Sport während der Schwangerschaft. Evaluation eines schwangerschaftsbegleitenden Kurskonzeptes für den Gesundheitsmarkt


Bachelorarbeit, 2012
66 Seiten, Note: 1,2
Anonym

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

1 Einleitung und Problemstellung
1.1 Einleitung bezüglich der physiologischen Anpassungsvorgänge des weiblichen Organismus
1.2 Einleitung in mögliche Auswirkungen auf die Psyche der werdenden Mutter
1.3 Weitere, situative Veränderungen in dieser Lebensphase
1.4 Entwicklung des Bewegungsverhaltens im Verlauf der Schwangerschaft
1.5 Problematik durch mangelnde, externe Unterstützung
1.6 Aktuelle Versorgungssituation der Schwangeren

2 Zielsetzung
2.1 Allgemeine Ziele des Kurskonzeptes am Markt
2.2 Ziele des Kurskonzeptes bezüglich der Wirkungsrichtung auf die Teilnehmer
2.3 Mögliche betriebliche Ziele für zukünftige Anbieter

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Aktueller Kenntnisstand zum Thema Sport in der Schwangerschaft
3.1.1 Allgemeiner Kenntnisstand der werdenden Mütter
3.1.2 Kenntnis der Ärzte und Krankenkassen
3.2 Wissenschaftliche Erkenntnisse und allgemeine Fakten zum Thema
3.2.1 Entwicklung der Geburtenziffern der Bevölkerung der BRD
3.2.2 Anpassung des Bewegungsverhaltens während der Schwangerschaft
3.3 Unterstützende Angebote und Anbieter
3.3.1 Bezüglich der Krankenkassen
3.3.2 Bezüglich des Krankenhauses
3.3.3 Bezüglich der Hebammenpraxen
3.3.4 Weitere Angebote
3.4 Allgemeine Auswirkungen einer Schwangerschaft
3.4.1 Sportlich relevante, physische Veränderungen während der Schwangerschaft
3.4.2 Psychische Veränderungen in der Schwangerschaft
3.4.3 Weitere soziale/berufliche/familiäre Auswirkungen während der Schwangerschaft
3.4.4 Typische Beschwerdebilder während der Schwangerschaft
3.4.5 Mögliche negative Auswirkungen durch psychische Belastungen auf das Ungeborene
3.5 Physische Wirkungsrichtungen von sportlicher Aktivität während der Schwangerschaft
3.5.1 Möglichkeiten einer günstigen Auswirkung von Krafttraining während der Schwangerschaft
3.5.2 Möglichkeiten einer günstigen Auswirkung von Ausdauertraining während der Schwangerschaft
3.5.3 Möglichkeiten einer günstigen Auswirkung von Entspannungstraining während der Schwangerschaft
3.5.4 Möglichkeiten einer günstigen Auswirkung von Beweglichkeit/Dehntraining während der Schwangerschaft
3.5.5 Auswirkungen von sportlicher Aktivität auf das Ungeborene
3.5.6 Grenzen, Risiken und Kontraindikationen bezüglich Sport während der Schwangerschaft

4 Methodik
4.1 Zielgruppendefinition
4.1.1 Alter/Lebensphase
4.1.2 Geschlecht
4.1.3 Teilnehmerzahl
4.1.4 Sozialstatus
4.1.5 Gesundheitszustand/Risikogruppen
4.2 Aufbau des Kurskonzeptes
4.2.1 Gesamtdauer des Kurskonzeptes
4.2.2 Anzahl und Dauer der Kurseinheiten pro Woche sowie die anteilige Verteilung der Inhalte
4.2.3 Terminliche und zeitliche Einplanung
4.2.4 Begründung der terminlichen, zeitlichen Einteilung
4.3 Inhalt und Lernziele des Kurskonzeptes
4.3.1 Lernziele, Inhalte und Wirkungsrichtung der Theorie und Praxiseinheiten
4.4 Grundlegende Methodik und Didaktik des Kurskonzeptes
4.5 Weiterführende Angebote
4.6 Evaluation der Voraussetzungen und notwendigen Ressourcen
4.6.1 Räumliche Bedingungen
4.6.2 Materielle Bedingungen
4.6.3 Benötigte Medien
4.6.4 Weitere Hilfsmittel
4.6.5 Personelle Voraussetzungen und Betreuung
4.7 Beispielhafte Deckungsbeitragsrechnung
4.8 Break-even-Point-Analyse

5 Ergebnisse
5.1 Dokumentation und Evaluation der Ergebnisse
5.2. Detailplanung der Kurseinheiten 1,2,3,4,…23,24
5.3 Darstellung der Ergebnisse der Deckungsbeitragsrechnung I und II
5.4 Darstellung der Ergebnisse der Break-even-Point-Analyse

6 Diskussion
6.1 Weiterführende Möglichkeiten
6.2 Stärken-Schwächen Analyse des Konzeptes
6.2.1 Vorteile des Konzeptes
6.2.2 Nachteile des Konzeptes
6.2.3 Grenzen und mögliche Umsetzungsschwierigkeiten des Konzeptes
6.3 Chancen am Markt
6.4 Mögliche Kooperationspartner

7. Zusammenfassung
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.1.1 Kritische Reflektion des Kurskonzepte „Fit in der Schwangerschaft“
7.1.2 Ausblick und Resümee

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungs-, Tabellen- und/oder Abkürzungsverzeichnis
9.1 Tabellenverzeichnis
9.2 Abbildungsverzeichnis
9.3 Abkürzungsverzeichnis

Anhang

Vorwort

Sport während der Schwangerschaft? Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts galt dies noch als unvereinbar. Auch heute sind diesbezüglich lediglich eine Hand voll Untersuchungen einzulesen, da die Forschung die Herausforderung von systematischen Untersuchungen und Studien bezüglich der Wirkungsweise körperlicher Belastung und dessen Auswirkungen auf die werdende Mutter und deren Ungeborenes erstmalig gegen Ende der achziger Jahre angenommen hat (vgl. HUPE, F. 2008, S. 3). Die bisweilen herrschenden, traditionellen und medizinischen Einstellungen zum Thema Bewegung und Sport basierten in der Vergangenheit hauptsächlich auf sozialen und kulturellen Meinungen, weniger aber auf wissenschaftlich fundierten Fakten. Dem entsprechend zeigt eine Befragung der Sporthochschule Köln, dass den Frauen zumeist aus unbegründeter Angst vor medizinischen Gefahren durch das soziale Umfeld und den betreuenden Ärzten vor körperlicher Anstrengung abgeraten wird. Des weiteren zeigen die Befragungen, dass sich dieser Irrglaube und die darin verwurzelte Vorsicht beharrlich hält und sich das Verhalten dementsprechend ausrichtet, da trozt nachgewiesener, positiver Effekte bezüglich sportlicher Aktivität während der Schwangerschaft noch größtenteils eine verringerte Aktivität bei einem überdurchschnittlich hohen Anteil der Frauen festzustellen ist (vgl. KLEINERT, J.: GEK Befragung 2008). Es ist anzunehmen, dass dies begründet in der mangelnden Publizierung derartiger Ergebnisse liegt, welche zudem auch erst seit einigen Jahren erarbeitet und veröffentlicht wurden.

1 Einleitung und Problemstellung

Eine Schwangerschaft ist der Beginn eines völlig neuen, prägenden Lebensabschnitts, zudem auch eine sehr anstrengende Zeit für den Körper und die Seele einer Frau. Über die offensichtlichste der Veränderungen, die Gewichtszunahme, hinaus können werdende Mütter im Verlauf ihrer Schwangerschaft noch eine vielfältige Palette an weiteren, nicht so offensichtlichen Anpassungsvorgängen an ihrem Organismus wahrnehmen. Diese äußern sich in ganz individuellen und genetisch bedingten, weitgefächerten physiologischen, psychologischen und anatomischen Veränderungen ihres Körpers und bedeuten meist einen gewissen Kontrollverlust über den eigenen Körper. In dieser besonderen Lebensphase wirken vielfältige, unbekannte Beschwerden, verstärkte Emotionen, soziale, familiäre und allgemeine Stressoren um so stärker auf die werdende Mutter ein. Auch können die Ernährung, das Bewegungsverhalten und die Ausmaße der psychosozialen Kompetenz diese Zeit maßgeblich beeinflussen. In Folge und Abhängigkeit dessen können bei schwangeren Frauen unterschiedliche Problematiken auftreten, welche einen individuellen und symptomabhängigen mehr oder weniger starken Leidensdruck ausüben.

1.1 Einleitung bezüglich der physiologischen Anpassungsvorgänge des weiblichen Organismus

Vor allem die hormonellen und physiologischen Veränderungen des weiblichen Körpers haben während dieser Zeit vielfältige Anpassungsvorgänge zur Folge, unter denen sich als ersichtlichste wohl die allmähliche Gewichts- und Körpervolumenzunahme (normal ca. 12-14 Kg) darstellt. Aufgrund der folglichen Verlagerung des Körperschwerpunktes leiden ca.75% der Frauen während dieser Zeit gelegentlich oder mehrfach unter Rückenschmerzen. Beitragend wirkt hier auch die hormonell bedingte Auflockerung des Sehnen-Band-Apparates, was die Verletzungsgefährdung und die physiologische Stabilität des Bewegungsapparates der Frauen negativ beeinflusst. Unter weitere, häufige Beschwerden fallen zudem auch Übelkeit, Müdigkeit, gelegentliche Atembeschwerden, mögliche Ödem- und Krampfaderbildung in den Beinen, Wadenkrämpfe, Schlafprobleme und Beschwerden mit Hämorrhoiden (vgl. KORSTEN-RECK, U.: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin Nr.5, 2009, S.5). Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand lassen sich viele dieser Beschwerden durch spezielle Bewegung verbessern und verhindern (siehe Kapitel 3.1).

1.2 Einleitung in mögliche Auswirkungen auf die Psyche der werdenden Mutter

Auch die Psyche kann durch vielfältige hormonelle und situative Veränderungen verstärkt negativ beeinflusst werden, was sich gegebenenfalls in Form von Depressionen, psychischem Stress (39% der Frauen), Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Ängsten, Verhaltensänderungen und einer Verschlechterung des Wohlbefindens zeigt (vgl. NAGEL-BROZLER, A.: Hebammenforum 2005, S. 315). Das Ärztemagazien beschreibt eine Rate an Depression bei Nicht-Risiko-Schwangeren von 10%, bei diesbezüglich vorbelasteten Frauen von ca. 25%, wobei etwa 30% aller Schwangeren depressive Symptome, welche nicht einer definitiven Depression zugeordnet werden können, entwickeln, die sehr wohl jedoch den Alltag beeinträchtigen. Dies kann Müdigkeit, Erschöpfung, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, übertriebene Ängstlichkeit, Angst den Fötus zu verletzen, aber auch Aggressionen gegenüber dem Fötus hervorrufen (vgl. ÄRZTEMAGAZIN 1-3, 2007). Zurzeit werden derartige Veränderungen lediglich medikamentös und therapeutisch behandelt.

1.3 Weitere, situative Veränderungen in dieser Lebensphase

Zudem können auch externe Faktoren das Wohlbefinden der schwangeren Frauen negativ beeinflussen. In dieser besonderen Lebensphase können unter anderem der Trennungswunsch vom Partner, die eigene oder externe Ablehnung der Schwangerschaft, Untreue des Partners, Konflikte mit ihrer Herkunft oder der eigenen Familie, Armut, Sorge um die eigene Gesundheit und jene des Kindes einen negativen Einfluß darstellen. Zu einer vermehrten Belastung führen derartige finanzielle Sorgen, soziale und psychische Probleme, wenn diese mit einer ungeplanten bzw. ungewollten Schwangerschaft einhergehen und können somit auch als Ursache oder Auslöser für genannte Depressionen wirken (vgl. ÄRZTEMAGAZIN 1-3, 2007). Auch die heutige wirtschaftliche Situation auf dem Arbeitsmarkt schürt Existenzängste und den arbeitsbedingten sowie den begleitenden, allgemeinen Leistungsdruck und vielerlei weitere Stressoren. Eine entsprechende Auszeit im Arbeitsalltag wird durch den Mutterschutz erst 6 Wochen vor der Geburt eingeräumt, somit muss bis zu diesem Zeitpunkt der normale Arbeitsalltag bewältigt werden. Hier kann gegebenenfalls die Notwendigkeit für besondere Fürsorge, für entsprechende Zeit und Möglichkeit der werdenden Mutter, vermehrt abzuschalten, innerhalb dieser Lebensphase erkannt werden, da all diese Veränderungen unter Umständen zu dieser Zeit nicht im gleichen Maße wie zuvor toleriert werden können (vgl. STADELMANN, I. 1994, S. 15).

1.4 Entwicklung des Bewegungsverhaltens im Verlauf der Schwangerschaft

Besonders in der ersten Hälfte der Schwangerschaft können werdende Mütter bis zu 70% ihrer Leistungsfähigkeit einsetzen, um das Wachstum ihres Babys zu unterstützen, ohne dieses zu gefährden (vgl. REGAN, L. 2006, S. 15). Laut einer Befragung der Deutschen Sporthochschule Köln geben jedoch 76% der Schwangeren ein eingeschränktes Bewegungsverhalten während der Schwangerschaft an, dessen Hintergrund laut dieser Studie in Unsicherheiten, fehlender Anstrengungsbereitschaft, Motivationsproblemen, Zeitmangel und Ängsten liegt. Zudem besagt die Umfrage, dass nur 15 % der Frauen während ihrer Schwangerschaft in einem Sportverein oder einer sportlich orientierten Institution aktiv sind (vgl. KLEINERT, J.: GEK Befragung 2008).

1.5 Problematik durch mangelnde, externe Unterstützung

Mittlerweile sind die positiven Effekte von Sport und Bewegung in der Schwangerschaft bewiesen und demnach wird auch eine entsprechende Aktivität in diesem Zeitraum von Krankenkassen, Ärzten/ Hebammen und Lehrbüchern als empfehlenswert angesehen und entsprechend als Empfehlung ausgesprochen (vgl. AOK, die Gesundheitskasse 2008). Problematisch ist, dass der psychische sowie der Bewegungsaspekt in den meisten geburtshilflichen Lehrbüchern inhaltlich kaum Beachtung findet, vor allem für letzteres fällt zudem auch die externe Begleitung/ Unterstützung in Form von Angeboten sehr mager aus. Als rechtliche Unterstützung wird der gesetzliche Mutterschutz 4 Wochen vor dem Geburtstermin und bis zu 6 Wochen danach gewährt. Lediglich der krankenkassengestützte Geburtsvorbereitungskurs (10 Stunden) wird allen werdenden Müttern momentan als offizielle, körperliche Unterstützung zu Teil, welcher wiederum größtenteils informativ, geburtsvorbereitend und überwiegend kindbezogen gestaltet ist. Für die eigene Gesundheit sind demnach zumeist die Eigenverantwortlichkeit und das Eigenengagement der Schwangeren gefordert. Mit wenig ganzheitlichen Angeboten am Markt scheint somit eine Kluft zwischen Bedarf und Angebot der vorgeburtlichen Maßnahmen und Mutterschaftsvorsorgeleistungen im Bewegungssektor zu herrschen.

1.6 Aktuelle Versorgungssituation der Schwangeren

Obwohl das Empfehlenswerte von schwangerschaftsunterstützenden, aktivitätsgebundenen Maßnahmen von Krankenkassen erkannt wurde, werden derartige Möglichkeiten allgemein wenig geboten. Vor allem in vielen ländlichen Gegenden gibt es diese nur mager und in Verbindung mit längeren Fahrtzeiten, bekannt sind hier vorwiegend schwimmgymnastische Hilfen, spezielle Yoga-Kurse und Gymnastik für Schwangere. Wiederum sind derartige Angebote vorwiegend geburtsvorbereitend und kindbezogen gestaltet und beinhalten nach den erstellten Recherchen keine ganzheitliche Kombination, welche die Aspekte Ernährung, Information, Bewegung und Entspannung sowie die Erschaffung einer sozialen Plattform für Gleichgesinnte unter professioneller Betreuung vereint. So wird den Müttern größtenteils lediglich eine psychologische und geburtsvorbereitende Unterstützung zu Teil, doch sind Eigenfürsorge und Kreativität seitens der Mutter gefordert, wenn es um begleitende Bewegungsprävention während dieser Zeit geht. Dem entsprechend kann die allgemeine, praktische und kompetente Versorgungssituation diesbezüglich für betroffene Frauen innerhalb der gesamten Schwangerschaft als eher gering und einseitig angesehen werden. Zudem gibt es in Deutschland, nach den gesammelten Kentnissen, keinen Fitnessanbieter, welcher ein derartiges Konzept für Schwangere bietet noch dieses evaluiert hat, und genau an der Stelle setzt die Zielsetzung der Thesis und des beinhaltenden Kurskonzeptes an!

2 Zielsetzung

2.1 Allgemeine Ziele des Kurskonzeptes am Markt

Basierend auf der oben genannten Problemstellung ist das Ziel dieser Thesis, eine eventuelle Versorgungslücke für die Schwangerenfürsorge zu beleuchten und ein ganzheitliches, längerfristig begleitendes, 12-wöchiges Kurskonzept für Schwangere vorzustellen und zu evaluieren, somit Vorteile und Möglichkeiten sowie Nachteile und Grenzen kritisch zu hinterfragen und auf seine Anwendbarkeit als Angebot eines Fitness/Gesundheitsanbieters theoretisch zu überprüfen. Angestrebt werden kann folgend die langfristige Einführung und Marktpositionierung des Konzeptes in Richtung einer neuen Zielgruppe.

2.2 Ziele des Kurskonzeptes bezüglich der Wirkungsrichtung auf die Teilnehmer

Dieses Konzept stellt ein zielgerichtetes Gesundheitssportangebot mit Hauptaugenmerk auf die schwangere Frau dar, welches den Besonderheiten dieses "Ausnahmezustandes" gerecht wird. Die Maßnahme soll schwangerschaftsbedingten Beschwerden so weit als möglich vorbeugend wirken und die Frauen für ein spezielles, gesundheitsförderliches Verhalten während dieser Zeit sensibilisieren und unterstützten. Somit wird mit dem praktischen Teil ein gesteigertes, subjektives Wohlbefinden, eine erhöhte Sicherheit im Umgang mit Bewegung und damit eine vermehrte Motivation für einen aktiveren Lebenstil angestrebt. Die kalorische Steigerung des Energieverbrauchs verfolgt die Eindämmung der Gewichtszunahme und das Erleben positiver Bewegungserfahrungen und zunehmender körperlicher Fitness und soll das Körpergefühl in positiver Art beeinflussen. Zudem verfolgt das praktische Üben die Eingrenzung der psychischen und physischen Risikofaktoren als primäres Ziel, sekundär werden positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus und den Verlauf der Geburt erwartet. Im Zuge dessen soll die Stärkung des Herz-Kreislaufsystemes und der physischen Leistungsfähigkeit, die Kraftsteigerung und die Verbesserung der Beweglichkeit und Entspannungsfähigkeit erreicht werden. Der theoretische Anteil verfolgt vorwiegend die Erleichterung der Anpassung an die veränderten Lebensbedingungen, die verbesserte Aufklärung über relevante Themen, die Reduktion von Barrieren und die mentale und praktische Vorbereitung auf Kommendes. Bei Teilnahme soll es gelingen, Schwangere zu adäquatem Vorsorgeverhalten zu motivieren, anzuregen als auch eine längerfristige (3 Monate) Unterstützung und Begleitung durch diese anstrengende Zeit zu bieten. Das Kurskonzept arbeitet mit den Werkzeugen der Wissensvermittlung und -vertiefung, der Erweiterung der Handlungskompetenz, den Abbau von Stressoren und der Ausweitung des sozialen Netzwerks und der unterstützenden Faktoren.

2.3 Mögliche betriebliche Ziele für zukünftige Anbieter

Das anbietende Unternehmen kann mit der Einführung des vorgestellten Konzeptes die im Folgenden beschriebenen Ziele verfolgen:

neue, klar definierte externe Zielgruppen ansprechen

das interne Angebot erweitern

die Marktposition des Betriebes weiter ausbauen

von außen als kompetenter Dienstleister im Gesundheitswesen wahrgenommen werden

den Bekanntheitsgrad und das Image auf dem Gesundheitsmarkt erhöhen, und somit die Werbung durch Mund-zu-Mund Propaganda erweitern

sich von Mitbewerbern abheben

Möglichkeiten zur Kooperation ausbauen

Wettbewerbsvorteile gegenüber möglichen Mitbewerben erwirtschaften

Wirtschaftlichkeit/Gewinn mit dem Konzept erzielen

langfristige Kundenbindung erreichen/ Kundenstamm erweitern

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

Im Folgenden werden bislang bekannte und durch Studien und Untersuchungen erwiesene Ergebnisse, Erkentnisse und der allgemeine Wissensstand zum Thema benannt. Zudem werden einige allgemeingültige Bewegungsangebote der führenden Anbieter kurz aufgelistet und relevante physische und psychische Veränderungen des Körpers zusammengefasst.

3.1 Aktueller Kenntnisstand zum Thema Sport in der Schwangerschaft

Dass Aktivität während und nach der Schwangerschaft das Wohlbefinden positiv beeinflussen, ergab unter anderen eine Befragung (2008) unter 1514 schwangeren Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel durch das „Psychologische Institut der Deutschen Sporthochschule Köln“. Folglich wurden von bewegungsaktiven Frauen positivere Angaben zum eigenen Wohlbefinden, zu ihrer sozialen Eingebundenheit und zur Qualität ihres Schlafes gemacht. Hand in Hand mit diesen Aussagen gingen entsprechend mehr soziale Kontakte, ein günstigeres Erholungs- und Stressbewältigungsverhalten, ein besseres Ernährungsverhalten und geringere Beschwerdehäufigkeit innerhalb des letzten Schwangerschaftsdrittels. Trozt positiver Konsequenzerwartung (88 %) wissen jedoch 76% der befragten Frauen (im Alter von 20-45 Jahren) eine verringerte Aktivität während der Schwangerschaft vor, lediglich 20 % betrieben Sport im engerem Sinne (vgl. KLEINERT, J.: DSHS-Köln 2008). In einer weiteren Befragung von 38 Gebärenden (20-42 Jahre) kristallisierte sich bei den Teilnehmerinnen Sport als Prophylaxe für Schwangerschaftsdiabetes und eine überhöhte Gewichtszunahme heraus. Auch benannten aktivere Frauen bei gleichem Schmerzempfinden einen geringeren Schmerzmittelgebrauch, was sich aus einer besseren Bewältigung der Geburtsschmerzen begründete. Auch wurde seltener eine operative Geburtsbeendigung (durch Zangen- oder Saugglockengeburt) und ein Dammschnitt durchgeführt, was sich durch eine bessere Körperwahrnehmung und somit eine aktivere, eigen Steuerung des Geburtsvorganges erklären lässt (vgl. KLEINERT, J.: DSHS-Köln 2008). Als empfehlenswerte Sportarten mit besonderer positiver Auswirkung während dieser Phase werden zumeist Walking, Gymnastik, spezielle Aerobic, Sretching, Atemübungen, Radfahren, Muskulaturtraining und Entspannungstraining beworben. Betreffend der Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes kann somit frühzeitig durch die Ernährung und nachwirkend durch Bewegung auf eine besonders gute Einstellung des Blutzuckerspiegels geachtet werden (vgl. SCHREIBER, M./ SALING, E. 2008).

3.1.1 Allgemeiner Kenntnisstand der werdenden Mütter

Laut einer Befragung von 2006, durchgeführt von der „Deutschen Sporthochschule Köln“, glauben 88% der schwangeren Frauen, dass sich Sport und Bewegung in der Schwangerschaft positiv auf den eigenen Organismus auswirkt. Noch etwas optimistischer zeigen sich die Teilnehmerinnen mit 89% im Hinblick auf den Verlauf der Schwangerschaft und vermuten hier auch positive Effekte. Der Verlauf der Geburt wird von 81% der Frauen als durch Sport und Bewegung positiv beeinflussbar eingeschätzt, wohingegen noch 73% glauben, dass körperliche Aktivität während ihrer Schwangerschaft auch positive Auswirkungen auf die spätere Entwicklung des Kindes haben wird. Nur sehr selten werden negative Effekte auf die vier genannten Bereiche erwartet (vgl. KLEINERT, J.: GEK Befragung 2008). Graphisch dargestellt sind genannte Erwartungen in folgender Abbildung.

Abb. 1: Erwartungen positiver Effekte sportlichen Trainings während der Schwangerschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.2 Kenntnis der Ärzte und Krankenkassen

Laut der Umfrage der Sporthochschule Köln fühlt sich der überwiegende Anteil der teilnehmenden Frauen von ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin über Chancen und Risiken von Sport oder körperlicher Aktivität in der Schwangerschaft gut beraten (166 von 266), wobei 97 Teilnehmerinnen, also 37% die ärztliche Beratung dagegen als eher schlecht bis schlecht einstuften (vgl. KLEINERT, J.: GEK Befragung 2008). Gynäkologen sind aber weiterhin recht zurückhaltend im Hinblick auf konkrete Empfehlungen im Bezug auf Sport in der Schwangerschaft. Dies kann zum einen an mangelnden Informationen zu wissenschaftlich fundierten Studien liegen, zum anderen sicherlich auch an der nicht immer einfachen rechtlichen Position der Sport befürwortenden Mediziner. Insgesamt zeigen aktuelle Untersuchungen der Deutschen Sporthochschule, dass die meisten Gynäkologen davor zurückschrecken, sportliche Aktivitäten in der Schwangerschaft zu empfehlen, nahezu jeder vierte Mediziner rät sogar ab. Dem entgegenzusetzen sind die Empfehlungen der Krankenkassen, welche dieses in diversen Ratgebern als empfehlenswert anraten. Der Krankenkassenratgeber schreibt dazu: „Regelmäßiger Sport stärkt den Kreislauf und beugt Beschwerden vor“ (KRANKENKASSENRATGEBER: Sport während der Schwangerschaft kein Tabu 2006).

3.2 Wissenschaftliche Erkenntnisse und allgemeine Fakten zum Thema

Da auch dieses Kapitel ein „wissenschaftliches Baby“ darstellt, welches erst in jüngster Zeit Beachtung gefunden hat, findet hier eine Sammlung gegebener Informationen statt, welche einen kleinen Überblick bieten sollen.

3.2.1 Entwicklung der Geburtenziffern der Bevölkerung der BRD

Ein kurzer Exkurs in die aktuellen Geburtenstatistiken des Kalenderjahres 2008 zeigt einen minimalen Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffern, wobei die der neuen Länder (ohne Berlin) zum ersten Mal nach 1990 das Niveau von 1,40 Kindern je Frau, die der alten Ländern (ohne Berlin) einen konstanten Wert bei 1,37 Kindern je Frau verzeichnen. Die Geburtenhäufigkeit der Altersgruppe 30-40 Jahre betrug durchschnittlich eine steigendere Tendenz als vergleichsweise die der jüngeren Frauen, welche entsprechend eine abnehmende Tendenz der Geburtshäufigkeit innerhalb dieses Jahres aufzeigt (vgl. DEUTSCHES BUNDESAMT FÜR STATISTIK, Geburtenentwicklung 2008). Dies bestätigt auch das Geburtenbarometer der Vienna Institute of Demography (VID) von 2009, welches auch eine steigende Fertilitätsrate um etwa 2% von 2007 bis 2008 zeigt, insgesamt aber eine Abnahme von 0,7% der Geburtenhäufigkeit ab dem Jahre 2000 (vgl. VIENNA INSTITUTE OF DEMOGRAPHY (VID) 2009).

Abb. 2: Anzahl der Lebendgeborenen Säuglinge in Deutschland von 2000-2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.2 Anpassung des Bewegungsverhaltens während der Schwangerschaft

Obwohl laut einer Befragung der GEK von 2009 die meisten Schwangeren einen positiven Effekt durch Bewegung erwarten, treiben allerdings lediglich 58 Prozent regelmäßig Sport, 20 % davon im engeren Sinne. Frauen, die positive Effekte von Sport und Bewegung auf sich selbst, den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes erwarten (vgl. Abb.1, S. 13), bewegen sich aber zusammengefasst bedeutsam mehr als Frauen, die auf diese Bereiche keine oder negative Auswirkungen erwarten. Sportliche Inaktivität während der Schwangerschaft wurde am häufigsten mit körperlichen und gesundheitlichen Beschwerden bzw. Problemen begründet, folgend von fehlender Anstrengungsbereitschaft und fehlender Motivation, Zeitmangel, keine Gelegenheit bzw. keinen Partner finden. Insgesamt 17% wissen nicht, wohin sie gehen sollen bzw. welchen Sport sie treiben sollen. Lediglich vereinzelt stellen die Gründe für eine Inaktivität Angst, Verletzung, die Anweisung vom Arzt, keinen Sport zu treiben, ausreichende Bewegung durch andere Tätigkeiten oder finanzielle Schwierigkeiten dar (vgl. KLEINERT, J.: GEK Befragung 2008). Mögliche Gründe sind in folgender Graphik nochmals dargestellt.

Abb. 3: Gründe der Inaktivität während der Schwangerschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auch die aktuellen Befunde aus der Zeitschrift für Sportmedizin auf Grundlage einer britischen Studie beschreiben eine auffällige Reduktion der körperlichen Aktivität von schwangeren Frauen (vgl. POLMAN, R./ KAISLER, M./ BORKOLOS, E., J Sports Med Phys Fitness 47, 2007). Zusammenfassend scheint eine übervorsichtige Negativ-Anpassung des Aktivitätsverhaltens ersichtlich zu sein.

3.3 Unterstützende Angebote und Anbieter

In diesem Abschnitt wird eine grobe Übersicht der allgemein bekannten und in Anspruch genommenen Angebote der Schwangerenfürsorge gewährt, welche aber ausnehmlich der Angebote kleiner, privater Unternehmen, spezieller Qualifikationen und Leistungen in Augenschein genommen wurden.

3.3.1 Bezüglich der Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen, als Hauptkostenträger der schwangerschaftsbegleitenden Versorgung, gestatten diverse Leistungen nach den Vorgaben des aktuellen Leistungskatalogs (vgl. VERORDNUNG DER EDI, Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen 2008). Kostengetragene Leistungen vor der Geburt umfassen im Regelfall:

7 Konsultationen über die Dauer der Schwangerschaft beim behandelnden Arzt

entsprechende Ultraschalluntersuchungen

Kosten für einen Geburtsvorbereitungskursus für 10 Stunden (Aufteilung unterschiedlich)

diverse Leistungen der Hebammen

Stillberatung bei einer Krankenschwester beschränkt auf 3 Sitzungen

3.3.2 Bezüglich des Krankenhauses

Explizit vor der Geburt fungiert das Krankenhaus eher in beratender Tätigkeit oder als Raumgeber für die Geburtsvorbereitungskurse der Hebammen. Haupttätigkeiten liegen vor der Geburt bei Vorsorgeuntersuchungen, ärztlicher Betreuung und Beratung. Beispielhafe und übergreifende Angebote sind hier:

Informationsabend für werdende Eltern

Geburtsvorbereitungskurse unter der Leitung einer Hebamme

ggf. Wassergymnastik für Schwangere

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Psychologische Betreuung und Unterstützung, z.B. das Baby verstehen, Säuglingspflegekurs

[...]

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Sport während der Schwangerschaft. Evaluation eines schwangerschaftsbegleitenden Kurskonzeptes für den Gesundheitsmarkt
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Veranstaltung
Gesundheitsmanagement
Note
1,2
Jahr
2012
Seiten
66
Katalognummer
V302462
ISBN (eBook)
9783668006164
ISBN (Buch)
9783668006171
Dateigröße
1137 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
evaluation, kurskonzeptes, gesundheitsmarkt, sport, schwangerschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Sport während der Schwangerschaft. Evaluation eines schwangerschaftsbegleitenden Kurskonzeptes für den Gesundheitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302462

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