Auf der Grundlage der kontrastiven Linguistik konzentriert sich die vorliegende Proseminararbeit auf lexikalische Parallelen im Deutschen und Russischen. Im Rahmen dieser Arbeit werden einzelne (für DaF-/DaZ-Lernende möglichst relevante) Lexeme, die sich in den genannten Sprachen sehr stark ähneln, sowie deren Bedeutungen miteinander verglichen und in den unterschiedlichen Kategorien lexikalischer Parallelen, die im Folgenden zu erläutern sein werden, zugeordnet. Soweit dies im Rahmen dieser Proseminararbeit möglich ist bzw. wo dies besonders sinnvoll erscheint, soll auch auf nachvollzogen werden, wie diese lexikalischen Parallelen zustande kamen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lexikalische Parallelen
2.1 Vollständige lexikalische Parallelen
2.1.1 Prototypensemantik
2.1.2 Vollständige lexikalische Parallelen mit unterschiedlichen Prototypen
2.2 Partielle lexikalische Parallelen
2.3 Falsche lexikalische Parallelen
3 Zusammenfassung
4 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Lexempaaren im Deutschen und Russischen, um potenzielle Fehlerquellen und Stolperfallen für DaF-/DaZ-Lernende aufzuzeigen und durch kontrastive Analyse didaktisch nutzbar zu machen.
- Typologie lexikalischer Parallelen (vollständig, partiell, falsch)
- Einfluss von Prototypensemantik und kulturellen Assoziationsketten
- Interferenzfehler und ihre Vermeidung im Fremdsprachenunterricht
- Etymologische Hintergründe und Bedeutungswandel von Lehnwörtern
- Vergleichende Analyse von Beispielen aus Alltag und Tourismus
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Prototypensemantik
Die Prototypensemantik untersucht, welche Assoziationen und Vorstellungen Sprecher einer bestimmten Sprache mit einem bestimmten Lexem verbinden. Diese Assoziationen unterscheiden sich zwar von Individuum zu Individuum, weisen aber dennoch innerhalb einer Sprechergruppe bestimmte Gemeinsamkeiten auf. Diese Gemeinsamkeiten werden in der Prototypensemantik als Kategorien bezeichnet. Aufgrund dieser Kategorien wird dann in der Sprachwissenschaft versucht, auf einem bestimmten Prototyp zu schließen. Der Prototyp ist dementsprechend jene Vorstellung, die die meisten Sprecher mit einem bestimmten Lexem verbinden bzw. die so möglichst viele der Kategorien, die mit dem betreffenden Lexem üblicherweise assoziiert werden, enthält (Ernst, 2011: 206 ff.).
Die Vorstellungen und Assoziationen, die Sprecher mit einem Lexem verbinden, sind unter anderem durch ihre Sozialisation, ihre Lebensumwelt und ihre Kultur geprägt. Prototypen sind folglich kulturspezifisch. Prochorov und Sternin (2007: 95) haben dazu vermerkt, dass das kognitive Weltbild kulturell geprägt ist und auf stereotypen Interpretationen und Wahrnehmungen basiert. Dadurch entsteht ein spezifisches stereotypes Weltverständnis, das eine Kulturgemeinschaft teilt. In Bezug auf lexikalische Parallelen bedeutet dies, dass selbst im Falle dessen, dass vollständige lexikalische Parallelen vorliegen, dies nicht automatisch bedeutet, dass Sprecher verschiedener Kulturen die gleichen Vorstellungen mit den betreffenden Lexemen verbinden – obwohl die wortwörtliche Bedeutung der Lexeme laut Wörterbuch identisch ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die kontrastive Lexikologie ein und definiert das Ziel, interlinguale lexikalische Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutsch und Russisch für den Fremdsprachenunterricht zu untersuchen.
2 Lexikalische Parallelen: Dieses Kapitel klassifiziert Lexempaare in vollständige, partielle und falsche Parallelen und analysiert diese anhand von Beispielen sowie der Prototypensemantik.
2.1 Vollständige lexikalische Parallelen: Es werden Wörter mit weitgehend identischer Bedeutung in beiden Sprachen betrachtet, wobei Unterschiede in Konnotationen oder stilistischer Verwendung hervorgehoben werden.
2.1.1 Prototypensemantik: Dieser Abschnitt erläutert theoretisch, wie kulturelle Prägungen und assoziative Vorstellungen trotz identischer Wortbedeutung zu unterschiedlichen mentalen Konzepten führen können.
2.1.2 Vollständige lexikalische Parallelen mit unterschiedlichen Prototypen: Anhand von Praxisbeispielen wie "Café", "Torte" oder "Autobus" wird verdeutlicht, wie sich assoziative Erwartungen russischer und deutscher Muttersprachler unterscheiden.
2.2 Partielle lexikalische Parallelen: Hier werden Lexeme mit nur teilweiser Bedeutungsüberschneidung behandelt, die durch spezifische nationale oder kulturelle Nutzung (Interlexe vs. Idiolexe) geprägt sind.
2.3 Falsche lexikalische Parallelen: Dieser Teil widmet sich den "falschen Freunden", also Wörtern, die zwar formähnlich sind, aber keine semantischen Gemeinsamkeiten aufweisen und somit eine hohe Fehlerquelle darstellen.
3 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass lexikalische Parallelen keine Seltenheit sind und eine explizite Thematisierung im DaF-/DaZ-Unterricht essenziell ist, um Interferenzfehler zu minimieren.
4 Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Fachpublikationen, Wörterbücher und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Kontrastive Linguistik, DaF-Unterricht, DaZ-Unterricht, Lexikalische Parallelen, Vollständige Parallelen, Partielle Parallelen, Falsche Freunde, Prototypensemantik, Interferenzfehler, Fremdsprachendidaktik, Sprachvergleich, Deutsch, Russisch, Lexikologie, Assoziationsketten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ähnlichkeiten und Unterschieden im Wortschatz zwischen dem Deutschen und Russischen im Kontext der kontrastiven Linguistik und Fremdsprachendidaktik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Typologie lexikalischer Parallelen (vollständig, partiell, falsch) und deren Bedeutung für Lernende mit der Muttersprache Russisch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie lexikalische Ähnlichkeiten, die oft als Hilfe erscheinen, zu Interferenzfehlern führen können, und dies für den Sprachunterricht zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die kontrastive Lexikologie und stützt sich dabei auf theoretische Ansätze der Prototypensemantik sowie eine vergleichende Analyse von Wörterbucheinträgen und Assoziationsketten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Kategorien lexikalischer Parallelen, welche anhand zahlreicher Beispiele (wie Café, Torte oder Detektiv) detailliert illustriert und kontrastiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind kontrastive Linguistik, DaF-/DaZ-Unterricht, lexikalische Parallelen, "falsche Freunde" und Prototypensemantik.
Warum ist das Beispiel "Torte" besonders relevant?
Das Beispiel verdeutlicht, dass selbst bei einer vollständigen lexikalischen Parallele die kulturellen Vorstellungen (hier: die Form und Art der Torte) stark divergieren können, was bei Lernenden zu Missverständnissen führt.
Welche Rolle spielt die Prototypensemantik für das Verständnis von "falschen Freunden"?
Sie erklärt, dass Sprachnutzer Begriffe durch ihre kulturelle Sozialisation mit spezifischen Merkmalen verknüpfen, was dazu führt, dass "falsche Freunde" oft schwieriger zu verlernen sind als völlig neue Vokabeln.
Inwiefern beeinflusst die Herkunft eines Wortes dessen Bedeutung in den Zielsprachen?
Die Arbeit zeigt, dass Lehnwörter (z.B. aus dem Englischen oder Lateinischen) sich in den verschiedenen Sprachen individuell weiterentwickeln können, was oft zu einer Bedeutungsverengung oder -erweiterung führt.
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- Carmen Peresich (Autor), 2015, Lexikalische Parallelen im Deutschen und Russischen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303093