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Chicanas und Chicanos in den USA: Gesellschaftliche Realität, Sprache und Übersetzbarkeit

Title: Chicanas und Chicanos in den USA: Gesellschaftliche Realität, Sprache und Übersetzbarkeit

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sylvia Degen (Author)

Interpreting / Translating
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Meine Untersuchung ist in den sogenannten ”Borderlands“ der USA, dem Gebiet nahe der mexikanischen Grenze, angesiedelt. Ich werde die dortige spezifische gesellschaftliche Situation in einen geschichtlichen Kontext setzen, wobei der Schwerpunkt bei den Chicanos/-as, Menschen mexikanischer Herkunft, liegen wird. Um die Auswirkungen der gesellschaftlichen Realitäten auf die Sprache aufzuzeigen, werde ich ein Kapitel der Chicano/-a-Literatur und deren Spezifik widmen, um mich schließlich den daraus resultierenden übersetzungsrelevanten Fragen zuzuwenden.
Die vorliegende Arbeit will den Anspruch an uns (zukünftige) Übersetzer/-innen formulieren, gesellschaftliche Realitäten wahrzunehmen und in den Kontext der Tätigkeit des Übersetzens zu stellen. Denn die Realität findet in der Sprache ihren Ausdruck und um diesem auch in der Übersetzung möglichst nahe zu kommen, ist eine gute Kenntnis der Umstände, in denen der Ausgangstext (AT) entstand, unerlässlich.
Gerade das Beispiel der Chicano/-a-Literatur zeigt auf, dass die Grundlage für eine gute Übersetzung das Hinterfragen eines statischen Kulturbegriffs sein muss. Stereotypen, die besagen, dass "der Engländer" gerne Tee trinkt oder "der Spanier" unpünktlich ist, können getrost über Bord geworfen werden!

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit

2 Historische Kontextualisierung

2.1 Mexiko im 19. Jahrhundert

2.1.1 Der Mexikanisch-Amerikanische Krieg

2.2 Der "Tortilla Curtain“: Die US-mexikanische Grenze heute

2.3 Der Begriff Chicano/-a und das “Chicano Movimiento“

2.4 Kleine Anmerkung zur Sprachstatistik

3 Die Chicano/-a-Literatur

3.1 Kontextualisierung: Sprachpolitik der USA

3.2 Chicano/-a- Literatur als Teil der “Post-National Narratives“

3.3 Die Sprache als Grundlage der Chicano/-a-Literatur

4 Zur Übersetzungsproblematik von Chicano/-a-Literatur

4.1 Beibehalten der Bilingualität durch das Belassen der spanischen Textteile des Originals

4.2 Übertragung in gebrochenes Deutsch

5 Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Realität und die spezifische Sprachsituation von Chicanos und Chicanas in den USA, um daraus resultierende Anforderungen an den Übersetzungsprozess von Chicano-Literatur abzuleiten und ein zeitgemäßes Verständnis von Kultur und Identität im Kontext des Übersetzens zu entwickeln.

  • Historische Entwicklung der US-mexikanischen Grenzregion
  • Sozio-politische Identitätsbildung der Chicano-Bewegung
  • Rolle der Mehrsprachigkeit und kultureller Hybridität in der Literatur
  • Herausforderungen bei der Übersetzung bilingualer Texte
  • Kritik an traditionellen Kulturbegriffen in der Übersetzungswissenschaft

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Sprache als Grundlage der Chicano/-a-Literatur

Die Sprache der Chicanos/-as hat einige historisch bedingte Veränderungen erfahren und ist nach wie vor ständig in Bewegung. Oft sieht die Großelterngeneration einer Familie Spanisch als Muttersprache an, die Eltern sind sowohl im Spanischen wie auch im Englischen flüssig und die Kinder drücken sich bevorzugt in Englisch aus. Die sprachliche Situation ist nicht allein durch außergewöhnliche Heterogenität geprägt, sondern zeichnet sich auch durch andauernde Dynamik aus.

Da der Sprachkontakt sich durch die rege Migration immer wieder selbst erneuert, herrscht auch in der Sprachentwicklung niemals Stillstand. Der ungeheure Variantenreichtum des Chicano/-a-Spanisch, bzw. Chicano/-a-Englisch bewegt sich auf einer sprachlichen Achse, deren Pole einerseits das mexikanische Spanisch und andererseits das amerikanische Englisch bilden. Wie am obigen Beispiel der Familie zu sehen, gehören zu den Chicanos/-as nicht nur monolinguale Sprecher/-innen des Spanischen und bilingual Aufgewachsene, sondern auch (fast) monolinguale Englisch-Sprecher/-innen. Freilich überwiegt die Anzahl der Menschen, die sich in beiden Sprachen bewegen.

So ist auch in der Chicano/-a-Literatur die Bi-, bzw. Multilingualität charakteristisch – selbst wenn sich die Autor/-innen überwiegend in englischer Sprache ausdrücken. Unzählige Alltagserfahrungen von Migrant/-innen, die oft mehrere Sprachen vermischen, machen deutlich, dass dies oft mit Dummheit gleichgesetzt wird. In der Chicano/-a-Literatur wird das Vermischen zweier oder mehrerer Sprachen als effektives Mittel eingesetzt, um einen integralen Bestandteil des Alltags der “border culture“ zu vermitteln, der sonst nicht adäquat ausgedrückt werden könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit und stellt die Verbindung zwischen soziokulturellen Identitätsfragen und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Übersetzerpraxis her.

2 Historische Kontextualisierung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Hintergründe, insbesondere den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und die Entwicklung der heutigen Grenzregion, die die Grundlage der Chicano-Identität bilden.

3 Die Chicano/-a-Literatur: Der Hauptteil analysiert die literarische Ausdrucksform der Chicanos als hybrides Phänomen und beleuchtet die Rolle von Sprache und Sprachpolitik.

4 Zur Übersetzungsproblematik von Chicano/-a-Literatur: Hier werden konkrete Übersetzungsstrategien diskutiert, wie der Umgang mit Bilingualität im Original und die Problematik einer Übertragung in Varietäten wie das „Gastarbeiterdeutsch“.

5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, Übersetzen als aktiven, dekonstruktiven Prozess zu begreifen, der ein tiefes Kontextwissen voraussetzt.

Schlüsselwörter

Chicanos, Chicanas, US-mexikanische Grenze, Chicano-Literatur, Bilingualität, Multilingualität, Übersetzungsstrategien, Borderlands, Post-National Narratives, Identität, Sprachpolitik, Migration, Kulturmittler, Sprachkultur, Code-switching.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen der gesellschaftlichen Lebensrealität der Chicanos und Chicanas in den USA und ihrer spezifischen literarischen Ausdrucksweise.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Themenfeldern zählen die historische Entwicklung der Grenze, das Konzept des „Chicano Movimiento“, die Rolle von Sprache bei der Identitätsbildung sowie die Analyse der „Border culture“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Übersetzer eine aktive Rolle in der Vermittlung kultureller Identitäten einnehmen und dass dafür ein Verständnis jenseits starrer Kulturbegriffe erforderlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kulturwissenschaftliche Kontextualisierung, kombiniert mit einer translationswissenschaftlichen Analyse spezifischer literarischer Texte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Chicano-Literatur als Teil post-nationaler Erzählungen und diskutiert die Herausforderungen der Übersetzung, insbesondere die Bewahrung der Bilingualität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bilingualität, Borderlands, Identität, Chicano-Literatur, Sprachpolitik und Transnationalität.

Wie wirkt sich die Grenzziehung des 19. Jahrhunderts auf die heutige Sprache aus?

Die Grenzziehung und die darauf folgende historische Entwicklung führten zu einer andauernden Sprachdynamik, in der sich mexikanische und amerikanische Spracheinflüsse kontinuierlich vermischen.

Warum lehnt die Autorin eine Übersetzung in „Gastarbeiterdeutsch“ ab?

Die Autorin argumentiert, dass dies für Nicht-Migranten zwangsläufig zur Parodie führen würde, da die sprecherinterne kulturelle Legitimation fehlt.

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Details

Title
Chicanas und Chicanos in den USA: Gesellschaftliche Realität, Sprache und Übersetzbarkeit
College
University of Applied Sciences Magdeburg
Course
Fremdkulturelle Kompetenz Spanisch
Grade
2,0
Author
Sylvia Degen (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V30313
ISBN (eBook)
9783638315968
ISBN (Book)
9783638869522
Language
German
Tags
Chicanas Chicanos Gesellschaftliche Realität Sprache Fremdkulturelle Kompetenz Spanisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sylvia Degen (Author), 2004, Chicanas und Chicanos in den USA: Gesellschaftliche Realität, Sprache und Übersetzbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30313
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