Für die Rentner von morgen wird es finanziell eng. Und schon heute hat ein Drittel der fleißigen Beitragszahler Angst vor Altersarmut. Zu Recht, denn nicht nur die Rentenzahlungen werden, gemessen am letzten Gehalt, gekürzt, sie werden auch zunehmend besteuert. Schon seit 2005 steigt Jahr für Jahr der zu versteuernde Anteil der bezogenen Rente um mehrere Prozentpunkte. Wer 2040 in den Ruhestand geht, wird die gesamten Altersbezüge versteuern müssen.
Im Gegenzug können Angestellte Jahr für Jahr einen immer größeren Teil ihrer Altersvorsorgebeiträge steuerlich absetzen. Für sie lohnt es sich, zur Deckung künftiger Lücken aus der gesetzlichen Rente mit der Steuerersparnis privat vorzusorgen.
Im Zuge der allgemeinen Entwicklung der Rentensituation in Deutschland ist es heute nahezu unerlässlich, zusätzliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen, also sollte frühzeitig freiwillig vorgesorgt werden.
Eine der zahlreichen Möglichkeiten zur Finanzierung ist die betriebliche Altersvorsorge, die zur Zusatzversorgung zählt. „Die betriebliche Altersversorgung ist ein fester Bestandteil der Alterssicherungssysteme in den alten Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland. Als freiwillige Sozialleistung des Arbeitgebers hat sie eine Ergänzungsfunktion zur Grundversorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung.“ Weiterhin ist eine betriebliche Altersvorsorge sehr praktisch für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, denn Vorteile können beide Seiten daraus ziehen. Womit wir zur Fragestellung kommen:
Steigert eine Betriebliche Altersvorsorge die Attraktivität des Arbeitgebers?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgehensweise der Arbeit
3. Das 3 - Säulen Modell
3.1. Grundlagen der privaten Altersvorsorge
3.2. Grundlagen der gesetzlichen Rente
4. Grundlagen der Betrieblichen Altersvorsorge (bAV)
4.1. Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge
4.1.1. Direktversicherung
4.1.2 Pensionskassen
4.1.3. Pensionsfonds
4.1.4. Unterstützungskasse
4.1.5 Pensionszusage / Direktzusage
5. Vorteile für Arbeitnehmer
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) als Instrument zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Dabei wird analysiert, inwiefern das Angebot einer solchen Vorsorgelösung dazu beitragen kann, qualifizierte Fachkräfte langfristig an ein Unternehmen zu binden und sich im Wettbewerb um Arbeitnehmer positiv zu positionieren.
- Grundlagen des Drei-Säulen-Modells der Altersvorsorge
- Systematik und Definition der betrieblichen Altersvorsorge (bAV)
- Detaillierte Analyse der fünf Durchführungswege der bAV
- Steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Vorteile für Arbeitnehmer
- Strategische Bedeutung der bAV für die Personalakquise und -bindung
Auszug aus dem Buch
4.1.4. Unterstützungskasse
Der älteste Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung ist die Unterstützungskasse. Er ist durch das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) anerkannt (s. §1b BetrAVG). „Das Prinzip besteht in der Auslagerung der Vorsorgeleistungen vom Arbeitgeber auf eine so genannte Unterstützungskasse, die in Form einer GmbH, eines eingetragenen Vereins oder einer Stiftung gegründet werden kann. Insofern ist sie ein eigenständiges Rechts- und Steuersubjekt und kann das Kapital frei anlegen. Zwar gewährt die Unterstützungskasse selbst keinen Rechtsanspruch auf die Vorsorgeleistungen, aber sie bietet dennoch für den Arbeitnehmer eine hohe Sicherheit, weil laut BetrAVG der Arbeitgeber auch dann für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen einsteht, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn erfolgt. Er hat also in jedem Falle dafür zu sorgen, dass die Vorsorgezusage gegenüber dem Arbeitnehmer erfüllt wird. Die Vorsorge erfolgt bei Erreichen des Pensionsalters in Form einer lebenslangen Rente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung.“37
Weiterhin gibt es zwei verschiedene Formen der Unterstützungskasse. Diese setzen sich aus der pauschal dotierten Unterstützungskasse und der rückengedeckten Unterstützungskasse zusammen. „Während bei der rückengedeckten Unterstützungskasse die vom Versorgungsträger zugesagten Leistungen versicherungsförmig rückengedeckt werden, kommt der pauschal dotierten Unterstützungskasse die Möglichkeit der freien Kapitalanlage zu.“38
Die Unterstützungskasse übernimmt die Zusage der Vorsorgeleistungen gegenüber dem Arbeitnehmer, wobei die Beiträge entweder durch den Arbeitgeber (Unterstützungskasse als direkte Zuwendung) oder den Arbeitnehmer (Unterstützungskasse in Form einer Entgeltumwandlung) eingezahlt werden können. Mischformen sind ebenfalls möglich und durchaus üblich. Zu unterscheiden ist außerdem zwischen der ursprünglichen Form einerseits, der pauschaldotierten Unterstützungskasse, bei der zur Sicherung der Erfüllung der Vorsorgezusage Rücklagen gebildet werden, und der so genannten rückgedeckten Unterstützungskasse andererseits.39
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der gesetzlichen Rentenlücke und führt die betriebliche Altersvorsorge als notwendige Ergänzung sowie als Instrument zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität ein.
2. Vorgehensweise der Arbeit: Dieses Kapitel definiert die Forschungsfrage und beschreibt das methodische Vorgehen, bei dem die 3-Säulen-Modelle und die verschiedenen Durchführungswege der bAV als Grundlage dienen.
3. Das 3 - Säulen Modell: Hier wird das deutsche Rentensystem erklärt, das auf der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Vorsorge aufbaut.
4. Grundlagen der Betrieblichen Altersvorsorge (bAV): Dieser Abschnitt definiert die bAV und stellt die fünf gesetzlich anerkannten Durchführungswege ausführlich dar.
5. Vorteile für Arbeitnehmer: Die verschiedenen Durchführungswege werden hinsichtlich ihrer spezifischen Vorteile, wie steuerliche Ersparnisse und Portabilität, für den Arbeitnehmer detailliert bewertet.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die bAV ein wirksames Instrument zur Mitarbeiterbindung im Kontext des Fachkräftemangels darstellt und für Arbeitnehmer eine unverzichtbare Ergänzung zur Altersvorsorge ist.
Schlüsselwörter
Betriebliche Altersvorsorge, bAV, Arbeitgeberattraktivität, Entgeltumwandlung, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse, Direktzusage, Rentenlücke, Altersvorsorge, Vorsorgekonzept, Fachkräftemangel, Arbeitnehmerbindung, Rentensystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der betrieblichen Altersvorsorge und analysiert, wie diese als attraktives Benefit für Arbeitnehmer zur Steigerung der Arbeitgebermarke beitragen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das deutsche Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge, die rechtlichen Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersvorsorge und die detaillierte Darstellung der fünf Durchführungswege.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es, wissenschaftlich zu erarbeiten, ob das Anbieten einer betrieblichen Altersvorsorge die Attraktivität eines Arbeitgebers für potenzielle Fachkräfte steigert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autoren nutzen eine Literaturanalyse zur Erläuterung der Rentensysteme und eine strukturierte Definition der Durchführungswege der bAV, um daraus die Vorteile für Arbeitnehmer abzuleiten.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die fünf Durchführungswege: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage, inklusive deren Funktionsweise und steuerlicher Behandlung.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind bAV, Entgeltumwandlung, Arbeitgeberattraktivität, betriebliche Altersvorsorge und Fachkräftemangel.
Welche besonderen Vorteile bietet die Direktversicherung bei Arbeitgeberwechseln?
Ein wesentlicher Vorteil ist die Portabilität, da der Vertrag auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden kann oder privat vom Arbeitnehmer fortgeführt werden darf.
Warum ist die Wahl des Durchführungswegs bei Vielverdienern besonders relevant?
Insbesondere bei der Unterstützungskasse können Arbeitnehmer mit hohem Einkommen von einer Verdopplung der staatlichen Förderung profitieren, da die Beitragshöhe dort flexibler und nach oben hin weniger begrenzt ist als bei anderen Wegen.
- Arbeit zitieren
- Mandy Rauch (Autor:in), Friederike Kablitz (Autor:in), 2015, Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge für den Arbeitnehmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302737