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"Vordenken über Deutschland". Die Ostvertragspolitik des Staatssekretärs Egon Bahr aus Sicht der neunziger Jahre

Titre: "Vordenken über Deutschland". Die Ostvertragspolitik des Staatssekretärs Egon Bahr aus Sicht der neunziger Jahre

Dossier / Travail de Séminaire , 1997 , 36 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Michael Kuhlmann (Auteur)

Politique - Fondements et Généralités
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Seit dem Umbruch der Jahre 1989/90 ist die sozialliberale Ostpolitik der Ära Willy Brandt abermals in die Diskussion geraten. Hat sie, so fragen ihre Kritiker, etwa die Verhärtung der späten siebziger Jahre verhindern können? Wollte sie die Teilung Deutschlands überhaupt überwinden? Trug sie nicht im Gegenteil dazu bei, die DDR noch lange Jahre zu stabilisieren? Lag nicht die Ursache für das Ende des Ost-West-Konfliktes in Moskau, im Machtantritt des KPdSU-Generalsekretärs Gorbatschow 1985, und nicht etwa in der "Politik der kleinen Schritte" fünfzehn Jahre zuvor?

Neben den Erinnerungen des Protagonisten ist zum Themenbereich der Brandt/Bahrschen Ostpolitik jüngst eine Untersuchung des Berliner Politikwissenschaftlers Andreas Vogtmeier erschienen. Anhand beider Werke geht diese Arbeit der Frage nach, inwiefern jene Politik einen Beitrag leisten konnte, die deutsche Teilung zu überwinden. Da Bahrs Erinnerungen über weite Strecken den Verlauf der Verhandlungen schildern, liegt das Schwergewicht hier auf der Behandlung des Vogtmeier-Buches.
Beide Werke stammen aus dem sozialdemokratischen Spektrum und setzen die Entspannungspolitik nur begrenzt Prüfungen aus; diese Arbeit stellt ihnen daher die Einschätzung dritter Stimmen gegenüber. Dabei ist von Bedeutung, daß Bahr seine Konzeption bereits in den sechziger Jahren - und nicht erst nach 1989 - in der Form begründete, wie sie hier geschildert wird. Der gebotenen Kürze wegen steht die eigentliche Ostvertragspolitik gegenüber Ost-Berlin und Moskau in ihren groben Zügen im Mittelpunkt, da in ihr die zentralen Weichenstellungen Bahrscher Politik liegen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Entspannungspolitik: Idee und Umsetzung

1. Von Tutzing ins Auswärtige Amt

2. "Egon Bahrs große Jahre": Die neue Ostpolitik 1970-1972

a) Ein erster Schritt: Der Vertrag von Moskau

b) "Bonn spricht mit der DDR": Der Grundvertrag als Kern der Ostpolitik

3. Bewährungsphase: Die neue Ostpolitik vor dem Hintergrund der Folgejahre

a) "Eine schwere Beeinträchtigung unserer Lebensinteressen" - Die neue Ostpolitik im Kreuzfeuer zeitgenössischer Kritik

b) "Koexistenz bis aufs Messer"? - Das Verhältnis zu Moskau und Ost-Berlin nach 1972

c) Deutsch-deutsche Abkühlung

4. Die neue Ostpolitik und das Ende der DDR

III. Egon Bahrs Entspannungspolitik - im Rückblick entbehrlich?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entspannungspolitik von Egon Bahr, insbesondere die Ostvertragspolitik der 1970er Jahre, und bewertet deren Rolle und Wirksamkeit im Rückblick auf die deutsche Wiedervereinigung unter Einbeziehung kritischer zeitgenössischer Stimmen.

  • Die Entwicklung der Ostpolitik als sozialdemokratisches Konzept seit den 1960er Jahren.
  • Die Rolle von Egon Bahr als Vordenker der Politik des "Wandels durch Annäherung".
  • Die Analyse der Ostverträge und deren Bedeutung für das innerdeutsche Verhältnis.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der These, ob die Ostpolitik die Teilung eher festigte oder zu deren Überwindung beitrug.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

Als der Botschafter z. b. V. Egon Bahr am 15. November 1967 von dem Christdemokraten Günter Diehl den Planungsstab des Bonner Auswärtigen Amtes übernahm, fand er hinsichtlich seines Hauptinteressengebietes, der Deutschlandpolitik, nur leere Schubladen vor. "Darüber nachzudenken, war uninteressant oder sinnlos erschienen. Die interne Realität entlarvte die gebetsmühlenhaften Formeln, die inhaltsleer öffentlich ständig wiederholt wurden." Über weite Strecken erschöpfte sich die Bonner Deutschlandpolitik noch im Beharren auf Maximalpositionen.

Der neue Leiter des Planungsstabes war in der BRD der sechziger Jahre kein unbeschriebenes Blatt gewesen. Bald als "Nationalist", bald als "linke linke Hand" Bundeskanzler Brandts bezeichnet, hatte Bahr maßgeblichen Anteil daran, daß sich in der Bonner Außenpolitik der sechziger Jahre die Ideen der Ost-West-Entspannung Bahn brachen. Der einstige Journalist und Berliner Senatspressechef zeigt sich im Rückblick kaum als Idealist; vielmehr ergänzte er eine tiefe Verwurzelung im (Neo-)Realismus um den Willen, Mißstände zu beheben: Der Begriff des Interesses gehört zu den zentralen Kategorien Bahrscher Politik (V 213). In die Zeit der sozialliberalen Bundesregierung Brandt/Scheel schließlich fiel die Umsetzung jener Konzepte, die Bahr mit dem Planungsstab konkretisiert hatte. Die Ostverträge führten im Verbund mit ihren Folgeabkommen zu einer bis dahin ungekannten Atmosphäre der Entspannung in Europa, die erst Mitte der siebziger Jahre wieder erneuter Abkühlung wich.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung von Egon Bahr als Leiter des Planungsstabes und Einordnung seines Konzepts der Deutschlandpolitik in den Kontext der 1960er Jahre.

II. Entspannungspolitik: Idee und Umsetzung: Detaillierte Untersuchung der Entwicklung, Verhandlung und kritischen Bewertung der Ostpolitik, der Verträge mit Moskau und der DDR sowie der darauffolgenden Abkühlungsphase.

III. Egon Bahrs Entspannungspolitik - im Rückblick entbehrlich?: Kritische Schlussbetrachtung, ob die Entspannungspolitik langfristig zur Überwindung der Teilung beitrug oder das SED-Regime unnötig stabilisierte.

Schlüsselwörter

Egon Bahr, Ostpolitik, Entspannungspolitik, Wandel durch Annäherung, Deutschlandpolitik, Grundvertrag, Kalter Krieg, deutsche Teilung, DDR, Sowjetunion, Sozialdemokratie, Wiedervereinigung, Systemkonfrontation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Konzepte und die praktische Umsetzung der Ostpolitik von Egon Bahr im Zeitraum von den 1960er Jahren bis zum Ende der DDR.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die deutsch-deutschen Beziehungen, die Ostverträge, die Strategie der sozialliberalen Bundesregierung sowie die kontroverse Debatte um die Wirksamkeit der Entspannungspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern Egon Bahrs Entspannungspolitik tatsächlich einen Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung leisten konnte oder ob sie das DDR-System eher stabilisierte.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Untersuchung basiert auf einer politikwissenschaftlichen Literaturanalyse, die Bahrs Erinnerungen und aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen (insbesondere von Andreas Vogtmeier) vergleicht und mit zeitgenössischen kritischen Stimmen konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption der Ostpolitik ("Wandel durch Annäherung"), die praktische Umsetzung durch die Ostverträge sowie die Bewährungsphase und anschließende Abkühlungsphase der 1970er Jahre.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Entspannungspolitik, Wandel durch Annäherung, Ost-West-Konflikt, Systemkonfrontation und das Stufenmodell der Wiedervereinigung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "menschlichen Faktors" in Bahrs Konzept?

Der Autor weist darauf hin, dass Bahr zwar mit dem menschlichen Faktor rechnete, aber keine ausreichenden Konzepte für den Fall einer tatsächlichen Demokratisierung oder eines Volksaufstandes in der DDR vorlegte.

Welche Rolle spielten die "Schwarz-Weiß-Kriterien" laut dem Autor?

Der Autor stellt fest, dass die Schwarz-Weiß-Kriterien des Kalten Krieges auch nach dem Ende der UdSSR in gewandelter Form weiterhin in der politischen Debatte lebendig geblieben sind.

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Résumé des informations

Titre
"Vordenken über Deutschland". Die Ostvertragspolitik des Staatssekretärs Egon Bahr aus Sicht der neunziger Jahre
Université
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Hauptseminar "Wer oder was brachte die Wiedervereinigung zustande?"
Note
1,0
Auteur
Michael Kuhlmann (Auteur)
Année de publication
1997
Pages
36
N° de catalogue
V303213
ISBN (ebook)
9783668015968
ISBN (Livre)
9783668015975
Langue
allemand
mots-clé
BRD DDR Bundesrepublik Deutschland Deutsche Demokratische Republik Egon Bahr Willy Brandt Ostpolitik Neue Ostpolitik Michael Kohl Erich Honecker Walter Ulbricht Hermann Axen Andreas Vogtmeier Ost-West-Konflikt Kalter Krieg
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michael Kuhlmann (Auteur), 1997, "Vordenken über Deutschland". Die Ostvertragspolitik des Staatssekretärs Egon Bahr aus Sicht der neunziger Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303213
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Extrait de  36  pages
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