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Möglichkeit der Unternehmenssanierung im Insolvenzfall

Title: Möglichkeit der Unternehmenssanierung im Insolvenzfall

Term Paper , 2004 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Bergmann (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Der Zusammenbruch eines Unternehmens hat zahlreiche negative Konsequenzen. Wenn eine oftmals über Jahre und Jahrzehnte gewachsene Einheit zerstört wird, verlieren Arbeitnehmer ihre Arbeitsplätze und Gläubiger müssen, soweit sie keine gesicherten Forderungen haben, in der Regel einen Totalverlust ihrer Forderungen hinnehmen, was wiederum Ursache für den Zusammenbruch des eigenen Unternehmens sein kann. Die neue Insolvenzordnung vom 01.01.1999 richtet sich nicht mehr hauptsächlich auf die Zerschlagung und Eliminierung von Unternehmen, sondern versucht den Grundsatz „Sanieren statt Zerschlagen“ umzusetzen. Die Intention des Gesetzgebers war folglich, die Unternehmenssanierung im Insolvenzverfahren zu fördern. Reorganisation und übertragende Sanierung stehen nun gleichberechtigt neben der Liquidation des Unternehmens als Verwertungsmöglichkeit zur Verfügung.

Diesen Ansatz hat das frühere Konkurs- und Gesamtvollstreckungsrecht nicht verfolgt. Die Vergleichsordnung hat nur in ganz bestimmten, eng umgrenzten und damit seltenen Fällen, einen neuen Start oder geordneten, entschuldeten Rückzug des Gemeinschuldners ermöglicht. Der Gedanke des Fresh Start, die Eigensanierung des Gemeinschuldners, war zu einem kümmerlichen Schattendasein vergattert.

Die Insolvenzordnung (InsO) stellt dagegen mit den §§ 217 bis 269 und dem dort geregelten Insolvenzplan ein universelles Instrument zur Verfügung, dass innerhalb des Insolvenzverfahrens die Möglichkeit eröffnet, alternativ eine von der Verwertung des Schuldnervermögens und der Erlösverteilung abweichende Gestaltung vorzunehmen, insbesondere zum Erhalt des Unternehmens. Angelehnt an das US-amerikanische Insolvenzrecht hat der Gesetzgeber den Insolvenzplan, als Option in das Insolvenzverfahren aufgenommen. Somit wird es dem Schuldner ermöglicht, aktiv die Insolvenzabwicklung zu gestalten, ohne inhaltlichen Schranken zu unterliegen. Nach dem Willen des Gesetzgebers soll das Insolvenzplanverfahren auch dem Schuldner zugänglich sein und damit die Eigensanierung mit entsprechender Entschuldung ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in das Thema der Unternehmenssanierung

2.1 Aktuelle Situation in Deutschland

2.2 Charakter und Ursachen von Unternehmenskrisen

3. Der Insolvenzfall

3.1 Die Eröffnungstatbestände

3.2 Unternehmensfortführung im Eröffnungsverfahren

4. Sanierungsprüfung und –entscheidung

4.1 Grundlagen der Sanierungsprüfung

4.1.1 Darstellung allgemeiner Beurteilungskriterien.

4.1.2 Abgrenzung der Beurteilungskriterien nach der InsO

4.1.3 Prüfung der Fortführungsaussichten nach § 22 I Nr. 3 InsO

4.2 Sanierungsentscheidung

5. Der Insolvenzplan als Sanierungsplan

5.1 Rechtsnatur des Insolvenzplans

5.2 Planinitiative

5.3 Gliederung des Plans

5.3.1 Darstellender Teil § 220 InsO

5.3.2 Gestaltender Teil § 221 InsO

5.3.3 Plananlagen

5.4 Verfahren

5.4.1 Ausarbeitung des Plans

5.4.2 Vorlage

5.4.3 Annahme des Plans

5.4.4 gerichtliche Bestätigung

5.4.5 Wirkung des bestätigten Plans

5.4.6 Durchsetzung und Überwachung des Plans

5.5 Insolvenzplantypen

5.5.1 Eigensanierungspläne

5.5.2 Übertragende Sanierung

5.5.3 Moratoriumspläne

5.5.4 Prepackeged Plans (vorbereitende Pläne)

5.5.5 Finanzwirtschaftliche Insolvenzpläne

5.5.6 Leistungswirtschaftliche Insolvenzpläne

6. Voraussetzungen und Maßnahmen für einen Fresh Start

6.1 Leistungswirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen

6.2 Finanzwirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Unternehmenssanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens mit dem spezifischen Fokus auf den Insolvenzplan. Ziel ist es, die Eignung des Insolvenzplans als Instrument zur Unternehmensrettung und zur Erreichung eines "Fresh Start" zu analysieren sowie die rechtlichen Anforderungen und praktischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung darzulegen.

  • Grundlagen und Herausforderungen bei Unternehmenskrisen und deren Ursachen.
  • Methodische Anforderungen an die Sanierungsprüfung und Entscheidungsfindung.
  • Struktur, Rechtsnatur und Verfahrensablauf des Insolvenzplans nach der Insolvenzordnung (InsO).
  • Analyse verschiedener Insolvenzplantypen und deren Anwendung in der Praxis.
  • Leistungswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Maßnahmen zur Umsetzung eines "Fresh Start".

Auszug aus dem Buch

5.4.3 Annahme des Plans

Der Plan muss als Regelungsgrundlage durch einen Beschluss der Gläubiger legitimiert werden. Zu diesem Zweck bestimmt das Gericht einen Erörterungs- und Abstimmungstermin. In ihm wird zunächst der Plan und das Stimmrecht der Gläubiger erörtert (§ 235 InsO). Frühestens findet der Abstimmungstermin mit dem Prüfungstermin zusammen statt. In dem Abstimmungstermin kann der Vorlegende den Plan noch abändern, damit seine Erfolgschancen erhöht werden (§ 240 S.1 InsO). Über den abgeänderten Plan kann noch im selben Termin abgestimmt werden(§ 240 S.2 InsO).

Die Abstimmung über den Insolvenzplan erfolgt innerhalb der einzelnen Gläubigergruppen gesondert (§ 222 InsO). Wobei in jeder Gruppe eine Mehrheit, die mehr als die Hälfte der Ansprüche der jeweiligen Gruppe repräsentiert, für den Plan stimmen muss. Zur Annahme ist die Zustimmung aller Gruppen erforderlich, nicht nur die der Mehrheit der Gruppen (§ 244 I 1HS. InsO:„Zur Annahme des Insolvenzplans ist [es] erforderlich, dass in jeder Gruppe...“).

Eine Mehrheit einer Gruppe kommt wie folgt zu Stande: Zunächst muss die Personenmehrheit gegeben sein (§ 244 I Nr. 1 InsO). Zu dem muss die Anzahl der zustimmenden Gläubiger auch mehr als die Hälfte der Forderungen innerhalb der Gruppe darstellen (§ 233 I Nr. 2 InsO). Eine Mehrheit einer Gruppe ist also nur zu Stande gekommen, wenn die Anzahl der zustimmenden Personen überwiegt und diese auch gleichzeitig eine Mehrheit der Forderungen innehat (=Summenmehrheit). Gläubiger, denen ein Recht gemeinschaftlich zusteht, gelten bei der Abstimmung als ein Gläubiger (§ 244 II InsO).

Hier wird die Bedeutung der Gruppenbildung im darstellenden Teil des Plans evident - sie liegt im planstrategischen Bereich. Je nach Einteilung der Gläubiger können Abstimmungsergebnisse und Mehrheiten beeinflusst werden, mit anderen Worten: die Gruppenbildung ist der strategische Schlüssel zu Mehrheitsfrage.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Insolvenzordnung und das Ziel der Sanierung statt Zerschlagung vor, um Unternehmen einen „Fresh Start“ zu ermöglichen.

2. Einführung in das Thema der Unternehmenssanierung: Dieses Kapitel analysiert die aktuelle Insolvenzsituation in Deutschland sowie die Charakteristika und Ursachen von Unternehmenskrisen.

3. Der Insolvenzfall: Hier werden die gesetzlichen Eröffnungstatbestände definiert und die Möglichkeiten der Unternehmensfortführung im Eröffnungsverfahren erläutert.

4. Sanierungsprüfung und –entscheidung: Es werden die Kriterien für eine Sanierungsentscheidung sowie die Rolle des vorläufigen Insolvenzverwalters bei der Prüfung von Fortführungsaussichten diskutiert.

5. Der Insolvenzplan als Sanierungsplan: Dieses zentrale Kapitel analysiert Aufbau, Verfahren, Gruppenbildung und rechtliche Natur des Insolvenzplans sowie verschiedene Plantypen.

6. Voraussetzungen und Maßnahmen für einen Fresh Start: Das Kapitel beschreibt konkrete leistungswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Maßnahmen zur Sanierung eines Unternehmens.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung, dass die InsO eine marktkontforme Sanierung ermöglicht, auch wenn sie aufgrund von Rechts- und Wirtschaftsbedingungen limitiert bleibt.

Schlüsselwörter

Unternehmenssanierung, Insolvenzordnung, Insolvenzplan, Fresh Start, Sanierungsprüfung, Gläubigergruppen, Eigensanierung, Übertragende Sanierung, Liquidität, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenzverwalter, Sanierungskonzept, Restschuldbefreiung, Insolvenzverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Möglichkeit der Unternehmenssanierung im Insolvenzfall unter besonderer Berücksichtigung des Insolvenzplans als Instrument zur Unternehmensrettung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Ursachen von Unternehmenskrisen, die Anforderungen an eine Sanierungsprüfung, das Verfahren und die Struktur von Insolvenzplänen sowie verschiedene Sanierungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, wie effektiv die Insolvenzordnung den "Fresh Start" eines Unternehmens fördert und ob der Insolvenzplan den hohen Erwartungen an eine effiziente Sanierung gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Gesetzesanalyse, die betriebswirtschaftliche Sanierungsinstrumente den rechtlichen Vorgaben der InsO gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Sanierungsprüfung, den Aufbau des Insolvenzplans (darstellender und gestaltender Teil), das Abstimmungsverfahren sowie konkrete Maßnahmen zur finanziellen und leistungswirtschaftlichen Sanierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Insolvenzplan, Eigensanierung, Fresh Start, Sanierungsprüfung, Insolvenzordnung (InsO) und Gläubigerbefriedigung.

Warum ist die "Gruppenbildung" bei der Annahme eines Insolvenzplans so wichtig?

Die Gruppenbildung ist der strategische Schlüssel zur Mehrheitsfrage, da sie die Interessen verschiedener Gläubigerkategorien bündelt und durch das Obstruktionsverbot Einfluss auf das Abstimmungsergebnis nimmt.

Was unterscheidet den "Prepackaged Plan" von einem regulären Insolvenzplan?

Ein "Prepackaged Plan" wird bereits vor der Einleitung des offiziellen Insolvenzverfahrens unter Kooperation mit Beteiligten vorbereitet, was das Verfahren erheblich beschleunigen und das Risiko eines Vertrauensverlustes mindern kann.

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Details

Title
Möglichkeit der Unternehmenssanierung im Insolvenzfall
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Grade
1,3
Author
Markus Bergmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V30254
ISBN (eBook)
9783638315555
Language
German
Tags
Möglichkeit Unternehmenssanierung Insolvenzfall
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Bergmann (Author), 2004, Möglichkeit der Unternehmenssanierung im Insolvenzfall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30254
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