Fremdsprachliche Einflüsse auf die historische Entwicklung der deutschen Sprache


Bachelorarbeit, 2015
33 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Terminologische Grundlagen

3. Die historische Entwicklung der deutschen Sprache
3.1. Frühzeit - Ursprünge in der Antike
3.2. Das Mittelalter - Althochdeutsch (ahd.)
3.3. Das Mittelalter - Mittelhochdeutsch (mhd.)
3.5. Das Deutsch der Gegenwart - Neuhochdeutsch (nhd.)

4. Fremdsprachliche Einflüsse auf das Deutsch im Laufe der Zeit
4.1. Entlehungsmethoden
4.2. Der lateinische Einfluss
4.3. Der griechische Einfluss
4.4. Der französische Einfluss
4.5. Der englische Einfluss
4.6. Deutsche Wörter in anderen Sprachen

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Sprachen sind das wichtigste Mittel der menschlichen Kommunikation und sie werden mit mündlichen, nonverbalen oder schriftlichen Mitteln eingesetzt. Menschen nutzen Sprachen täglich, um sich auszudrücken und um miteinander zu kommunizieren und daher sind Sprachen ein wichtiges Thema, dass vor allem von vielen Sprachwissenschaftlern untersucht wird. Es ist ein sehr interessantes Thema, das viel diskutiert wird - paradoxerweise in den verschiedensten Sprachen der Welt. Jedes Land hat seine eigene Sprache oder besitzt eine veränderte Version einer anderen Sprache aufgrund von Kontakten zwischen verschiedenen Sprachen. Diese Kontakte sind sehr wirkungsvoll und unterscheiden sich je nach der Geschichte der jeweiligen Sprache und ihrer Entwicklung. Verbale Kontakte führen oft dazu, dass Sprachen Veränderungen durch den Prozess der Worterzeugung oder veränderten Aussprache erfahren.

Die deutsche Sprache ist die offizielle Sprache von Deutschland und Österreich und ist auch eine der Amtssprachen der Schweiz. Deutsch ist eine germanische Sprache, die zur süd- oder westgermanischen Gruppe der indoeuropäischen Sprachfamilie gehört, zusammen mit Englisch, Friesisch und Niederländisch (niederländischer, Flämisch). Ihre gebräuchlichsten Wörter sowie ihre grundlegende grammatische Struktur sind ähnlich zu anderen germanischen Sprachen. Insgesamt ist Deutsch die Muttersprache von mehr als 100 Millionen Menschen und damit vermutlich an sechster Stelle der Muttersprachen in der Welt (nach Chinesisch, Englisch, Hindi-Urdu, Spanisch und Russisch). Damit gehört sie zu den wichtigsten Kultursprachen der westlichen Welt.

Die historische Entwicklung von Deutsch spiegelt die innere Geschichte (Klang, Flexionen, etc.) sowie auch die äußere Geschichte, d.h. politische, soziale und intellektuelle Faktoren, die den Lauf der Entwicklung in verschiedenen Zeiten bestimmt haben, wieder. Die Geschichte der deutschen Sprache ist vor allem eine Geschichte von fremden Einflüssen, da das Deutsche viele Wörter aus fremden Sprachen aufgenommen hat. Jedoch, trotz der umfangreichen fremden Einflüsse, ist Deutsch immer eine germanische Sprache geblieben. Erik Fischer, Herbert Genzmer, und Werner König weisen in ihren Büchern darauf hin, dass die Geschichte der deutschen Sprache ein wichtiges kulturelles Thema ist, das von vielen Sprachwissenschaftlern untersucht wurde. Es ist wichtig diese Geschichte zu studieren, um den Unterschied zwischen Schreibweise und Aussprache in der Gegenwart zu verstehen. Beispielsweise haben bestimmte Buchstaben nicht den gleichen Klang im heutigen Deutsch als damals. Die Geschichte der deutschen Sprache ist auch wichtig für das Studium der Geschichte von Deutschland, weil es eine enge Verbindung zwischen den historischen Ereignissen und der Bereicherung des deutschen Wortschatzes gibt.

Ich studiere Englisch und Deutsch und dieses Thema hat mich insbesondere gefesselt, weil es meine Sprachkenntnisse über die deutsche Sprache verbessert, und es für diese akademische Forschung wichtig ist. Ziel meiner Arbeit ist es, sich mit den Einflüssen anderer Sprachen auf die deutsche Sprache auseinanderzusetzen und nachzuweisen, durch welche Sprachkontakte das gegenwärtige Deutsch herausgebildet wurde. Dazu gibt diese Arbeit einen philologisch und historisch strukturierten Überblick über die Einflüsse anderer Sprachen auf die Deutsche, um zu erfahren, welche Einflüsse am bedeutsamsten waren. Die Forschung dieser Arbeit basiert auf der standardisierten deutschen Sprache, die heutzutage in Deutschland gesprochen wird. Im Mittelpunkt steht auch die Entwicklung, die Erhaltung und die sprachlichen Einflüsse in der Sprachgeschichte, aufgrund dessen das Deutsche so ist wie gegenwärtig.

Die Arbeit wird in drei Hauptteile gegliedert: der erste Teil macht den Leser zunächst mit einigen der wichtigsten Grundlagen vertraut, die für ein besseres Verständnis der Begriffe notwendig ist, auf denen sich diese Arbeit konzentriert. Der zweite Teil dieser Arbeit wird die Geschichte und die Entwicklung des Deutschen im Laufe der Zeit darstellen. Der dritte Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der lexikalischen Analyse der Lehnwörter, um aufzuklären, welche Sprachen das Deutsche am meistens beeinflusst haben. Außerdem ist das Hauptziel dieses Kapitels herauszufinden, zu welchen Anteilen diese Fremdsprachen näherungsweise das Deutsche beeinflusst haben. Das Endziel des vierten Kapitels ist es, aufzuklären, inwiefern Deutsch andere indoeuropäische Sprachen beeinflusst hat, obwohl auf diesen Forschungsgegenstand weniger eingegangen wird. Abschließend, in der Zusammenfassung, werden die Forschungsergebnisse diskutiert und zusammengefasst. Die Zusammenfassung wird auch die größten Einflüsse kurz vergleichen und darstellen, welche Sprachen am meisten die gegenwärtige deutsche Sprache beeinflusst haben.

2. Terminologische Grundlagen

Verschiedene Sprachen können sich gegenseitig beeinflussen, wenn ihre Sprecher eng zusammenwirken. Sprachen entwickeln sich normalerweise durch allmähliches ansammeln interner Differenzen, bis sich eine übergeordnete Sprache in verschiedene Sprachen aufteilt. Dieses Phänomen des Sprachkontaktes ist für die sprachliche Vielfalt in der Gegenwart verantwortlich. Das Übernehmen von Wörtern aus anderen Sprachen ist eine übliche Methode, um neue Wörter zu erlassen. Der Aufbau dieses Kapitels folgt den Einteilungen nach sprachlichen Ebenen: Laute, Syntax, Morphologie, Wortschatz, und deren Wandelphänomenen. Der Schwerpunkt liegt auf den innersprachlichen Wandelprozessen. Die Veränderungen, die jede Sprache durchlaufen hat, beziehen sich auf den sogenannten Sprachwandel Vorgang.

Bevor wir mit der eigentlichen Erforschung der sprachlichen Einflüsse auf das Deutsche beginnen, werden wir einige sprachliche Begriffe einführen, die als Schwerpunkt dieser Arbeit dienen. Um den Umfang dieser Arbeit nicht zu überschreiten, sind diese Begriffe für das Hauptthema passend eingegrenzt. Eine Übersicht über die eingeführten Begriffe und deren Zusammenhang ist in Abbildung 2.1 gegeben. Eines der analysierten Wörter in diesem Kapitel ist die Lehngutforschung, die den Unterschied zwischen Lehnwörtern und Lehnprägungen definiert. Tamara Bauer beschreibt diese beiden Begriffe in ihrer Arbeit Fremdsprachliche Einflüsse in Geschichte und Gegenwart. Sie beschreibt Lehnprägungen als Wörter, die nur teilweise in eine Sprache übernommen wurden. Diese Lehnprägungen entstanden hauptsächlich aus dem Bereich des Handels. Wenn Sprachen in Kontakt kommen, neigen sie dazu, Wörter voneinander zu nehmen und sie Teil ihres eigenen Wortschatzes zu machen. Diese Wörter werden als Lehnwörter bezeichnet und der Vorgang wird als sprachliche Anleihe bezeichnet.

Zusätzlich teilt Tamara Bauer die Lehnwörtern in zwei verschiedene Arten von Fremdwörter ein. Demzufolge, wenn "die Lautgestalt des fremdsprachlichen Wortes bewahrt wird, spricht man von einem Fremdwort. Oft erkennt man sofort die Herkunft des Fremdwortes."1 Bei der zweiten Art, die von Tamara Bauer in ihren Arbeit beschrieben wird, wird die lautliche Gestalt des Fremdwortes an die Empfängersprache angepasst. Demnach sind Lehnbildungen auch Fremdwörter, die mit Elementen der eigenen Sprache gebildet wurden. Eine Lehnprägung ist auch eine Wortart, welche durch die einfache Übernahme in eine deutsche Entsprechung gebildet wird. Tamara Bauer2 teilt auch die Lehnprägungen in zwei Hauptgruppen ein.

Demzufolge können wir zwischen Lehnbildungen und Lehnbedeutungen unterscheiden. Als Lehnbildungen können Fremdwörter betrachtet werden, die “mit Elementen der eigenen Sprache neu- bzw. nachgebildet wurden”3. Eine Lehnbedeutung ist ein bereits vorhandenes Wort, welches eine neue aus einer anderen Sprache entlehnte Bedeutung bekommt. Die Lehnbedeutungen beziehen sich auf Wörter, bei denen “die Bedeutungen eines fremden Wortes für ein Wort der eigene Sprache entlehnt”4 wird. Dabei geht es Tamara Bauer zu Folge um Lehnformungen, die der Form nach an das Vorbild angelehnt sind und Wortglied für Wortglied übersetzt werden (auch Lehnübersetzung).

Die Lehnformungen Etymologie ist eine Teildisziplin, die sich mit der Herkunft und dem Wandel der Wörter in ihrer Form und Bedeutung beschäftigt. Erbwörter sind der Grundstock unseres Wortschatzes, die sich seit dem Indogermanischen und dem Germanischen mit Veränderungen erhalten haben und bezeichnen die folgende Wortkategorien (mit der lateinischen Übersetzung): Haustiere (z.b. der Haushund - Canis lupus familiaris), Bäume (z.b. Ölbaum, Olive - Olea europaea), Tätigkeiten (z.b. Reinigungstätigkeiten) oder Körperteile (z.b. der Kopf - caput). Einige davon lebten in einer fremden Schreibweise als Fremdwörter weiter (Wein, Brot, Bohne, Kalb usw.), andere sind als Lehnwörter eingedeutscht worden, sodass die Sprecher sie nach Klang und Form von den Erbwörtern kaum mehr unterscheiden können.

Abbildung 2.1 zeigt die Gliederung der lexikalischen Entlehnungsart. Mit Hilfe dieser Abbildung kann man die unterschiedlichen Arten von fremden Entlehnungen betrachten, welche erforderlich sind, um die Vielzahl der Fremdwörter in verschiedene Bezeichnungen einzustufen, je nach der Methode mit der diese Wörter entlehnt wurden. Diese Klassifikation behandelt ausführlich Übernahmen und ist somit wichtig und nützlich für diese Arbeit. Hier unterscheidet Yang zwischen innerem und äußerem Lehngut5. Er stuft das innere Lehngut in Lehnprägungen ein, die die “Wiedergabe der Bedeutung eines Wortes aus der Quellesprache durch Sprachmittel der Zielsprache”6 zeigen. Das äußere Lehngut, wie es von Svetlana Burmasova in ihrer Dissertation beschrieben ist, “entsteht durch die Übernahme der Ausdrucksseite von sprachlichen Einheiten, vor allem von Wörtern und Morphemen eventuell in leicht veränderter Form entsprechend der Norm der Zielsprache, und durch totale oder partielle Bedeutungsübernahme aus der Quell- in die Zielsprache. Äußeres Lehngut umfasst direkte Entlehnungen, Mischkomposita und Scheinentlehnungen”7.

Diese Gruppen sind auch in weitere Untergruppen gegliedert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Klassifikation der lexikalischen Entlehnungsart von W. Yang (1990).

3. Die historische Entwicklung der deutschen Sprache

In der Frühzeit der Völkerwanderungen war die Welt bedeutend weniger dicht besiedelt als sie es heutzutage ist. Auf der Suche nach Wasser, Nahrung und fruchtbarem Land gingen die Stämme oft getrennte Wege. Dabei wurden die Menschen voneinander in kleinere Stämme aufgetrennt, die sich eine gemeinsame Kultur, Sprache und Tradition teilten. Nach der Wanderung und Niederlassung in verschiedenen Orten wurden diese kleineren Stämme zeitlich voneinander isoliert und begannen sich unterschiedlich zu entwickeln. Während des Lebens in verschiedenen Bedingungen und Lebensräumen für einige Jahrhunderte und während der Begegnung mit anderen Nachbarn, entwickelten sich die ähnlichen Dialekte, die verschiedene Aussprachen und Wortschätze hatten, zu sehr unterschiedlichen Sprachen. Moderne Sprach- wissenschaftler versuchten, diesen Prozess kartographisch zu erfassen. Sie versuchten ebenfalls, die verschiedenen Sprachen soweit wie möglich zurückzuverfolgen, bis hin zu ihren gemeinsamen Vorfahren, die auch als Proto-Sprachen bekannt sind. Die Proto- Sprache gilt als die Ursprungssprache einer Sprachfamilie. Sie kann viele andere Verzweigungen von Sprachen enthalten, wie zum Beispiel die indoeuropäischen Sprachen.

Anhand von einzelnen Wörtern kann man beweisen, dass die Sprachen miteinander verbunden sind. Allerdings können Wörter mit Lehnwörtern verwechselt werden, was ein echtes Hindernis bei der Entscheidung über einheimische Wörter darstellt. Wörter brauchen daher nicht immer eine gemeinsame Wurzel zu haben, um in verschiedenen Sprachen gefunden zu werden, weil sie einfach zu Lehnwörtern werden können. Weiterhin liefert die Grammatik, der Grundwortschatz und der Satzbau wichtige Beweise für die engen Verbindungen zwischen mehreren verschiedenen oder ähnlichen Sprachen. Ein gutes und eindeutiges Beispiel sind die germanischen Sprachen, die eine ähnliche Struktur in ihrer Grammatik und Syntax aufweisen, und deren Ähnlichkeit des Grundwortschatzes sehr leicht erkennbar ist. Sprach-wissenschaftler können diese Verbindungen herausfinden, in dem sie bestimmte Schritte der Sprachentwicklung zurückverfolgen und systematisch den Grundwortschatz, die Klangveränderungen und die Übereinstimmungen zwischen den analysierten Sprachen vergleichen. Sprachwissenschaftler können sogar bedeutende historische Hinweise und Informationen bezüglich der geographischen Lebensweise und den Ursprüngen der alten Bevölkerung zeigen. Dies basiert auf dem Zählen der von ihrer Muttersprache entlehnten oder einheimisch gewordenen Wörter.

Sprachen, die heutzutage noch gesprochen werden, lassen sich nicht eindeutig in Kategorien unterteilen, da sie dazu neigen, sich häufig zu ändern und sich gegenseitig in der einen oder anderen Weise zu beeinflussen. Der Unterschied zwischen Sprachen und Dialekten ist häufig eine Frage der politischen und nationalen Veränderungen von Gedanken, anstatt der Veränderung von sprachlichen Besonderheiten. Sprache wird nicht nur als eine Sammlung von lexikalischer, phonologischer und grammatischer Strukturen verstanden, sondern als ein Kommunikationsmittel und gesellschaftlicher Diskurs.

Deutschland hat für fast 35.000 Jahre eine ununterbrochene kulturelle Tradition. Die Sprachgeschichte des Deutschen ist seit dem Mittelalter chronologisch aufgebaut und ist auch untergliedert in die bekannten traditionellen Sprachstadien. Die deutsche Sprache ist weder eine Geburtsrechtssprache noch ein erworbenes Recht, sondern das Recht selbst, sich kultureller Grenzen bewusst zu werden.

Die deutsche Geschichte ist die Grundlage der Entwicklung der sehr komplexen und umfangreichen Transformationsprozesse der deutschen Sprache. Die deutsche Sprache ist Teil der Familie der germanischen Sprachen und hat verschiedene Einflüsse, die eng mit ihrer Geschichte verwandt sind. Als Schriftsprache ist Deutsch sehr einheitlich, unterscheidet sich jedoch in Ländern wie Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die deutsche Sprache hat ursprünglich eine Vielzahl von Dialekten, die im Laufe der Zeit nahezu eine unabhängige Entwicklung zeigten. Im 10. Jahrhundert sprach allerdings noch niemand Deutsch. Anfänglich gab es in dem gegenwärtigen deutschen Gebiet nur viele kleinere Staaten, in dessen Hoheitsgebieten man verschiedene Dialekte sprach.

In den ersten tausend Jahren der deutschen Geschichte fanden viele radikale Veränderungen statt, die die Sprache drastisch verändert haben. Die Ereignisse, die zur Bildung und Zusammenführung der Staaten führten, die auf dem heutigen Deutschland leben, lieferten eine lange Übergangszeit und einem langen Evolutionsprozess nicht nur für die Bevölkerung und ihre Kultur, sondern auch für ihre Sprache. Die gesprochene Sprache gibt es jedoch in vielen deutschen Dialekten, von denen die meisten entweder den Hochdeutschen oder Niederdeutschen Dialektgruppen angehören. Der wesentliche Unterschied zwischen Hoch- und Niederdeutschen Dialekten liegt in der Aussprache, vor allem in den Konsonanten. Hochdeutsch, die Sprache des südlichen Hochlands von Deutschland, ist die offizielle Schriftsprache. Da es so viele Staaten gab, gab es keine größeren Mächte für eine längere Zeit, die überwunden oder vereinigt werden konnten. Der Moment des wesentlichen Einflusses dieser Art repräsentierte den Anfang eines neuen Zeitalters der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des Landes und auch der Erscheinung von Einflüssen und Veränderungen über den Wortschatz, die Phonetik und der grammatischen Formen. Als erste Standardisierung des Landes wird die erste Bibelübersetzung gesehen, die von Martin Luther in Deutschland zwischen 1521 und 1534 durchgeführt wurde.

Nach Prof. Dr. Bogdana Crivat8, hat die Entwicklung der deutschen Sprache auf den verschiedenen Sprachebenen unterschiedliche Dynamiken erfahren. Sie definiert die verschiedenen Sprachebenen wie folgt: der lexikalische Wandel, die Aussprache sowie die Semantik, die morphologischen, sowie die syntaktischen Strukturen die sich als konservativer erweisen. Weiterhin hebt sie die Konsequenzen der wichtigen Tendenzen der Geschichte und Vorgeschichte der deutschen Sprache hervor. Einige von diesen Konsequenzen sind:

“der Prozess der Tranzitivierung [...] oder die Entwicklung zur Deflexion [...], und damit verbunden der Übergang zu einem immer analytischeren Sprachbau, bereits auf einer Vorstufe des Deutschen, genauer gesagt im Gemein-germanischen. Die sogenannte Synchronie - also die Sprachbeschreibung zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem geschichtlichen Werdegang - weist einen feststellenden und deskriptiven Charakter auf. Im Vergleich dazu zeigt die Diachronie, d.h. die sprachhistorische Sicht, wie sich eine Sprache innerhalb eines bestimmten Zeitraums gewandelt hat, und wirkt somit vergleichend und erklärend in Bezug auf die gegenwärtigen Zustände.”9

In der Tabelle 3.1 werden wir einige Wörter vergleichen, wie zum Beispiel Nomina, Artikel, Verben, Pronomen, Präpositionen, Konjunktionen, Adjektive, Adverbien und Zahlwörter, um ihre ähnlichen Grundwörter und ihre durchlaufenen Veränderungen hervorzuheben. Wir wollen mit dieser Tabelle zeigen, dass die germanischen Wörter ihre Grundform vom Anfang bis zur Gegenwart erhalten haben. Das ist der Hauptgrund, warum die grundlegenden Wörter der deutschen Sprache unberührt geblieben sind, da es nicht erforderlich ist, eine Anpassung an die Sprache durch die Entlehnung des Fremdwortgutes oder phonetischen Elementes durchzuführen.

[...]


1 Bauer, Tamara. “Fremdsprachliche Einflüsse in Geschichte und Gegenwart”. Kindle file: Grin Verlag. 2011.

2 “Tamara Bauer, 1958 in Wolfen geboren, studierte in Halle an der Saale Humanmedizin und begann ihre Facharztausbildung zur Psychiaterin in Ost- und Westberlin. Damals begann sie das Erlebte in der DDR fotografisch zu verarbeiten. Seit 1993 ist sie als Allgemeinärztin in eigener Praxis tätig, zunächst in Berlin, seit 2007 in Potsdam”. http://www.novumverlag.com/ autoren/hausautoren/tamara-bauer.html.

3 Bauer, Tamara. “Fremdsprachliche Einflüsse in Geschichte und Gegenwart”. Kindle file: Grin Verlag. 2011.

4 Ebd.

5 Burmasova, Svetlana. “Empirische Untersuchung der Anglizismen im Deutschen: am Material der Zeitung Die WELT (Jahrgänge 1994 und 2004)”. Bamberg. 2010, S.40f.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Crivat, Bogdana. “Geschichte der deutschen Sprache. Eine Einführung”. Craiova: Ed. Universitaria. 2012.

9 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Fremdsprachliche Einflüsse auf die historische Entwicklung der deutschen Sprache
Hochschule
Universitatea din Craiova
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
33
Katalognummer
V302927
ISBN (eBook)
9783668018419
ISBN (Buch)
9783668018426
Dateigröße
923 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einflüsse, fremdsprachlicheEinflüsse, Deutsch, Geschichte, Fremdsprache, Englisch, Sprachen, Entwicklung, Französisch, Griechisch, Einführung
Arbeit zitieren
Emine Karabiber (Autor), 2015, Fremdsprachliche Einflüsse auf die historische Entwicklung der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302927

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