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Die Entwicklung der Ultrabewegung

Eine besondere Betrachtung der Ultras als Subkultur

Title: Die Entwicklung der Ultrabewegung

Master's Thesis , 2014 , 86 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jonas Jung (Author)

Sport - Sport Sociology
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Die Ultras, eine Bewegung der Fankultur, welche Mitte der 1990er Jahre aus Italien nach Deutschland schwappte, sind in der heutigen Zeit nicht mehr aus den Stadien wegzudenken.
Zahlreiche Choreografien, eigene jugendclubähnliche Räumlichkeiten, riesige Schwenkfahnen aber auch gewalttätige Auseinandersetzungen sind ein Teil dieser Bewegung.
Die gängige Literatur ist sich in den meisten Fällen nicht einig ob es sich bei der Ultrabewegung um eine Jugendbewegung, Jugendkultur, oder eine eigenständige Subkultur handelt. Um dies zu klären, habe ich mich in der folgenden Arbeit damit beschäftigt, ob die Ultrabewegung eine eigenständige Subkultur darstellt.
Hierzu habe ich im ersten Teil die geschichtliche Entwicklung der Fankultur in Deutschland, von den Anfängen des Zuschauersports bis hin zur heutigen Ultrabewegung, genauer beleuchtet. Um diese zu verstehen wird auch ein nötiger Exkurs nach Italien, dem Mutterland der Ultrabewegung, durchgeführt.

Im zweiten Teil meiner Arbeit kommen in einer qualitativen Befragung Führungspersonen diverser Ultragruppierungen selbst zu Wort. Dies ist notwendig, um deren Auffassung der Ultrakultur dokumentieren zu können und abschließend den Versuch zu unternehmen, die Frage nach subkulturellen Zügen der Ultrabewegung zu klären.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Fankultur in Deutschland

1.1. Die Geschichte der Fankultur in Deutschland

1.2. Die Anfänge

1.3. Die Fankultur in Deutschland – Kutten

1.4. Die Fankultur in Deutschland – Hooligans

1.5. Von den Hooligans zu den Ultras

2. Die Ultras

2.1. Die Ultras – Italien

2.2. Die Ultras- Deutschland

2.3. Sozialarbeit durch Ultras

2.4. Politik in der Ultraszene

2.5. Gewalt in der Ultraszene

2.5.1. Steigende Gewalt im Fußball – Realität oder Fiktion?

2.5.2. Der ZIS – Jahresbericht, eine kritische Betrachtung

3. Protestformen

3.1. ProFans

3.2. Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren

4. Subkultur

4.1. Subkultur vs. Jugendkultur

4.2. Die Ultras – eine Subkultur

5. Befragung

5.1. Stichprobe und Durchführung

5.2. Hypothesen und Ergebnisse

5.2.1. Deutsche Ultragruppierungen unterscheiden sich sowohl in der Entstehung als auch in der Gegenwart von den italienischen Ultras (Hypothese1)

5.2.2. Eine Ultragruppierung ist ein Zusammenschluss aus einer Vielzahl heterogener Individuen, welche ihre individuellen Ansichten der Gruppenmeinung unterordnen (Hypothese 2)

5.2.3. Ultragruppierungen leisten indirekte, kostenlose Jugendarbeit (Hypothese 3)

5.2.4. Zwischen den neuen und den alten Bundesländern gibt es relevante Unterschiede bei der Affinität von Gewalt im Rahmen der Ultragruppierungen (Hypothese 4)

5.2.5. Die Ultrabewegung kann als eigene Subkultur angesehen werden (Hypothese 5)

5.2.6. Ultras fühlen sich durch Repressionen, welche eigentlich als Präventivmaßnahmen vorgesehen sind, bestraft. Diese Vorkehrung verschlechtern die Beziehungen zwischen Ultras und Sicherheitsorganen (Hypothese 6)

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Ultrabewegung als eigenständige Subkultur betrachtet werden kann oder lediglich eine Jugendkultur darstellt. Anhand einer historischen Analyse der Fankultur sowie einer qualitativen Befragung von Führungspersonen verschiedener Ultragruppierungen wird die Identität, Organisation und das Werteverständnis dieser Bewegung erforscht.

  • Historische Entwicklung der deutschen Fankultur
  • Strukturen und Werte von Ultragruppierungen
  • Die Rolle von Gewalt und Abgrenzung gegenüber der Gesellschaft
  • Politisches Engagement und Protestkultur der Ultras

Auszug aus dem Buch

2.3 Sozialarbeit durch Ultras

Ultragruppierungen sind speziell für Jugendliche sehr attraktiv. Durch die offenen Mitgliederstrukturen der großen Gruppen ist es nahezu jedem Möglich einer solchen Clique beizutreten. Das Gemeinschaftsgefühl, das Verwirklichen von Choreografien und die gemeinsame, lautstarke Unterstützung der eigenen Mannschaft verbindet die Jugendlichen und lässt sie zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. So zählen in meiner Befragung eine Vielzahl der Ultras „Freundschaft“, „Zusammenhalt“ und „Loyalität“ zu den wichtigsten Werten ihrer Gruppen. Die Ultragruppierungen prägen insofern die meist jugendlichen Mitglieder enorm.

Aus soziologischer Sicht gibt es zwei Arten von Identitäten, die individuelle und die soziale Identität. Speziell in Untersuchungen von Gruppierungen wie die der Ultraszene ist diese soziale Identität sehr interessant. Man spricht immer dann von der sozialen Identität, wenn man mehrere Personen als Mitglieder einer Gruppe und nicht als Individuen betrachtet (Sommerey, 2010, S. 20 f.). Diese soziale Identität lässt sich durch Respekt von anderen Gruppen aufwerten. Dies schaffen die Ultragruppierungen durch Choreografien, lautstarke Unterstützung und auch in gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Aufwertung der sozialen Identität ist also nach Sommerey ein wichtiger Faktor im Rahmen des „Wettbewerbs der Kurven“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Forschungsinteresse zur Subkulturentwicklung der Ultrabewegung in Deutschland.

1. Die Fankultur in Deutschland: Historischer Rückblick auf die Entwicklung von der frühen Fußballbegeisterung bis zur Entstehung der ersten Ultragruppen.

2. Die Ultras: Detaillierte Analyse des Selbstverständnisses, der Werte und der Organisationsformen deutscher Ultragruppierungen im Vergleich zu ihren italienischen Wurzeln.

3. Protestformen: Untersuchung der verschiedenen Bündnisse und Ausdrucksformen des Protests gegen den modernen Fußball, insbesondere ProFans und die Pyrotechnik-Kampagnen.

4. Subkultur: Theoretische Einordnung der Ultrabewegung in das soziologische Konzept der Subkultur unter Berücksichtigung von Werten und Abgrenzungsmerkmalen.

5. Befragung: Präsentation und Auswertung der qualitativen Expertenbefragung zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen über die Struktur und das Wesen der Ultras.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Ultrabewegung als eigenständige Subkultur in der heutigen Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Ultras, Fankultur, Subkultur, Jugendkultur, Stadion, Fußball, Protestkultur, Gewalt, Identität, Sozialarbeit, ProFans, Pyrotechnik, Gruppenstruktur, Repression, Vereinsbindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob die Ultrabewegung in Deutschland als eigenständige Subkultur definiert werden kann oder nur als vorübergehende Jugendkultur zu betrachten ist.

Welche Themenfelder werden analysiert?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Fankultur, die interne Organisation von Ultragruppen, deren Werte wie Loyalität und Zusammenhalt sowie ihr Protest gegen Kommerzialisierung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das primäre Ziel ist es, das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Rolle der Ultras durch eine wissenschaftliche Untersuchung zu ergründen und die Frage nach ihrem subkulturellen Charakter zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?

Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse der aktuellen Fanforschung und einer qualitativen Expertenbefragung von Führungspersonen aus 14 verschiedenen Ultragruppierungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Geschichte von Kutten und Hooligans, die Entstehung der Ultras, deren sozialpädagogisches und politisches Engagement sowie ihre spezifischen Protestformen.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ultras, Subkultur, Identität, Protestkultur, Vereinsbindung und soziale Identität geprägt.

Warum betreiben Ultras Sozialarbeit?

Laut der Studie leisten Ultras eine unbewusste Sozialarbeit, indem sie Jugendlichen Werte wie Demokratie und Verantwortungsbewusstsein vermitteln, die weit über das Stadionerlebnis hinausgehen.

Wie steht die Bewegung zur Gewalt?

Gewalt wird in der Studie als ein Teil der Ultraszene identifiziert, jedoch nicht als Hauptzweck; sie wird meist in defensiven Situationen oder zur Verteidigung der Gruppenehre legitimiert.

Welche Rolle spielt die Polizei-Repression?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass repressive Maßnahmen wie Stadionverbote oft als Schikane empfunden werden und das Vertrauensverhältnis zwischen der Fanszene und Sicherheitsorganen weiter verschlechtern.

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Details

Title
Die Entwicklung der Ultrabewegung
Subtitle
Eine besondere Betrachtung der Ultras als Subkultur
College
University of Koblenz-Landau  (Sport)
Grade
2,0
Author
Jonas Jung (Author)
Publication Year
2014
Pages
86
Catalog Number
V303181
ISBN (eBook)
9783668013513
ISBN (Book)
9783668013520
Language
German
Tags
Ultras Subkultur Fußball Jugendkultur Fan Fanbewegung Ultrabewegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Jung (Author), 2014, Die Entwicklung der Ultrabewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303181
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