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Semiologie des Alltags. Eine Analyse denotierter und konnotierter Botschaften in modernen Mythen

Título: Semiologie des Alltags. Eine Analyse denotierter und konnotierter Botschaften in modernen Mythen

Tesis (Bachelor) , 2013 , 34 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Oliver Vonhausen (Autor)

Filosofía - Teoría (cognición, ciencia, lógica, idioma)
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„Unsere Welt ist voller Zeichen!“ Unter diesem oder einem ähnlichen Motto stehen wahrscheinlich viele Einleitungstexte von Aufsätzen und Arbeiten, die sich in irgendeiner Form mit Semiologie, also der Wissenschaft von Zeichen, beschäftigen.

Dabei wird meist darauf hingewiesen, dass wir in unserem Alltag ständig mit einer Unmenge von Zeichen konfrontiert werden und diese mehr oder weniger bewusst lesen und verstehen müssen, um uns halbwegs in dieser Welt zurechtzufinden.

Das klassische Beispiel ist der Stadtbewohner, der beim Schritt vor seine Haustür sofort zahlreiche „Leseleistungen“ vollbringen muss, um nur lebend von A nach B zu kommen. Straßenschilder, die teils auf Icons, teils auf sprachlichen Zeichen basieren, regeln den Verkehr oder zeigen den Weg an. Das grüngelbe H verweist auf die gesuchte Bushaltestelle. Diese Allgegenwärtigkeit von Zeichen rechtfertigt dann verständlicherweise den Anspruch der Semiologie auf der Relevanzskala der Geisteswissenschaften einen der oberen Plätze einzunehmen.

Eine weitere, sowohl semiologische als auch psychologische, Analyseebene sollte dem Ganzen aber hinzugefügt werden. Denn nicht erst wenn wir vor die Tür treten beginnt unser Kontakt mit Zeichen. Und auch nicht, wenn wir im Badezimmer anhand des blauen Punktes auf dem Wasserhahn dessen Stellung zur Ausgabe von kaltem Wasser erkennen, hat der Umgang mit Zeichen sein Maximum an Intimität erreicht.

Unabhängig von der viel diskutierten Frage, ob unser Denken nicht auch nur in einer Sprache vollzogen werden kann, ist doch ein Großteil unserer Entscheidungen abhängig von unserem Assoziationsvermögen. Und dieses verbindet eben zum Beispiel Zeichen mit Zeichen, Gefühle mit Gefühlen, Zeichen mit Gefühlen und umgekehrt. Wenn wir eine Handlung vollziehen oder durch diese in einen bestimmten psychischen oder physischen Zustand versetzt werden und dabei eine ausgeprägte Emotion empfinden, wird diese Handlung oder der Zustand zu einem Zeichen für das Gefühl. Das nächste Mal entscheiden wir uns eigentlich nicht mehr für die Handlung, sondern für das Gefühl.

Diese einfache Verbindung von materieller Welt und geistigen Zuständen hat hier noch einen unschuldigen Charakter und ist empirisch fundiert. Problematisch wird es jedoch, wenn dieser Zusammenhang zwischen Tat und Gefühl nicht mehr aus der eigenen Erfahrung stammt, sondern zum Beispiel durch Sozialisation in unsere Köpfe gepflanzt wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mythos bei Roland Barthes

2.1. Semiologische Grundlagen bei de Saussure

2.2. Der Mythosbegriff bei Roland Barthes

3. Moderne Mythen

3.1. Coca Cola: Marke und Werbung

3.2. Der Mythos der persönlichen Ökobilanz

3.3. Der Mythos der Mythendestruktion

4. Die Dilemmata des Mythologen als Aufklärer

4.1. Komplexität

4.2. Soziale Exklusion

5. Mythische Grundfiguren, praktische Konzeptualisierung und Nutzen der Mythologie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionsweise von Mythen im Alltag auf Basis der semiologischen Theorien von Roland Barthes. Das primäre Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die kulturelle oder werbliche Botschaften als "natürlich" erscheinen, obwohl sie ideologisch geprägt sind, und dabei die Rolle des Mythologen als kritischen Analytiker zu reflektieren.

  • Grundlagen der Semiologie nach Ferdinand de Saussure
  • Struktur und Wirkungsweise des Mythos bei Roland Barthes
  • Analyse moderner Mythen am Beispiel von Werbung und Ökobilanz
  • Reflexion über die gesellschaftliche Position und die Dilemmata des Mythologen

Auszug aus dem Buch

Der Mythosbegriff bei Roland Barthes

Gleich zu Beginn macht Barthes eben dies deutlich, wenn er ausführt, dass Sprache einerseits unter bestimmten Bedingungen zum Objekt des Mythos werden kann und dieser andererseits selbst, wie die Sprache, „ein System der Kommunikation, eine Botschaft“ ist. Inhaltlich sieht er keine Grenzen für den Mythos, da die einzige Bedingung, die ein Objekt ergreifbar für den Mythos macht, die formale Möglichkeit dieses Objektes ist, zum Gegenstand eines Diskurses zu werden. Dabei lassen sich zwar verschiedene Träger der mythischen Rede unterscheiden, zum Beispiel je nach dem, ob sie verbaler oder visueller Natur sind.

Diese Differenz bezieht sich jedoch nur auf die Materie derer sich der Mythos bedient und manifestiert sich unter anderem in der Eignung einer Darstellungsform für bestimmte Zwecke. So haben Bilder durch die Gleichzeitigkeit der Rezeption der verschiedenen Bildinhalte natürlich eine andere Wirkung als ein schriftlicher Ausdruck, auch wenn beide dieselbe Tatsache zum Inhalt haben. Barthes verwendet demnach eine „generalisierte Auffassung von Sprache“ und hält fest: „ Unter Sprache, Diskurs, Rede usw. ist hier also von nun an jede bedeutungshaltige Einheit oder Synthese zu verstehen, sei sie verbaler oder visueller Art. Wir werden eine Photographie mit demselben Recht als Rede betrachten wie einen Zeitungsartikel.“

Nach dieser ersten Einführung in sein Verständnis vom Mythosbegriff, konkretisiert Barthes dann diesen weiter und greift dabei auf das eingangs erwähnte Schema vom semiologischen System zurück. Auch der Mythos hat ein Signifikat und einen Signifikanten. Was ihn aber von einfachen semiologischen Systemen wie der Sprache oder der Fotografie unterscheidet, ist die Tatsache, dass „er auf einer semiologischen Kette aufbaut, die schon vor ihm existiert: Er ist ein sekundäres semiologisches System.“ Das heißt, dass der Mythos nur das fertige Zeichen des primären semiologischen Systems aufgreift und es zum einfachen Signifikanten eines weiteren semiologischen Systems macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die semiologische Alltagsanalyse ein und postuliert die allgegenwärtige Relevanz von Zeichen, während sie gleichzeitig die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Mythen begründet.

2. Der Mythos bei Roland Barthes: Das Kapitel erläutert die Saussure'schen Grundlagen der Sprachwissenschaft und führt Barthes’ Verständnis des Mythos als sekundäres semiologisches System ein.

3. Moderne Mythen: Anhand von Coca-Cola-Werbung und der persönlichen Ökobilanz wird die praktische Anwendung der Barthes’schen Theorie auf aktuelle Phänomene und deren "Naturalisierung" veranschaulicht.

4. Die Dilemmata des Mythologen als Aufklärer: Hier wird die schwierige Rolle des Mythologen reflektiert, der sich durch die notwendige Metaperspektive sozial isoliert und Gefahr läuft, selbst mythischen Strukturen zu verfallen.

5. Mythische Grundfiguren, praktische Konzeptualisierung und Nutzen der Mythologie: Dieses Kapitel diskutiert die politischen Dimensionen des Mythos sowie die Frage, wie eine kritische Mythologie trotz persönlicher Nachteile einen emanzipatorischen Beitrag leisten kann.

Schlüsselwörter

Semiologie, Roland Barthes, Mythos, Zeichensystem, Werbung, Konnotation, Denotation, Naturalisierung, Metasprache, Objektsprache, Mythologe, Aufklärung, Ökobilanz, Bedeutung, Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Mythen funktionieren, indem sie Zeichen des Alltags – wie Werbung oder ökologische Leitbilder – semiologisch dekonstruiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die allgemeine Zeichentheorie nach de Saussure, Barthes’ Konzept der "Mythen des Alltags" sowie die kritische Auseinandersetzung mit modernen konsum- und umweltbezogenen Mythen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mythen durch die Umwandlung von Geschichte in Natur ideologische Absichten verschleiern und wie ein kritischer Blick diese Prozesse entlarven kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die semiologische Filmanalyse und Textanalyse im Sinne der strukturalistischen Tradition von Roland Barthes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, fallbasierte Analysen (Werbung, Ökobilanz) und eine kritische Reflexion über die Rolle des analysierenden Mythologen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Mythos, Semiologie, Naturalisierung, Konnotation, Metasprache und gesellschaftliche Aufklärung.

Wie unterscheidet sich der Mythos von der normalen Sprache?

Laut Barthes ist der Mythos ein "sekundäres semiologisches System", das ein bereits existierendes Zeichen der Objektsprache als Form für eine neue, ideologisch aufgeladene Bedeutung nutzt.

Warum steht der Mythologe laut der Arbeit in einem Dilemma?

Der Mythologe steht in einem Dilemma, weil er durch die Distanznahme zur gesellschaftlichen Praxis, die für seine Analyse notwendig ist, den Kontakt zur "natürlichen" Erfahrung verliert und sozial isoliert wird.

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Detalles

Título
Semiologie des Alltags. Eine Analyse denotierter und konnotierter Botschaften in modernen Mythen
Universidad
University of Würzburg  (Philosophie)
Calificación
1,3
Autor
Oliver Vonhausen (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
34
No. de catálogo
V302910
ISBN (Ebook)
9783668016200
ISBN (Libro)
9783668016217
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zeichentheorie Roland Barthes Semiologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Oliver Vonhausen (Autor), 2013, Semiologie des Alltags. Eine Analyse denotierter und konnotierter Botschaften in modernen Mythen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302910
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