Der technologische Fortschritt und das Internet haben gemeinsam mit anderen Faktoren zu einer globalisierten Welt geführt, welche in dieser Form einen hohen Marktdruck auf viele Unternehmen ausübt. Eine Strategie, mit der Unternehmen auf den gestiegenen Wettbewerbsdruck reagieren können, ist die Erhöhung von Effizienz. Unternehmen und deren Mitarbeiter finden sich demnach in der Pflicht sich auf einem hohen Produktivitätsniveau bewegen zu müssen.
Neben der Optimierung der Lieferketten (Supply Chain Management), dem Verschlanken aller Prozesse mit Ausrichtung auf den Kunden (Lean Management) oder der elektronischen Beschaffung (E-Purchasing), zählt auch die zwischenmenschliche Kommunikation zu einem Faktor mit Einsparpotenzial, zumal sie Zeit und im Zweifelsfall zusätzliches Geld kostet. Die Kommunikation in persönlichen Gesprächen muss häufig dem Einsatz von digitalen Kommunikationsmedien wie E-Mail, Telefon- und Videokonferenzen weichen, da diese Kommunikationsbereiche sich oftmals vordergründig effizienter darstellen.
So dürfte auf den ersten Blick die Ersparnis in Zeit und Geld beim Einsatz von Videokonferenzen mit Kollegen im Ausland unbestritten sein, sofern man dies mit einem persönlichen Treffen im Ausland vergleicht, was im Extremfall einen transatlantischen Flug voraussetzen würde. Durch die Möglichkeit der Übertragung, Veränderung, Vervielfältigung oder Archivierung von Informationen in Echtzeit entsteht eine Informationsflut, welche Entlastung und Überlastung mit sich bringt.
Die Medienwelt hat sich seit Einführung des Internet stark verändert und parallel dazu auch die zwischenmenschliche Kommunikation. Womöglich existieren Grenzen der digitalen Kommunikation in Bezug auf die zwischenmenschliche Interaktion. Eventuell sollte der Einsatz von digitalen Medien im Unternehmen in einigen Anwendungsbereichen kritisch hinterfragt bzw. zumindest überprüft werden. Analoge und digitale Kommunikation bringen beim Einsatz in Unternehmen Chancen und Risiken mit sich, welche in dieser Arbeit analysiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Kommunikation
2.1.1 Verbale und Nonverbale Kommunikation
2.1.2 Analoge und digitale Kommunikation
2.1.3 Wandel der Kommunikation
2.2 Anspruch an Kommunikation im Unternehmen
3. Kritische Analyse ausgewählter Kommunikationsbereiche
3.1 E-Mail
3.1.1 Chancen
3.1.2 Risiken
3.1.3 Zwischenfazit
3.2 Telefonat und Telefonkonferenz
3.2.1 Chancen
3.2.2 Risiken
3.2.3 Zwischenfazit
3.3 Videokonferenz
3.3.1 Chancen
3.3.2 Risiken
3.3.3 Zwischenfazit
3.4 Face-to-Face Meeting
3.4.1 Chancen
3.4.2 Risiken
3.4.3 Zwischenfazit
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht kritisch verschiedene Kommunikationsbereiche in Unternehmen vor dem Hintergrund des digitalen Wandels. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, inwiefern eine ganzheitliche Form der Mitarbeiterkommunikation digitalen Kommunikationsmedien überlegen ist, um so eine fundierte Empfehlung für den Einsatz der analysierten Medien zur Effizienzsteigerung abzuleiten.
- Grundlagen der zwischenmenschlichen und digitalen Kommunikation
- Kritische Analyse von E-Mail, Telefonat und Videokonferenz
- Bedeutung von Face-to-Face-Meetings für ganzheitliche Kommunikation
- Einfluss von Medienwahl auf Produktivität und Motivationsaspekte
- Strategische Handlungsempfehlungen für die Unternehmenskommunikation
Auszug aus dem Buch
3.3 Videokonferenz
Unter einer Videokonferenz wird eine Konferenz verstanden, bei der die teilnehmenden Personen sich an verschiedenen Orten befinden und unter Zuhilfenahme von Videotechnik akustisch und optisch miteinander verbunden sind. Meyer ergänzt, dass optional auch Anwenderdaten ausgetauscht werden können und es sich daher um die reichste Form verteilter Kommunikation handelt. Den Durchbruch von Videokonferenzen kündigten Fachzeitschriften, wie z. B. „Technik und Motor“ bereits 1992 an. Damals vorherrschende technische Probleme werden in einer Fallstudie „Videokonferenzen bei Siemens“ aus dem Jahr 1996 wie folgt beschrieben: Zeitverzögerung: Die Verzögerung von ca. 0,25 Sekunden sei der Analog-Digital-Wandlung und den Bildsignalen die per ISDN übertragen werden, geschuldet. Trägheit des Tonsystems: Die damaligen marktüblichen Videokonferenzsysteme verfügten über ein elektronisch gesteuertes Tonsystem, was die sprechenden Teilnehmer in der Lautstärke justiert und erst dann andere Geräuschquellen verstärkt, wenn diese für eine längere Dauer einen Lautstärkewert überschritten. Die Probleme, welche teilweise auf mangelnden Datendurchsatz bezogen auf die Übertragung per ISDN (64 kb/s bzw. 128 kb/s bei Kanalbündelung) zurückzuführen sind, kommen heute nur noch vereinzelt vor. Durch die nahezu flächendeckende Verfügbarkeit von schnellem Internet ist mangelnde Bandbreite nur noch in dezentralen Regionen ein Problem. Parallel dazu trugen Komprimierungsverfahren, wie z.B. der Einsatz von speziellen Video-Codecs dazu bei, dass die zu übertragende Datenmenge ohne Qualitätseinbuße verkleinert werden konnte. Bzgl. der Frage nach dem wichtigsten Erfolgsfaktor bei Videokonferenzen betonte Meyer, dass die Tonqualität signifikant wichtig sei. Bildübertragung und Datenaustausch werden als nahezu gleich wichtig empfunden. Der Aufsatz basiert auf einer Studie, in der 89 % der Befragten angaben, dass Videokonferenzen eine Alternative zu Face-to-Face-Meetings seien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Unternehmen durch globalisierten Marktdruck auf hohe Effizienz angewiesen sind und die zwischenmenschliche Kommunikation dabei durch digitale Medien wie E-Mail und Videokonferenzen zunehmend substituiert wird.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die definitorischen Merkmale von Kommunikation, verschiedene psychologische Kommunikationsmodelle (z.B. Watzlawick, Schulz von Thun) sowie die Abgrenzung zwischen analoger und digitaler Kommunikation dargelegt.
3. Kritische Analyse ausgewählter Kommunikationsbereiche: In diesem Kapitel werden E-Mails, Telefonkonferenzen, Videokonferenzen und Face-to-Face-Meetings detailliert hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken für die betriebliche Mitarbeiterkommunikation analysiert.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass keine Kommunikationsform per se überlegen ist, sondern die Medienwahl vom spezifischen Kommunikationsziel, der Gruppengröße und anderen Variablen abhängt, wobei für Face-to-Face-Meetings stets eine effiziente Vorbereitung zwingend ist.
Schlüsselwörter
Unternehmenskommunikation, digitale Kommunikation, analoge Kommunikation, E-Mail-Management, Videokonferenz, Face-to-Face-Meeting, Mitarbeiterkommunikation, Medienwahl, Produktivitätssteigerung, Watzlawick, Schulz von Thun, Media-Richness-Modell, Informationsflut, Effizienz, Kommunikationstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch den Einsatz analoger und digitaler Kommunikationsmedien in Unternehmen und bewertet deren Auswirkungen auf die Mitarbeiterkommunikation.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Effektivität von E-Mail, Telefonie, Videokonferenzen und persönlichen Treffen im Kontext von Produktivität und Kommunikationsqualität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob eine ganzheitliche Form der Kommunikation (persönliches Gespräch) digitalen Medien wie E-Mails überlegen ist und welche Kriterien für eine optimale Medienwahl entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Studienanalyse, da keine eigene primäre Unternehmensstudie durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Chancen und Risiken einzelner Medien unter Berücksichtigung theoretischer Modelle zur Medienreichhaltigkeit und menschlichen Kommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Unternehmenskommunikation, digitale/analoge Kommunikation, Mitarbeiterkommunikation, Medienwahl, Produktivität und Kommunikationsmodelle.
Warum ist laut Autor die E-Mail-Kommunikation kritisch zu hinterfragen?
Wegen des "Rückschlageffekts" durch Informationsüberlastung, mangelnder Struktur und der Gefahr der Verantwortungsdiffusion bei gleichzeitig fehlender analoger Ebene (Körpersprache).
Was ist das sogenannte "Telekommunikations-Paradoxon"?
Es beschreibt das Phänomen, dass ein intensiver Einsatz von Telekommunikation im Management nicht zwangsläufig zu weniger Dienstreisen führt, sondern diese oft sogar noch vermehrt.
- Quote paper
- Christian Strunz (Author), 2015, Analoge und digitale Kommunikation. Eine kritische Analyse ausgewählter Kommunikationsbereiche in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303307