Die Hotelbranche und speziell die Luxushotelbranche in Deutschland stehen heute vor zahlreichen Herausforderungen: Schnelllebigkeit, ein härterer Wettbewerb, geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen, anspruchsvollere Gäste, eine große Fluktuation des Personals und der Wertewandel der Arbeitnehmer sind nur einige davon. Unter diesen Bedingungen müssen sich die Luxushotels die Frage stellen, wie sie trotz allem wettbewerbsfähig und umsatzstark bleiben. Angesichts dessen rücken die Mitarbeiter als wertvollstes Unternehmensgut immer mehr in den Vordergrund.
Mitarbeitermotivation ist ein wesentliches Mittel der Leistungssteigerung. Von der Motivation hängt zum großen Teil der unternehmerische Erfolg ab. Darüber hinaus wird die Mitarbeitermotivation zu einer der wichtigsten Führungskräfteaufgaben.
Einem Arbeitspapier der FOM (Hochschule für Ökonomie & Management) zufolge, die sich auf den Gallup-Engagement-Index des Jahres 2011 stützt, entstehen in Deutschland ca. 123 Mrd. Euro an Verlusten durch demotivierte Mitarbeiter. Dieser geschätzte Schaden soll infolge innerer Kündigung und einer nicht oder nur unzureichend vorhandenen emotionalen Unternehmensbindung entstehen. Laut des Engagement-Index von 2014 des Meinungsforschungsinstituts Gallup verrichten 67 % der Befragten ihre Arbeit nur nach Vorschrift, jegliche zusätzliche Anstrengung versuchen sie zu vermeiden. Gut 17 % der Angestellten gaben zu, innerlich bereits gekündigt zu haben, und lediglich 16 % der 1368 Befragten arbeiten mit Engagement und identifizieren sich mit ihrem Unternehmen. Für das Entstehen dieses auch ökonomisch betrachtet schlechten Resultats werden die Führungskräfte und Entscheidungsträger als Hauptverantwortliche angeführt.
Auch die deutsche Hotellerie leidet unter einem Mangel an Mitarbeitermotivation, was sich nicht zuletzt in einer hohen Fluktuation der Beschäftigten zeigt. Laut einer Studie der GVO Personal GmbH und der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München sagten im Dezember 2012 und Januar 2013 75 % von 284 befragten HR-Managern, Geschäftsführern oder Führungskräften aus der Hotellerie, dass der Fachkräftemangel bereits jetzt spürbar ist.
Doch was sind die Ursachen dafür, dass die meisten Hotelangestellten am Arbeitsplatz kaum motiviert sind? In der wissenschaftlichen Literatur wird die Mitarbeitermotivation in der deutschen Hotellerie nicht ausreichend untersucht. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Einführung in die deutsche Luxushotellerie
3.1 Definition und Hotelklassifizierung
3.2 Ein Überblick über die deutsche Luxushotellerie
3.3 Der Gast in einem deutschen Luxushotel
4. Wissenschaftliche Grundlagen der Motivation
4.1 Definition und Bestandteile der Motivation
4.2 Volition und Motivation
4.3 Inhalts- und Prozesstheorien der Motivation
4.3.1 Inhaltstheorien
4.3.2 Prozesstheorien
4.4 Intrinsische und extrinsische Motivation
4.5 Motivation als Bestandteil der Mitarbeiterführung
4.6 Führungsfehler bei der Mitarbeitermotivation
5. Maßnahmen zur Motivationsförderung in der Luxushotellerie
5.1 Materielle Anreize
5.2 Immaterielle Anreize
5.3 Kommunikation als Motivation
5.4 Arbeitsorganisation als Motivator
5.5 Motivation durch Führungsstil
5.6 Motivation durch Organisation
6. Mitarbeiterbefragung in deutschen „Superior“-Luxushotels
6.1 Befragung der Angestellten
6.1.1 Motivation durch den Vorgesetzten
6.1.2 Motivation durch die Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Tätigkeit
6.1.3 Motivation durch die gesamte Organisation und das Topmanagement
6.1.4 Motivation durch die Anerkennung, Wertschätzung und Weiterentwicklung
6.2 Befragung der Führungskräfte
6.2.1 Motivation durch den Vorgesetzten
6.2.2 Motivation durch die Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Tätigkeit
6.2.3 Motivation durch die gesamte Organisation und das Topmanagement
6.2.4 Motivation durch die Anerkennung, Wertschätzung und Weiterentwicklung
7. Eine Soll/Ist-Analyse der Ergebnisse: Motivationsgestaltung in der deutschen Luxushotellerie
8. Ein Führungskräfte-Leitfaden für die Motivationssteigerung in der deutschen Hotellerie
9. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Mitarbeitermotivation in der deutschen Luxushotellerie, um Handlungsempfehlungen für Führungskräfte zur Leistungssteigerung und Mitarbeiterbindung zu entwickeln. Dabei wird der Fokus auf die Identifikation demotivierender Faktoren sowie die Etablierung effektiver Anreizsysteme in einem anspruchsvollen Marktumfeld gelegt.
- Grundlagen der Motivationstheorien im Arbeitskontext.
- Empirische Untersuchung zur Motivation von Angestellten und Führungskräften.
- Analyse materieller und immaterieller Motivationsinstrumente.
- Entwicklung eines praxisorientierten Führungskräfte-Leitfadens zur Motivationssteigerung.
- Gegenüberstellung von Soll- und Ist-Zuständen der Motivationskultur in Luxushotels.
Auszug aus dem Buch
4.2 Volition und Motivation
Motivation beschreibt die Beweggründe, die zu einem Vorgehen oder einer Handlungsweise führen. Volition hingegen befasst sich mit dem Willen der handelnden Person. Damit ein Mensch eine Entscheidung trifft, muss er seine Willenskraft zur Zielerreichung einsetzen. Somit gibt die Volition die Kraft des Wollens wieder, die erforderlich ist, um eine Absicht in die Realität umzusetzen. Demnach tritt Volition im Emotions-Motivations-Prozess zwischen der Einstellung und der Handlung auf (siehe Abbildung 1). Einer Willenskraft werden immer stärkere Anforderungen abverlangt, je mehr und resolutere Störfälle auftreten. Hieraus entwickelt sich der Unternehmenswunsch, Führungskräfte zu engagieren, denen es gelingt, ein Team gegen Störfälle zu stärken und trotzdem die Motive, Ziele und Pläne mit allen Bestandteilen und Mitarbeitern zu realisieren.
Daraus ist zu schließen: Auch wenn uns der Wille in bestimmten Situationen bewegt, lässt sich das wesentlich von Motivation unterscheiden. Denn bei der motivierten Handlung hat man Freude und Spaß an dem, was man tut, ohne sich zu zwingen. Bei von Willen getriebenem Handeln werden Dinge erledigt, die nicht immer angenehm oder gar mit Widerwillen verbunden sind. Die Motivation ist in derartigen Situationen gering; hier wird der Wille herausgefordert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die Herausforderungen der Luxushotellerie und die zentrale Bedeutung der Mitarbeitermotivation für den unternehmerischen Erfolg.
2. Methodik: Beschreibt den Aufbau der Arbeit und das Vorgehen bei der theoretischen Fundierung sowie den beiden empirischen Umfragen.
3. Einführung in die deutsche Luxushotellerie: Definiert den Luxushotelsektor, erläutert die Klassifizierung und charakterisiert den anspruchsvollen Gast.
4. Wissenschaftliche Grundlagen der Motivation: Bietet einen Überblick über relevante Theorien, Motivationsarten und die Rolle der Führung bei der Motivation.
5. Maßnahmen zur Motivationsförderung in der Luxushotellerie: Detailliert materielle und immaterielle Anreize sowie organisatorische Motivationsmöglichkeiten.
6. Mitarbeiterbefragung in deutschen „Superior“-Luxushotels: Präsentiert und analysiert die Ergebnisse der Umfragen unter Angestellten und Führungskräften.
7. Eine Soll/Ist-Analyse der Ergebnisse: Motivationsgestaltung in der deutschen Luxushotellerie: Vergleicht die theoretischen Erkenntnisse mit den Umfrageergebnissen und zeigt Diskrepanzen auf.
8. Ein Führungskräfte-Leitfaden für die Motivationssteigerung in der deutschen Hotellerie: Bietet einen konkreten, sechsstufigen Prozess für Hotelführungskräfte zur aktiven Motivationsarbeit.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit und formuliert Empfehlungen sowie Anregungen für zukünftige Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, Luxushotellerie, Führungskräfte, Anreizsysteme, Arbeitsklima, Personalmanagement, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Mitarbeiterführung, Teamgeist, Unternehmenskultur, Wertschätzung, Leistungssteigerung, Arbeitszufriedenheit, Personalfluktuation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?
Die Arbeit untersucht, wie Führungskräfte in der deutschen Luxushotellerie durch gezielte Motivationsmaßnahmen die Arbeitsleistung und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter nachhaltig steigern können.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit spannt den Bogen von theoretischen Motivationsgrundlagen über die spezifische Situation in deutschen Luxushotels bis hin zu einer empirischen Untersuchung und der Ableitung eines praktischen Handlungsleitfadens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Konzeption eines Leitfadens für angehende und erfahrene Hotelführungskräfte, um trotz der branchenspezifischen Herausforderungen ein motivierendes und produktives Arbeitsklima zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse (Theorien der Motivation) wurde eine empirische Teilerhebung durchgeführt, bei der sowohl Angestellte als auch Führungskräfte aus führenden deutschen Luxushotels befragt wurden.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Im Hauptteil werden Motivationstheorien analysiert, die Unterscheidung zwischen materiellen und immateriellen Anreizen vorgenommen und der Prozess der Mitarbeiterführung in Bezug auf Motivation kritisch durchleuchtet.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Mitarbeitermotivation, Luxushotellerie, Anreizsysteme, Mitarbeiterführung und Personalmanagement beschreiben.
Warum ist das Thema gerade in der Luxushotellerie so relevant?
Die Branche ist durch ein hohes Anforderungsniveau an das Personal, Fluktuation und oft schwierige Arbeitsbedingungen geprägt, weshalb eine gezielte Motivation für den Unternehmenserfolg entscheidend ist.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in den Ergebnissen?
Die Kommunikation wird als wesentlicher Erfolgsfaktor identifiziert, wobei ein Mangel an Informationen über das eigene Hotel als Verbesserungspotenzial hervorgehoben wird.
Was unterscheidet diesen Führungskräfte-Leitfaden von anderen Ansätzen?
Der Leitfaden basiert direkt auf der empirischen Auswertung der Bedürfnistendenzen von Hotelmitarbeitern und versteht Motivationssteigerung als zyklischen Dauerprozess statt als einmalige Maßnahme.
Was ist das zentrale Fazit zur "besten" Motivationsstrategie?
Die Arbeit schlussfolgert, dass ein individueller Mix aus materiellen und immateriellen Anreizen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander die effektivste Strategie darstellt.
- Citar trabajo
- Lennart Seiffert (Autor), 2015, Handlungsempfehlungen für Führungskräfte in der deutschen Luxushotellerie. Mit dem Fokus auf Mitarbeitermotivation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303511