Die vorliegende Ausarbeitung zur mündlichen Examensprüfung Altgermanistik (Sprachwissenschaft) zum Thema "Sprachperiodisierung des Deutschen" umfasst mit Angabe der Literaturliste folgende inhaltlichen Schwerpunkte in Stichpunkten:
Sprachwandel und Periodisierung der deutschen Sprache,
(Phonologischer Wandel) Lautwandelprozesse,
Morphologischer Wandel,
Flexionsmorphologischer Wandel,
Wortbildungswandel,
(Ablaut),
Ablaut in der Flexion starker Verben,
Ablaut in der Wortbildung: Kausativderivation,
(Umlaut),
Steigerungsumlaut bei Adjektiven,
Umlaut in Wortbildung und Lexik.
Inhaltsverzeichnis
1. Sprachwandel und Periodisierung der deutschen Sprache
2. (Phonologischer Wandel)
3. Morphologischer Wandel
3.1. Flexionsmorphologischer Wandel
3.2. Wortbildungswandel
4. (Ablaut)
4.1. Ablaut in der Flexion starker Verben
4.2. Ablaut in der Wortbildung: Kausativderivation
5. (Umlaut)
5.1. Steigerungsumlaut bei Adjektiven
5.2. Umlaut in Wortbildung und Lexik
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die diachronen Entwicklungen der deutschen Sprache mit einem Fokus auf die Sprachperiodisierung, lautgeschichtliche Prozesse sowie den morphologischen Wandel in der Flexion und Wortbildung. Ziel ist es, die Mechanismen hinter Sprachveränderungen, wie Analogie und Frequenz, sowie die systematischen Zusammenhänge zwischen Lautwandel und grammatischer Struktur aufzuzeigen.
- Sprachperiodisierung und ihre methodischen Kriterien
- Lautwandelprozesse und ihr Einfluss auf die Flexionssysteme
- Analogiebildung und die Regularisierung von Flexionsparadigmen
- Wortbildungswandel und die Produktivität von Derivationsaffixen
- Wechselwirkungen zwischen Gebrauchsfrequenz und lexikalischer Speicherung
Auszug aus dem Buch
Analogie = Mechanismus morphologischen Wandels
Meint Veränderungen von Wörtern/ Wortformen nach dem Muster anderer Wörter/ Wortformen
Dabei besteht zw. der Vorlage u. der veränderten Einheit immer eine inhaltl. o. formale Ähnlichkeit, an die angeknüpft wird: z.B. Präs.: er singt – er schwingt -> Prät.: er sang – er schwang; aber das geht bei den unregelmäßigen Verben meist nicht auf: Präs.: er denkt, er lenkt -> Prät. er dachte – er *lachte oder er singt –er bringt -> er sang/ er brachte
Aus der phonologischen Ähnlichkeit des Musters singt mit bringt wird geschlossen, dass beide auch im Prät. Gleich konjugiert werden; doch sind irreguläre Verben u. daher funktioniert ihre Formbildung nicht nach klaren Regeln, sondern ist lexikalisiert
In solchen Fällen ist das Muster nicht produktiv (d.h. in der Flexion, dass ein Muster für die Flexion neuer Wörter genutzt wird u. schon vorhandene Wörter, die ihre Flexion wechseln, zu diesem Muster übergehen)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sprachwandel und Periodisierung der deutschen Sprache: Erläutert die theoretischen Probleme bei der zeitlichen Gliederung des Deutschen und stellt die gebräuchlichen Epochen (Ahd., Mhd., Frnhd., Nhd.) vor.
2. (Phonologischer Wandel): Beschreibt grundlegende Lautwandelprozesse, insbesondere die zweite Lautverschiebung und die Abschwächung von Nebensilbenvokalen als epochenbildende Merkmale.
3. Morphologischer Wandel: Definiert die Morphologie als Arbeitsfeld und führt Analogie als zentralen Mechanismus für morphologische Veränderungen ein.
3.1. Flexionsmorphologischer Wandel: Analysiert die Entwicklung der Substantiv- und Verbflexion unter dem Einfluss von Kasusnivellierung und Numerusprofilierung.
3.2. Wortbildungswandel: Untersucht die Entstehung und Entwicklung von Derivationsaffixen sowie die Herausbildung von Kompositionsmustern in der deutschen Sprachgeschichte.
4. (Ablaut): Behandelt die Entwicklung des Ablautsystems, insbesondere dessen Funktion in der Flexion und dessen zunehmende Regularisierung.
4.1. Ablaut in der Flexion starker Verben: Detailliert die Reduktion von Ablautstufen und den Ausgleich präteritaler Numerusunterschiede.
4.2. Ablaut in der Wortbildung: Kausativderivation: Erörtert die Rolle des Ablauts bei der Bildung von Kausativa.
5. (Umlaut): Untersucht den Umlaut von einer phonologischen Regel hin zu einem morphologischen Marker zur Numerusmarkierung.
5.1. Steigerungsumlaut bei Adjektiven: Betrachtet die spezifische Entwicklung des Umlauts bei der Komparation.
5.2. Umlaut in Wortbildung und Lexik: Beleuchtet die systematische Nutzung des Umlauts im Wortbildungskontext.
Schlüsselwörter
Sprachwandel, Periodisierung, Lautverschiebung, Morphologie, Analogie, Flexion, Wortbildung, Derivation, Komposition, Umlaut, Ablaut, Kasusnivellierung, Numerusprofilierung, Frequenz, Lexikalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine diachrone Untersuchung der deutschen Sprachentwicklung von den Anfängen bis zur Neuzeit mit einem speziellen Fokus auf Laut- und Formwandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Periodisierung, lautgeschichtliche Prozesse wie Lautverschiebung und Vokalreduktion sowie morphologische Regularisierungsprozesse in der Flexion und Wortbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die systematischen Zusammenhänge zwischen Sprachwandelerscheinungen zu verstehen, insbesondere wie phonologische Veränderungen morphologische Strukturen beeinflussen und neue grammatische Muster hervorbringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-vergleichende und sprachwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf der Untersuchung von Sprachdaten über verschiedene Epochen hinweg basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Phonologie, Flexionsmorphologie (Substantiv und Verb) sowie Wortbildung, ergänzt durch spezifische Analysen zu Ablaut und Umlaut.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sprachwandel, Analogie, Flexionskategorien, Derivation, Lautverschiebung und Frequenz.
Wie unterscheidet sich der Flexionswandel bei Substantiven und Verben?
Während bei Substantiven eine Kasusnivellierung zugunsten einer Numerusprofilierung zu beobachten ist, findet bei Verben eine morphologische Stärkung der Tempuskategorie bei gleichzeitigem Abbau von Person- und Numerusallomorphie statt.
Warum ist das Suffix "-bar" so produktiv geworden?
Seine Produktivität entwickelte sich durch die Überwindung ursprünglicher semantischer und morphologischer Beschränkungen; es wird heute primär an verbale Basen angefügt, um Passivpotenzial auszudrücken.
Welche Rolle spielt die Gebrauchsfrequenz für die Irregularität von Verben?
Hochfrequente Wörter werden häufiger lexikalisch gespeichert, wodurch sie anfälliger für irreguläre Kürzungen und Suppletion werden, während selten gebrauchte Formen zur Regularisierung tendieren.
Was unterscheidet "eigentliche" von "uneigentlichen" Komposita?
Eigentliche Komposita bestehen aus Stammmorphemen ohne Flexionsendungen im Erstglied, während uneigentliche Komposita Überreste von Genitivformen im Erstglied aufweisen.
- Citation du texte
- Milena Gutsch (Auteur), 2012, Eine Übersicht über die Sprachperiodisierung des Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303594