Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Política - Región: África

Der Genozid an den Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord und die Frage der Entschädigungszahlung

Título: Der Genozid an den Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord und die Frage der Entschädigungszahlung

Ensayo , 2012 , 10 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Ronny Hellesch (Autor)

Política - Región: África
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

„Verbrechen erinnern“ lautet nicht nur die Modulbeschreibung dieses Studium Fundamentale Seminars, sondern impliziert vor allem die zwingende Notwendigkeit, sich mit vergangenen Genoziden auseinanderzusetzen, um einerseits Verantwortung zu übernehmen und sich zugleich an die zahlreichen getöteten Menschen, deren Hinterbliebene und an das damit verbundene endlose Leid und den Schmerz zu erinnern und dessen zu gedenken. Kurzum eine Schuld zur Verpflichtung Erinnerungspolitik zu betreiben, um dadurch eine notwendige Aufarbeitung zu gewährleisten. So auch für den Genozid an den Herero und Nama 1904 – 1908.

Warum insbesondere die deutsche Bundesregierung – als höchste Ebene der Exekutive – nach über hundert Jahren immer noch bestreitet, dass es sich bei der brutalen Niederschlagung
des Aufstandes der ausgebeuteten Volksgruppen der Herero und Nama, durch deutsche Kolonialtruppen um einen bestialischen Völkermord handelte und dies euphemistisch mit der erst später in Kraft getretenen UN-Resolution 260 A (III) begründet, ist
nicht nur unfassbar, sondern vor allem beschämend, weshalb diese Problematik thematisiert werden muss. Denn an Verbrechen gehört erinnert. Hier vor allem an die 65.000 bis 85.000 Herero sowie etwa 10.000 Nama – Kinder, Frauen, Männer, jung und alt. Menschen.

Primär stellt dieses Essay den Versuch dar, die Frage zu beantworten, ob es ein Genozid war und Wiedergutmachung notwendig ist und wie diese aussehen könnte?

Daher lautet meine These: Die Bundesregierung verleugnet einen Völkermord und verharmlost die damit geschehenen Gräueltaten. Darüber hinaus entzieht sie sich bis heute ''erfolgreich'' einer finanziellen Entschädigung der Nachkommen – zu Unrecht.

Zunächst werde ich die schrecklichen Geschehnisse kurz nachzeichnen und anhand des Vernichtungs-Befehls des befehlshabenden Generalleutnant Lothar von Trotha untermauern, dass es sich eindeutig um einen Genozid gehandelt hat. Anschließend wird die juristische Problematik, bezüglich der erst 1955 für Deutschland in Kraft getretenen „UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ beleuchtet und diskutiert, wobei sowohl die Wiedergutmachung an den Opfern der Shoa als auch die „fundamentalen Menschenrechte“ ins Feld geführt werden, um daraus abzuleiten, dass die Bundesregierung endlich für diesen Genozid offiziell Verantwortung übernehmen sowie gebotene
Entschädigungen – ideell und materiell – leisten sollte, ja muss.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Der erste deutsche Völkermord und der vehemente Versuch der Bundesregierung sich ihrer Verantwortung zu entziehen.

1.1 Der Genozid an den Herero und Nama

Zielsetzung und Themen

Das Essay verfolgt das Ziel, die historische und juristische Einordnung des Völkermords an den Herero und Nama durch das Deutsche Kaiserreich (1904–1908) zu analysieren. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit der Haltung der deutschen Bundesregierung im Fokus, die ihre Verantwortung für diesen Genozid unter Verweis auf die zeitliche Anwendbarkeit der UN-Völkermordkonvention von 1955 verweigert. Die Arbeit stellt die These auf, dass diese Argumentation nicht nur historisch unhaltbar ist, sondern eine fortgesetzte Verhöhnung der Opfer und deren Nachkommen darstellt.

  • Historische Rekonstruktion des Vernichtungsfeldzugs durch Lothar von Trotha.
  • Kritische Analyse der juristischen Argumentationsstrategien der Bundesregierung.
  • Gegenüberstellung von moralischer Verantwortung und politischer Erinnerungspolitik.
  • Vergleich der Entschädigungspraxis mit der Aufarbeitung der Shoa.
  • Diskussion über die Notwendigkeit materieller und ideeller Wiedergutmachung.

Auszug aus dem Buch

Der erste deutsche Völkermord und der vehemente Versuch der Bundesregierung sich ihrer Verantwortung zu entziehen.

Für die Flüchtenden begann ein Todesmarsch durch die Omaheke. Die spärlich gesäten Wasserstellen und möglichen Fluchtwege wurden von deutschen Soldaten besetzt. Zehntausende Herero fanden ihren Tod – Kinder, Frauen, Männer, jung und alt – indem sie qualvoll verdursteten, verhungerten oder an Krankheiten menschenunwürdig und bestialisch krepierten. Ein organisiertes Massensterben, bei der die Wüste vollenden sollte, was deutsche Truppen begonnen hatten. Schätzungsweise 65.000 bis 85.000 Herero kamen dabei ums Leben, das entspricht ca. 80 % aller damaligen Herero.

Nicht genug damit, dass deutsche Truppen die Herero gezielt verdursten und verhungern ließen, um diese massenhaft auf menschenverachtende Weise zu töten, erschien am 2. Oktober 1904 eine Proklamation, in welcher sich von Trotha an das Volk der Herero richtete und wortwörtlich sagte: „Das Volk der Herero muss das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auch auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Herero.“ Ein Vernichtungs-Befehl par excellence. Die wenigen Überlebenden kamen unter unmenschlichen Bedingungen in Konzentrationslager, in denen weitere tausende von ihnen grauenvoll das Leben genommen wurde.

Somit lässt sich eindeutig konstatieren, dass es 1. eine ausgemachte Tatsache ist, dass die deutsche Kolonialarmee 1904 den vollständigen Völkermord an den aufständischen Herero durchzuführen versuchte und dies auch zum großen Teil implementiert hat. Das besonders abscheuliche daran ist, dass sie sie bewusst in der Wüste dahinvegetieren ließen – an Menschenverachtung kaum zu überbieten – und das 2. Trotha's Proklamation unmissverständlich als Ankündigung eines bewussten Völkermords bzw. eines vorsätzlichen Genozid verstanden werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der erste deutsche Völkermord und der vehemente Versuch der Bundesregierung sich ihrer Verantwortung zu entziehen.: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, definiert den Genozidbegriff und formuliert die kritische These hinsichtlich der verweigerten Verantwortung der Bundesregierung.

1.1 Der Genozid an den Herero und Nama: Das Hauptkapitel rekonstruiert den Kolonialkrieg, den Vernichtungsbefehl von Lothar von Trotha, die Zustände in den Konzentrationslagern und diskutiert die moralische sowie juristische Bringschuld Deutschlands zur Wiedergutmachung.

Schlüsselwörter

Genozid, Herero, Nama, Völkermord, Deutsche Kolonialgeschichte, Namibia, Wiedergutmachung, Erinnerungspolitik, Lothar von Trotha, UN-Völkermordkonvention, Deutschland, Kolonialkrieg, Menschenrechte, Verantwortung, Historische Aufarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Aufarbeitung des ersten deutschen Völkermords an den Herero und Nama in Namibia zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der kritischen Haltung der deutschen Bundesregierung zur Übernahme von Verantwortung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Analyse des Vernichtungsfeldzugs, die juristische Auseinandersetzung mit der Rückwirkung von Völkerrecht sowie die ethische Dimension der deutschen Erinnerungspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die moralische und politische Notwendigkeit einer offiziellen Entschuldigung und finanziellen Wiedergutmachung gegenüber den Nachkommen der Opfer zu begründen und die bisherigen Ablehnungsargumente der Regierung zu widerlegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine essayistische Auseinandersetzung, die historische Fakten mit juristischen Argumenten und ethisch-politischer Kritik verknüpft, um eine wissenschaftlich fundierte Position zu beziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Ablauf des Genozids, die Proklamation von Lothar von Trotha, die Argumente der Bundesregierung gegen Wiedergutmachungsansprüche und zieht Parallelen zum Umgang mit der Shoa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Genozid, Kolonialgeschichte, Erinnerungspolitik, Wiedergutmachung und Verantwortung charakterisiert.

Wie argumentiert der Autor gegen das Rückwirkungsverbot der UN-Konvention?

Der Autor argumentiert, dass das Fehlen einer juristischen Definition von Völkermord im Jahr 1904 nicht bedeutet, dass das Handeln legitim war, und weist auf die Präambel der Konvention hin, die Völkermord als zeitloses Verbrechen anerkennt.

Welche Rolle spielen die Nachkommen von General von Trotha in diesem Essay?

Der Autor führt die öffentliche Entschuldigung der Nachkommen Trothas im Jahr 2007 als Beispiel für moralische Verantwortung an, um aufzuzeigen, dass der Staat ein ähnliches Paradigma entwickeln sollte.

Warum kritisiert der Autor den Verweis auf Entwicklungshilfe?

Die Entwicklungshilfe wird als „peinliche“ Ausflucht bezeichnet, da sie nicht zweckgebunden bei den Opfern ankommt und nicht mit einer direkten Entschädigung für begangenes Unrecht gleichzusetzen ist.

Final del extracto de 10 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Genozid an den Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord und die Frage der Entschädigungszahlung
Universidad
University of Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Curso
Seminar: "Verbrechen erinnern" in Gerichtsverfahren, Historiographie und Erinnerungsolitik
Calificación
1,3
Autor
Ronny Hellesch (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
10
No. de catálogo
V303897
ISBN (Ebook)
9783668025066
ISBN (Libro)
9783668025073
Idioma
Alemán
Etiqueta
Herero Nama Namibia Südwestafrika Platz an der Sonne deutsche Kolonie Genozid
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ronny Hellesch (Autor), 2012, Der Genozid an den Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord und die Frage der Entschädigungszahlung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303897
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  10  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint