In der jüngsten Vergangenheit hat die Diskussion um die Bilanzierung von Markenwerten erheblich zugenommen. Ausgehend von der Bilanzierung nach US GAAP wird weltweit ein Druck in Richtung der Bilanzierung von Markenwerten erzeugt. Dies ist umso bedeutsamer, da Marken einen erheblichen Teil des Unternehmenswertes repräsentieren können. 1 Göttgens u.a. führen dazu aus, dass Marken bei vielen Unternehmen zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf den Unternehmenserfolg gehören. 2 In Anbetracht dieser Tatsache ist es Ziel der vorliegenden Arbeit die Möglichkeiten der Bilanzierung von Markenwerten im internationalen Vergleich darzustellen. Zunächst werden in einem grundlegenden Kapitel die Begriffe Marke und Markenkapital definiert. Anschließend werden die, für ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, wichtigen nationalen und internationalen Rechnungslegungsnormen genannt. Der Unterschied zwischen selbst erstellten und entgeltlich erworbenen Marken in der Bilanzierung wird aufgezeigt. Die Zugangs- und Folgebewertung von Marken wird anhand Bewertungsregeln konkretisiert. Ein Ausblick auf zukünftige Änderungen der aktuellen Regelungen wird gegeben. Im vierten Kapitel werden die wesentlichen Vor- und Nachteile der Bilanzierung von Markenwerten diskutiert. Es wird dargestellt, wie schwierig eine objektive Bewertung von Markenwerten ist. Auf die, je nach Rechnungslegungssystem verschiedenen, Anforderungen an Funktion und Aussagegehalt der Bilanz wird anschließend eingegangen. Weiterhin wird diskutiert, welchen Einfluss die Änderungen vo n Basel II auf die Bilanzierung von Markenwerten haben können. Im fünften Kapitel werden die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. MÖGLICHKEITEN DER BILANZIERUNG VON MARKENKAPITAL IM INTERNATIONALEN VERGLEICH
2. MARKE UND BILANZIERUNG – BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
2.1. DEFINITION DER BEGRIFFE MARKE UND MARKENKAPITAL
2.2. MARKENWERTE IM RECHNUNGSWESEN
2.3. (INTER-)NATIONALE RECHNUNGSLEGUNG UND DEREN RELEVANZ FÜR DEUTSCHE UNTERNEHMEN
3. BILANZANSATZ UND BEWERTUNG VON MARKENWERTEN NACH UNTERSCHIEDLICHEN RECHNUNGSLEGUNGSSYSTEMEN
3.1. ZIELRICHTUNG DER RECHNUNGSLEGUNG NACH HGB, IAS/IFRS UND US GAAP UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF DIE BILANZIERUNG VON MARKENWERTEN
3.2. BILANZANSATZ ORIGINÄRER MARKEN
3.3. BILANZANSATZ DERIVATIVER MARKEN
3.4. ZUGANGSBEWERTUNG VON MARKEN
3.5. FOLGEBEWERTUNG VON MARKEN
3.6. ZUKÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER BILANZIERUNG VON MARKENWERTEN
4. DISKUSSION VON VOR- UND NACHTEILEN DER VERSCHIEDENEN ANSATZMÖGLICHKEITEN
4.1. MARKENBILANZIERUNG AUF BASIS VON MARKENBEWERTUNGSMODELLEN
4.2. GLÄUBIGERSCHUTZ VERSUS EIGENTÜMERINFORMATION
4.3. MARKENBILANZIERUNG VOR DEM HINTERGRUND VON BASEL II
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Möglichkeiten der Bilanzierung von Markenkapital im internationalen Vergleich darzustellen und kritisch zu diskutieren. Im Zentrum steht dabei die Fragestellung, wie unterschiedliche Rechnungslegungsnormen – insbesondere HGB, IAS/IFRS und US GAAP – den Ansatz und die Bewertung von Markenwerten beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die Transparenz und den Informationsgehalt von Abschlüssen hat.
- Begriffliche und rechtliche Grundlagen von Marken und Markenkapital.
- Vergleich der Bilanzierungsnormen (HGB, IAS/IFRS, US GAAP) hinsichtlich Markenwerten.
- Methoden der Zugangs- und Folgebewertung von Marken.
- Diskussion von Vor- und Nachteilen verschiedener Ansatzmöglichkeiten unter Berücksichtigung von Gläubigerschutz und Investoreninteressen.
- Einfluss externer Faktoren wie Basel II auf die Markenbilanzierung.
Auszug aus dem Buch
3.2. Bilanzansatz originärer Marken
Im internationalen Kontext gibt es erhebliche Unterschiede für die Bilanzierung von selbst geschaffenen Markenwerten. Während im HGB geregelt ist, dass selbst erstelltes immaterielles Anlagevermögen nicht aktiviert werden darf (§ 248 Abs. 2 HGB), ist nach IAS/IFRS die Aktivierung von immateriellen Vermögensgegenständen unter gewissen Voraussetzungen erlaubt. Allerdings ist in IAS 38.51 die Bilanzierung von selbst geschaffenen Markenwerten ausdrücklich untersagt.
Im Gegensatz dazu besteht nach US GAAP (SFAS 141/142) seit 2001 eine Ansatzpflicht, wenn ein immaterieller Vermögensgegenstand aufgrund eines vertraglichen Rechtes besteht oder eindeutig separierbar ist. Separierbar bedeutet in diesem Zusammenhang veräußerbar oder übertragbar. Ist nur einer der beiden Fälle erfüllt, besteht die Pflicht zur Aktivierung in der Bilanz. Da faktisch bei Marken aufgrund der Veräußerbarkeit immer von einer Separierbarkeit auszugehen ist, sind diese zu bilanzieren. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände sind nach US GAAP mit den Herstellungskosten (Costs of Conversion) zu bewerten. Sie setzen sich zusammen aus den Einzelkosten (Direct Costs) und einem angemessenen Betrag der Gemeinkosten (reasonable amount of Overhead Costs).
Zusammenfassung der Kapitel
1. MÖGLICHKEITEN DER BILANZIERUNG VON MARKENKAPITAL IM INTERNATIONALEN VERGLEICH: Das Kapitel führt in die steigende Bedeutung der Markenbilanzierung ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die nationalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu vergleichen.
2. MARKE UND BILANZIERUNG – BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN: Es werden die Definitionen von Marke und Markenkapital erarbeitet sowie die allgemeine Bedeutung von Marken als immaterielle Vermögenswerte im Rechnungswesen erläutert.
3. BILANZANSATZ UND BEWERTUNG VON MARKENWERTEN NACH UNTERSCHIEDLICHEN RECHNUNGSLEGUNGSSYSTEMEN: Dieses Kapitel vergleicht detailliert die Vorgehensweise bei HGB, IAS/IFRS und US GAAP bezüglich des Ansatzes und der Bewertung von originären und derivativen Marken.
4. DISKUSSION VON VOR- UND NACHTEILEN DER VERSCHIEDENEN ANSATZMÖGLICHKEITEN: Hier werden kritische Aspekte wie die Problematik der Markenbewertungsmodelle, der Gläubigerschutz und der Einfluss von Basel II auf die Bilanzierung diskutiert.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der internationalen Bilanzierung.
Schlüsselwörter
Markenkapital, Markenwert, Bilanzierung, HGB, IAS/IFRS, US GAAP, immaterielle Vermögensgegenstände, Markenbewertung, Rechnungslegung, Basel II, Gläubigerschutz, Aktivierung, Anschaffungskosten, Werthaltigkeitstest, Unternehmensfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die komplexen Anforderungen und Unterschiede bei der Bilanzierung von Markenwerten in verschiedenen internationalen Rechnungslegungssystemen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Markenkapital, den Vergleich von HGB, IAS/IFRS und US GAAP, sowie die Bewertungsmethodik und deren Auswirkungen auf die Unternehmensberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Bilanzierung von Markenwerten international darzustellen und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze kritisch zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller Rechnungslegungsstandards sowie relevanter Fachpublikationen und regulatorischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Bilanzansatz und die Bewertung sowohl originärer als auch derivativer Marken unter den verschiedenen Standards und diskutiert die Folgen für Bilanzleser und Investoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Markenkapital, Rechnungslegungssysteme, Bilanzierung und internationale Standards definieren.
Wie unterscheidet sich der Ansatz bei selbst erstellten Marken nach HGB und US GAAP?
Während das HGB die Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten untersagt, besteht nach US GAAP unter bestimmten Voraussetzungen (Separierbarkeit) eine Ansatzpflicht.
Warum ist die Anwendung von Markenbewertungsmodellen in der Praxis umstritten?
Die Anwendung ist umstritten, da verschiedene Modelle für dieselbe Marke stark voneinander abweichende Werte liefern können und die Berechnungsmethodik oft als Betriebsgeheimnis nicht offen gelegt wird.
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- Volkher Blaich (Author), 2004, Darstellung und kritische Diskussion unterschiedlicher Bilanzierungsansätze des Markenkapitals im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30328