Emile Durkheim - Leben und Werk


Seminararbeit, 2003

11 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie

3. Durkheims Hauptthesen
3.1 Der Individualismus
3.2 Das Kollektiv
3.3 Totemismus

4. "Le suicide"/ "Der Selbstmord" (1897)

5. Fazit

6. Literatur

7. Anlagen

1. Einleitung

Als einer der Pioniere der modernen Soziologie trat Émile Durkheim in einer Zeit des europäischen Militarismus besonders für den Menschen als Individuum und dessen persönliche Freiheit ein. Seiner Meinung nach hängt Wohl und Wehe des Individuums aber fast ausschließlich von seiner direkten Umgebung, der Gesellschaft, ab. In dieser Hausarbeit werde ich Émile Durkheims Leben, seine Thesen und einige seiner wichtigsten Bücher behandeln. Insbesondere werde ich näher auf eines seiner interessantesten Werke, "Le suicide" ("Der Selbstmord") von 1897 eingehen. Ziel meiner Arbeit wird sein, Durkheims Theorie des Sozialen grob zu skizzieren und leicht verständlich darzulegen.

2. Biographie

Émile Durkheim wurde in Epinal/ Lothringen am 15.4. 1858 als Sohn einer jüdischen Familie geboren. 1879-82 war er Student der École Normale Supérieure in Paris. Nach Abschluss des Studiums wurde er tätig als Gymnasiallehrer bei Paris. 1885/86 erhielt er das Stipendium für Berlin, Marburg und Leipzig. In dieser Zeit begegnete D. dem deutschen Philosophen und Psychologen Wilhelm Wundt. 1887 erhielt D. einen Lehrauftrag für Sozialwissenschaft und Pädagogik an der Philosophischen Fakultät der Universität Bordeaux. Ab 1896 lehrte er als Professor an dieser Universität in den Fächern Erziehungswissenschaft und Soziologie und ab 1902 auch an der Pariser Universität in Pädagogik und Soziologie.

1896 gründete Durkheim mit ca. 40 jüngeren Wissenschaftlern die wissenschaftliche Zeitschrift "Lannée sociologique". Im selben Jahr wurde die Schule "Épique durkheimienne" gegründet.

D. gilt als einer der Begründer der modernen Soziologie. Seine Ziele waren:

1. Die Einrichtung der Soziologie als Fachdisziplin an Frankreichs Universitäten, 2. Eine Diagnose der modernen Gesellschaft, und 3. Die Entwicklung einer neuen Moral.

Émile Durkheim starb am 15.11. 1917 in Paris.

Durkheims Leben war u.a. von der damaligen Spannung zwischen Deutschland und Frankreich bestimmt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71 war verloren, und die französischen Wissenschaftler wollten die Universitäten modernisieren, da Deutschland einen "Sieg der Wissenschaft" errungen hatte. Man musste von den deutschen Universitäten lernen.

Wilhelm Wundt's Betrachtungen über die Moral beeinflussten Durkheim stark (s. Punkt 3.2).

Die Dreyfus-Affäre löste 1894-98 eine der größten innenpolitischen Krisen Frankreichs aus.

Seine Ursache war der Prozess gegen den französischen Hauptmann Alfred Dreyfus, der wie D. jüdischer Abstammung war. Er wurde wegen Hochverrats und Spionage (angeblichen Verrats militärischer Geheimnisse an das Deutsche Reich) angeklagt. Nach einem schnellen Prozess wurde er degradiert und zu einer lebenslänglichen Deportation verurteilt. Inzwischen verstärkten sich antisemitische Stimmen nicht nur innerhalb der Armee sondern auch in den höchsten Kreisen Frankreichs. Obwohl sich die Beweise, die zur Verurteilung Dreyfus führten, als falsch erwiesen, wurde das Urteil nicht revidiert. U.a. sprach sich der Schriftsteller Emile Zola in einem offenen Brief an den Präsidenten gegen die Verurteilung aus und verursachte damit eine Welle von Protesten und öffentlichen Debatten. Dies führte letztendlich zum Freispruch von Dreyfus. 1898 setzte sich übrigens auch D. mit seinem Artikel "L'individualisme et les intellectuels" für den jüdischen Offizier ein. Darin wehrte D. sich gegen den Vorwurf der Revisionsgegner, die Individualisten würden mit ihrer Kritik an Militär und Staat das Land in Anarchie stürzen. Durkheim schrieb, man dürfe Individualismus nicht mit Egoismus verwechseln, sondern sollte ihn auf Kant, Rousseau und die Menschenrechte zurückführen, nachdem die menschliche Person heilig ist. Zwischen dem Recht des Staates in bezug zum Einzelnen zog er eine für diese Zeit des Militarismus ungewöhnlich klare Grenze.

Interessant: Als D. 1906 verdächtigt wurde, deutsches Gedankengut (durch Wilhelm Wundt's Lehren) nach Frankreich einzuschleußen, sagte er, der englische Anthropologe Robertson Smith, nicht Wundt, habe ihn inspiriert. So verhinderte Durkheim gerade noch, selbst in die Schusslinie zu geraten.[1]

Im folgenden Teil behandle ich drei Hauptthesen des französischen Soziologen.

[...]


[1] Vgl. Michaels, Axel (Hrsg.): Klassiker der Religionswissenschaft. München, 1997. S. 103-109.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Emile Durkheim - Leben und Werk
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Seminar für Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Wie entsteht Religion?- Antworten einiger Klassiker der Religionswissenschaft
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V30360
ISBN (eBook)
9783638316354
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emile, Durkheim, Leben, Werk, Religion, Antworten, Klassiker, Religionswissenschaft
Arbeit zitieren
Ralf Klossek (Autor), 2003, Emile Durkheim - Leben und Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30360

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