Das Multiprojektmanagement steht in der Praxis und Literatur kaum im Fokus. Dieser Umstand verwundert, da neue Vorhaben heutzutage kaum „from scratch" ganz neu begonnen werden, sondern ganz im Gegenteil: Unabhängig von der Unternehmensgröße des Unternehmens konkurriert jedes neue Projekt mit den bereits laufenden Vorhaben, um Ressourcen, Budget und Aufmerksamkeit. Da jeder Projektmanager aber nur an seinem Erfolg gemessen wird, entsteht eine Art Silodenken, das keinesfalls das Gesamtwohl des Unternehmens im Blick im Fokus haben muss, sondern lediglich partikular ist.
Dieser Artikel nimmt diesen Umstand als Motivation, das Multiprojektmanagement näher zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Initiierung
3. Planung
3.1 Portfolio Ansatz
4. Umsetzung
4.1 Qualitätssicherung durch Testen mit V-Modell
4.2 Problemfall erhöhter Support
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt eine grundlegende Einführung in das Multiprojektmanagement mit einem spezifischen Fokus auf die Herausforderungen und Lösungsansätze in den Bereichen Logistik und IT, um Ressourcenkonflikte zu vermeiden und die strategische Ausrichtung der Projektlandschaft sicherzustellen.
- Grundlagen des Multiprojektmanagements im Vergleich zum klassischen Einzelprojektmanagement
- Methoden der Projektauswahl und Priorisierung im Portfolio-Ansatz
- Steuerung der Projektlandschaft und Ressourcenoptimierung
- Qualitätssicherung durch Prozessmodelle wie das V-Modell
- Umgang mit Konfliktpotentialen zwischen Stakeholdern
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die DIN-Norm 69901-5:2009-01 beschreibt Multiprojektmanagement als einen organisatorischen und prozessualen Rahmen für die Organisation mehrerer einzelner Projekte. Im Multiprojektmanagement werden die einzelnen Projekte in Portfolios gebündelt. Während das Management von zeitlich befristeten Projekten Planung und Steuerung zur Aufgabe hat, gestaltet sich das Multiprojektmanagement wesentlich komplexer, da Auswahl, Planung, Steuerung und Überwachung der gesamten Projektlandschaft eines Unternehmens permanent unter der Berücksichtigung aller Einzelvorhaben durchgeführt werden müssen.
Für das Projektmanagement von Informationssystemen verfügt die logistische Praxis über umfangreiche Methoden, Werkzeuge und Erfahrungswissen. Darüber hinaus gibt es zu diesem Thema eine Reihe an sehr guten Büchern und Standard Trainings. Dagegen steht das Multiprojektmanagement in der Praxis und Wissenschaft kaum im Fokus. Dieser Umstand erstaunt, da neue Vorhaben heutzutage kaum „auf der grünen Wiese“ stattfinden, sondern ganz im Gegenteil: Unabhängig von der Unternehmensgröße des Logistikers konkurriert jedes neue Projekt mit den bereits laufenden Vorhaben, um Ressourcen, Budget und Aufmerksamkeit. Da jeder Projektmanager aber nur an seinem Erfolg gemessen wird, entsteht eine Art Silodenken, das keinesfalls das Gesamtwohl des Unternehmens im Blick im Fokus haben muss, sondern lediglich partikular ist. Der nachfolgende Artikel nimmt diesen Umstand als Motivation, das Multiprojektmanagement näher zu betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Multiprojektmanagements und verdeutlicht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung angesichts komplexer IT-Landschaften in der Logistik.
2. Initiierung: Hier wird der Prozess der Projektauswahl erläutert, wobei insbesondere die Strategiekonformität, wirtschaftliche Überlegungen und die Vermeidung von Ressourcenkonflikten im Vordergrund stehen.
3. Planung: Dieses Kapitel befasst sich mit der Priorisierung von Vorhaben, um Terminauskünfte zu ermöglichen, und führt den Portfolio-Ansatz zur Einordnung von Projekten ein.
3.1 Portfolio Ansatz: Dieser Unterpunkt detailliert die visuelle Einordnung von Projekten in Sektoren basierend auf Zeit und Notwendigkeit, um Entscheidungen über die weitere Durchführung oder Elimination zu treffen.
4. Umsetzung: Hier werden Lösungswege bei Problemen in der Projektdurchführung diskutiert, wie die Terminverschiebung, Ressourcenallokation oder das Anpassen des Leistungsumfangs.
4.1 Qualitätssicherung durch Testen mit V-Modell: Dieses Kapitel erklärt, wie das V-Modell genutzt werden kann, um durch strukturierte Spezifikation und Tests die Qualität von IT-Projekten sicherzustellen.
4.2 Problemfall erhöhter Support: Hier wird die wirtschaftliche Argumentation für eine nachhaltige Projektarbeit dargestellt, um langfristig Supportaufwände durch eine höhere initiale Investition zu reduzieren.
Schlüsselwörter
Multiprojektmanagement, Logistik, IT, Projektportfolio, Ressourcenmanagement, Strategiekonformität, V-Modell, Prozessmanagement, Stakeholder, Terminplanung, IT-Architektur, Silodenken, Wirtschaftlichkeit, Risikomanagement, Projektsteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in das Multiprojektmanagement und untersucht, wie Unternehmen, insbesondere in der Logistik und IT, eine Vielzahl von Projekten effizient organisieren und steuern können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Initiierung von Projekten, die Portfolio-Planung, die strategische Priorisierung sowie die Umsetzung und Qualitätssicherung innerhalb komplexer IT-Systemumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Rahmen aufzuzeigen, wie durch systematisches Multiprojektmanagement Silodenken vermieden und eine Abstimmung der Projekte auf die Unternehmensstrategie sichergestellt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine einführende, prozessorientierte Darstellung, die gängige Standards wie die DIN-Norm 69901-5 und Modelle wie das V-Modell mit eigenen methodischen Ansätzen zur Portfolio-Steuerung verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Kernphasen der Projektsteuerung: die Initiierung, die Planung anhand eines Portfolio-Ansatzes und die Umsetzung mit Fokus auf Qualitätssicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Multiprojektmanagement, Ressourcenmanagement, Portfolio-Ansatz, IT-Logistik-Integration und strategische Projektsteuerung.
Warum ist das "Silodenken" für Logistikunternehmen problematisch?
Silodenken führt dazu, dass einzelne Projektleiter primär ihren eigenen Erfolg verfolgen und dabei die Auswirkungen auf das Gesamtwohl des Unternehmens, wie konkurrierende Ressourcenbedarfe, vernachlässigen.
Wie unterstützt das V-Modell die Qualitätssicherung?
Das V-Modell verknüpft die Anforderungsanalyse direkt mit entsprechenden Testphasen, wodurch Schwachstellen frühzeitig erkannt und die spätere Supportlast reduziert werden kann.
Was ist die Hauptaufgabe des Multiprojektmanagers in der Initiierungsphase?
Er muss bewerten, ob neue Vorhaben zum aktuellen Zeitpunkt strategiekonform sind, und sicherstellen, dass sie nicht mit bereits laufenden Projekten unvorhersehbare Ressourcenengpässe verursachen.
Wie unterscheidet sich die Planung von Projekten in den verschiedenen Sektoren des Portfolios?
Projekte in den Sektoren I und IV erfordern unmittelbares Handeln oder Priorisierung, während Projekte in späteren Phasen je nach Wichtigkeit geparkt, verschoben oder eliminiert werden können.
- Citation du texte
- Jan Froese (Auteur), 2015, Multiprojektmanagement am Beispiel von Logistik und IT, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302502