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Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht

Eine Typisierung in der Europäischen Union

Title: Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht

Bachelor Thesis , 2014 , 42 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Hamann (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Diverse Bilanzskandale in der Vergangenheit und die damit verbundenen Verluste für Kapitalgeber haben die Diskussion einer Aufsicht über den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer vorangetrieben. Im Ergebnis fanden auf europäischer Ebene in den letzten Jahrzehnten umfangreiche regulatorische Maßnahmen hinsichtlich der Vorschriften für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer Einzug. Die Einführung einer beruflichen Aufsicht in Verbindung mit einer externen Qualitätskontrolle wurde für die Mitgliedstaaten obligatorisch. Primär verfolgt diese Maßnahme das Ziel, die Wirtschaftsprüfer durch ausreichende Kontrolle zu einem regelkonformen Verhalten anzuhalten und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken. Der Glaubwürdigkeit der Arbeit der Abschlussprüfer kommt gerade deshalb so eine hohe Bedeutung zu, da die Adressaten der geprüften Abschlüsse ihre Investitionsentscheidungen auf die testierten Jahresabschlussinformationen stützen und diese somit grundlegendes Informationsinstrument für einen effizienten und funktionierenden Kapitalmarkt darstellen. Darüber hinaus vermittelt eine sich selbst regulierende Branche ohne kontrollierende Einblicke der Öffentlichkeit ein mit vielen Interessenkonflikten behaftetes Bild.

Eine Debatte um die Optimierung der Ausgestaltung einer Abschlussprüferaufsicht ist bis heute nicht beendet. Ziel dieser Arbeit ist es, durch die Typisierung der Abschlussprüferaufsicht anhand von Beispielen in der Europäischen Union einen Einblick in diese Debatte zu geben.
Zu Beginn der Arbeit werden die Mindestanforderungen an die Abschlussprüferaufsicht in der Europäischen Union dargelegt. Anschließend folgt eine Vorstellung der grundlegenden Systemvarianten der externen Qualitätskontrolle, um diese nachfolgend exemplarisch am derzeitigen Aufsichtssystem in Deutschland und Großbritannien darzustellen. Diese beiden Volkswirtschaften erweisen sich als besonders geeignet, um die beiden Stereotypen einer Abschlussprüferaufsicht anhand aktueller Beispiele bestmöglich zu verdeutlichen. Da die Wirksamkeit des gesamten Aufsichtssystems maßgeblichen von der Ausgestaltung der externen Qualitätskontrolle abhängt, steht dieses Thema im Fokus. Eine kritische Würdigung der dargestellten Systeme soll Vor- und Nachteile beider Systemvarianten verdeutlichen und in einer Schlussbetrachtung Ansätze für eine weitere Debatte liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anforderungen an die Abschlussprüferaufsicht in der EU

3. Grundlegende Systemvarianten der externen Qualitätskontrolle

4. Die Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht in Deutschland

4.1 Die institutionelle Ausgestaltung des Aufsichtssystems

4.1.1 Die Abschlussprüferaufsichtskommission

4.1.2 Die Wirtschaftsprüferkammer

4.1.3 Die Kommission für Qualitätskontrolle

4.1.4 Die Prüfer für Qualitätskontrolle

4.2 Das Verfahren der externen Qualitätskontrolle

4.2.1 Prüferauswahl und Auftragserteilung

4.2.2 Planung der Prüfung

4.2.3 Durchführung der Prüfung

4.2.4 Maßnahmen bei festgestellten Mängeln

4.3 Kritische Würdigung des Aufsichtssystems in Deutschland

5. Die Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht in Großbritannien

5.1 Institutionelle Ausgestaltung

5.1.1 Recognised Supervisory Bodies und Recognised Qualifying Bodies

5.1.2 The Professional Oversight Board

5.1.3 The Audit Inspection Unit

5.1.4 The Audit Monitoring Unit

5.2 Das Verfahren der externen Qualitätskontrolle

5.2.1 Planung der Inspektionen

5.2.2 Durchführung der Inspektionen

5.2.3 Maßnahmen bei festgestellten Mängeln

5.3 Kritische Würdigung des Aufsichtssystems in Großbritannien

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, durch eine systematische Typisierung die Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht zu analysieren und mittels eines Vergleichs zwischen Deutschland und Großbritannien Einblicke in die aktuelle regulatorische Debatte zu gewähren.

  • Anforderungen an die Abschlussprüferaufsicht innerhalb der EU
  • Systemvarianten der externen Qualitätskontrolle (Peer Review vs. Monitoring)
  • Institutionelle Struktur der Abschlussprüferaufsicht in Deutschland
  • Strukturen und Verfahrensweisen der Aufsicht in Großbritannien
  • Kritische Würdigung und Gegenüberstellung der Systeme

Auszug aus dem Buch

4.2.3 Durchführung der Prüfung

Die Prüfungen werden im Wesentlichen vor Ort in der WPG durchgeführt (IDW PS 140 Nr. 47, 48). Eine eingehende Aufbau- und Funktionsprüfung soll die drei Säulen der internen Qualitätssicherung – Praxisorganisation, Auftragsabwicklung und interne Nachschau – Übereinstimmung mit den gesetzlichen Normen beurteilen (IDW PS 140 Nr. 54). Dabei ist die Angemessenheit des Systems und seiner Organisationsstrukturen unter Beachtung der Größe und Komplexität der zu prüfenden WPG zu definieren (IDW PS 140 Nr. 50, 52).

Nach einer Schlussbesprechung mit der geprüften WPG erstellt der PfQK einen schriftlichen Qualitätskontrollbericht, den er im letzten Schritt an die KfQK zu leiten hat. Dieser enthält Informationen zum geprüften Qualitätssicherungssystem, Art und Umfang der Prüfung sowie ihre Ergebnisse mitsamt Prüfungsurteil und den Empfehlungen des PfQK zur Beseitigung festgestellter Mängel bzw. einer Begründung bei Versagung des Prüfungsurteils (IDW PS 140 Nr. 82-84; § 18 SfQK).

Die geprüfte WPG hat bei eingeschränktem oder versagtem Prüfungsurteil sowie unternommener Handlungen für die festgestellten Mängel eine Stellungnahme bei der KfQK einzureichen. Der Wirtschaftsprüfer hat ebenfalls die Möglichkeit, eine abweichende Auffassung von der Feststellung des PfQK dazulegen (IDW PS 140 Nr. 114, 113).

Die WPK stellt umgehend eine Teilnahmebescheinigung aus, wenn das Prüfungsurteil nicht versagt wurde. Anschließend findet eine Auswertung des Berichts statt. Sollte die KfQK zu einem Ergebnis kommen, das von dem des PfQK abweicht, kann sie nachträglich eine solche Bescheinigung ausstellen bzw. die bereits ausgestellte Teilnahme widerrufen (§ 57e Abs. 2 Satz 5 WPO §§ 10, 11 SfQK).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Abschlussprüferaufsicht ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Anforderungen an die Abschlussprüferaufsicht in der EU: Das Kapitel legt die regulatorischen Rahmenbedingungen und Mindestanforderungen der Europäischen Union für die Aufsicht über den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer dar.

3. Grundlegende Systemvarianten der externen Qualitätskontrolle: Hier werden die zwei zentralen Ansätze – das Peer-Review-Verfahren und das Monitoring-Verfahren – theoretisch differenziert.

4. Die Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht in Deutschland: Dieses Kapitel detailliert die institutionelle Aufstellung, das Verfahren der Qualitätskontrolle sowie eine kritische Bewertung des deutschen Systems.

5. Die Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht in Großbritannien: Das Kapitel analysiert die institutionelle Architektur und die Inspektionsprozesse im britischen System und schließt mit einer kritischen Würdigung ab.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und bewertet die Vor- und Nachteile der untersuchten Aufsichtssysteme.

Schlüsselwörter

Abschlussprüferaufsicht, Externe Qualitätskontrolle, Wirtschaftsprüfer, Peer Review, Monitoring, Aufsichtssystem, Wirtschaftsprüferkammer, Qualitätssicherung, Berufsaufsicht, Prüfung, Großbritannien, Deutschland, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Sanktionen, Berufsrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der regulatorischen Ausgestaltung und den Kontrollmechanismen der Aufsicht über den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Anforderungen der EU, die verschiedenen Systemvarianten der Qualitätskontrolle sowie die spezifische Umsetzung in Deutschland und Großbritannien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, durch eine Typisierung der Abschlussprüferaufsicht und den Vergleich zweier nationaler Systeme ein tieferes Verständnis für die aktuelle Debatte zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Systemanalyse, bei der die regulatorischen Vorgaben und die organisatorischen Strukturen beider Länder verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Institutionen (wie WPK oder FRC), die jeweiligen Prüfungsverfahren, die Maßnahmen bei Mängeln und kritisiert die Wirksamkeit der Systeme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Abschlussprüferaufsicht, externe Qualitätskontrolle, Peer Review, Monitoring und Berufsrecht definiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle der "Fire-Wall" in Deutschland?

Die "Fire-Wall" dient in Deutschland als organisatorische Trennung zwischen der Berufsaufsicht und der Kommission für Qualitätskontrolle, um Interessenkonflikte bei der Durchführung von Kontrollen zu vermeiden.

Welche Vorteile bietet das britische Monitoring-System laut der Autorin?

Der wesentliche Vorteil in Großbritannien wird in der größeren Unabhängigkeit der Inspektoren gesehen, da die Zuteilung durch eine zentrale Monitoring Unit erfolgt und nicht durch Berufskollegen.

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Details

Title
Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht
Subtitle
Eine Typisierung in der Europäischen Union
College
University of Rostock
Grade
1,3
Author
Claudia Hamann (Author)
Publication Year
2014
Pages
42
Catalog Number
V302616
ISBN (eBook)
9783668011830
ISBN (Book)
9783668011847
Language
German
Tags
Abschlussprüferaufsicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Hamann (Author), 2014, Ausgestaltung der Abschlussprüferaufsicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302616
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