Das Lied „What kind of man“ von Florence and the Machine ist als das lead Single für das Album „How Big, How Blue, How beautiful” erschienen. Das dazugehörige Video erschien an demselben Tag unter der Regie von Vincent Haycock und wurde in Mexico gedreht.
Das Video ist ein kurzer Film über die Liebesbeziehung zwischen der Protagonistin und ihrem Freund. Von großer Bedeutung ist der Dialog am Anfang des Videos, da dieser uns schon wichtige Informationen für das Verstehen der Diegese vermittelt. Sie wird verfolgt von Ihren alten Beziehungen mit verschiedenen Männern und versucht alle diese zu vergessen und mittels verschiedener Rituale sich diesen zu konfrontieren. Es ist ein innerer Kampf der Protagonistin, die verfolgt wird von Albträumen und alten Gefühlen. Dass ihr Freund sie nicht aufgeweckt hat, als sie im Schlaf gelitten hat ist ein Zeichen für eine Beziehung, die nicht auf Vertrauen und gegenseitige Unterstützung gebaut wurde.
Der Clip konstituiert einen Weltentwurf auf zwei Ebenen, der des gesungenen Textes und des dargestellten Bildes. Auch wenn beim ersten Eindruck nur sporadisch an einen Text – Bild Bezug gedacht wird, so sind beide Ebenen doch kohärent und kommunizieren dieselbe Narration/Geschichte. Die Protagonistin versucht alle Liebesgeschichten die sie erlebt hat zu vergessen um die Beziehung mit ihrem jetzigen Freund retten zu können. Alle diese Ereignisse werden uns durch verschiedene filmtechnische Mittel dargestellt, die wir in den folgenden Seiten in ihrer Dynamik und Synchron analysieren und interpretieren werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Segmentierung
3. Semantische Räume
4. Filmisches Erzählen
4.1 Der Dialog
4.2 Die Handlung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die medienanalytische Untersuchung des Musikvideos „What kind of man“ von Florence & the Machine, um durch die Analyse filmischer Mittel und narrativer Strukturen die komplexen Ebenen der Liebesbeziehung und das psychische Leiden der Protagonistin offenzulegen.
- Analyse der visuellen und auditiven Informationskanäle
- Identifikation und Differenzierung semantischer Räume
- Deutung der symbolischen Rituale und Handlungssequenzen
- Untersuchung der narrativen Funktion der Parallelmontage
- Interpretation der Rollenbilder und Beziehungsdynamiken
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Dialog
Wie schon erwähnt, benötigt der Dialog bzw. die Szene am Anfang des Videos eine besondere Aufmerksamkeit und eine nähere Analyse. Diese Anfangsszene findet in dem semantischen Raum „Reale Welt“ statt, nähmlich in einem fahrenden Auto. Die Protagonisten unterhalten sich über das Sprechen der Frau während sie schlief, und es scheint, dass sie in ihren Träume gelitten hätte. Ihr Freund hat es gesehen aber er hat sie nicht aufgeweckt um ihr Leiden zu beenden sondern „[...i just let it be]“ sagt er.
„So you just let me suffer?“ Die Ebene des Discours bedient dich von dieses Satzes, um uns die Existenz einer Parallelwelt zu deuten und stellt auch die Beziehung zwischen den beiden in Frage. Eine Liebesbeziehung ist normalerweise auf Treue und gegenseitige Unterstützung gebaut, aber der Freund scheint nicht hundertprozentig in dieser Beziehung zu sein. Die Existenz einer Parallelwelt wird dann in der Einstellung 2 verdeutlicht. Die beiden befinden sich auf einem Balkon und blicken in verschiedene Richtungen. Das ist nicht das normale Verhalten in eine intakten Beziehung. Es wird damit gezeigt, dass die Protagonisten sich auf unterschiedlichen Wege befinden. Es scheint, dass der Schlaf nicht der einzige Moment war in der er sie leiden ließ. Der Sturm der im Hintergrund zu sehen ist, ist auch aus semiotischer Sicht ein Zeichen für die „Unruhe“ im inneren der Protagonistin und ihrer Beziehung.
Nach diese kurzen Rückblende findet die Handlung wieder im Auto statt und das Gespräch entwickelt sich weiter. Hier wird der Mann gefragt, ob die Menschen die zusammen leiden, stärker verbunden sind als diejenigen, die glücklich miteinender sind. Die Frau sagt nichts dazu aber die Antwort bekommt man mit der Hilfe der Montage,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema des Musikvideos „What kind of man“ unter Einbettung in den Kontext des Albums und der Regiearbeit von Vincent Haycock.
2. Segmentierung: Gliederung des Musikvideos in drei zentrale Abschnitte: die reale Welt, die Erinnerungen der Protagonistin und die rituellen Handlungen.
3. Semantische Räume: Untersuchung der zwei gegensätzlichen Räume – die reale Welt und die emotionale Traumwelt –, die das Paradigma der Diegese bilden.
4. Filmisches Erzählen: Detaillierte Analyse der narrativen Struktur durch die Untersuchung der Dialoge sowie der Handlungsabfolgen und ihrer filmtechnischen Umsetzung.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Liebesbeziehung als visuelle Darstellung psychischen Leidens und der Notwendigkeit von Vertrauen.
Schlüsselwörter
Musikvideo, Florence & the Machine, Medienanalyse, Filmsemiotik, Diegese, Parallelmontage, Semantische Räume, Beziehungsdynamik, Symbolik, Narration, Psychisches Leiden, Filmanalyse, Musikvideo-Interpretation, Kurzfilm-Charakter, Rituale
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer detaillierten Medienanalyse des Musikvideos „What kind of man“ der Band Florence & the Machine und beleuchtet die filmische Umsetzung einer Liebesgeschichte.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?
Im Zentrum stehen die Darstellung psychischen Leidens, die Bedeutung von Vertrauen in einer Partnerschaft sowie die Untersuchung visueller und auditiver Narrationsebenen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine genaue Text- und Bildanalyse aufzuzeigen, wie komplexe inhaltliche Aussagen über eine gescheiterte oder problematische Beziehung filmisch kodiert werden.
Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt Ansätze der Filmsemiotik, um mittels Segmentierung und der Bestimmung semantischer Räume die Struktur des Videos methodisch zu erschließen.
Was wird im Hauptteil des Dokuments detailliert untersucht?
Der Hauptteil widmet sich der filmischen Erzählweise, dem Dialog zwischen den Protagonisten, der Symbolik der rituellen Handlungen und der Funktion der Montage.
Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit am besten?
Die zentralen Konzepte umfassen Medialitätsforschung, Semantik, Montage, Diegese und das Zusammenspiel von Bild- und Tonebenen.
Welche Rolle spielt das Motiv des „Sturmes“ im Video?
Der Sturm fungiert als wiederkehrendes, zentrales Symbol für die innere Zerrissenheit der Protagonistin und stellt eine Metapher für die Instabilität ihrer Beziehung dar.
Wie interpretiert der Autor die Tanzszene mit den Männern?
Der Tanz wird als ein Überwindungsritual gedeutet, in dem sich die Protagonistin symbolisch mit ihrer Vergangenheit und ihren Ex-Freunden konfrontiert, um psychische Freiheit zu erlangen.
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- Chiriches Andrei (Author), 2015, Analyse und Interpretation des Musikvideos „What Kind of Man“ von Florence & the Machine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303146