Der Fall des Bakteriologen Haffkine während der Bekämpfung der Pest in Bombay 1896-1904


Hausarbeit, 2015

17 Seiten, Note: 13


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Haffkine in Bombay
2.1 Haffkines Ankunft und sein schneller Erfolg
2.2 Erste Antipathien gegenüber Haffkine
2.3 Haffkine zwischen Begeisterung und wachsendem Unmut
2.4 Der Unfall in Malkowal und seine weitreichenden Folgen
2.5 Haffkine auf dem Weg zur Rehabilitation

3 Fazit

4 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Als die dritte Pestpandemie[1] im Frühjahr 1896 von Hongkong kommend Bombay heimsuchte, versuchten die lokalen Behörden den Ausbruch der Pest zunächst zu bagatellisieren, indem man von „bubonic fever“[2] oder „disease […] of a ‚mild‘ type“[3] sprach. Man fürchtete sich vor einer möglichen Quarantäne, die den florierenden Export nach Europa beeinträchtigen könnte. Diese Strategie musste die Behörden jedoch bald aufgeben und bestätigen, dass die Pest ausgebrochen war. Bei Echenberg[4] und Arnold finden sich dazu neben der Darstellung des chronologischen Verlaufs auch weiterführende Aspekte zu politischen Folgen, Harrison[5] geht zusätzlich noch auf medizinische Aspekte ein. Um der Seuche schnell Herr werden zu können, rief man nach Waldemar Haffkine, einem ukrainischen Bakteriologen, der sein Können bereits bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Cholera bewiesen hatte.

Waldemar Mordecai Wolff Haffkine wurde am 15. März 1860 in Odessa geboren, wo er auch Schule und Universität absolvierte. Ein umfassendes Werk zu Haffkines Biographie stellt die Monographie von Selman A. Waksman aus dem Jahre 1964 dar.[6] Nach dem Studium der Zoologie blieb Haffkine aufgrund seiner jüdischen Religion[7] eine Professur an der Universität verwehrt und er arbeitete als Kurator am zoologischen Museum. Dennoch wurde ihm ein Labor zur Verfügung gestellt und er konnte sich mit der Erforschung von Einzellern befassen. Auch wenn Odessa damals als ein Zentrum der noch rudimentären Mikrobiologie galt[8], so waren Haffkines Forschungsmöglichkeiten doch limitiert und er emigrierte 1888 über die Schweiz (Genf) schließlich nach Paris, um am Institut Pasteur zu arbeiten. In Paris begann er mit Studien zur Immunität. Zunächst führte er Untersuchungen mit Typhusbakterien durch, bis er sich schließlich den Cholerabakterien zuwandte. Dabei gelang es ihm, Cholerabakterien im Labor zu kultivieren und Präparate herzustellen.

Er führte erfolgreich Impfungen an Nagetieren durch, indem er ihnen zunächst ein abgeschwächtes, später ein virulenteres Serum injizierte und dadurch eine hohe Immunität erreichte.[9] Selbst Pasteur war von diesen Ergebnissen be-eindruckt und bat die russische Regierung 1892 um Forschungserlaubnis an menschlichen Probanden, die an der Cholera erkrankt waren, der Antrag wurde jedoch abgelehnt.[10] Haffkine widmete sich weiter der Erforschung von Cholera, bis er schließlich absolute Immunität bei Nagetieren erreichte. Für die Behand-lung an Menschen schlug er eine Impfung mit abgeschwächten Cholerakulturen vor und impfte sich am 18. Juli 1892 selbst eine hohe Dosis des Impfstoffes,[11] mit nur geringen Nebenwirkungen wie Fieber und Kopfschmerzen.

Um diesen Erfolg weiter ausbauen zu können, bat er erneut um Forschungs-erlaubnis an Cholerakranken, dieses Mal bei den britischen Behörden. Dem Antrag wurde stattgegeben und er erreichte Kalkutta[12] im März 1893. Dort gelang es ihm im Laufe des ersten Jahres über 25.000 Freiwillige zu impfen und deren Sterblichkeitsrate um 72% zu verringern.[13] Diese Errungenschaft sollte später dazu führen, dass er nach Bombay gerufen wurde, um seine Forschungs-ergebnisse auch zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen die dort grassierende Pest einzusetzen.

In der vorliegenden Arbeit wird Haffkines Wirken während der Bekämpfung der Pest in Bombay in den Jahren 1896 bis 1904 genauer betrachtet. Zunächst werden die Faktoren für Haffkines schnelle Erfolge dargestellt, die ihm schließlich einen Orden des britischen Königshauses einbrachten. Während Haffkine in Europa Unterstützung durch die Briten erhielt, wurden die Stimmen in Indien gegen ihn immer lauter. Die Darstellung dieser Kontroverse ist das zentrale Thema dieser Arbeit. Als Quellengrundlage dienen dabei Zeitungs-artikel aus der Times. Im abschließenden Teil dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit Haffkine für einen unglücklichen Vorfall während einer Impf-kampagne verantwortlich gemacht werden konnte und welche Schritte schließlich zur seiner Rehabilitation beigetragen haben.

2 Haffkine in Bombay

2.1 Haffkines Ankunft und sein schneller Erfolg

Als die Behörden in Bombay ihre zunächst verfolgte Strategie der Bagatellisierung aufgeben mussten und am 1. Oktober 1896[14] den Pestausbruch proklamierten, traute man Haffkine die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes zu und rief ihn nach Bombay.[15] Er kam der Aufforderung umgehend nach und erreichte die Stadt bereits sechs Tage später. Er erhielt ein kleines Labor und arbeitete so intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes, dass einer seiner Assistenten einen Nervenzusammenbruch erlitt und auch die anderen beiden ihn, ebenfalls erschöpft von der harten Arbeit, verließen.[16] Seine Mühen wurden jedoch belohnt und er konnte bereits im Dezember einen Impfstoff präsentieren.

In Indien war man Impfungen gegenüber jedoch zunächst weit weniger positiv eingestellt als die Erfolge von Haffkine vermuten lassen. Der einheimischen Bevölkerung war die westliche Medizin unter der britischen Fremdherrschaft seit jeher aufoktroyiert worden und nun kam mit den Impfungen eine neue Unbekannte auf sie zu. Doch nicht nur die einheimische Bevölkerung stand den Impfungen skeptisch gegenüber, sondern auch viele Mitglieder des Indian Medical Service.[17] Der IMS war hauptsächlich für die in Indien lebenden Briten eingerichtet worden und litt unter geringem Ansehen. Er bestand größtenteils aus Ärzten, die eine unprofitable Existenz in Großbritannien hinter sich gelassen hatten und ein unaufgeregtes Leben in Indien vor sich sahen. Dementsprechend war der IMS nicht forschungsorientiert.[18] Die Ärzte des IMS betrachteten die „neuen“ europäischen Methoden mit Argwohn, da sie keine bzw. kaum Kenntnisse der gerade entstehenden Mikrobiologie und Bakteriologie und der Studien zur Immunität hatten, die Haffkine so erfolgreich in Paris begonnen hatte.[19] Ihnen standen nur die althergebrachten Vorgehensweisen wie Des-infizierung und Evakuierung zur Verfügung[20] und sie sahen in Haffkine einen jungen Ausländer, der im Begriff war, ihr altbewährtes Konzept in Frage zu stellen.

Dennoch kamen die Impfungen einigen der jüngeren Mitglieder des IMS sehr gelegen, da sich ihnen endlich die ersehnten Forschungs- und Anwendungs-möglichkeiten auf dem Feld der „neuen“ Bakteriologie eröffneten.[21] Dieser Übereifer hatte allerdings zur Folge, dass die einheimische Bevölkerung nicht selten vor die „Wahl“ zwischen Impfung oder Abschottung von der Familie bei Verdacht auf Pest gestellt wurde.[22]

Haffkine, der trotz dieser Widrigkeiten an den Erfolg der Impfkampagne glaubte, ließ sich am 10. Januar 1897 zehn Milliliter des Impfstoffes spritzen, „four times the dose he eventually fixed as the standard“.[23] Es kam zu heftigen Reaktionen, die er jedoch überstand. Nach seiner Genesung veröffentlichte er die anhand des Selbstversuchs gewonnenen Ergebnisse, die Skeptiker zeigten sich vom Erfolg einer einzigen Impfung jedoch unbeeindruckt. Daher kam Haffkine der Ausbruch der Pest im Byculla Prison sehr gelegen, um die Wirkung seines Serums erneut unter Beweis zu stellen.

Am 30. Januar 1897 impfte Haffkine 147 der insgesamt 319 Insassen des Byculla Prison. Haffkine blieb eine Woche im Gefängnis, um die Wirkung der Impfungen zu überprüfen. Zwei der 147 Insassen, die sich freiwillig hatten impfen lassen, erkrankten, genasen jedoch wieder, während sich zwölf der Nichtgeimpften ansteckten und sechs von ihnen starben.[24] Dieser Erfolg verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt und es unterzogen sich immer mehr Freiwillige der Impfung – sowohl Inder als auch Europäer. Im Laufe der nächsten drei Monate ließen sich über 8.000 Menschen impfen.[25] Die Nachfrage nach dem Impfstoff, stieg – auch außerhalb Indiens – sprunghaft an, sodass das Labor, in dem der Impfstoff hergestellt wurde, zweimal vergrößert werden musste, bis es schließlich am 10. August 1899 mit vielen Zeremonien den Standort des heutigen Haffkine Institute erreichte.[26] Haffkine wurde zu dessen Direktor ernannt, bei den Briten zum gefeierten Held, von Queen Victoria mit dem Order of the Indian Empire[27] dekoriert und als „ Saviour of India[28] bezeichnet. Dennoch wurde die Impfkampagne nicht nur wohlwollend betrachtet und sowohl aus den Reihen der Mediziner als auch aus den Reihen der Einheimischen wurden die Stimmen gegen Haffkine und seine Impfungen immer lauter.

2.2 Erste Antipathien gegenüber Haffkine

Trotz der Erfolge Haffkines und vieler europäischer Pestkommissionen vor Ort, die Material für Forschungszwecke in der Heimat sammelten, griff die Pest weiter um sich.[29] Die Behörden waren auf eine solche Pandemie nicht vorbereitet und griffen überfordert auf die ihnen zur Verfügung stehenden Methoden wie Evakuierung von Pestverdächtigen und Desinfizierung von Häusern und Kanalisation zurück.[30] Im Februar 1897 erließen sie den Epidemic Diseases Act, „drakonische”[31] Maßnahmen, die erlaubten „to do whatever medical and official opinion held to be necessary for the suppression of plague“.[32] Dies bedeutete u.a., dass Pestverdächtige in Krankenhäuser gebracht werden konnten und man Besuchsverbot verhängte. Man verbot Pilgerreisen und ermöglichte Hausdurchsuchungen bis hin zu Zerstörung von allem, das verdächtig war mit Pesterregern verseucht zu sein. Einige der ausführenden Kommissionen sahen darin einen Freibrief für willkürliches und gewalttätiges Handeln. Zudem wurde bei den Maßnahmen selten den Bedürfnissen der verschiedenen Religionen nachgekommen[33], sodass dieses mangelnde Einfühlungsvermögen unweigerlich zu Missstimmungen und Unruhen in der einheimischen Bevölkerung führen musste. Es kam u.a. zu einem Angriff auf ein Krankenhaus[34] und gipfelte schließlich in der Ermordung zweier Briten.[35] Außerdem begannen abenteuerliche Gerüchte um die Impfungen zu kursieren, beispielsweise, dass die Spritzen, die bei der Impfung verwendet wurden, ein yard (ca. 90 cm) lang waren.[36] Von den Gerüchten blieb auch die Person Haffkine nicht verschont, indem man in ihm einen russischen Spion zu sehen glaubte, der die Macht der Briten in Asien untergraben sollte.[37]

Man traute Haffkine allgemein keinen medizinischen Erfolg zu, denn „[i]t must be remembered that Haffkine was not a medical man, but primarily a zoologist turned bacteriologist“.[38] In der Times vom 5. November 1898[39] heißt es, dass ein Arzt, Dr. Müller[40], in Bombay an der Pest geforscht und auch das Ergebnis der Impfungen gesehen habe; er sei von deren Wirksamkeit jedoch absolut nicht überzeugt und habe sich geweigert, die Impfungen anzuwenden.[41] Ironischer-weise infizierte sich Müller bei der Pflege einer erkrankten Mitarbeiterin in Wien selbst mit der Pest und starb, sodass er bei Erscheinen des Artikels in der Times bereits zwei Wochen tot war.[42]

Die Ärzte, die sich nicht dem Jubel um „den Retter Indiens“ anschlossen, meldeten zudem, teilweise sicherlich berechtige, Einwände an, dass die Zahl der Geimpften[43] noch keinen alleinigen Beweis für den absoluten Erfolg darstellte. Bitter[44] schloss sich dieser Meinung unmittelbar an und listete minutiös die Feldstudien Haffkines auf. Dabei behauptete er, dass es „besser gewesen […] [wäre], wenn er [Haffkine] seine Ansichten für sich behalten hätte“.[45] Des Weiteren ging er davon aus, dass Haffkines „hygienische Kenntnisse […] anscheinend gleich Null“[46] waren, da Haffkine natürlich die Impfungen forcierte, nicht aber die Hygienemaßnahmen, die beispielsweise laut dem Epidemic Diseases Act durchgeführt werden sollten. Dies traf jedoch nur in Ansätzen zu, da Haffkine am 12. August 1899 einen Leserbrief[47] in der Times veröffentlichen ließ, in dem er sich sehr wohl für Maßnahmen wie Isolierung und Desinfektion aussprach, wenn diese unverzüglich nach der Entdeckung eines Pestkranken durchgeführt würden, mit oder ohne zusätzlicher Schutz-impfung. Nur wenn eine sofortige Durchführung nicht möglich sein sollte – sei es aufgrund mangelnden Personals oder mangelnder Ressourcen – dann solle man den Betroffenen auch die Möglichkeit bieten, sich impfen zu lassen. Damit parierte Haffkine die Vorwürfe Bitters auf sehr subtile Weise, denn in einer Stadt wie Bombay konnte es nicht genügend Ressourcen, geschweige denn Personal geben, um die notwendigen Hygienemaßnahmen durchzuführen. Zudem verheimlichte die einheimische Bevölkerung die Erkrankungen oft – aus Angst ihre Angehörigen an die Krankenhäuser zu verlieren. Bitter selbst kam in seinen Ausführungen auf einen Zeitraum von 80 Tagen, wenn 50 Ärzte täglich fünf Stunden die Einwohner Bombays impfen würden, ganz abgesehen von den immensen Mengen des benötigten Impfstoffes.

[...]


[1] Als „1. Pandemie“ bezeichnet man das Aufkommen der Pest in der Antike unter dem römischen Kaiser Justinian (527–565). Die „2. Pandemie“ wird im Mittelalter verortet (ca. 1347–1353). In der vorliegenden Arbeit wird ausschließlich die Beulenpest (lat. Naike) thematisiert und diese der einfacheren Lesbarkeit halber im Folgenden als ‚Pest‘ abgekürzt.

[2] Harrison, Mark: Disease and the Modern World. 1500 to the Present Day, Cambridge u.a. 2004, S.130.

[3] Hervorhebung im Original. Vgl. Arnold, David: Colonizing the Body. State Medicine and Epidemic Disease in Nineteenth-Century India, Berkeley u.a. 1993, S. 203.

[4] Echenberg, Myron: Plague Ports. The Global Urban Impact of Bubonic Plague 1894 – 1901, New York u.a. 2007.

[5] Harrison, Mark: Contagion. How Commerce Has Spread Disease, New Haven u.a. 2012. Im Folgenden als Kurztitel „Contagion“ abgekürzt. Ders.: Public Health in British India. Anglo-Indian Preventive Medicine 1859 – 1914, Cambridge u.a. 1994. Im Folgenden als Kurztitel „Public Health“ abgekürzt.

[6] Waksman, Selman A.: The brilliant and tragic life of W. M. W. Haffkine. Bacteriologist. New Brunswick, New Jersey 1964. Waksman (1888 – 1973) war Biochemiker, der 1952 den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung des ersten Antibiotikums gegen Tuberkulose (Streptomycin) erhielt.

[7] Haffkine war Jude und weigerte sich zur russisch-orthodoxen Kirche zu konvertieren. Nach der Ermordung des russischen Kaisers Alexander II. im Jahre 1881 wurden die Freiheiten der jüdischen Bevölkerung Russlands immer weiter eingeschränkt bis hin zur systematischen Verfolgung (vgl. Waksman, S. 4ff.).

[8] 1886 wurde in Odessa u.a. die erste Pasteur Station außerhalb Frankreichs eröffnet (vgl. Waksman, S. 8).

[9] Vgl. Waksman, S. 11f.

[10] Vgl. Jhala, Harshadrai Ishwarlal: W. M. W. Haffkine, Bacteriologist – A Great Saviour of Mankind, in: Indian Journal of History of Science 2.2 (1967), S. 105-120, hier S. 109. Ob Haffkines Biographie dabei eine Rolle spielte ist nicht bekannt.

[11] Am 7. Oktober 1892 tat es ihm Max von Pettenkofer (1818–1901 – deutscher Chemiker und Hygieniker) 74-jährig gleich und litt ebenfalls nur unter leichten Nebenwirkungen.

[12] Kalkutta galt als Epizentrum des Choleraausbruchs in Indien (vgl. Waksman, S. 19).

[13] Vgl. Jhala, S. 110.

[14] Vgl. Arnold, S. 203. Nach Harrison geschah dies bereits am 23. September (vgl. Harrison, Contagion, S. 180).

[15] Der Secretary of State veranlasste es, dass Haffkine nach Bombay kam (vgl. Harrison, Public Health, S. 144). Damit ist wahrscheinlich Lord George Hamilton gemeint, der von 1895 bis 1903 Secretary of State for India war. Hamilton war ein englischer Politiker (Conservative Party), der den britischen Forschungsbestrebungen sicherlich nicht abgeneigt war, zumal Großbritannien keine Koryphäen der Bakteriologie und Mikrobiologie wie Robert Koch (1843–1919) oder Louis Pasteur (1822–1895) vorweisen konnte.

[16] Vgl. Waksman, S. 33.

[17] Im Folgenden abgekürzt mit „IMS“.

[18] Vgl. Echenberg, S. 54.

[19] Vgl. Einleitung.

[20] Vgl. Harrison, Contagion, S. 180f. und Vasold, Manfred: Grippe, Pest und Cholera. Eine Geschichte der Seuchen in Europa. 2. Aufl., Stuttgart 2010, S. 29f.

[21] Vgl. Harrison, Contagion, S. 183.

[22] Vgl. ders., Public Health, S. 146.

[23] Echenberg, S. 60.

[24] Vgl. Echenberg, S. 61. Bei Bitter (Bitter, Heinrich: Ueber die Haffkine'schen Schutzimpfungen gegen Pest und die Pestbekämpfung in Indien, in: Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten 30 (1899), S.448-497, hier S. 456f.), Harrison (vgl. Public Health, S. 153) und Waksman (vgl. S. 35), sind die Zahlen geringfügig abweichend.

[25] Vgl. Echenberg, S. 61. Nur vier der 8.000 starben, wobei ungeklärt ist, ob sie sich eventuell vor der Impfung bereits infiziert hatten.

[26] Vgl. Jhala, S. 112 und Echenberg, S. 61.

[27] Vgl. Waksman, S. 38. Der Order of the Indian Empire wurde 1877 ins Leben gerufen, um Offiziere – sowohl britische als auch indische – ehren zu können.

[28] Dieses Zitat wird Joseph Lister (1827–1912) zugeschrieben, einem britischen Mediziner.

[29] Man wusste noch nichts über den Weg der Ansteckung. Erst 1906 wurde der bereits 1898 von Paul-Louis Simond (1858–1947) entdeckte Übertragungsweg vom Rattenfloh (lat. Xenopsylla cheopis) zur Ratte und schließlich auf den Menschen akzeptiert. Simond war ein Kollege von Alexandre Yersin (1863–1843), einem schweizerisch-französischen Bakteriologen, der 1894 den nach ihm benannten Pesterreger Yersinia pestis entdeckte.

[30] Vgl. Kap. 2.1.

[31] Harrison, Public Health, S. 143.

[32] Arnold, S. 204.

[33] Z.B. dass die muslimischen Frauen nur von weiblichen Ärzten behandelt wurden.

[34] Angriff auf Arthur Road Infectious Diseases Hospital im Oktober 1896 (vgl. Arnold, S. 214 und Echenberg, S. 64f.).

[35] W. C. Rand, Vorsitzender der Pestkommission in Pune, und C. E. Ayerst, ein junger britischer Offizier, fielen am 22. Juni 1897 einem Attentat zum Opfer (vgl. Harrison, Disease, S. 131).

[36] Vgl. Arnold, S. 221. Außerdem munkelte man, dass der Impfstoff unter der Verwendung von Schweine- und Rindfleisch hergestellt wurde (vgl. Echenberg, S. 62) und damit gegen religiöse Vorschriften verstoßen würde und dass die Impfung den sofortigen Tod oder zumindest Impotenz, bzw. Unfruchtbarkeit zur Folge hatte.

[37] Vgl. Echenberg, S. 62 und Jhala, S. 113. Zur tatsächlichen Untergrabung der Macht der Briten und den Anfängen der Unabhängigkeitsbewegung vgl. Echenberg, S. 66ff.

[38] Waksman, S. 21.

[39] It has for some time been a matter for regret, in: Times [London, England] 05.11.1898, The Times Digital Archive. (abgerufen am 10.01.2015).

[40] Hermann Müller (1866–1898) war ein Wiener Internist und Epidemiologe, der im Rahmen der österreichischen Pestexpedition 1897 nach Bombay kam.

[41] Im Original heißt es Müller “declined to submit to it”, hier wäre auch die Lesart denkbar, dass er sich weigerte, sich den Methoden Haffkines zu unterwerfen.

[42] Vgl. Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Müller, Hermann Franz, in: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 6. Wien 1975, S. 417f.

[43] Bombay hatte um 1900 gute 800.000 Einwohner, sodass lediglich 1% geimpft worden war.

[44] Bitter (1863–1918) war Direktor des Hygieneinstituts in Kairo.

[45] Bitter, S. 486f.

[46] Ebd.

[47] Haffkine, W.M.: The Plague, in: Times [London, England] 12.08.1899, The Times Digital Archive. Datiert ist der Brief auf den 10. August. (abgerufen am 10.01.2015).

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Fall des Bakteriologen Haffkine während der Bekämpfung der Pest in Bombay 1896-1904
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Seminar für Neuere Geschichte)
Note
13
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V302954
ISBN (eBook)
9783668014206
ISBN (Buch)
9783668014213
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Waldemar Haffkine, Haffkine, Pest, Bombay, 1896 - 1904, Bakteriologie, Ronald Ross, The Times, Epidemic Diseases Act
Arbeit zitieren
Sarah Naglik (Autor), 2015, Der Fall des Bakteriologen Haffkine während der Bekämpfung der Pest in Bombay 1896-1904, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302954

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