Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) stehen vor dem Hintergrund der anhaltenden Staatsschuldenkrise vor enormen Herausforderungen. Als eine wesentliche Facette der bestehenden Problematiken wird in der politischen und wissenschaftlichen Diskussion das geringe Wirtschaftswachstum angeführt.
Die Unterstützung und Förderung von Clustern wird in diesem Zusammenhang als eine Möglichkeit erachtet, trotz globalen Wettbewerbs Wertschöpfung und Wachstumspotenziale in Regionen zu bündeln. Der Ursprung der politischen Umsetzung von Clustern liegt in den Ausführungen von Micheal Porter, welcher die räumliche Nähe von Unternehmen als förderlich für deren Wettbewerbsfähigkeit ausweist. Mit Verweis auf bestehenden Forschungsbedarf im Bereich der Clusterpolitik wird oftmals darauf hingewiesen, die Politik sei mit der Umsetzung der Cluster der akademischen Auseinandersetzung weit voraus.
Zielsetzung dieser Ausarbeitung ist daher, die existierenden Evaluationsberichte zur praktischen Umsetzung der Clusterpolitik mit den Ansprüchen zu vergleichen, welche innerhalb bereits der bestehenden wissenschaftlichen Literatur identifiziert werden können. Somit sollen bestehende Defizite in der derzeitigen Evaluierungspraxis und die methodischen Möglichkeiten zur Beurteilung der Clusterpolitik identifiziert werden. Vor diesem Hintergrund werden in der vorliegenden Arbeit der wirtschaftspolitische Kontext der Clusterpolitik sowie die Bedeutung der Evaluierung der ergriffenen Maß-nahmen grundlegend dargestellt (vgl. Abschnitt 2). Daraufhin werden ein Systematisierungsrahmen für die identifizierte wissenschaftliche Literatur sowie die methodische Vorgehensweise erörtert (vgl. Abschnitt 3.1). Im Anschluss wird eine Benchmarkstruktur auf Basis der bestimmten Literaturgrundlage erstellt und erläutert (vgl. Abschnitt 3.2) an welcher folgend die ausgewählten praktischen Evaluierungsberichte verglichen werden (vgl. Abschnitt 3.3). Die Arbeit schließt mit einem Fazit (vgl. Abschnitt 4).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Wirtschaftspolitischer Kontext der Clusterpolitik deutscher Bundesländer
2.2 Bedeutsamkeit der Evaluierung vorgenommener Clusterpolitik
3 Übersicht relevanter Literatur
3.1 Methodisches Vorgehen bei der Auswahl und Kategorisierung der Literatur
3.2 Zusammenstellung einer Evaluierungs-Benchmark aus der gesichteten Literatur
3.3 Vergleich der existierenden Evaluierungsregime in der Literatur
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist der systematische Vergleich praktischer Evaluationsberichte der Clusterpolitik deutscher Bundesländer mit den Anforderungen, die in der wissenschaftlichen Literatur an eine umfassende Evaluierung gestellt werden. Dabei soll untersucht werden, inwieweit aktuelle Evaluationspraxen methodische Defizite aufweisen und ob sie den Kriterien einer fundierten Wirkungsanalyse gerecht werden.
- Analyse des wirtschaftspolitischen Kontextes der deutschen Clusterpolitik
- Erstellung eines wissenschaftlichen Systematisierungsrahmens für Evaluierungen
- Entwicklung einer umfassenden Benchmarkstruktur basierend auf Literaturkriterien
- Vergleichende Bewertung ausgewählter praktischer Evaluationsberichte
- Identifikation von Defiziten und Potenzialen in der methodischen Umsetzung
Auszug aus dem Buch
3.2 Zusammenstellung einer Evaluierungs-Benchmark aus der gesichteten Literatur
Um der komplexen Struktur von Clustern gerecht zu werden ist eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden erforderlich. Eine ausschließliche Betrachtung quantitativer Ergebnisse sichert zwar einen hohen Grad an Objektivität, lässt komplexe Wirkungszusammenhänge jedoch unerkannt. Es kann generell festgehalten werden, dass keine Evaluationsmethodik existiert, welche allen genannten Anforderungen gerecht wird, da jede Vorgehensweise jeweils Vor- und Nachteile aufweist. Die Gliederung wissenschaftlicher Literatur hat für die vorliegende Arbeit sechs wesentliche Vorgehensweisen identifiziert. Jede dieser Methoden dient dabei der Bewertung eines der folgenden Ziele.
Im Folgenden wird die umfassende Beurteilung der Evaluation aus diesen Perspektiven als Benchmark für bestehende Evaluationsregime angesehen. Daher ergibt sich als anschließender Arbeitsschritt die unterschiedlichen Zielperspektiven und die entsprechenden Methoden mit Erfüllungskriterien zu versehen, um die Praxisliteratur daran messen zu können. Dabei werden für jedes der identifizierten Evaluationsziele drei grundlegende Anforderungen an die Umsetzung der entsprechenden Methodik formuliert und deren Beitrag zu einer ganzheitlichen Evaluation skizziert.
Die vorliegende Tabelle zeigt auf, welche einzelnen Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Bei der Bewertung durch die vorliegenden Kriterien werden diese als binäre Variablen angesehen, welche lediglich zwischen erfüllt und nicht erfüllt unterscheiden. Auf eine differenziertere Analyse anhand von Teilpunkten und aufeinander aufbauenden Kriterien, welche eine zusätzliche Steigerung der Vergleichbarkeit ermöglichen, wird aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit verzichtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die staatlichen Herausforderungen durch die Wirtschaftskrise ein und erläutert die Bedeutung von Clusterpolitik sowie die Notwendigkeit ihrer Evaluierung.
2 Grundlagen: Hier wird der wirtschaftspolitische Rahmen der Clusterförderung erläutert und die methodische Relevanz einer Evaluation im politischen Prozess aufgezeigt.
3 Übersicht relevanter Literatur: Dieses zentrale Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen bei der Literaturrecherche, leitet eine Benchmarkstruktur ab und vergleicht existierende Evaluierungsregime.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und weist auf den weiteren Forschungsbedarf sowie die Bedeutung zukünftiger ex-post Evaluationen hin.
Schlüsselwörter
Clusterpolitik, Evaluation, Bundesländer, Innovationspolitik, Benchmark, EFRE, Strukturfonds, Wirkungsanalyse, Methoden, Fallbeispiel, Input-Output-Analyse, Netzwerkanalyse, Berichtswesen, Wirtschaftswachstum, Effektivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Qualität und Methodik von Evaluationsberichten zur Clusterpolitik in deutschen Bundesländern durch einen Abgleich mit wissenschaftlichen Standards.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören der wirtschaftspolitische Kontext, die verschiedenen Evaluationsmethoden in der Fachliteratur sowie die praktische Umsetzung in ausgewählten Bundesländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist der Vergleich bestehender Evaluationspraxen mit einer aus der Literatur abgeleiteten Benchmarkstruktur, um Stärken und Defizite in der Beurteilung der Clusterpolitik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es wird eine Literaturstudie durchgeführt, die in eine Benchmarkanalyse mündet, bei der Evaluationsberichte anhand von sechs definierten Zieldimensionen bewertet werden.
Was umfasst der Hauptteil der Ausarbeitung?
Der Hauptteil erstreckt sich von der Erläuterung des wirtschaftspolitischen Rahmens über die Systematisierung der Literatur bis hin zur konkreten Benchmarking-Analyse der Landesberichte.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Clusterpolitik, Evaluation, Benchmarking, Innovationspolitik sowie regionale Förderstrategien im Kontext des EFRE.
Welche Bundesländer dienen in der Analyse als Fallbeispiele?
Die Arbeit analysiert detailliert die Cluster-Evaluierungen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Hamburg.
Welches zentrale Problem bei der Evaluierung wird identifiziert?
Ein wesentliches Problem ist das Fehlen einer allgemein anerkannten Definition von Clustern und deren heterogene Wirkungsweisen, was die Vergleichbarkeit der Evaluierungen erschwert.
- Citar trabajo
- Tobias Bollmann (Autor), 2015, Die Clusterpolitik deutscher Bundesländer. Defizite und Potentiale in der methodischen Umsetzung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303457