Die wohl größte Herausforderung, mit der ein Gründer konfrontiert ist, betrifft die Finanzierung eines Start-up-Unternehmens bzw. dessen Projektes. Darlehen oder Kredite von Banken oder Privatpersonen zu bekommen, ist für Gründer oftmals eine schwierige Angelegenheit. Der Kapitalbedarf ist beträchtlich und die Sicherheit bei neuen Projekten gering. Somit steht der ganzen Investition ein bedenkliches Risiko gegenüber.
Vor allem in Zeiten von Basel III und den damit einhergehenden strengen Kreditvergabekriterien von Banken scheint es für Kleininvestoren enorm schwierig an Fremdkapital zu kommen. Außerdem sind die genannten Fördermittel, wie zum Beispiel die der Europäischen Union, einer erheblichen Prüfung unterworfen, verbunden mit diversen Kriterien, die erfüllt werden müssen. So bleiben dem Gründer als Lösung lediglich staatliche Förderprogramme oder aber sie greifen auf die altbewährte Methode der Erstfinanzierung durch ‘Family and Friends‘ zurück.
All dies hat zur Folge, dass die Finanzierung von neuen Projekten erschwert wird und infolgedessen nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau gehalten werden muss. Vor allem in Deutschland wurde sich mit diesem Problem auseinandergesetzt und gezielt nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten für den sogenannten Mittelstand gesucht. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Was sich Anfang dieses Jahrtausends als Crowdfunding definierte, entwickelte sich bis heute rasant zum Crowdinvesting. Während Crowdfunding der Finanzierung von kreativen, kunstorientierten und kulturellen Projekten dient, zielt das Crowdinvesting auf die Finanzierung von Start-up-Unternehmen und Projekten ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Begriffliche Abgrenzung
2.1 Crowdsourcing
2.2 Crowdfunding
3 Crowdinvesting-Grundlagen
3.1 Definition und Merkmale
3.2 Entstehung und Entwicklung
3.3 Funktionsweise des Crowdinvestings
4 Crowdinvesting als Finanzierungsalternative
4.1 Möglichkeiten
4.1.1 Aus Sicht der Initiatoren
4.1.2 Aus Sicht der Investoren
4.2 Grenzen
4.2.1 Aus Sicht der Initiatoren
4.2.2 Aus Sicht der Investoren
5 Nachhaltigkeit
5.1 Definition
5.2 Nachhaltige Projekte
5.3 Öffentlicher Diskurs
6 Analyse der Crowdinvesting - Plattformen für nachhaltige Projekte
6.1 Econeers
6.2 Green Crowding
6.3 bettervest
6.4 CrowdEner.gy
7 Schlussbetrachtung
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Beschränkungen des Crowdinvestings als alternative Finanzierungsmethode für nachhaltige Projekte in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit sich dieses Modell zur Kapitalbeschaffung für Investoren und Initiatoren im ökologischen Kontext eignet.
- Grundlagen des Crowdinvestings und Abgrenzung zu ähnlichen Finanzierungsformen.
- Analyse der Chancen und Risiken für sowohl Projektstarter als auch Kapitalgeber.
- Theoretische Einordnung des Nachhaltigkeitsbegriffs in das Wirtschaftssystem.
- Detaillierte Untersuchung spezifischer Crowdinvesting-Plattformen für grüne Projekte.
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition und Merkmale
Der Erfolg des Crowdfundings in der Kreativszene setzte sich auch in anderen Branchen durch und so entwickelte sich ein neuer Trend, der zum Crowdinvesting übergeht. Folglich kann man die Weiterentwicklung des Crowdfundings im Bereich der Unternehmensfinanzierung als sogenanntes Crowdinvesting bezeichnen.32 Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine neuartige Finanzierungsform, bei der über das Internet Investoren für die Finanzierung von zumeist neuen Unternehmen und Projekten gesucht werden, vereinzelt aber auch für schon länger am Markt befindlichen Unternehmen.33 „Mit dieser innovativen, durchaus intelligenten und vor allem unkonventionellen Form der Finanzierung ist es möglich, auch der restriktiven Kreditvergabe-Politik vieler Banken entgegenzuwirken und dabei zukünftige oder bestehende Finanzierungslücken besser schließen zu können.”34
Prof. Dr. Ralf Beck der Fachhochschule Dortmund hat fünf Merkmale herausgearbeitet, die den Begriff des Crowdinvestings verdeutlichen sollen.
(1) Finden von Kapitalgebern über das Internet, oder über Massenmedien, die Geldbeträge beisteuern,
(2) die der Finanzierung, der von den Kapitalgebern ausgewählten (Start-up)-Unternehmen, dienen,
(3) wobei die Kapitalgeber am Eigenkapital der Unternehmen beteiligt werden und damit am Erfolg des Unternehmens und an seiner Wertsteigerung teilhaben,
(4) der Mindestinvestitionsbetrag so (gering) bemessen ist, dass zahlreiche Kapitalgeber gefunden werden können,
(5) die Finanzierung erst dann wirksam wird, wenn ein zu Beginn festgelegter Gesamtfinanzierungsbetrag erreicht wurde.35
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Startfinanzierung innovativer Projekte und führt das Crowdinvesting als alternative, internetbasierte Finanzierungsquelle ein.
2 Begriffliche Abgrenzung: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Konzepten Crowdsourcing und Crowdfunding, um eine fundierte Basis für die weitere Untersuchung des Crowdinvestings zu schaffen.
3 Crowdinvesting-Grundlagen: Es werden Definitionen, wesentliche Merkmale, die Entstehung sowie die allgemeine Funktionsweise des Crowdinvestings erläutert.
4 Crowdinvesting als Finanzierungsalternative: Hier werden die spezifischen Möglichkeiten und Grenzen für Investoren und Initiatoren detailliert gegenübergestellt.
5 Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel definiert Nachhaltigkeit anhand des Drei-Säulen-Modells und erörtert deren Bedeutung sowie den öffentlichen Diskurs.
6 Analyse der Crowdinvesting - Plattformen für nachhaltige Projekte: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Anbieter Econeers, Green Crowding, bettervest und CrowdEner.gy hinsichtlich ihrer spezifischen Ausrichtung.
7 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung des Crowdinvestings.
Schlüsselwörter
Crowdinvesting, Crowdfunding, Crowdsourcing, Nachhaltigkeit, Energiewende, Unternehmensfinanzierung, Investoren, Start-ups, Econeers, bettervest, Green Crowding, CrowdEner.gy, Finanzierungsalternative, Online-Plattformen, Risikokapital.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Finanzierung von nachhaltigen Projekten in Deutschland durch das Modell des Crowdinvestings.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Finanzierungsmodellen, die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Wirtschaft sowie die Analyse konkreter Crowdinvesting-Plattformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob sich Crowdinvesting als ernstzunehmende Finanzierungsalternative für nachhaltige Projekte für sowohl Gründer als auch Investoren eignet.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Internetrecherche sowie der Analyse und Gegenüberstellung verschiedener spezialisierter Crowdinvesting-Plattformen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Crowdinvestings, eine kritische Betrachtung der Chancen und Risiken, das Nachhaltigkeits-Paradigma und eine detaillierte Untersuchung vier ausgewählter Plattformen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Crowdinvesting, Nachhaltigkeit, Energiewende, Start-up-Finanzierung und Online-Plattformen maßgeblich charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Crowdinvesting von klassischem Crowdfunding?
Beim Crowdinvesting erhalten Anleger eine finanzielle Beteiligung am Unternehmen oder Projekt mit Renditeerwartung, während es beim klassischen Crowdfunding meist um Spenden oder den Erhalt von Sachprämien geht.
Welche Rolle spielen die Plattformen in diesem Prozess?
Die Plattformen fungieren als Intermediäre, die Projekte prüfen, eine rechtliche Struktur bieten und die Kommunikation zwischen Investoren und Projektstartern zentral über ihre Webseiten abwickeln.
- Citar trabajo
- Maren Weber (Autor), 2014, Möglichkeiten und Grenzen des Crowdinvestings von nachhaltigen Projekten in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303666