Der Code of Conduct. Betrachtung unternehmensethischer Richtlinien


Seminararbeit, 2011
14 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Begriffsbestimmung

3.Code of Conduct: Allgegenwärtig?

4.Code of Conduct: geschichtlicher Aspekt

5.Exkurs: Whistleblowing

6.Code of Conduct: Beispiele
6.1. Beispiel Deichmann
6.2. Beispiel Bayer
6.3. Beispiel Disney

7.Resümee

8.Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Themen eines Codes of Conduct, (Barmeyer & Davoine, 2008, S. 53)

Abbildung 2: Kodizes der größten Unternehmen, (Kaptein, 2004, S. 18)

Abbildung 3: Auszug aus dem SOX Gesetz, (Barmeyer & Davoine, 2008, S. 53)

Abbildung 4: Auszug aus dem Code of Conduct der KBC Bank Deutschland AG, (KBC Bank Deutschland AG, 2009, S. 8)

Abbildung 5: Auszug aus dem Code of Conduct von Deichmann, (Deichmann, 2001, S. 3)

Abbildung 6: Auszug aus dem Code of Conduct von Bayer, (Bayer, S. 6)

Abbildung 7: Auszug aus dem Code of Conduct von Disney, (Disney, 2007, S. 1)

Abbildung 8: Auszug aus dem Code of Conduct von Disney, (Disney, 2007, S. 2)

1. Einleitung

Die Aufgabe in dieser Lehrveranstaltung ist es, eine Seminararbeit zum Thema Ethik zu verfassen. Eine geeignete Thematik zu finden ist nicht leicht, da es sehr viele interessante ethische Themenbereiche gibt. Unternehmensethik ist für mich als Arbeiter in der chemischen Industrie von besonderem Interesse, weil es ein Teil meines täglichen (Arbeits-)Lebens ist. Das spezielle Themengebiet Code of Conduct habe ich deshalb gewählt, da dieser vor einigen Wochen in meiner Arbeitsstätte – einem multinationalem Chemiekonzern – veröffentlicht wurde. In diesen zwanzig Seiten dicken Heft stehen Verhaltens- und Businessregeln aller Art. Schon beim Lesen der Broschüre sind einige Fragen aufgetaucht, die ich mit Hilfe dieser Arbeit beantworten werde. Unter Anderem:

Was genau ist der Code of Conduct?

Ist die Einhaltung der Regeln des Codes of Conduct verpflichtend oder freiwillig?

Hat jedes Unternehmen einen Code of Conduct?

Handelt es sich hier um eine seriöse unternehmensethische Richtlinie oder nur um ein heuchlerisches Werbemittel zur Aufbesserung der Reputation gegenüber anderen Unternehmen?

2. Begriffsbestimmung

Göbel (2010, S. 213f) schreibt, dass der Code of Conduct im Prinzip nichts anderes ist als ein Unternehmensleitbild, an dem sich Unternehmen orientieren und sich verpflichten „ freiwillig [an] bestimmte moralische Werte und Verhaltensweisen […] zu halten. Auch andere Begriffe haben ähnliche oder gleiche Bedeutung: Unternehmensgrundsätze, Führungsgrundsätze, Verhaltensrichtlinien, Company Creed, Vision Statement oder Code of Ethics, so die Autorin.

Im online Wörterbuch LEO (Leo GmbH) wird Code of Conduct übersetzt mit Verhaltenscodex, Verhaltensnorm und Verhaltensregeln.

Eine weitere, spannende Aussage zum Code of Conduct findet man bei Blaszejewski et al (2007, S. 266): „Der Code of Conduct ist die lokale Interpretation der globalen Grundwerte“.

Wikipedia (2010) definiert den Code of Conduct wie folgt:

„ Ein Verhaltenskodex, englisch Code of Conduct, ist eine Sammlung von Verhaltensweisen, die in unterschiedlichsten Umgebungen und Zusammenhängen abhängig von der jeweiligen Situation angewandt werden können bzw. sollen. Ähnliche Konzepte findet man beim Ehrenkodex oder dem Moralkodex.

Im Gegensatz zu einer Regelung ist die Zielgruppe nicht zwingend an die Einhaltung des Verhaltenskodex gebunden - daher auch häufig der Begriff der "freiwilligen Selbstkontrolle". Ein Verhaltenskodex ist vielmehr eine Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

Es gibt Verhaltenskodizes, um Bestechungen in Verwaltung und Wirtschaft vorzubeugen oder kulturell gewachsene Verhaltenskodizes, die in stiller Übereinkunft oder auch in schriftlich festgehaltener Form den Umgang von Menschen miteinander oder das Verhalten allgemein in bestimmten Regionen, Staaten oder auch religiösen Zusammenhängen wie Zeremonien regeln.“

Zusammenfassend kann man den Code of Conduct als Instrument sehen, der die Rechte und Pflichten des Unternehmens und seiner Mitarbeiter in verschiedenen Angelegenheiten regelt. Die speziellen inhaltlichen Themen zeigt Abbildung 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Themen eines Codes of Conduct, (Barmeyer & Davoine, 2008, S. 53)

Da der Begriff „freiwillig“ oft mit dem Code of Conduct in Verbindung gebracht wird, stellt sich die Frage ob und wie sehr sich Unternehmen an ihre unternehmensethischen Richtlinien auch selbst halten. Davor muss jedoch geprüft werden, wie häufig der Code of Conduct in den multinationalen Konzernen zu Einsatz kommt. Einzelfall oder Standardprogramm?

3. Code of Conduct: Allgegenwärtig?

Eine interessante Auflistung über die Verbreitung des Codes of Conduct in den weltgrößten Unternehmen zeigt die Tabelle 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Kodizes der größten Unternehmen, (Kaptein, 2004, S. 18)

In der oben angeführten Auflistung wird sichtbar, dass beinahe 53% aller Top 200 Unternehmen weltweit einen Code of Conduct besitzen. Unterschiede in der Verbreitung zwischen den USA (68% - 40/59 Unternehmen) und Europa (58% - 39/67 Unternehmen) sind mit 10% Differenz kaum erkennbar, woraus sich eine Frage über die Herkunft dieser Verhaltensvorschrift ergibt. Einzig der asiatische Raum mit Japan und Südkorea ist beim Code of Conduct prozentuell weit zurück.

4. Code of Conduct: geschichtlicher Aspekt

Der Code of Conduct hat seinen Ursprung in den USA des 19. Jahrhunderts. Laut Barmeyer & Davoine (2008, S. 52) bestand sein Ziel in der internen und externen unternehmensspezifischen Regulierung von wirtschaftlichen Aktivitäten. Einen anderen Grund weswegen der Code of Conduct entwickelt wurde, führt das Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen in einer Broschüre (GAMS, S. 74) an: die Verhinderung von Kinderarbeit und die gesetzliche Einhaltung von Arbeitsbedingungen, sowie die Vermeidung von Ausbeutung von Menschen an ihrem Arbeitsplatz.

In Europa hat und hatte der Code of Conduct nie die „Macht“ wie in den USA. Der Grund dafür ist, dass in Europa die Rechte und Pflichten der Bürger mittels Zivilrecht geregelt werden und in den USA nach dem sogenannten „Common Law“ (Barmeyer & Davoine, 2008, S. 52). Beim „Common Law“ werden nicht durch das Gesetzbuch Regeln und Normen definiert, sondern durch richterliche Urteile der Vergangenheit – den sogenannten Präzedenzfällen (Wikipedia, 2010).

Aktuell ist Verbindlichkeit von US-Unternehmen – sowie in deren Tochtergesellschaften weltweit – gegenüber dem Code of Conduct so verpflichtend wie nie zuvor. Diese Verschärfung geht auf den bekannten Sarbanes-Oxley-Act (SOX) zurück. Dieses Gesetz, dass sich vor allem gegen das unethische Verhalten von Managern richtet, wurde von George W. Bush anno 2002 verabschiedet. Grund dafür waren die durch korrupte Manager in den Ruin getriebenen Großkonzerne wie beispielsweise Enron oder Worldcom (Barmeyer & Davoine, 2008, S. 52).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Auszug aus dem SOX Gesetz, (Barmeyer & Davoine, 2008, S. 53)

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Code of Conduct. Betrachtung unternehmensethischer Richtlinien
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Philosophie)
Veranstaltung
Vertiefende Aspekte der Philosophie und Wissenstheorie
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V303661
ISBN (eBook)
9783668022195
ISBN (Buch)
9783668022201
Dateigröße
1168 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
code, conduct, betrachtung, richtlinien
Arbeit zitieren
Wolfgang Daspelgruber (Autor), 2011, Der Code of Conduct. Betrachtung unternehmensethischer Richtlinien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303661

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