogische Angebot bereichern können.

12. Welche Schlüsse lassen sich daraus für das Unterrichtsangebot ziehen?: Die Arbeit mündet in konkrete Empfehlungen für eine flexible Unterrichtsgestaltung und gezielte Kursangebote für Erwachsene.

13. Zusammenfassung und Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Rolle des Musikpädagogen als Wegbegleiter und Berater.

Schlüsselwörter

Musikalische Erwachsenenbildung, Gitarrenunterricht, Musikpädagogik, Musikgeragogik, Musiktherapie, personenzentrierter Ansatz, Neurologie, Lerntypen, Instrumentallernen, Kommunikation, Körperwahrnehmung, Unterrichtsmethodik, Motivation, Lebenslanges Lernen, Lehrwerke

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit setzt sich mit der musikalischen Ausbildung von Erwachsenen auseinander und untersucht, wie Musikschulen ihr Angebot anpassen müssen, um dieser stetig wachsenden Zielgruppe gerecht zu werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die psychologischen und neurologischen Besonderheiten des Lernens im Erwachsenenalter, die Bedeutung der Kommunikation, methodische Ansätze und physiologische Aspekte wie Körperhaltung und Entspannung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Musikpädagogen durch einen personenzentrierten Ansatz und spezifische didaktische Strategien den Instrumentalunterricht für Erwachsene erfolgreicher und attraktiver gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Umfragedaten und pädagogischen Fallbeispielen, um eine fundierte Grundlage für didaktische Empfehlungen zu schaffen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Motivation und Lerntypen, neurologische Grundlagen, kommunikative Modelle, praktische Unterrichtsgestaltung sowie körperorientierte Methoden wie die Franklin-Methode.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Kernbegriffen zählen: Musikalische Erwachsenenbildung, Musikpädagogik, personenzentrierter Ansatz, lebenslanges Lernen und Musikgeragogik.

Wie unterscheidet sich die Motivation von Erwachsenen von der von Kindern?

Erwachsene wählen den Instrumentalunterricht meist aus intrinsischer Motivation, oft als Mittel zur Selbstverwirklichung oder Lebenshilfe, während Kinder häufiger extrinsisch motiviert sind.

Warum spielt die Kommunikation eine so große Rolle im Unterricht mit Erwachsenen?

Da Erwachsene eine gefestigte Persönlichkeit und eigene Lebensbiografie mitbringen, ist eine Kommunikation auf Augenhöhe essenziell, um Vertrauen zu schaffen und Fehlinterpretationen zu vermeiden.

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Résumé des informations

Titre
Musikalische Erwachsenenbildung als Chance für die moderne Musikpädagogik
Université
Academy of Music Cologne  (Hochschule für Musik und Tanz Köln)
Cours
Musikpädagogik
Note
1,0
Auteur
Jennifer Uhlein-Jansen (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
112
N° de catalogue
V302292
ISBN (ebook)
9783956877025
ISBN (Livre)
9783668005808
Langue
allemand
mots-clé
Musikpädagogik Musikwissenschaft Musikpsychologie Musikalische Erwachsenenbildung Weiterbildung Gitarre Gitarrenunterricht Gitarrenunterricht mit Erwachsenen Gitarrenunterricht mit Senioren Musikgeragogik Spielliteratur für Erwachsene Gitarrenunterricht Lehrwerke Gitarre für Erwachsene
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jennifer Uhlein-Jansen (Auteur), 2014, Musikalische Erwachsenenbildung als Chance für die moderne Musikpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302292
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