Die Bedeutung von virtuelle Unternehmen für KMU


Seminararbeit, 2004

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der virtuellen Unternehmen
2.1 Definition von virtuellen Unternehmen
2.2 Abgrenzung zu anderen Formen der Unternehmenskooperation

3 Anforderungen an virtuellen Unternehmen
3.1 Organisatorische Anforderungen
3.2 Anforderungen an Mitarbeiter und Manager
3.3 Anforderungen an Informations- und Kommunikationssysteme

4 Chancen und Risiken von virtuellen Unternehmen

5 Zusammenfassung / Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Vereinfachte Darstellung eines virtuellen Unternehmens

Abb. 2: Kooperation des virtuellen Unternehmens mit Kunden

Abb. 3: Hierarchische Struktur eines virtuellen Unternehmens

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Und das virtuelle Unternehmen, einst ein Pünktchen am Horizont, stürmt mit Riesenschritten auf uns zu“1

1 Einleitung

Angesichts des starken Wandels in den heute immer wettbewerbsintensiver werden- den Märkten bedarf es nach neuen, flexibleren und effizienteren Formen der Koope- ration und Organisation, um sich auf dem Markt gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können. „Die Kunden geben sich nicht länger mit simplen Standardprodukten zufrieden.“2 Sie verlangen nach Produkten, die speziell ihren individuellen Anforde- rungen entsprechen und fast überall und kostengünstig produziert werden können - virtuelle Produkte.

Oftmals sind es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit eher traditionellen Organisationsformen, die sich dem stärker werdenden Druck auf dem Markt beugen müssen. Während große Unternehmen mit gezielten Kostensenkungsmaßnahmen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren3 kommt es bei KMU immer häufiger unter Einsatz intensiver Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zu engen Kooperationen zwischen einzelnen rechtlich oder organisatorisch unabhängi- gen Unternehmen. Dies hat zur Folge, dass sich ehemals klar definierte Strukturen auflösen. „Es entstehen grenzenlose, virtuelle Unternehmen als Netzwerke von Mo- dulen aus Unternehmen, Unternehmenseinheiten, Teams und einzelnen Arbeitsplät- zen, die die gestellte Aufgabe bestmöglich bewältigen können.“4

2 Grundlagen der virtuellen Unternehmen

Um sich mit der Kooperationsform „virtuelle Unternehmen“ (VU) auseinandersetzen zu können, muss diese zunächst definiert werden. Zudem ist es hilfreich einen Vergleich mit den klassischen Organisationsformen zu treffen, um die Besonderheiten einer VU zu betonen.

2.1 Definition von virtuellen Unternehmen

Der Begriff „virtuell“ bedeutet allgemein laut Duden „scheinbar“, „nicht wirklich“ oder „der Anlage nach als Möglichkeit vorhanden.“ Auf Basis dieser und anderer Begriffsinterpretation ergaben sich viele diverse Definitionen für Virtualität. „Jede Definition setzt einen anderen Schwerpunkt und manchmal macht es den Anschein, als existiere keine einheitlich gültige Beschreibung.“5 Christian Scholz z.B. be- schreibt Virtualität als ein konkretes Objekt, das zwar keine physischen Eigenschaf- ten hat, der Möglichkeit aber nach vorhanden sein kann.6 Laut Mertens werden VU als überbetriebliche Kooperationen zur Durchführung von Missionen definiert. „Da- bei wird auf die Institutionalisierung zentraler Managementfunktionen zur Gestal- tung, Lenkung und Weiterentwicklung des VU weitgehend verzichtet….“7 Stattdes- sen soll vor allem der rasche und flexible Aufbau im Vordergrund stehen. Die Grundlage hierfür bildet der Einsatz von IuK.

Mit der Veröffentlichung des Buches „Das virtuelle Unternehmen - Der Kunde als Co - Produzent“ von William H. Davidow und Michael S. Malone 1992 begann sich die Denkweise einzelner Unternehmer über die neue Kooperationsform zu ändern. Zwar waren bereits in der Vergangenheit erste Merkmale von VU zu erkennen, jedoch konnten diese sich nie richtig durchsetzen. Davidow und Malone beschreiben ein VU als ein „… konturloses Gebilde mit durchlässigen und ständig wechselnden Trennlinien zwischen Unternehmung, Lieferanten und Kunden.“8 Das bedeutet, dass das Unternehmen seine Betriebsabläufe komplett neu überdenken, sich neu organi- sieren muss, sowohl intern als auch extern. Bedingt durch die hohen und vor allem spezifischen Anforderungen des Kunden, muss die Zusammenarbeit zwischen Kun- den, Lieferanten und das Unternehmen durch ein „… hocheffizientes System zur Nutzung von Markt- und Kundendaten…“9 verstärkt werden.

Eine umfassende Definition gibt Arnold: „Ein VU ist eine Kooperationsform rechtlich unabhängiger Unternehmen, Institutionen und/oder Einzelpersonen, die eine Leistung auf Basis eines gemeinsamen Geschäftsverständnisses erbringen. Die kooperierenden Einheiten beteiligen sich an der horizontalen und/oder vertikalen Zusammenarbeit vorrangig mit ihren Kernkompetenzen und wirken bei der Leistungserstellung gegenüber Dritten wie ein einheitliches Unternehmen. Dabei wird auf die Institutionalisierung zentraler Funktionen weitgehend verzichtet und die notwendigen Koordinations- und Abstimmungsprozesse durch geeignete Informations- und Kommunikationssysteme realisiert. Das virtuelle Unternehmen besteht solange, bis sein Geschäftszweck erfüllt oder hinfällig geworden ist."10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Vereinfachte Darstellung eines virtuellen Unternehmens11

Abbildung 1 zeigt die vereinfachte Darstellung eines virtuellen Unternehmens. Die vier rechtlich unabhängigen Unternehmen I bis IV bilden gemeinsam ein virtuelles Unternehmen, in das sie ihre jeweilige Kernkompetenz einfließen lassen. Untereinander wird ein Netzwerk aus Informations- und Kommunikationspfaden aufgebaut, so dass ein ununterbrochener Datenaustausch gewährleistet wird. Das neu entstande- ne VU hat nun die Möglichkeit, dem Kunden den bestmöglichen Nutzen zu bieten.

Neben der bereits beschriebenen starken Kundenorientierung und der Konzentration auf das Kerngeschäft sind der verstärkte Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie, die enge Zusammenarbeit mit Zulieferbetrieben und vor allem Vertrauen wesentliche Merkmale eines VU. Auf die einzelnen Punkte soll im Laufe dieser Seminararbeit näher eingegangen werden.

2.2 Abgrenzung zu anderen Formen der Unternehmenskooperation

Zwar ist die Bildung einer virtuellen Unternehmung eine relativ neue Form der Kooperation, jedoch hat die Zusammenarbeit selber lange Tradition. Nachfolgender Vergleich zeigt, dass VU und andere Kooperationsformen zum Teil ähnliche, aber auch abweichende Eigenschaften aufweisen.

Die strategische Allianz oder strategische Partnerschaft ist eine grundsätzliche Ver- einbarung zwischen Wettbewerbern zur Zusammenarbeit, mit dem Ziel, vorhandene Ressourcen gemeinsam zu nutzen, um so ihre Wettbewerbssituation zu verbessern. Die Kooperation kann in verschiedenen Bereichen bestehen, jedoch behalten die Unternehmen dabei ihre wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit. Sie sind auf einzelne Geschäftsfelder ausgerichtet, während bei VU vorrangig das Kerngeschäft im Mittelpunkt steht.12

Joint Venture oder Gemeinschaftsunternehmen sind vorübergehende oder längerfristige Kooperationen von Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftsgebieten oder Staaten zwecks gemeinsamer Durchführung eines Projektes. Hierbei wird im Gegensatz zu VU ein gemeinsames, neues Unternehmen gegründet. Die Zusammenarbeit wird durch einen Kooperationsvertrag schriftlich fixiert.13

Gemäß § 18 II AktG ist ein Konzern ein Zusammenschluss mehrerer rechtlicher selbständiger Unternehmen unter einheitlichen wirtschaftlicher Leitung.

[...]


1 Davidow / Malone (1993), Seite 15.

2 Vgl. Scholz (1995), Seite 172.

3 Vgl. Schauf (2001), Seite 1.

4 Vgl. Picot (1998), Seite 11.

5 Brütsch (1999), Seite 45 f.

6 Vgl. Scholz (1995), Seite 173.

7 Mertens (1998), Seite 3.

8 Davidow / Malone (1993), Seite 15.

9 Davidow / Malone (1993), Seite 16.

10 Runge (2000), Seite 28 nach Arnold/Härtling.

11 Vgl. Arnold (o.A.), o.A.

12 Vgl. Kemmner / Gillessen (2000), Seite 9.

13 Vgl. Brütsch (1999), Seite 55.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von virtuelle Unternehmen für KMU
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V30302
ISBN (eBook)
9783638315869
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Unternehmen
Arbeit zitieren
Georgios Giantsios (Autor:in), 2004, Die Bedeutung von virtuelle Unternehmen für KMU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30302

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