Das Aufbauen von Medienkompetenz im Bereich audiovisueller Texte ist meiner Ansicht nach eine wichtige Aufgabe, die immer noch stark vernachlässigt wird. Laut der „ICILS“-Studie 2014 befindet sich Deutschland in Sachen Medienbildung international auf den hintersten Plätzen (vgl. mpfs, 2015: 42). Dabei sind Lebensbereiche, in denen Medien keine Rolle mehr spielen, quasi nonexistent.
Die Schule zielt auf eine allgemeine Bildung der Schüler ab und darf dabei „das Massenmedium Film [...] nicht ausklammern, weil es schwierig zu handhaben ist“ (vgl. Hildebrand, 2006: 46). Das vorliegende Konzept soll zu einer handlungs- und produktionsorientierten Auseinandersetzung mit dem Medium Film an weiterführenden Schulen beitragen. Auf eine Übertragbarkeit des Projekts auf andere Schulen oder Einrichtungen wird ausdrücklich Wert gelegt. Das Thema ‚Basketball‘ ist ebenfalls rein exemplarisch gewählt.
Im Studium wird sukzessive vermehrt mit dem Medium Film gearbeitet. In allen drei Fächern (Deutsch, Sport und Pädagogik), die ich studiert habe, bin ich sowohl analytisch als auch produktionsorientiert mit dem Medium konfrontiert worden. Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen für die Herstellung eines Films in den letzen Jahren stark vereinfacht: Durch kostenlose Film-Software und eine fast lückenlose Ausstattung mit Kameras und Computern hat nahezu jeder Schüler die Möglichkeit, kreativ und analytisch zu arbeiten.
Die Arbeit ist so geschrieben, dass sie eine Hilfestellung für Lehrer oder andere Interessierte darstellt, die einen Einstieg in das Produzieren und Publizieren von Tutorial-Videos suchen. Außerdem soll sie einen Beitrag dazu leisten, Medien gewinnbringend in Unterricht und Schule zu verankern.
Der Aufbau der Arbeit ist so konzipiert, dass im Anschluss an die Einleitung kurz auf Film- und Medienbildung in der Schule sowie das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird. Anschließend wird die für die Arbeit zentrale Gattung der „Tutorial-Videos“ näher erläutert, bevor auf das ebenfalls verwendete Videoportal „YouTube“ eingegangen wird. Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung des Blogs „Sportunterricht-Online.de“, welchen ich ihm Rahmen meiner Prüfung des Zertifikatsstudienganges „Medien und Informationstechnologien in Erziehung, Bildung und Unterricht“ erstellt habe. Abschließend wird das Medienprodukt unter Zunahme einiger Nutzerkommentare reflektiert und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Film- und Medienbildung in der Schule
2.1 Zum Begriff der Medienkompetenz
2.2 Das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen
3. Tutorial-Videos – Eine moderne Form des Lernens und Lehrens
4. Publizieren auf YouTube
5. „Sportunterricht-Online.de“ – Planung, Dürchführung und Evaluation
5.1 Rahmenbedingungen
5.1.1 Organisatorische Voraussetzungen
5.1.2 Voraussetzungen der Lehrkraft
5.1.3 Medienrechtliche Voraussetzungen
5.1.3.1 Die Verwendung von Bild- und Videozitaten
5.1.3.2 Die Verwendung von Musik
5.1.3.3 Die Impressumspflicht
5.1.3.4 Veröffentlichungen von Kommentaren und Posts auf der eigenen Internetseite
5.2 Beschreibung der Durchführung des Projekts
5.2.1 Präproduktion der Tutorial-Videos
5.2.2 Produktion der Tutorial-Videos
5.2.3 Postproduktion der Tutorial-Videos
5.3 Konzeption der Online-Medien
5.3.1 Konzeption des Blogs
5.3.2 Konzeption des YouTube-Kanals
6. Einsatz in der Unterrichtspraxis und Reflexion des Projekts „Sportunterricht-Online.de“
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Lehrkräften einen praxisorientierten Leitfaden zur Erstellung und Nutzung von Tutorial-Videos im Sportunterricht zu bieten, um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern und den Unterricht didaktisch zu bereichern.
- Didaktische Potenziale von Tutorial-Videos im Sportunterricht
- Integration von Medienbildung in den schulischen Kontext
- Rechtliche Rahmenbedingungen bei der Veröffentlichung von Medieninhalten
- Methodische Vorgehensweise bei Planung, Produktion und Reflexion digitaler Lernformate
Auszug aus dem Buch
5.1.3.1 Die Verwendung von Bild- und Videozitaten
Bilder können in vielen Varianten Teil des Medienprodukts sein. Auf Sportunterricht-Online.de ist z. B. ein sogenannter „Header“ zu sehen. Als Header bezeichnet man Bilder oder Grafiken, die wie eine Überschrift oben auf der Seite platziert sind und meistens als Blickfang fungieren. Meine erste Idee war es, eine Collage aus vielen verschiedenen Sportlerinnen und Sportlern, die unterschiedliche Sportarten ausführen, anzufertigen. Nach der näheren Beschäftigung mit dem Urheberrecht musste ich meine Idee jedoch verwerfen, da ich die Bilder von verschiedenen Tumblr-Sportblogs heruntergeladen habe. Dies wirft gleich mehrere rechtliche Probleme auf:
Laut den Anwälten Henning Krieg und Thorsten Feldmann ist es nicht erlaubt Bilder zu benutzen, zu denen man keinen Hinweis zum Copyright findet. Grundsätzlich unterliegen alle Bilder dem Urheberrecht. Dabei ist es irrelevant, ob die Nutzung zu gewerblichen Zwecken oder im privaten Umfeld geschieht, erläutert die Fachanwältin für Informationstechnologierecht Carola Siching (vgl. Böhm, 2015). Dies gilt ebenfalls für Grafiken und nicht professionelle Fotografien. So sind beispielsweise auch Urlaubsschnappschüsse vom Urheberrecht geschützt. Diese sogenannten „Lichtbilder“ dürfen nur nach Rücksprache mit dem Eigentümer verwendet werden (vgl. Schwenke, 2012).
Ist die Verwendung eines Bildes oder eines Videoausschnittes nicht ausdrücklich durch den Rechteinhaber, meistens der Fotograf oder eine Fotoagentur, erlaubt oder durch das Zitatrecht abgedeckt, muss man den Urheber ausfindig machen und diesen kontaktieren, um eine Genehmigung einzuholen. Dies sollte am besten schriftlich geschehen, damit man bei Bedarf einen Beleg vorlegen kann (vgl. Böhm, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und didaktischen Relevanz von Filmarbeit in der Schule im Kontext aktueller Medienbildung.
2. Film- und Medienbildung in der Schule: Theoretische Auseinandersetzung mit Medienkompetenz und Analyse des Mediennutzungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen.
3. Tutorial-Videos – Eine moderne Form des Lernens und Lehrens: Erörterung der Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von Lehrvideos zur individuellen Förderung im Unterricht.
4. Publizieren auf YouTube: Untersuchung der medialen Bedeutung von Videoportalen und deren Rolle als moderne Lernplattformen.
5. „Sportunterricht-Online.de“ – Planung, Dürchführung und Evaluation: Detaillierte Dokumentation des Projekts von den Rahmenbedingungen über die Produktion bis hin zur technischen Konzeption.
6. Einsatz in der Unterrichtspraxis und Reflexion des Projekts „Sportunterricht-Online.de“: Praxisbericht über die Erprobung im Unterricht sowie Zusammenfassung von Rückmeldungen zur Evaluation.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Sportunterricht, Tutorial-Videos, YouTube, Filmbildung, Urheberrecht, Mediennutzung, Basketball, Unterrichtsplanung, Digitale Medien, Web 2.0, Videoproduktion, Lernprozess, Medienpädagogik, Schüleraktivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Planung, Erstellung, den Einsatz und die Reflexion von Tutorial-Videos für den Sportunterricht im Rahmen eines Medienprojekts.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit verknüpft medienpädagogische Grundlagen mit praktischer Filmarbeit, urheberrechtlichen Fragestellungen im Internet und der konkreten didaktischen Umsetzung im Fach Sport.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Modellprojekt zu entwickeln, das zeigt, wie digitale Medien gewinnbringend zur Vermittlung komplexer Bewegungsabläufe im Sport eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Ansatz, der theoretische Grundlagen aus der Medienpädagogik mit einem eigenen medienpraktischen Projekt und einer anschließenden Evaluation verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Konzeption und Umsetzung der Internetseite sowie des YouTube-Kanals unter Berücksichtigung organisatorischer und rechtlicher Aspekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Medienkompetenz, Filmbildung, Tutorial-Videos, Sportunterricht, Urheberrecht und praktische Medienarbeit sind die zentralen Kernbegriffe.
Welche Rolle spielt YouTube in diesem Projekt?
YouTube dient als zentrale Videoplattform, um das erstellte Lernmaterial strukturiert zu speichern, zu verwalten und für die Schülerinnen und Schüler zugänglich zu machen.
Warum ist das Urheberrecht ein wichtiges Kapitel?
Da die Veröffentlichung eigener Inhalte im Internet rechtlich diffizil ist, dient dieses Kapitel als Orientierung, wie Bilder, Musik und Videos regelkonform verwendet werden können, um Abmahnungen zu vermeiden.
- Quote paper
- Bastian Einck (Author), 2015, Tutorialvideos im Sportunterricht. Planung, Erstellung, Einsatz und Reflexion eines Videoblogs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303674