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Kritische Analyse der Einführung des Emissionshandels in der Europäischen Union

Title: Kritische Analyse der Einführung des Emissionshandels in der Europäischen Union

Bachelor Thesis , 2004 , 40 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: International Economics M.A. Kenân Özkara (Author)

Economy - Environment economics
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Das stetige Wachstum der Weltwirtschaft, die voranschreitende Globalisierung und der Anstieg der Weltbevölkerungszahl ließen in den letzten Jahrzehnten den Ausstoß an Treibhausgasen stark steigen. Diese Gase entstehen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, bei landwirtschaftlichen Aktivitäten sowie bei industriellen Prozessen. Eine überwiegende Mehrheit renommierter Wissenschaftler ist der Ansicht, dass die zunehmenden Treibhausgasemissionen zu erheblichen klimatischen Veränderungen auf der Erde führen. Für die nahe Zukunft wird mit einer globalen Erwärmung der Erdoberfläche gerechnet, die weitreichende ökonomische und ökologische Folgen nach sich ziehen wird. Insbesondere der Ausstoß von Kohlendioxid (CO 2 ) bereitet große Sorgen, da darin die Hauptursache für den anthropogenen Treibhauseffekt gesehen wird. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahre 1997 nach zahlreichen umwelt- und klimapolitischen Konferenzen und Verhandlungsrunden im Kyoto-Protokoll erstmals eine rechtsverbindliche Vereinbarung zur Reduzierung der Treibhausgase getroffen. Die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedsstaaten haben dabei einen Anteil von 8 % übernommen. Um den Verpflichtungen möglichst effizient nachzukommen, soll ein Teil der Minderungszusagen durch ein EU-internes CO 2 -Emissionshandelssystem realisiert werden. Die EU hat dazu bereits eine Richtlinie verabschiedet, die die Ausgestaltung des Systems endgültig regelt. Allerdings haben im Vorfeld diverse Richtlinienvorschläge zu kontroversen Diskussionen geführt. Besonders der Entwurf vom 23.10.2001 stand im Kreuzfeuer der Kritik. Die vorliegende Arbeit knüpft an die Diskussionen um die Einführung des Emissionshandelssystems in der EU an und versucht, das Vorhaben zu erörtern und einer kritischen Analyse zu unterziehen.

Einführend werden in Kapitel 2 die grundlegenden Entwicklungen der internationalen Klimapolitik bis zum Abschluss des Kyoto-Protokolls und die daraus resultierenden CO 2 -Minderungsverpflichtungen für die EU und ihre Mitgliedsstaaten dargestellt. In diesem Zusammenhang werden auch die wesentlichen Instrumente des Kyoto-Protokolls vorgestellt, die das EU-Modell aus Kompatibilitätsgründen zu integrieren versucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internationale Klimapolitik

2.1. Institutionalisierung des Klimaschutzes

2.2. Bedeutendsten Konferenzen der Vertragsstaaten

2.3. Kyoto-Protokoll

2.4. Instrumente des Kyoto-Protokolls

2.5. Reduktionsverpflichtungen der Europäischen Union

3. Das Emissionshandelssystem der Europäischen Union

3.1. Grundprinzip des Emissionshandels

3.2. Vorteile des Emissionshandels

3.3. Politischer Umsetzungsprozess

3.4. Richtlinienvorschlag der EU-Kommission vom 23.10.2001

3.4.1. Rahmenbedingungen

3.4.2. Kritische Betrachtung der Ausgestaltung

3.4.2.1. Kreis der Marktteilnehmer

3.4.2.2. Verpflichtung zur Teilnahme

3.4.2.3. Primärverteilung der Emissionsrechte

3.4.2.4. Berücksichtigung von Neueinsteigern

3.4.2.5. Berücksichtigung früherer Vermeidungsleistungen

3.4.2.6. Überwachung und Sanktionierung

Exkurs: Der Richtlinienvorschlag aus rechtlicher Sicht

3.5. Dänischer Kompromissvorschlag vom 28.08.2002

3.6. Endgültige Fassung der Richtlinie vom 25.10.2003

4. Praktische Erfahrungen: Der Handel mit SO2-Emissionen in den USA

4.1. Ausgestaltung

4.2. Preisentwicklung und Zielerreichung

4.3. Bedeutung für das EU-Modell

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die Einführung und Ausgestaltung des Emissionshandelssystems der Europäischen Union im Kontext internationaler Klimaschutzvereinbarungen. Das zentrale Ziel besteht darin, den politischen Umsetzungsprozess sowie die strittigen Aspekte des Entwurfs zu erörtern und auf Basis praktischer Erfahrungen aus den USA Rückschlüsse auf die Effektivität des EU-Modells zu ziehen.

  • Entwicklung und Instrumente der internationalen Klimapolitik
  • Grundprinzipien und ökonomische Vorteile des Emissionshandels
  • Politischer Umsetzungsprozess und kritische Ausgestaltungspunkte (z. B. Allokationsverfahren, Sanktionierung)
  • Vergleich mit dem US-amerikanischen SO2-Emissionshandelssystem
  • Rechtliche Komplikationen bei der Einführung und Umsetzung der EU-Richtlinie

Auszug aus dem Buch

3.4.2.1. Kreis der Marktteilnehmer

Das Emissionshandelssystem der EU ist zunächst auf große, standortfeste CO2-Quellen eingeschränkt, da deren Überwachung und Kontrolle relativ einfach durchzuführen ist. Europaweit werden dadurch ca. 4000 bis 5000 Anlagen aus den Bereichen Energieerzeugung, Stahl-, Zement-, Keramik-, Glas-, Zellstoff- und Papierindustrie bzw. ca. 46 % der CO2-Emissionen innerhalb der EU erfasst (BMU 2003, S. 96 f.; Froning 2003, S. 6). Neusten Schätzungen zufolge wird die Anzahl der Teilnehmer jedoch weitaus höher – bei etwa 10.000 Anlagen – liegen, da schon allein in Deutschland 4.000 Anlagen betroffen sind (Siemer 2003, S. 31).

Was aus Praktikabilitätsgründen sinnvoll erscheint, birgt im theoretischen Ansatz ein Problem: Die Effizienz eines Marktes für Umweltzertifikate vergrößert sich mit steigender Teilnehmerzahl, so dass umgekehrt eine Begrenzung zu Effizienzverlusten führt (Weimann 1995, S. 233). Dem EU-Markt liegt aber wie bereits erwähnt eine zweifache Begrenzung zugrunde: Zum einen wird er regional auf die Mitgliedsländer der EU und zum anderen sektoral auf ausgewählte Industriebranchen begrenzt (Voss 2003, S. 41). Die Gefahr eines uneffizienten Marktgleichgewichts kann nun damit erklärt werden, dass auf einem derartig „dünnen“ Markt das Risiko strategischen Verhaltens besteht (Weimann 1995, S. 229).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund des steigenden Treibhausgasausstoßes, die Bedeutung des Kyoto-Protokolls und skizziert den Aufbau der Untersuchung zur Analyse des EU-Emissionshandelssystems.

2. Internationale Klimapolitik: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der globalen Klimaschutzinstitutionen, den Abschluss des Kyoto-Protokolls und die spezifischen Reduktionsverpflichtungen für die Europäische Union.

3. Das Emissionshandelssystem der Europäischen Union: Das Hauptkapitel behandelt die Funktionsweise des Handels, den politischen Prozess von der ersten Idee bis zur Richtlinie sowie eine detaillierte kritische Betrachtung der Ausgestaltung und rechtlichen Rahmenbedingungen.

4. Praktische Erfahrungen: Der Handel mit SO2-Emissionen in den USA: Dieses Kapitel analysiert das US-amerikanische Schwefeldioxid-Programm als praxisnahes Modell, um Erfahrungen für das geplante EU-System abzuleiten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen und Risiken des europäischen Emissionshandels im Hinblick auf seine ökologische und ökonomische Zielerreichung.

Schlüsselwörter

Emissionshandel, Europäische Union, CO2-Reduktion, Klimapolitik, Kyoto-Protokoll, Zertifikate, Allokationsplan, Benchmarking, Umweltschutz, Effizienz, Sanktionierung, Marktteilnehmer, Treibhauseffekt, Nachhaltigkeit, Vermeidungskosten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die Konzeption und Einführung eines EU-weiten Systems zum Handel mit CO2-Emissionsrechten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die internationale Klimapolitik, die ökonomische Theorie des Emissionshandels, die politische Ausgestaltung in der EU sowie praktische Erfahrungen aus den USA.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Einführungsprozess des EU-Systems zu erörtern und zu analysieren, ob die geplante Ausgestaltung den Anforderungen an Effizienz und Treffsicherheit genügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse sowie eine vergleichende Betrachtung anhand der Erfahrungen aus dem SO2-Emissionshandel in den USA.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Grundprinzip des Handels, der politische Umsetzungsprozess sowie kritische Punkte wie Allokation, Monitoring und Sanktionierung detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, CO2-Zertifikate, Allokationsplan und Kosteneffizienz.

Welche Rolle spielt das "Grandfathering" bei der Erstzuteilung?

Es dient der kostenlosen Zuteilung von Zertifikaten basierend auf früheren Emissionen, was zwar Planungssicherheit schafft, aber auch zu strategischem Verhalten oder Wettbewerbsverzerrungen führen kann.

Warum ist die Kompatibilität zur IVU-Richtlinie ein Streitpunkt?

Da die IVU-Richtlinie auf die beste verfügbare Technik für einzelne Anlagen abzielt, während der Emissionshandel eher flexibel dort zur Anwendung kommen soll, wo Reduktionen am kostengünstigsten sind, entstehen hier regulatorische Spannungsfelder.

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Details

Title
Kritische Analyse der Einführung des Emissionshandels in der Europäischen Union
College
University of Göttingen  (66)
Grade
1,3
Author
International Economics M.A. Kenân Özkara (Author)
Publication Year
2004
Pages
40
Catalog Number
V30316
ISBN (eBook)
9783638315999
Language
German
Tags
Kritische Analyse Einführung Emissionshandels Europäischen Union
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
International Economics M.A. Kenân Özkara (Author), 2004, Kritische Analyse der Einführung des Emissionshandels in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30316
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