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Demokratie und Befreiung in den Erziehungsphilosophien von John Dewey und Paulo Freire

Inwiefern Freire und Dewey ein gemeinsames Ziel der Erziehung vertreten

Title: Demokratie und Befreiung in den Erziehungsphilosophien von John Dewey und Paulo Freire

Thesis (M.A.) , 2011 , 166 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Gabriel Stabentheiner (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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In der vorliegenden Arbeit sollen die Erziehungsphilosophien des US-amerikanischen Universalphilosophen John Dewey (1859-1952) und des brasilianischen Volkspädagogen Paulo Freire (1921-1997) verglichen werden.
Es geht hierbei nicht um einen besser-schlechter-Vergleich, der dazu dienen könnte, einen der beiden Autoren „auszumustern”. Ich gehe vielmehr davon aus, dass beide Denker Wesentliches zur Disziplin der Erziehungswissenschaften beigetragen haben, und dass ihre Theorien und Gedanken immer noch aktuell sind. Es geht mir in dieser Arbeit eher um einen inhaltlich-qualitativen Vergleich. Wie noch zu zeigen sein wird, ist ein zentrales Moment in Deweys Schaffen das Streben nach Demokratie im weitesten Sinne; Freires Leben und Schreiben dreht sich um den Prozess der Befreiung von unterdrückerischen Verhältnissen.

Die Leitfrage ist daher die folgende:
Wo und in wie weit überschneiden sich Deweys Streben nach Demokratie und Freires Forderung nach Befreiung?

Genauer:
Wie dringend oder zwingend sollte sich jemand, der sich für Freires Erziehungsziel der Befreiung interessiert, auch mit Dewey auseinander setzen? Warum?
Wie dringend oder zwingend sollte sich jemand, der sich für Deweys Streben nach Demokratie interessiert, auch mit Freire auseinander setzen? Warum?

Es soll dabei hauptsächlich auf die Intentionen der Autoren – also die von ihnen vorgegebenen oder die aus ihrem Werk herauszuarbeitenden Ziele der Erziehung – eingegangen werden. Wir gehen als Forschungsprämisse also davon aus, dass die Motivationen und die Zielsetzungen eines Autors für die Auseinandersetzung mit dessen Werk besonders interessant sind. Stimmen die zwei Autoren in ihren Motiven und Zielen überein oder gibt es dabei eine wesentliche Überschneidung, dann ist folglich anzunehmen, dass das Interesse an einem der beiden auch mit dem Interesse am anderen einhergeht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kurze Einführung in die pädagogischen Theorien Deweys und Freires

2.1. JOHN DEWEY: DEMOKRATIE UND ERZIEHUNG

2.1.1. Kurzbiografie und ideengeschichtliche Ursprünge

2.1.2. Deweys Werk und seine Problemstellungen

2.1.2.1. Erkenntnistheorie: Der Begriff der Erfahrung

2.1.2.2. Erziehung, Schule und Lernen

2.1.3. Demokratie bei Dewey – Einführung; Bedeutung im Werk Deweys

2.1.4. Bedeutung und Wirkung von Deweys Werk

2.2. PAULO FREIRE: ERZIEHUNG ALS PRAXIS DER FREIHEIT

2.2.1. Kurzbiografie

2.2.2. Freires Werk, seine Ausgangspunkte und seine Problemstellungen

2.2.3. Befreiung bei Freire – Einführung; Bedeutung im Werk Freires

2.2.4. Bedeutung und Wirkung von Freires Werk

3 Methodische Überlegungen zum Theorienvergleich

3.1. WAS BEDEUTET VERGLEICHEN?

3.2. WIE KÖNNEN PÄDAGOGISCHE THEORIEN VERGLICHEN WERDEN?

3.2.1. Das Problem der Inkommensurabilität

3.2.2. Feststellung der Vergleichbarkeit

3.2.3. Die Vergleichsorientierung: Bewertung oder Grundverhältnis-Klärung

3.2.4. Methoden und weitere Voraussetzungen für den Grundverhältnisse klärenden Vergleich

3.3. WIE DEWEY UND FREIRE VERGLEICHEN?

4 Die Untersuchung – John Dewey und Paulo Freire im Vergleich

4.1. DAS MATERIAL – AUSWAHL DER FORSCHUNGSGRUNDLAGE

4.1.1. Auswahl der Primärtexte, Biografien und Übersichtsarbeiten

4.1.2. Bisherige Dewey-Freire-Vergleiche: Überblick und Auswahl

4.2. VERGLEICHBARKEITS-VORUNTERSUCHUNG

4.2.1. Vergleichbarkeits-Voruntersuchung nach Greshoff

4.2.2. Vergleichbarkeits-Voruntersuchung nach Lindenberg/Wipplers Theorie der kollektiven Tatbestände und Prozesse

4.3. INHALTLICHER VERGLEICH

4.3.1. Inhaltlicher Vergleich nach Greshoff

4.3.2. Inhaltlicher Vergleich nach Lindenberg/Wipplers Theorie der kollektiven Tatbestände und Prozesse

4.3.3. Vergleichende Analyse der Begriffe Demokratie und Befreiung

5 Resümee – Wer Freire sagt, muss der/die auch Dewey sagen?

5.1. ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN FREIRE UND DEWEY UND DEREN BEWERTUNG

5.2. ABWEICHUNGEN UND WIDERSPRÜCHLICHES

5.3. WO UND WIE SICH FREIRE UND DEWEY ERGÄNZEN

5.4. SCHLUSSRESÜMEE UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Erziehungsphilosophien von John Dewey und Paulo Freire vergleichend gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten, Widersprüche und gegenseitige Ergänzungsmöglichkeiten in ihrem Streben nach Demokratie bzw. Befreiung herauszuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wo und in wie weit überschneiden sich Deweys Streben nach Demokratie und Freires Forderung nach Befreiung?

  • Vergleich der theoretischen Grundlagen von Demokratie bei Dewey und Befreiung bei Freire
  • Analyse der erziehungstheoretischen Ansätze und Lernmodelle beider Denker
  • Methodische Reflexion über die Vergleichbarkeit pädagogischer Theorien
  • Untersuchung der politischen Verfasstheit erzieherischen Handelns
  • Identifikation von Ansatzpunkten für eine Allianz beider Theorien

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Kurzbiografie und ideengeschichtliche Ursprünge

Deweys Leben erscheint weit weniger außergewöhnlich und abenteuerlich, als etwa das Paulo Freires (wie wir sehen werden). Unter Umständen ermöglichte ihm gerade diese Tatsache, sich ganz auf sein akademisches Wirken, die Lehrtätigkeit und seine Veröffentlichungen zu konzentrieren.

John Dewey wird am 20. Oktober 1859 in der Kleinstadt Burlington, Vermont, im Osten der USA geboren. Sein Vater Archibald, der bei Johns Geburt bereits 50 Jahre alt ist, besitzt einen Lebensmittel- und Kolonialwarenhandel, einen umgänglichen Charakter und einen trockenen Humor sowie eine Vorliebe für klassische Literatur. Als 1861 der Bürgerkrieg ausbricht, meldet er sich als Freiwilliger Abraham Lincolns und kehrt erst 1867 wieder nach Burlington und zu seinem Geschäft zurück. Deweys Mutter Lucina ist tief religiös und glaubt als Mitglied der First Congregational Church daran, dass nur ein ausgewählter Teil der Menschheit für seine Errettung durch Jesus Christus bestimmt ist. In diesem Sinne erzieht sie auch John und seine Brüder Davis und Charles, indem sie sich etwa beständig von ihnen versichern lässt, ob sie auch „right with Jesus” seien.

„The effect of this relentless maternal solicitude, according to Dewey, was 'to induce in us a sense of guilt and at the same time irritation because of the triviality of the occasions on which she questioned us.' Under his mother's watchful eye, Dewey grew to be a shy and self-conscious young man, and a certain diffidence was to be a permanent feature of his character.“ (Westbrook 1991, S.3)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zur Thematik und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Überschneidungen von Deweys Demokratiebestreben und Freires Befreiungsforderung.

2 Kurze Einführung in die pädagogischen Theorien Deweys und Freires: Darstellung der biografischen Hintergründe sowie der zentralen philosophischen und pädagogischen Kernbegriffe beider Autoren.

3 Methodische Überlegungen zum Theorienvergleich: Reflexion über die Möglichkeiten und Herausforderungen beim Vergleich wissenschaftlicher Theorien unter Anwendung theoretischer Modelle (Greshoff, Lindenberg/Wippler).

4 Die Untersuchung – John Dewey und Paulo Freire im Vergleich: Empirische Anwendung der erarbeiteten Methodik auf die Werke von Dewey und Freire zur systematischen Gegenüberstellung.

5 Resümee – Wer Freire sagt, muss der/die auch Dewey sagen?: Synthese der Ergebnisse, Diskussion der Widersprüche und Ergänzungen sowie ein Ausblick auf die Relevanz der Theorien heute.

Schlüsselwörter

John Dewey, Paulo Freire, Erziehungsphilosophie, Demokratie, Befreiung, Theorievergleich, Pädagogik der Unterdrückten, Demokratie und Erziehung, kritische Pädagogik, Erfahrung, Bewusstseinsbildung, Praxis, Dialog, Sozialreform, Erziehungswissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Diplomarbeit vergleicht die Erziehungsphilosophien von John Dewey und Paulo Freire, um deren aktuelle Relevanz und gegenseitige Ergänzungsmöglichkeiten im Hinblick auf Demokratie und gesellschaftliche Befreiung zu prüfen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Politik und Erziehung, das Streben nach einer demokratischen Gesellschaft sowie Prozesse der sozialen Befreiung von unterdrückerischen Verhältnissen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, inwieweit Deweys Fokus auf Demokratie und Freires Forderung nach Befreiung in der Erziehung so ähnlich sind, dass sich eine gemeinsame Auseinandersetzung mit beiden Denkern für Pädagogen als gewinnbringend erweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt methodische Ansätze des Theorienvergleichs, primär orientiert an den Modellen von Rainer Greshoff sowie Lindenberg/Wippler, um Begriffssysteme und Theorieelemente systematisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte beider Autoren detailliert eingeführt, eine Vergleichsmethode entwickelt und anschließend die Untersuchung der Theorien in einem strukturierten, mehrstufigen Vergleichsprozess durchgeführt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Demokratie, Befreiung, Erziehung als Wachstum, Bewusstseinsbildung, Dialog, Praxis, kritische Pädagogik und soziale Transformation.

Warum ist der Vergleich zwischen Dewey und Freire theoretisch anspruchsvoll?

Da beide Autoren in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten (USA vs. Lateinamerika) schrieben und sehr umfangreiche, heterogene Werke hinterlassen haben, erfordert die Vergleichbarkeit eine fundierte methodische Voruntersuchung, um nicht willkürlich zu verfahren.

Welche Bedeutung kommt der "Schule als embryonale Gesellschaft" bei Dewey zu?

Dieses Konzept dient als Lernumfeld, in dem Individuen durch aktive Teilnahme und kooperatives Handeln wesentliche demokratische Erfahrungen sammeln können, statt bloß passiv auf ein zukünftiges Leben vorbereitet zu werden.

Wie definiert Freire das Verhältnis von Unterdrücker und Unterdrückten?

Freire analysiert dieses als dialektisches Machtverhältnis, in dem sowohl die Befreiung der Unterdrückten als auch die Wiedererlangung der Menschlichkeit der Unterdrücker durch einen gemeinsamen Prozess der kritischen Bewusstseinsbildung erreicht werden kann.

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Details

Title
Demokratie und Befreiung in den Erziehungsphilosophien von John Dewey und Paulo Freire
Subtitle
Inwiefern Freire und Dewey ein gemeinsames Ziel der Erziehung vertreten
College
University of Innsbruck  (Fakultät für Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Gabriel Stabentheiner (Author)
Publication Year
2011
Pages
166
Catalog Number
V303399
ISBN (eBook)
9783668015005
ISBN (Book)
9783668015012
Language
German
Tags
John Dewey Paulo Freire Befreiung Demokratie Theorievergleich Erziehungsphilosophien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriel Stabentheiner (Author), 2011, Demokratie und Befreiung in den Erziehungsphilosophien von John Dewey und Paulo Freire, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303399
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