Die Arbeit befasst sich mit den drei Generationenmodellen bei Währungskrisen. Die Modelle werden formal und verbal erklärt. Es folgt ein Vergleich der Modelle sowie einige Implikationen für die Wirtschaftspolitik. Überdies werden einige Währungskrisen (Russland, Asien, ...) beispielhaft besprochen. Das Ziel der Hausarbeit besteht in der Beantwortung der Frage, ob Währungskrisen nur bei der Verschlechterung von Fundamentaldaten in den jeweiligen Volkswirtschaften auftreten müssen oder ob ferner spekulative Attacken ein Währungssystem zu Fall bringen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Modell der ersten Generation
2.1 Einleitung
2.2 Das Modell
2.3 Beispiel Russland
3 Das Modell der zweiten Generation
3.1 Einleitung
3.2 Das Modell
3.3 Beispiele Großbritannien, Schweden, Italien, Spanien
4 Vergleich der beiden Generationenmodelle
5 Das Modell der dritten Generation
5.1 Einleitung
5.2 Erster Ansatz des Modells
5.3 Zweiter Ansatz des Modells
5.4 Dritter Ansatz des Modells
5.4.1 Erklärung zum Modell des Transferproblems
5.4.2 Das Modell des Transferproblems
6 Fazit
7 Appendix
7.1 Ergänzungen zu dem Modell der ersten Generation
7.2 Ergänzungen zum Modell der zweiten Generation
7.3 Ergänzungen zum Modell des Transferproblems in der dritten Generation
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Entstehungsmechanismen von Währungskrisen in verschiedenen ökonomischen Modellen. Dabei wird analysiert, inwieweit Krisen durch fundamentale wirtschaftliche Fehlentwicklungen oder durch sich selbst erfüllende Erwartungen von Marktteilnehmern ausgelöst werden.
- Analyse der klassischen Modelle der ersten Generation basierend auf Fundamentaldaten.
- Untersuchung von Modellen der zweiten Generation und der Rolle spekulativer Erwartungen.
- Erörterung der Modelle der dritten Generation im Kontext der Asienkrise.
- Diskussion der steuerungspolitischen Implikationen und Frühwarnsysteme.
Auszug aus dem Buch
3.1 Einleitung
Bei diesem Modell ist der trade off des Staates hinsichtlich einer Outputlücke und einem fixem Wechselkurs relevant. Das Modell versucht eine sich selbst erfüllende Krise abzubilden. Dies ist um einiges komplexer, da Erwartungen der Investoren eine entscheidende Rolle spielen. Eine Währungskrise entsteht also nicht aufgrund sich verschlechternder Fundamentaldaten, sondern aufgrund der Antizipation von Investoren, dass der Wechselkurs nicht vom Staat stabil gehalten wird, falls die Outputlücke und damit auch die Arbeitslosigkeit zu stark ansteigt. Folglich können Investoren über die Entwicklung des Wechselkurses entscheiden, abhängig von der Glaubwürdigkeit der Regierung hinsichtlich der Geldpolitik im Zielkonflikt zwischen einer Outputlücke und einem fixem Wechselkurs. Es können mithin multiple Gleichgewichte entstehen, da durch die Erwartungen der Parameter Unsicherheit in das Modell mit einbezogen werden muss. Sich selbst erfüllende Prophezeiungen können auftreten, wenn Preise als konstant in der kurzen Frist angenommen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Währungskrisen zu beschreiben und die zugrundeliegenden Modelle sowie deren Dynamik kritisch zu bewerten.
2 Das Modell der ersten Generation: Dieses Kapitel erläutert das Flood-Garber-Modell, in dem eine deterministische Krise aus der Erschöpfung von Währungsreserven aufgrund von Haushaltsdefiziten resultiert.
3 Das Modell der zweiten Generation: Hier wird der Fokus auf sich selbst erfüllende Krisen gelegt, die durch Erwartungen der Investoren bei Zielkonflikten der Regierung entstehen.
4 Vergleich der beiden Generationenmodelle: Dieses Kapitel stellt die Unterschiede zwischen deterministischen Krisen durch Fundamentaldaten und instabilen Gleichgewichten durch Erwartungsbildungen gegenüber.
5 Das Modell der dritten Generation: Es werden die neuesten Ansätze diskutiert, die insbesondere den Bankensektor, Liquiditätsprobleme und Bilanzrisiken als Auslöser für Krisen betrachten.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Modelle für die Wirtschaftspolitik zusammen und betont die Schwierigkeit, ex ante die genauen Determinanten einer Krise zu identifizieren.
7 Appendix: Dieser Abschnitt bietet mathematische Vertiefungen und graphische Ergänzungen zu den im Hauptteil vorgestellten Modellen.
Schlüsselwörter
Währungskrisen, Fixe Wechselkurse, Spekulative Attacken, Fundamentaldaten, Sich selbst erfüllende Erwartungen, Kapitalmobilität, Asienkrise, Geldpolitik, Outputlücke, Devisenreserven, Transferproblem, Modell der ersten Generation, Modell der zweiten Generation, Modell der dritten Generation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine theoretische Analyse verschiedener Generationen von Währungskrisenmodellen, um zu verstehen, wie und warum in Volkswirtschaften Währungskrisen auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Haushaltsdefiziten, die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, spekulative Investorenerwartungen sowie die Auswirkungen von Bilanzproblemen auf nationale Währungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Modelle zur Erklärung von Währungskrisen darzustellen, ihre jeweilige Logik zu interpretieren und die Bedingungen zu identifizieren, die zu einer Währungskrise führen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse unter Verwendung formaler ökonomischer Modelle (z.B. Flood-Garber-Modell, Cobb-Douglas-Produktionsfunktion) sowie eine Einordnung in historische Krisenszenarien genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Generationen von Modellen: Erstens deterministische Krisen, zweitens erwartungsgesteuerte Krisen und drittens moderne Ansätze zu Banken- und Bilanzkrisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Währungskrisen, spekulative Attacken, Kapitalmobilität, Fundamentaldaten sowie das Transferproblem.
Warum ist das Modell der dritten Generation für die Asienkrise relevant?
Dieses Modell wurde explizit entwickelt, um Phänomene der Asienkrise zu erklären, die sich mit den älteren Modellen nicht abbilden ließen, insbesondere den Zusammenbruch des Bankensektors und Währungsabwertungen bei gleichzeitig hoher Auslandsverschuldung.
Welche Rolle spielt George Soros in der Analyse?
Soros dient als Fallbeispiel für die Sterling-Krise 1992, um zu illustrieren, wie massive spekulative Kapitalbewegungen ein Währungssystem unter Druck setzen und dessen Stabilität testen können.
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- Hanno Kempermann (Autor), 2004, Währungskrisenmodelle, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30369